Kann das Legen von Glasfaserkabeln zu Wohnungen im Treppenhaus erzwungen werden?

10. Februar 2023 Thema abonnieren
 Von 
OMGWTFBBQLOL
Status:
Frischling
(27 Beiträge, 0x hilfreich)
Kann das Legen von Glasfaserkabeln zu Wohnungen im Treppenhaus erzwungen werden?

​Hallo,
ich habe hier mal eine Frage zum Glasfaserausbau.

Zur Vorgeschichte: Meine Eltern haben Glasfaser von der Telekom Anfang letzten Jahres bestellt. Es handelt sich um ein MFH mit etwa 16 Parteien. Meine Eltern sind die einzigen, die Glasfaser bestellt haben. Effektiv ist das Jahr nichts passiert, aber es war zwischendurch jemand von der Telekom zur Begutachung da und hat Leitungswege ausgekundschaftet. Dann nach vielen Monaten kam vor wenigen Tage eine E-Mail, dass "auf Wunsch des Eigentümers der Ausbau unterbrochen" worden ist. Meine Eltern sind Eigentümer, aber Sie wussten von nichts. Nach längerer Telefonierei mit Telekom, Ausbaufirma und Verwaltung kam schlussendlich raus, dass die Verwaltung seit vielen Monaten kein Vertrag zum Hausanschluss im Keller unterzeichnet hat. Diese Hürde ist zum Glück jetzt genommen worden. Auf Druck wurde endlich der Vertrag hierfür unterzeichnet. Die Telekom hat auch bestätigt, dass dies nun vorliegt und somit dem Hausanschluss für das MFH im Keller nichts mehr entgegen steht.

Aber: Laut Begehungsprotokoll der Telekom gibt es keine Möglichkeit, Kabel vom Keller zu zu allen Wohnungen zu legen. Kaminschächte sind nicht möglich. Leerrohre auch zu vielen Wohungen nicht vorhanden, nur teilweise. Die einzige Lösung laut der Telekom bleibt das Setzen von Kabelkanälen im Treppenhaus zu allen Wohungen. Die Telekom behart darauf, dass alle Wohnungen oder garkeine angeschlossen werden. Wie sich aber rausgetellt hat, weigert sich die Verwaltung dafür eine Genehmigung zu erteilen (Es gibt aber hierfür bisher weder einen Antrag noch Beschluss bisher). Die Verwaltung argumentiert aber damit, dass Brandschutz damit nicht eingehalten werden könne und man daher dieser Option nie zustimmen werde. Ich (so naiv wie ich bin) halte diese Aussage für eine faule Ausrede, weil ich aus meinem beruflichen Umfeld weiß, dass das sehr wohl geht. Auch der Ausbaupartner der Telekom sagt, dass das vom Brandschutz her überhaupt kein Problem wäre. Die Situation ist jedoch so, dass effektiv die anderen Eigentümer alle Null Interesse am Glasfaser haben (Und viele sind nichtmal alt..). Daher ist es zwar schön, wenn man Ende der Hausanschluss gelegt wird, aber man kein Glasfaser in die Wohnung ziehen kann.

Laut der Reform des WEG-Gesetzes gibt es doch §20. Dort ist u.a. (so mein Verständnis) beschrieben, dass im Falle eines Antrages "auf schnelles Internet" die Eigentümer dem Ausbau des Glasfaser zustimmen müssten. Wäre dies auch auf das Legen der Glasfaserleitungen Aufputz im Treppenhaus erzwingbar? §20 (3) würde für mich in diese Richtung gehen. Dagegen könnte aber §20 (4) sprechen, dort ist jedoch die Rede "grundlegender Umgestaltung". Ob darunter Kabelkanäle im Treppenhaus schon fallen würden?

Effektiv würde ich gerne eine Einschätzung haben, ob man hier irgendwie die Verwaltung/Eigentümer dazu bewegt bekommt, dass man den Glasfaserausbau zu den Wohnugen hinbekommt. Der Beirat hat dazu garkeine Meinung, deren Aussage dazu "Mir egal". Jemand eine Meinung dazu?

Danke!

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11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118740 Beiträge, 39624x hilfreich)

Zitat (von OMGWTFBBQLOL):
Meine Eltern sind Eigentümer

Wohl eher Miteigentümer ...



Zitat (von OMGWTFBBQLOL):
Effektiv würde ich gerne eine Einschätzung haben, ob man hier irgendwie die Verwaltung/Eigentümer dazu bewegt bekommt, dass man den Glasfaserausbau zu den Wohnugen hinbekommt.

Ohne hellseherische Fähigkeiten nicht seriös zu beantworten.

Die Prognose ist wohl eher negativ ...



Zitat (von OMGWTFBBQLOL):
Dort ist u.a. (so mein Verständnis) beschrieben, dass im Falle eines Antrages "auf schnelles Internet" die Eigentümer dem Ausbau des Glasfaser zustimmen müssten.

Glasfaser ist die Luxusversion von "schnelles Internet". Ich fürchte, "schnelles Internet" beginnt derzeit noch bei allem was über 16k liegt ...




-- Editiert von User am 10. Februar 2023 00:16

Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
OMGWTFBBQLOL
Status:
Frischling
(27 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Ohne hellseherische Fähigkeiten nicht seriös zu beantworten.


Welche Informationen wären nötig, um eine bessere Einschätzung zu ermöglich?

Zitat (von Harry van Sell):
Die Prognose ist wohl eher negativ ...


Welche Gedanken lassen dich in eher negative Richtung denken?

Zitat (von Harry van Sell):
Die Prognose ist wohl eher negativ ...


Zitat (von Harry van Sell):
Glasfaser ist die Luxusversion von "schnelles Internet". Ich fürchte, "schnelles Internet" beginnt derzeit noch bei allem was über 16k liegt ...


Dem ist wohl so nicht. Die Reform soll sich explizit auf Glasfaser beziehen.

-- Editiert von User am 10. Februar 2023 00:19

-- Editiert von User am 10. Februar 2023 00:20

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118740 Beiträge, 39624x hilfreich)

Zitat (von OMGWTFBBQLOL):
Welche Gedanken lassen dich in eher negative Richtung denken?

Diese
Zitat (von OMGWTFBBQLOL):
Die Situation ist jedoch so, dass effektiv die anderen Eigentümer alle Null Interesse am Glasfaser haben




Zitat (von OMGWTFBBQLOL):
Welche Informationen wären nötig, um eine bessere Einschätzung zu ermöglich?

Die jeweiligen Gründe der Interessenlosigkeit ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(16827 Beiträge, 5865x hilfreich)

Zitat (von OMGWTFBBQLOL):
Dem ist wohl so nicht. Die Reform soll sich explizit auf Glasfaser beziehen.
Dann mal bitte eine rechtlich haltbare Quelle angeben.

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#5
 Von 
OMGWTFBBQLOL
Status:
Frischling
(27 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von -Laie-):
Dann mal bitte eine rechtlich haltbare Quelle angeben.


Ich würde hier das TKG §3 Absatz 33 als Quelle sehen, welche diesen Begriff definiert:
"Netz mit sehr hoher Kapazität" ein Telekommunikationsnetz, das entweder komplett aus Glasfaserkomponenten zumindest bis zum Verteilerpunkt am Ort der Nutzung besteht oder das zu üblichen Spitzenlastzeiten eine vergleichbare Netzleistung in Bezug auf die verfügbare Downlink- und Uplink-Bandbreite, Ausfallsicherheit, fehlerbezogene Parameter, Latenz und Latenzschwankung bieten kann; die Netzleistung kann unabhängig davon als vergleichbar gelten, ob der Endnutzer Schwankungen feststellt, die auf die verschiedenen inhärenten Merkmale des Mediums zurückzuführen sind, über das das Telekommunikationsnetz letztlich mit dem Netzabschlusspunkt verbunden ist;

Siehe auch https://www.bmj.de/SharedDocs/Gesetzgebungsverfahren/Dokumente/RegE_WEMoG.pdf?__blob=publicationFile&v=3

-- Editiert von User am 10. Februar 2023 14:45

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#6
 Von 
R.M.
Status:
Bachelor
(3874 Beiträge, 2379x hilfreich)

Zitat (von OMGWTFBBQLOL):
Ich würde hier das TKG §3 Absatz 33 als Quelle sehen, welche diesen Begriff definiert:
"Netz mit sehr hoher Kapazität" ein Telekommunikationsnetz, das entweder komplett aus Glasfaserkomponenten zumindest bis zum Verteilerpunkt am Ort der Nutzung besteht
Das habt Ihr doch.

Signatur:

lg.
R.M.

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#7
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(16827 Beiträge, 5865x hilfreich)

Zitat (von OMGWTFBBQLOL):
Ich würde hier das TKG §3 Absatz 33 als Quelle sehen,
Das ist nur eine Begriffsbestimmung! Ich sehe hier keinerlei Anhaltspunkt dafür, dass nach der Reform, jeder Haushalt ein Anrecht darauf hat auch damit versorgt zu werden. Bitte dafür eine rechtlich haltbare Quelle verlinken. Danke.

Signatur:

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#8
 Von 
guest-12315.09.2023 08:23:49
Status:
Junior-Partner
(5465 Beiträge, 925x hilfreich)

Zitat (von OMGWTFBBQLOL):
"Netz mit sehr hoher Kapazität" ein Telekommunikationsnetz, das entweder komplett aus Glasfaserkomponenten zumindest bis zum Verteilerpunkt am Ort der Nutzung
Zitat (von OMGWTFBBQLOL):
Die Telekom hat auch bestätigt, dass dies nun vorliegt und somit dem Hausanschluss für das MFH im Keller nichts mehr entgegen steht.
Verteilerpunkt = Hausanschluss ! Gesetzliche Vorgaben erfüllt.

Da steht nichts von: "bis zum Endpunkt in irgendeiner Wohnung".

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#9
 Von 
R.M.
Status:
Bachelor
(3874 Beiträge, 2379x hilfreich)

Zitat (von OMGWTFBBQLOL):
Laut der Reform des WEG-Gesetzes gibt es doch §20. Dort ist u.a. (so mein Verständnis) beschrieben, dass im Falle eines Antrages "auf schnelles Internet" die Eigentümer dem Ausbau des Glasfaser zustimmen müssten.
Im Prinzip ja.

Zitat (von OMGWTFBBQLOL):
Wäre dies auch auf das Legen der Glasfaserleitungen Aufputz im Treppenhaus erzwingbar?
Nein. Die übrigen Miteigentümer können auch beschließen, dass die Kabel unter Putz verlegt werden müssen und anschließend der ursprüngliche Zustand des Treppenhauses wiederherzustellen ist. Natürlich sind die Kosten der Verlegung und der Wiederherstellung des Treppenhauses vom Antragsteller zu tragen.

Zitat (von OMGWTFBBQLOL):
Aufputz im Treppenhaus erzwingbar? §20 (3) würde für mich in diese Richtung gehen.
§ 20 (3) gilt unabhängig von Abs. 2. Also unabhängig vom Anschluss ist die Verlegung im Treppenhaus (Gemeinschaftseigentum!) aufputz in einem Kabelkanal gut sichtbar eine optische Beeinträchtigung und damit eine bauliche Veränderung i.S. des Gesetzes. Diese baul. Veränderung ist zudem vermeidbar, denn es gibt ja Alternativen. Da somit das unvermeidliche Maß überschritten wird, bedarf es der Zustimmung aller übrigen Miteigentümer (zumindest derer, deren Wohnungstür sich in diesem Treppenhaus befindet).

Zitat (von OMGWTFBBQLOL):
Dagegen könnte aber §20 (4) sprechen, dort ist jedoch die Rede "grundlegender Umgestaltung". Ob darunter Kabelkanäle im Treppenhaus schon fallen würden?
Ich kann Dich beruhigen, Kabelkanäle fallen noch nicht unter "grundlegende Umgestaltung".



Zitat (von OMGWTFBBQLOL):
Die Telekom behart darauf, dass alle Wohnungen oder garkeine angeschlossen werden.

in diesem Fall liegt es nicht an der WEG, sondern an der Telekom. Du hast nach § 20 WEG nur das Recht (gegenüber der WEG) darauf, ein schnelles Kabel in Deine Wohnung verlegt zu bekommen. Das beinhaltet weder die Verpflichtung, dass alle anderen ebenfalls einen Glasfaseranschluss nehmen müssen, noch verpflichtet es die Telekom, Dir ein Kabel verlegen zu müssen.


-- Editiert von User am 10. Februar 2023 15:09

Signatur:

lg.
R.M.

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47330 Beiträge, 16765x hilfreich)

Zitat (von OMGWTFBBQLOL):
Jemand eine Meinung dazu?


Man stellt auf der nächsten Eigentümerversammlung den Antrag, dass der Telekom erlaubt wird, das Kabel zu verlegen. Ohne einen entsprechenden Beschluss wird sowieso nichts passieren, da die verwaltung ihre Kompetenz überschreiten würde, die geforderte Genehmigung zu erteilen.

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#11
 Von 
aspergius
Status:
Praktikant
(918 Beiträge, 224x hilfreich)

Der Glasfaserübergabepunkt scheint ja schon im Keller zu liegen. Das ist an sich schon purer Luxus , Zu den Wohnngen sind es nur wenige Meter Kupferleitung. Dies bedeutet, dass die Geschwindigkeit aufgrund der kurzen Entfernung kaum reduziert wird. Welche Schnelligkeit wird denn in der Wohnung erwartet?

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