WEG. 3 Parteien. 1ne Partei will nie zahlen oder was tun. Handhabe ?

25. August 2023 Thema abonnieren
 Von 
Jasmin1976
Status:
Beginner
(71 Beiträge, 0x hilfreich)
WEG. 3 Parteien. 1ne Partei will nie zahlen oder was tun. Handhabe ?

Hallo,

ich wohne in einem 3 Parteienhaus. Es wohnten die letzten 10 Jahre immer nur Eigentümer in den Wohnungen und somit wurde auch immer geschaut das alles in Schuss und ordentlich war. Bei Reparaturen oder anderen Themen hat immer die Partei selbst bezahlt und die Rücklagen wurden nicht angefasst. Somit sind nun Rücklagen von 65000 Euro vorhanden ( aufgeteilt auf die 3 Parteien ).

Nun hat sich einer der Eigentümer entschieden auszuwandern und seine Wohnung zu verkaufen. Der Neukäufer ( wohnt in derselben Straße ) hat seine Wohnung vermietet ( leider ). Jedenfalls ist das jetzt 2 Jahre her und es gab so einige Beschlüsse. Z.B. wurden die Stellplätze neu gemacht ( Pflaster, Hecken, Zaun, usw ) und der Neukäufer ( NK ) hat gesagt er macht den Stellplatz nicht. Bei einer Reparatur hat er alles aus den Rücklagen bezahlt obwohl wir beschlossen hatten das man dies selbst bezahlt und Rücklagen NUR für SEHR GROßE Reparaturen ( Heizung, Dach ) genutzt werden sollen. Was ihm jedoch egal ist.

Im Prinzip zahlen wir ( beide Parteien ) immer aus unserer eigenen Kasse die Sachen und er nimmt nur die Rücklagen. Hat man hier eine Handhabe ?

Durch sein NEIN beim Stellplatz sieht es jetzt natürlich schei..e aus das 2 neu gemacht sind, und der 3. alt und vergammelt ist. Kann man hier auch kein Mehrheitsbeschluss verfügen ?

Gibt es überhaupt eine Chance den NK bei irgendwas mit ins Boot zu nehmen ? Was ist wenn seine Rücklagen aufgebraucht sind ?

Uns ärgert das er sein Haus immer verschönert und dort Geld ohne Ende reinbuttert ( also Geld vorhanden ), aber hier bei unserem Haus ihm alles egal ist.

LG Jessy

-- Editiert von User am 25. August 2023 13:12

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47266 Beiträge, 16741x hilfreich)

Zitat (von Jasmin1976):
Im Prinzip zahlen wir ( beide Parteien ) immer aus unserer eigenen Kasse die Sachen und er nimmt nur die Rücklagen. Hat man hier eine Handhabe ?


Wie kann es sein, dass die eine Partei alleinigen Zugriff auf die Rücklage hat?

Zitat (von Jasmin):
Gibt es überhaupt eine Chance den NK bei irgendwas mit ins Boot zu nehmen ?


Klar, das übliche Vorgehen:
gerichtlicher Mahnbescheid, Vollstreckungsbescheid, Gerichtsvollzieher

Der dazu erforderliche Beschluss sollte ja kein Problem darstellen.

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#2
 Von 
Jasmin1976
Status:
Beginner
(71 Beiträge, 0x hilfreich)

Der Neukäufer hat das größte Eigentum der Wohnung ( EG mit Garten ). Daher steht im auch von den Rücklagen das meiste Geld zu ( Verhältnis 350 zu 325 zu 325 ). Daher bezahlt er alle Kosten die anfallen aus seinen Rücklagen des Hauses.

Beim Stellplatz hat er gesagt er akzeptiert den Beschluss die 3 Plätze neu zu machen ( auch welche Farbe, etc. ), aber er wird sein EIGENEN Stellplatz nicht machen. Es ist sein Eigentum und somit auch SEINE Entscheidung.

Bei der Reparatur der Heizung ( kosten 4500 Euro ), haben 2 der 3 Parteien es aus eigener Kasse bezahlt, aber der NK hat seinen Anteil komplett von seinen Rücklagen bezahlt.

Uns ärgert das weil dadurch in ein paar Jahren seine Rücklagen leer sind und somit alles weniger Wert wird irgendwann. Und wenn er verkauft müssen die neuen Käufer natürlich dann umso mehr mitbezahlen

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#3
 Von 
3113
Status:
Praktikant
(558 Beiträge, 122x hilfreich)

Es gibt noch "seine Rücklage", nur Eure. Da läuft etwas falsch.

Signatur:

3113

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#4
 Von 
aspergius
Status:
Praktikant
(916 Beiträge, 223x hilfreich)

Es gibt nur eine GEMEINSAME Rücklage. Auf diese darf kein Eigentümer zugreifen. Das darf nur der Verwalter. Wer führt bei euch das Hausgeldkonto und wer macht die Abrechnung. Und handelt es sich um ein privates Konto oder ein Konto, das auf die Eigentümergemeinschaft ausgestellt ist?
Oftpopic: Kann man nicht mal eine richtig schwarze Schrift wählen. Ich kann auf meinem Handy fast nicht lesen, so blass ist die Schrift. Hab alle möglichen Einstellingen versucht, es wurd nicht besser.

Signatur:

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118553 Beiträge, 39594x hilfreich)

Zitat (von 3113):
Da läuft etwas falsch.

Der Schilderung nach läuft da vieles falsch ...



Zitat (von aspergius):
Das darf nur der Verwalter.

Es scheint in Dieser WEG weder Verwalter noch Ahnung vom WEG-Recht zu geben ...



Zitat (von aspergius):
Es gibt nur eine GEMEINSAME Rücklage.

So ist es.



Zitat (von Jasmin1976):
Was ihm jedoch egal ist.

Der Miteigentümer hat durchaus Anspruch darauf, das die Rücklage bestimmungsgemäß genutzt wird.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#6
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(13618 Beiträge, 4344x hilfreich)

Hallo,

gibt es überhaupt eine offizielle Verwaltung? Und eine jährliche Eigentümerversammlung? [ich gehe mal von 'nicht' aus]
Wenn sich alle einig sind dann kann man das auch so unter sich regeln (wir häufig bei Zweifamilienhäusern gemacht), aber spätestens seit es den neuen Eigentümer gibt der sich querstellt solltet ihr das dringend ändern.
Also Versammlung einberufen, und einen Verwalter bestimmen (das kann auch einer von euch sein). Dann ggf. ein gesondertes Bankkonto eröffnen, und ordentlich buchführen.

Zitat:
Somit sind nun Rücklagen von 65000 Euro vorhanden ( aufgeteilt auf die 3 Parteien ).
Wo befindet sich dieses Geld?

Zitat:
Durch sein NEIN beim Stellplatz sieht es jetzt natürlich schei..e aus das 2 neu gemacht sind, und der 3. alt und vergammelt ist.
Das ist also schon erledigt. Warum macht man denn sowas? :bang:
Ob ihr den dritten Stellplatz jetzt noch durchstetzen könnte kann ich nicht sicher sagen. Schließlich habt ihr ausdrücklich dem Wunsch entsprochen ...

Zitat:
aber er wird sein EIGENEN Stellplatz nicht machen. Es ist sein Eigentum und somit auch SEINE Entscheidung.
Das ist vermutlich gleich doppelt falsch.
Erstens ist es unwahrscheinlich, dass Stellplätze Sondereigentum sind (die Möglichkeit gibt es erst seit ein paar Jahren). In der Regel gibt es bei Stellplätzen nur ein Sondernutzungsrecht, sie bleiben aber Gemeinschaftseigentum.
Zweitens können sich Beschlüsse u.U. auch auf das Sondereigentum beziehen. Etwa wenn ein einheitliches Aussehen gewünscht ist (das würde ich in dem beschriebenen Fall bejahen).

Zitat:
Bei der Reparatur der Heizung ( kosten 4500 Euro ), haben 2 der 3 Parteien es aus eigener Kasse bezahlt, aber der NK hat seinen Anteil komplett von seinen Rücklagen bezahlt.
Als Sofortmaßnahme solltet ihr sowas dann auch aus der Rücklage nehmen (also beschließen, dass es so sein soll).
Und die Schieflage (die Rücklage ist aktuell nicht mehr gleichverteilt) gilt es auch auszugleichen.

Stefan

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#7
 Von 
Roland-S
Status:
Student
(2591 Beiträge, 1199x hilfreich)

Zitat (von Jasmin1976):
ich wohne in einem 3 Parteienhaus
...und bist Eigentümer dieser Wohnung. Ero handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG). Prüfe und kläre das bitte zuerst ab. Es muss eine Teilungserklärung existieren und Unterlagen, was genau Sondereigentum jedes Miteigentümers und was gemeinschaftliches Eigentum ist.
In der TE stehen auch so Sachen, wie Versicherungen, Stimmrechchte und allerlei, was den Umgang mit dem Objekt und das Verhältnis der Eigentümer untereinander betrifft.


Zitat (von Jasmin1976):
Der Neukäufer
...spielt bei der von euch praktizierten Gemeinschaft nicht mit. Iss halt so. Vielleicht ist er in WEG-Angelegenheiten ähnlich (un)bedarft wie ihr?


Zitat (von Jasmin1976):
und es gab so einige Beschlüsse.
Wie darf man sich das vorstellen? Gab es Eigentümerversammlungen, so mit Einladung, Tagesordnung, Beschlussvorschlägen, Abstimmung und Protokollierung? Gibt es jemanden der sich kümmert, die Belege führt, den "Verwalter macht"?


Zitat (von Jasmin1976):
Hat man hier eine Handhabe ?
Ja, die hat man. Zuerst ist zu klären, ob es eine WEG ist. Dann sollte man verinnerlichen wie es bei einer WEG so laufen muss (sollte). An diesen Prozess der Erkenntnis sollten alle drei Miteigentümer beteiligt werden. Je nach Verlauf wird man zur Einsicht gelangen, dass die Angelegenheiten künftig nach WEG ( in diesem Fall WohnungsEigentumsGesetz) zu regeln sind. Das sollte im weitestgehenden Konsens erfolgen! Die Zuhilfenachme einer fachllich versierten Person (möglichst noch kein Rechtsanwalt) erscheint mir dringend angeraten.


Zitat (von Jasmin1976):
Uns ärgert das weil dadurch in ein paar Jahren seine Rücklagen leer
Last, not least, das mit der Rücklage ist ein Unding. Wo hat denn jeder "seine" Rücklage und wie ist der Zugriff geregelt?


VG
Roland

Signatur:

Das Problem bei Gerichtsbeschlüssen ist, dass regelmäßig nur eine Partei IHR Recht bekommt.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Spezi-2
Status:
Senior-Partner
(6373 Beiträge, 2309x hilfreich)

...

Zitat:
und bist Eigentümer dieser Wohnung. Ero handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG).


Dieser Auffassung bin ich auch.
Damit gäbe es gesetzliche Grundlagen durch das Wohnungseigentumsgesetz.
Es muß eine Eigentümerversammlung erfolgen und dort werden die erforderlichen Beschlüsse gefaß0t, insbesondere ein Verwalter gewählt.
Von sowas ist bisher aber nicht geschildert worden.
Also schwimmen wir alle in der Luft wenn es um die Beantwortung von rechtlichen Dingen geht.

Signatur:

Meine Beiträge sind keine juristischen Ratschläge, sondern sollen dem Erfahrungsaustausch dienen.

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