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Kein freier Zugang zu unserem Stromzähler

 Von 
Florida1
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Kein freier Zugang zu unserem Stromzähler

Vor 4 Jahren haben wir eine Wohnung in einem 3-FH gekauft, was vorher in Besitz einer Familie war.
Der Stromzähler zu unserer Wohnung befindet sich im Sondereigentum der Miteigentümer.
Aufgrund inzwischen aufgetretener unüberbrückbarer Differenzen (inkl. 2 gerichtl. Verfahren, welche wir gewonnen haben) können und wollen wir die Miteigentümer nicht permanent ansprechen, wenn wir an unseren Zähler wollen.

Wir wollen jetzt auf einer ETV darauf hinwirken, dass unser (bzw. alle Stromzähler) ins Gemeinschaftseigentum verlagert werden, was bestimmt einiges kostet.
Sehr wahrscheinlich werden wir dann auf der Versammlung überstimmt, weil wir stimmrechtlich unterlegen sind.
Uns gehören 2,5 / 10, der Rest gehört einer ETG von 2 Personen, welche verwandt sind.

Wie stehen unsere Chancen auf Verlagerung ins GE? Auch wenn wir es erst jetzt wollen?
Bei der Teilung des Hauses 2006 wurde nicht alles ordnungsgemäß geteilt, weil es vorher quasi ein 1-FH war.
Der Zugang muss uns ja irgendwie gewährt werden. Auf Goodwill können wir nicht hoffen und ein verbrieftes Zugangsrecht oder Wegerecht haben wir nicht in den Kaufunterlagen.

Danke für Hinweise

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Verwaltung Eigentümer Zugang


3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Gaudiwurm
Status:
Beginner
(60 Beiträge, 98x hilfreich)

Antworten auf diese Frage würden mich auch sehr interessieren. Wir haben es derzeit so, dass die Verwaltung einen Hausmeisterdienst beauftragt und dieser den Schlüssel zum Hausanschlussraum hat.
Wenn ich also den Zählerstand ablesen möchte, teile ich das der Verwaltung und diesem dem Hausmeister-Dienstleister mit; der lässt dann nach seiner wöchentlichen Reinigung vor dem gewünschten Termin den Hausanschlussraum unverschlossen, und ich kann dann den Zählerstand ablesen.
Lieber wäre mir aber, wenn ich als Eigentümer jederzeitigen Zugang zu dem Hausanschlussraum mit einem eigenen Schlüssel hätte.
Letztlich dieselbe Frage: hat ein Wohnungseigentümer in einer Wohnanlage rechtlich durchsetzbaren Anspruch auf einen eigenen Schlüssel zum Hausanschlussraum?

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#2
 Von 
yunglo
Status:
Schüler
(186 Beiträge, 126x hilfreich)

Zutritt zu gemeinschaftlichen Anlagen und Einrichtungen

Der Zutritt zu gemeinschaftlichen Räumen, die der Versorgung aller Wohnungseigentümer z.B. mit Strom, Wasser, Gas oder Heizung dienen, kann in der Hausordnung oder durch Mehrheitsbeschluss
(OLG Köln WE 1997, 427 z. Heizungsraum) beschränkt oder verboten werden, da die Bedienung, Einstellung und Kontrolle nicht von allen Wohnungseigentümern gemeinsam vorgenommen werden kann und der Zutritt zu solchen Räumen
deshalb auch nicht notwendig Teil des Mitgebrauchsrechts ist (BayObLGZ 1972, 94, 97; NZM 2002, 256 z. Beschränkung auf den Hausmeister und Mitglieder des Verwaltungsbeirats; KG ZMR 1989, 201).
Es widerspricht aber ordnungsmäßiger Verwaltung, nur einem einzigen Wohnungseigentümer den Zutritt zu gewähren, wenn dessen überlegene Fachkenntnisse nicht nachgewiesen sind und dessen Kontrolltätigkeit berechtigt misstraut wird (LG Düsseldorf DWE 1992, 168 [L&rsqb ;) .



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#3
 Von 
RMHV
Status:
Lehrling
(1141 Beiträge, 453x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Antworten auf diese Frage würden mich auch sehr interessieren. Wir haben es derzeit so, dass die Verwaltung einen Hausmeisterdienst beauftragt und dieser den Schlüssel zum Hausanschlussraum hat.
Wenn ich also den Zählerstand ablesen möchte...

Letztlich dieselbe Frage: hat ein Wohnungseigentümer in einer Wohnanlage rechtlich durchsetzbaren Anspruch auf einen eigenen Schlüssel zum Hausanschlussraum?

von Gaudiwurm am 20.02.2011 20:42 <hr size=1 noshade>


Die Eigentümer wollen in beiden Fällen das Gleiche erreichen, nämlich den uneigeschränkten Zugang zu irgendwelchen Zählern.
Rechtlich ist es allerdings keineswegs dieselbe Frage. Im UP will der Wohnungseigentümer eine bauliche Veränderung. Beim verschlossenen Hausanschlussraum geht es dagegen um den Gebrauch des Gemeinschaftseigentums. Das ist unübersehbar etwas völlig anderes.

Bauliche Veränderungen können nach § 22 WEG: Besondere Aufwendungen, Wiederaufbau beschlossen oder verlangt werden, wenn diejenigen Eigentümer zustimmen, die in ihren Rechten über ein gewisses Maß hinaus beeinträchtigt werden. Unterstellt man, dass der Umbau der Zähler keinen in seinen Rechten beeinträchtigen würde, wäre auch keine Zustimmung erforderlich. Das hätte allerdings auch zur Folge, dass die Eigentümer, die nicht zugestimmt haben, sich nach § 16 WEG: Nutzungen, Lasten und Kosten nicht an den Kosten beteiligen müssten. Ob der Zählerumbau dann noch die gleiche Bedeutung hat?

Im Fall des verschlossenen Hausanschlussraums handelt es sich um eine Gebrauchsregelung für das Gemeinschaftseigentum, über die mit Mehrheit beschlossen wird.

Einen generellen Anspruch auf Zugang zu einem Stromzähler gibt es nicht.

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