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Teilnehmer Eigentümerversammlung

 Von 
cloudstrife
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Teilnehmer Eigentümerversammlung

Hallo zusammen,

ich bin Eigentümer und auch Beiratsmitglied in einer WEG und folgender Passus steht in unserer TE:
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In den Eigentümerversammlungen nahm bisher immer ein Herr teil, der den Ablauf der Versammlung etwas störte und auch ab und zu vom Verwalter angemahnt wurde.
Bisher ging ich davon aus, es handelt sich um einen Eigentümer, da diese Person auch im entsprechenden Wohnaus wohnt.
Auf der letzten Versammlung nahm neben ihm auch dessen Sohn teil. (Der Sohn wohnt nicht in der Wohnung)
So erfuhr ich, dass der Sohn der im Grundbuch eingetragene Wohnungseigentümer ist und der störende Herr nur ein Mieter ist.
Als ich die TE gelesen habe, war ich überrascht,...
...dass der Verwalter neben dem eigentlichen Eigentümer gleichzeitig den Vater an der Versammlung teilnehmen und abstimmen lässt.
...dass der Verwalter den störenden Mieter bisher (wohl mit einer Vollmacht des eigentlichen Eigentümers) an der Versammlung teilnehmen und abstimmen lässt.

Ich denke die TE ist rechtsgültig und der bei seinem Sohn zur Miete wohnende Herr hat keine Berechtigung an der Versammlung teilzunehmen, geschweige denn, an Abstimmungen mitzuwirken.

Kann ich als Eigentümer auf der Versammlung den Verwalter bitten, den Herren auszuschließen und raus zu beten, falls er mit einer Vollmacht seines Sohnes oder als Begleitung seines Sohnes erscheint?
Was kann ich tun, falls der Verwalter meiner Bitte keine Folge leistet?


zu § 12 Abs. 3 der TE:
Ist dies so rechtsgültig oder kann die Hausverwaltung im Verwaltervertrag regeln, dass z.B. die Zustimmung der Hälfte der Eigentümer notwendig ist, um eine außerordendliche EV einzuberufen?


-- Editiert von cloudstrife am 25.09.2019 03:29

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Eigentümer Verwalter Versammlung Vollmacht


3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Tobias F
Status:
Lehrling
(1338 Beiträge, 826x hilfreich)

Zitat (von cloudstrife):
...dass der Verwalter neben dem eigentlichen Eigentümer gleichzeitig den Vater an der Versammlung teilnehmen und abstimmen lässt.

Grundsätzlich kann sich jemand der anwesend ist NICHT vertreten lassen (es gibt nur ganz wenige Situationen in denen ein anwesende Eigentümer einen Berater dabei haben darf). In sofern ist das geschilderte, unabhängig von der Regelung in der TE schon falsch.
Bei der nächsten TE, und sollte besagter Vater wieder anwesend sein, würde ich zu Beginn der Versammlung ausdrücklich auf die Regelung der TE hinweisen und ferner ankündigen bei Nichtausschluss dieser Person die gefassten Beschlüsse anzufechten.





Zitat (von cloudstrife):
zu § 12 Abs. 3 der TE:
Ist dies so rechtsgültig oder kann die Hausverwaltung im Verwaltervertrag regeln, dass z.B. die Zustimmung der Hälfte der Eigentümer notwendig ist, um eine außerordendliche EV einzuberufen?

Natürlich kann die WEG mit dem Verwalter per Vertrag vereinbaren unter welchen Umständen dieser von sich aus eine außerordentliche ETV einberufen darf.
Unberührt hiervon bleibt die Regelung in der TE, welche §24 Abs. 2 WEG entspricht.

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#2
 Von 
R.M.
Status:
Bachelor
(3294 Beiträge, 2069x hilfreich)

Zitat:
...dass der Verwalter neben dem eigentlichen Eigentümer gleichzeitig den Vater an der Versammlung teilnehmen und abstimmen lässt.
Ist das jetzt nur unsauber formuliert oder hat der Verwalter tatsächliche beide (gleichzeitig) abstimmen lassen und beide jeweils als Stimme gezählt?


Zitat:
Kann ich als Eigentümer auf der Versammlung den Verwalter bitten, den Herren auszuschließen und raus zu beten, falls er mit einer Vollmacht seines Sohnes oder als Begleitung seines Sohnes erscheint?
Was kann ich tun, falls der Verwalter meiner Bitte keine Folge leistet?
Hierzu hat Tobias F schon passend geantwortet:
Ja, du kannst auf die TE aufmerksam machen und zum Verlassen der ETV auffordern.
Du kannst Beschlussanfechtung ankündigen und nötigenfalls auch vornehmen. Der Erfolg der Beschlussanfechtung kann jedoch davon abhängen, ob die Anwesenheit des Nicht-Eigentümers einen Einfluss auf das Abstimmungsergebnis hat. Wenn Du glaubhaft machen kannst, dass dieser Nicht-Eigentümer die Versammlung öfter stört, dann steigt die Erfolgswahrscheinlichkeit.


Zitat:
Ist dies so rechtsgültig oder kann die Hausverwaltung im Verwaltervertrag regeln, dass z.B. die Zustimmung der Hälfte der Eigentümer notwendig ist, um eine außerordendliche EV einzuberufen?
Das kann der Verwalter gern im Verwaltervertrag vereinbaren, setzt aber nicht die Regelung der Teilungserklärung außer Kraft. Im Prinzip ist die vertragliche Regelung unwirksam. Eine Änderung kann nur durch eine Vereinbarung aller Eigentümer = Änderung der Teilungserklärung wirksam vereinbart werden.


Zitat:
die Regelung in der TE, welche §24 Abs. 2 WEG entspricht.
Nicht ganz ;-)
Die Vereinbarung der TE ist weitergehend: "mindestens 1/4 der Wohnungseigentümer"
§ 24 Abs. 2 WEG etwas einschränkender: "mehr als einem Viertel der Wohnungseigentümer"
Bei einer 4er WEG wäre dieser feine Unterschied erheblich.



-- Editiert von R.M. am 25.09.2019 09:04

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#3
 Von 
cloudstrife
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von R.M.):
Zitat:
...dass der Verwalter neben dem eigentlichen Eigentümer gleichzeitig den Vater an der Versammlung teilnehmen und abstimmen lässt.
Ist das jetzt nur unsauber formuliert oder hat der Verwalter tatsächliche beide (gleichzeitig) abstimmen lassen und beide jeweils als Stimme gezählt?

Genau, war missverständlich formuliert. Abgestimmt hat nur der Vater, während der Eigentümer (Sohn) nur daneben saß. PS: der Sohn ist 45 Jahre alt

Zitat (von R.M.):

Nicht ganz ;-)
Die Vereinbarung der TE ist weitergehend: "mindestens 1/4 der Wohnungseigentümer"
§ 24 Abs. 2 WEG etwas einschränkender: "mehr als einem Viertel der Wohnungseigentümer"
Bei einer 4er WEG wäre dieser feine Unterschied erheblich.

Genau deshalb meine Frage. Wir sind 16 Parteien. Also sind nur 4 notwendig, und nicht wie laut WEG, 5 :)


-- Editiert von cloudstrife am 25.09.2019 23:51

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