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Verwendung der Instandh.-Rückl. ohne Beschluss über Abrechnung

 Von 
mailtonb
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Verwendung der Instandh.-Rückl. ohne Beschluss über Abrechnung

Wir haben in unserer WEG ungeklärte Fragen zu der Abrechnung für 2018. Daher wurde diese in der letzten Versammlung nicht beschlossen. Daraus resultierte, dass ein weiterer Beschluß über eine Finanzierung aus der Rücklage, einer dringend notwendigen Sanierung nicht beschlossen werden konnte.
Unsere Verwaltung behauptet keine Entnahmen aus der Rücklage tätigen zu können, die in 2018 eingezahlt wurden, weil eben diese Abrechnung nicht beschlossen wurde.
Ist diese Aussage der Verwaltung so korrekt? Ich finde im WEG nichts dergleichen. Das Geld gehört ja der Gemeinschaft und kann nach meinem Verständis mit einem ordentlichen Beschluß auch entnommen werden. Wie ist hier die Rechtslage?

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Verwaltung Abrechnung


8 Antworten
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#1
 Von 
Sir Berry
Status:
Senior-Partner
(6958 Beiträge, 2490x hilfreich)

Zitat (von mailtonb):
Daraus resultierte, dass ein weiterer Beschluß über eine Finanzierung aus der Rücklage, einer dringend notwendigen Sanierung nicht beschlossen werden konnte.

Dass ist so nicht richtig. Ansonsten ist Dein Text aber unverständlich.

Berry

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#2
 Von 
Roland-S
Status:
Lehrling
(1264 Beiträge, 799x hilfreich)

Zitat (von mailtonb):
Wir haben in unserer WEG ungeklärte Fragen zu der Abrechnung für 2018. Daher wurde diese in der letzten Versammlung nicht beschlossen. Daraus resultierte, dass ein weiterer Beschluß über eine Finanzierung aus der Rücklage, einer dringend notwendigen Sanierung nicht beschlossen werden konnte.
Hat das der Verwalter so gesagt und wurde deshalb der dringende Sanierungsbeschluss gar nicht gefasst?


Zitat (von mailtonb):
Unsere Verwaltung behauptet keine Entnahmen aus der Rücklage tätigen zu können, die in 2018 eingezahlt wurden, weil eben diese Abrechnung nicht beschlossen wurde. Ist diese Aussage der Verwaltung so korrekt?
Nein, das ist Quatsch.


Zitat (von mailtonb):
Ich finde im WEG nichts dergleichen. Das Geld gehört ja der Gemeinschaft und kann nach meinem Verständis mit einem ordentlichen Beschluß auch entnommen werden. Wie ist hier die Rechtslage?
Die Gemeinschaft bestimmt per ordnungsgemäß herbeigeführtem Beschluss über die Verwendung der Instandhaltungsrücklage. Diesen Beschluss hat der Verwalter umzusetzen - außer die Mittelverwendung würde ordnungsgemäßer Verwaltung widersprechen.


VG
Roland

Signatur:Das Problem bei Gerichtsbeschlüssen ist, dass regelmäßig nur eine Partei IHR Recht bekommt.
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#3
 Von 
mailtonb
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Roland-S):
Zitat (von mailtonb):
Wir haben in unserer WEG ungeklärte Fragen zu der Abrechnung für 2018. Daher wurde diese in der letzten Versammlung nicht beschlossen. Daraus resultierte, dass ein weiterer Beschluß über eine Finanzierung aus der Rücklage, einer dringend notwendigen Sanierung nicht beschlossen werden konnte.
Hat das der Verwalter so gesagt und wurde deshalb der dringende Sanierungsbeschluss gar nicht gefasst?

Der Beschluß zur Sanierung wurde gefasst, da ging es um die Auswahl des Angebotes ... also welche Firma es machen soll. Der nächste Punkt auf der TO war der Beschluß zur Finanzierung der Sanierung (Teil Sonderumlage/Teil aus der Rücklage). Dieser wurde vom Verwalter gar nicht zur Abstimmung gegeben, da vorher die Abrechnung 2018 nicht beschlossen wurde weil es Unstimmigkeiten gab. Er sagte, er dürfe in diesem Fall das Geld nicht aus der Rücklage nehmen. Der nächste Punkt auf der TO war dann die Abstimmung zur Finanzierung ausschließlich aus einer Sonderumlage. Das wollte aber keiner und wurde so auch nicht beschlossen.

Zitat (von mailtonb):
Unsere Verwaltung behauptet keine Entnahmen aus der Rücklage tätigen zu können, die in 2018 eingezahlt wurden, weil eben diese Abrechnung nicht beschlossen wurde. Ist diese Aussage der Verwaltung so korrekt?
Nein, das ist Quatsch.

Also dürfte der Verwalter nach Beschluß auch Geld aus der eingezahlten Rücklage des laufenden Geschäftsjahres nehmen ?

Zitat (von mailtonb):
Ich finde im WEG nichts dergleichen. Das Geld gehört ja der Gemeinschaft und kann nach meinem Verständis mit einem ordentlichen Beschluß auch entnommen werden. Wie ist hier die Rechtslage?
Die Gemeinschaft bestimmt per ordnungsgemäß herbeigeführtem Beschluss über die Verwendung der Instandhaltungsrücklage. Diesen Beschluss hat der Verwalter umzusetzen - außer die Mittelverwendung würde ordnungsgemäßer Verwaltung widersprechen.


VG
Roland



Vielen Dank für die Antwort!

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#4
 Von 
Roland-S
Status:
Lehrling
(1264 Beiträge, 799x hilfreich)

Zitat (von mailtonb):
Der Beschluß zur Sanierung wurde gefasst, da ging es um die Auswahl des Angebotes ... also welche Firma es machen soll. Der nächste Punkt auf der TO war der Beschluß zur Finanzierung der Sanierung (Teil Sonderumlage/Teil aus der Rücklage). Dieser wurde vom Verwalter gar nicht zur Abstimmung gegeben, da vorher die Abrechnung 2018 nicht beschlossen wurde weil es Unstimmigkeiten gab. Er sagte, er dürfe in diesem Fall das Geld nicht aus der Rücklage nehmen. Der nächste Punkt auf der TO war dann die Abstimmung zur Finanzierung ausschließlich aus einer Sonderumlage. Das wollte aber keiner und wurde so auch nicht beschlossen.
Es wurde also die Vergabe des Auftrages beschlossen - aber nicht wie es letztlich bezahlt werden soll?


Zitat (von mailtonb):
Also dürfte der Verwalter nach Beschluß auch Geld aus der eingezahlten Rücklage des laufenden Geschäftsjahres nehmen ?
Ich habe ein Problem mit Deiner jahrgangsmäßigen Bezeichnung der Rücklage. (Rücklage des Jahres 2018 - Rücklage des laufenden GJ).
Die Finanzierung dieser Sanierung hätte durch Entnahme aus der Rücklage beschlossen werden können. Dies wegen fehlenden Beschlusses der 2018er Abrechnung nicht zu können ist falsch. Habt ihr wenigstens den Wirtschaftsplan für das laufende Abrechnungsjahr beschlossen? Und, ist eine ausreichende (Gesamt)rücklage vorhanden um den geplanten Anteil für die Sanierung davon zu bezahlen?

Wurden inzwischen die Umstimmigkeiten bezüglich der 2018er Abrechnung geklärt und könnte diese nun beschlossen werden? Denn, die Bezahlung der Sanierung aus der Rücklage muss noch von der Gemeinschaft beschlossen werden. Wenn das nicht Zeit bis zur nächsten ETV hat, braucht es dazu eine außerordentliche ETV. IMO auf Kosten des Verwalters, wegen der Falschauskunft. Bei dieser Gelegenheit könnte dann auch, bei Vorliegen der Voraussetzungen, die Abrechnung des Jahres 2018 beschlossen werden. By the way. Man sollte sich gut überlegen, ob man die Verwaltung im Zuge dieses Beschlusses entlasten will.

VG
Roland

Signatur:Das Problem bei Gerichtsbeschlüssen ist, dass regelmäßig nur eine Partei IHR Recht bekommt.
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#5
 Von 
mailtonb
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Roland):
Es wurde also die Vergabe des Auftrages beschlossen - aber nicht wie es letztlich bezahlt werden soll?

Genau. Dazu gab es 2 weitere Beschlußvorlagen. Einmal ausschließlich über Sonderumlage und einmal teil Rücklage/teil Sonderumlage.


Zitat (von Roland):
Ich habe ein Problem mit Deiner jahrgangsmäßigen Bezeichnung der Rücklage. (Rücklage des Jahres 2018 - Rücklage des laufenden GJ).


Sorry :-)
Ende 2017 waren 20.000 in der Rücklage. In 2018 wurden 40.000 zugeführt. 50.000 wollen wir jetzt für die Sanierung entnhemen. Lt. Verwalter geht das nicht, da die in 2018 zugeführten 40.000 € erst genommen werden können, wenn wir die Abrechnung dieses Jahres beschlossen haben. Somit hätten wir lt. Verwalter nur 20.000 entnehmen dürfen.

Zitat (von Roland):
Die Finanzierung dieser Sanierung hätte durch Entnahme aus der Rücklage beschlossen werden können. Dies wegen fehlenden Beschlusses der 2018er Abrechnung nicht zu können ist falsch. Habt ihr wenigstens den Wirtschaftsplan für das laufende Abrechnungsjahr beschlossen? Und, ist eine ausreichende (Gesamt)rücklage vorhanden um den geplanten Anteil für die Sanierung davon zu bezahlen?


Den Wirtschaftsplan haben wir beschlossen. Gesamtrücklage ist ausreichend, siehe oben.

Zitat (von Roland):

Wurden inzwischen die Umstimmigkeiten bezüglich der 2018er Abrechnung geklärt und könnte diese nun beschlossen werden? Denn, die Bezahlung der Sanierung aus der Rücklage muss noch von der Gemeinschaft beschlossen werden. Wenn das nicht Zeit bis zur nächsten ETV hat, braucht es dazu eine außerordentliche ETV. IMO auf Kosten des Verwalters, wegen der Falschauskunft. Bei dieser Gelegenheit könnte dann auch, bei Vorliegen der Voraussetzungen, die Abrechnung des Jahres 2018 beschlossen werden. By the way. Man sollte sich gut überlegen, ob man die Verwaltung im Zuge dieses Beschlusses entlasten will.


Die Abrechnung 2018 wird noch geprüft und muss korrigiert werden. Es muss dafür auf jeden Fall eine außerordentliche Versammlung geben, da die Sanierung dringend ist. Danke für den Hinweis bezüglich der Kosten dafür, ich denke auch das muss der Verwalter zahlen.

Was meinst du mit der Entlastung des Verwalters? Was hätte eine Nichtentlastung für Folgen?

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#6
 Von 
Sir Berry
Status:
Senior-Partner
(6958 Beiträge, 2490x hilfreich)

Zitat (von mailtonb):
Ende 2017 waren 20.000 in der Rücklage. In 2018 wurden 40.000 zugeführt. 50.000 wollen wir jetzt für die Sanierung entnhemen. Lt. Verwalter geht das nicht, da die in 2018 zugeführten 40.000 € erst genommen werden können, wenn wir die Abrechnung dieses Jahres beschlossen haben. Somit hätten wir lt. Verwalter nur 20.000 entnehmen dürfen.

Insoweit hat der Verwalter Recht. Warum nicht gleich die vollständige Information.

Da das Wirtschaftsjahr 2018 noch nicht durch Genehmigungsbeschluss abgeschlossen ist, kann (sollte) über die Mittel auch noch nicht verfügt werden.

Und gerade weil die Jahresabrechnung für 2018 trotz Versammlung nicht genehmigt wurde, besteht ja immer die Gefahr, dass sie so nicht durchgeht.

Berry

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#7
 Von 
Roland-S
Status:
Lehrling
(1264 Beiträge, 799x hilfreich)

Zitat (von mailtonb):
Ende 2017 waren 20.000 in der Rücklage. In 2018 wurden 40.000 zugeführt. 50.000 wollen wir jetzt für die Sanierung entnhemen. Lt. Verwalter geht das nicht, da die in 2018 zugeführten 40.000 € erst genommen werden können, wenn wir die Abrechnung dieses Jahres beschlossen haben.
Was nach meiner Auffassung und Kenntnis nicht richtig ist. Lasst euch doch vom Verwalter erklären, worauf er das "Entnahmeverbot" gründet. Aus den Fingern wird es sich das (hoffentlich) nicht gesaug haben.


Zitat (von mailtonb):
Die Abrechnung 2018 wird noch geprüft und muss korrigiert werden. Es muss dafür auf jeden Fall eine außerordentliche Versammlung geben, da die Sanierung dringend ist. Danke für den Hinweis bezüglich der Kosten dafür, ich denke auch das muss der Verwalter zahlen.
Was meinst du mit der Entlastung des Verwalters? Was hätte eine Nichtentlastung für Folgen?
Ohne Anspruch auf Vollständigkeit kannst Du z.B. hier - oder unter zahlreichen anderen Fundstellen Infos zu dem Thema bekommen.


VG
Roland

Signatur:Das Problem bei Gerichtsbeschlüssen ist, dass regelmäßig nur eine Partei IHR Recht bekommt.
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#8
 Von 
R.M.
Status:
Bachelor
(3244 Beiträge, 2040x hilfreich)

Hallo

Zitat (von Sir Berry):
Zitat (von mailtonb):
Ende 2017 waren 20.000 in der Rücklage. In 2018 wurden 40.000 zugeführt. 50.000 wollen wir jetzt für die Sanierung entnhemen. Lt. Verwalter geht das nicht, da die in 2018 zugeführten 40.000 € erst genommen werden können, wenn wir die Abrechnung dieses Jahres beschlossen haben. Somit hätten wir lt. Verwalter nur 20.000 entnehmen dürfen.

Insoweit hat der Verwalter Recht. Warum nicht gleich die vollständige Information.
Nein, diese Antwort ist falsch. Auch wenn die Abrechnung 2018 nicht beschlossen wurde, kann über die Verwendung der per früherem Beschluss zugeführten Gelder beschlossen werden. Die WEG kann sogar am Jahresanfang beschließen, 20.000 € der Rücklage zuzuführen und in der gleichen Versammlung beschließen, diese 20.000 € am Jahresende für eine geplante Sanierung zu verwenden.
Vorsicht ist allenfalls geboten, wenn es bei der Nicht beschlossenen Abrechnung um Fehler geht, die die Rücklagenhöhe unmittelbar beeinflussen, also wenn bereits 2018 Sanierungsmaßnahmen in Höhe von 20.000 € durchgeführt und diese fälschlicherweise nicht der Rücklage entnommen wurde. Wenn das nachträglich korrigiert würde, täte die Gesamt-Rücklage nicht mehr stimmen und ein weiterer Beschluss zur Rücklagenentnahme entspräche jedenfalls dann nicht ordnungsgemäßer Verwaltung, wenn dann nach Korrektur nicht mehr ausreichend Gelder vorhanden wären.


-- Editiert von R.M. am 22.08.2019 15:10

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