Hallo,
ich besitze neu eine Wohnung in einem 5 Jahre alten Haus mit 9 Eigentumswohnungen und Tiefgarage. Rings um das Haus ist Rasen ausgesät.
Bei der Abrechnung der Kosten traf mich der Schlag: Im Jahr werden für Gartenarbeiten (im Grunde nur Rasen mähen und etwas Unkraut aus der Zuwegung kratzen) 3400 Euro verrechnet.
Weiterhin wird für die Aufzugwartung 3470 Euro fällig (vom Keller bin Etage 2 fährt der) und die Versicherung für das Gebäude soll, mit einem bekannten Wasser-Vorschaden, 5600 Euro kosten.
Laut Verwalter sei das schon günstig:
Die Gartenarbeiten seien marktüblich, beim Aufzug habe Kone einen 10-Jahresvertrag bei Neubauten der halt teuer sei und nicht kündbar und mit dem Vorschaden sei keine günstigere Versicherung zu finden.
Ist das wirklich günstig? Ich mag es kaum glauben.
Weiterhin: könnte man die Gartenarbeiten nicht z.B. auslagern auf eine Person, z.B. Rentner, den man über die Minijob-Zentrale anmeldet? Käme doch deutlich billiger als die aktuelle Summe.
Kosten Grundstückspflege und Aufzug gerechtfertigt?
Knapp 300 €/Mon je für Rasenmähen und Aufzug halte ich auch für happig.
Als Miteigentümer kannst du die Verträge einsehen und - bei den Gartenarbeiten - auch die Stundenzettel.
... ich denke auch: das muss günstiger gehen.
Zitat :könnte man die Gartenarbeiten nicht z.B. auslagern auf eine Person, z.B. Rentner, den man über die Minijob-Zentrale anmeldet?
Kann man, wenn man einen findet.
Zitat :Käme doch deutlich billiger als die aktuelle Summe.
Sicher? Neben dem Lohn, den der Rentner bekommt muss man noch die pauschalen Sozialabgaben hinzurechnen und die Kosten der Gehaltsabrechnung. Das wird nicht viel billiger, es sei denn, man findet einen Rentner, der das für 100€ pro Monat macht.
Im Übrigen steht es jedem Eigentümer frei, selbst Angebote einzuholen und auf der nächsten Eigentümerversammlung darüber abstimmen zu lassen.
Zitat :Ist das wirklich günstig?
Günstig vielleicht nicht, aber auch nicht besonders teuer.
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Ist man sich denn sicher? Dass es sich nur um die erwähnten Gartenarbeiten handelt? Vielleicht ist da noch mehr drin. Winterdienst o.ä.
Gleiches für den Aufzug. Evtl. noch eine Notdienstpauschale o.ä.
Winterdienst kommt extra mit rd. 500 Euro, obgleich im letzten Winter es gar nicht geschneit hat und soweit ich mich erinnere auch nicht sonderlich glatt war.
Beim Aufzug fand ich besonders frech, dass der Bauträger vermutlich einen Aufzug gewählt hat, der günstig war. Dann aber der Hersteller des Aufzuges, hier Kone, seinen Dumpingpreis über sehr hohe Wartungspauschalen in einem 10-Jahresvertrag auf die zukünftigen Eigentümer abwälzt.
Insgesamt fallen für die 115-qm Wohnung mit Tiefgarage rd. 600 Euro Nebenkosten an, davon ca. 450 Euro umlagefähig auf den Mieter, wenn man vermieten würde.
Geht man von einem Neubau-Mietpreis in der Gegen, Ruhrgebiet, von 17 Euro/qm aus, liegt man mit TG-Stellplatz schon bei rd. 2000 Euro Kaltmiete, zzgl. 450 Euro Nebenkosten (zzgl. noch die Verbrauchskosten für den Mieter wie Strom und Telefon und Versicherung). Das dürfte verdammt schwer werden, für den Preis einen Mieter zu finden.
Zitat :Ist das wirklich günstig? Ich mag es kaum glauben.
Ich habe gerade die aktuelle Abrechnung (2024) eines ähnlich gelagerten Objetes herausgesucht.
Etwas Grünfläche mit Gartenpflege hinter dem Haus und ein Aufzug über 4 Ebenen.
- Gartenpflege 3.570 EUR
- Aufzugskosten inkl. Wartung, gesezlich vorgeschriebenem Notrufsystem, TÜV und Stromkosten: 4.400 EUR
Ich würde sagen: Bewegt sich im Rahmen des normalen.
Tipp: Ob wartungsverträge und Aufzugsaufwendungen gerechtfertigt sind (vor allem Reparaturkosten) können Sachverständige VOR Ausführung prüfen. Und das für eine geringe Gebühr. Manche Aufzughersteller nehmen es mit dem sparen bei Reparaturen nicht so genau....
-- Editiert von User am 14. November 2025 18:49
Dann nimm doch mal bitte Einsicht in die Verträge mit der Gartenfirma.Zitat :obgleich im letzten Winter es gar nicht geschneit hat und soweit ich mich erinnere auch nicht sonderlich glatt war.
Dort werden keine Schneeflocken gezählt... meist sind es Pauschalverträge und der Winterdiensteinsatz/Bereitschaft von 500,- zeigt dann, dass das 500,- für 2024 und das Haus gekostet hat.
Das ist ökonomisches Handeln. Da kommst du nicht mit *Frechheit !!* gegen an.Zitat :Beim Aufzug fand ich besonders frech,
Dass du als Eigentümerin statistische Mietpreise vergleichst, dürfte keine Verringerung deiner Kosten bringen.
Du hast ja nachlesbar leider schon seit dem Kauf vor ca. 1 Jahr Ärger wegen der Wohnung...
Welche BK dich erwarten, hättest du aber vor dem Kauf wissen können.
Zitat :Winterdienst kommt extra mit rd. 500 Euro, obgleich im letzten Winter es gar nicht geschneit hat und soweit ich mich erinnere auch nicht sonderlich glatt war.
Winterdienste gibt es in der Regel nur noch gegen Pauschalbetrag und nicht wie oft es geschneit hat oder glatt war. Anders würden die alle pleitegehen, bei den oft schwachen Wintern.
..
Zitat :Weiterhin: könnte man die Gartenarbeiten nicht z.B. auslagern auf eine Person, z.B. Rentner, den man über die Minijob-Zentrale anmeldet? Käme doch deutlich billiger als die aktuelle Summe.
Einen Rentner finden, dürfte schon schwer sein, dann muss die Gerätschaft besorgt werden, so einfacht dürfte sich das nicht gestalten.
Zitat :ich besitze neu eine Wohnung in einem 5 Jahre alten Haus mi
Beim Kauf einer Wohnung informiert sich doch vorher über die Nebenkosten, somit dürften die keine Überraschung sein
Zitat :Weiterhin: könnte man die Gartenarbeiten nicht z.B. auslagern auf eine Person, z.B. Rentner, den man über die Minijob-Zentrale anmeldet? Käme doch deutlich billiger als die aktuelle Summe.
Könnte man, lohnt sich aber kaum.
Man muss den Mindestlohn zahlen, dann Sozialabgaben (Minijobs sind nur für den Arbeitnehmer abgabenfrei, für den Arbeitgeber ist die Abgabenlast um so höher), dann muss ein Steuerberater / Lohnbuchhalter für die Abrechnung beauftragt werden, dann muss man Geld zurücklegen für Urlaubsvertretung und Krankheitsvertretung (auch Minijobber haben ein Recht auf bezahlten Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall).
Aus eigener Erfahrung: Das Anstellen eines Minijobbers ist für die WEG teuer als ein gewerblicher Hausmeisterservice.
Abschließend gefragt:
Würden andere Nebenkosten (inkl. Heizung) in Höhe von rd 600€ für eine 115qm Neubauwohnung mit Tiefgarage als normal/gerechtfertigt ansehen?
Ich finde das schon viel, zumal wenn man die Wohnung nur alleine bewohnt, es aber infolge von fehlenden Wärmemengenzählern nur eine qm Umlage gibt.
Zitat :Würden andere Nebenkosten (inkl. Heizung) in Höhe von rd 600€ für eine 115qm Neubauwohnung mit Tiefgarage als normal/gerechtfertigt ansehen?
Das ist schon sehr viel.
Ein Neubau, bei dem es bereits einen Wasserschaden gibt, der die Versicherungsprämie erhöht? Was ist denn da passiert?
Und hast Du Dich vor dem Kauf nicht über die Höhe des Hausgeldes informiert?
-- Editiert von User am 17. November 2025 06:28
Zitat :Ein Neubau, bei dem es bereits einen Wasserschaden gibt, der die Versicherungsprämie erhöht? Was ist denn da passiert?
Und hast Du Dich vor dem Kauf nicht über die Höhe des Hausgeldes informiert?
Es gab wohl vor 2 Jahren einen Wasserschaden bei Starkregen, weil die Abflüsse unterdimensioniert waren was zur Folge hatte, dass die TG halb voll lief und der Keller. Die Versicherung hat den Schaden beglichen, aber die Beiträge erhöht. Der Verkäufer hatte da aber nicht explizit drauf hingewiesen oder es in den Kaufvertrag mit aufnehmen lassen - ich allerdings auch nicht.
Zuvor wohnten in der Wohnung 4 Personen, nun ich alleine. Daher dachte ich, dass die Kosten schon entsprechend sinken werden. Aber tatsächlich machen die Verbrauchskosten für Wasser und ggf. ein Raum weniger heizen nur sehr wenig aus. Das Meiste sind, wie ich jetzt der Abrechnung entnehmen konnte, Fixkosten, die einzig nach den Eigentumsanteilen, also der Wohnungsgröße und TG-Stellplatz, berechnet werden.
Die Fixkosten (Aufzug, Reinigung, Garten, Grundgebühren für Zähler, Verwalter etc., aber auch die Grundsteuer) ändern sich nicht, gleich wie viele Leute in der Bude leben. Und da muss ich sagen - find ich gut 600 Euro (wenn man die Grundsteuer auch noch mit einrechnet) monatlich schon nicht wenig. Theoretisch käme ja noch die Miete drauf.
Und da denke ich mir schon: würde ich die Wohnung mal vermieten wollen und mit Nebenkosten dann - in Anbetracht des Neubaus und der Größe - rd. 2500 Euro/Monat verlangen können (Ruhrgebiet), würde es vermutlich sehr schwer werden, eine solvente, zuverlässige Person oder Familie zu finden, die jeden Monat diese Summe bereit ist zu zahlen.
Das war leider falsch gedacht, denn die *kalten BK* werden idR auf die Wohnfläche umgelegt.Zitat :Daher dachte ich, dass die Kosten schon entsprechend sinken werden
Dazu war er nicht verpflichtet.Zitat :Der Verkäufer hatte da aber nicht explizit drauf hingewiesen oder es in den Kaufvertrag mit aufnehmen lassen
Was du als Fixkosten bezeichnest, sind keine. Die ändern sich auch---> denn sowohl Grundsteuern als auch e Versicherungen und andere Betriebskosten ergeben sich aus Preisen.
Dass fast alles teurer wird, gilt auch hier. Warum--- ist ein anderes Thema.
Das ist tatsächlich viel, kein anderer sieht das hier anders.Zitat :Und da muss ich sagen - find ich gut 600 Euro
Ja, aber das wäre dann einzig und allein dein Problem.Zitat :Und da denke ich mir schon:
Jedenfalls werden die BK in diesem Haus aller Wahrscheinlichkeit nach nicht *sinken*.
Das Ruhrgebiet hat übrigens ganz sicher keinen Neubau-Mietpreis von 17€/m².
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