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WEG - Rücklagenentnahmen steuerlich berücksichtigen

18. August 2022 Thema abonnieren
 Von 
Recht22
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)
WEG - Rücklagenentnahmen steuerlich berücksichtigen

Guten Abend, ich bin neu hier und hätte folgende Fragen:

Wenn man hier in Deutschland Eigentümer einer Wohnung und Bestandteil einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) werden würde, würden ja Hausgeld bezahlt und Rücklagenzuführungen bzw. Rücklagenentnahmen von der Hausverwaltung durchgeführt werden.

Wären die Rücklagenentnahmen (im Bezug auf Instandhaltungsrücklagen und Entnahmen für andere Dinge (z. B. Strom und Wasserverberbrauch im Gebäude) steuerlich relevant (also müssen die Entnahmen der Einkommensteuer als "Einkommen" hinzugerechnet werden oder sind diese abziehbare Werbungskosten), also z. B. für die Einkommensteuer oder eine andere Steuer?

Was ist mit den Rücklagenzuführungen?

Danke für alle Beiträge.

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9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(43642 Beiträge, 15553x hilfreich)

Zitat (von Recht22):
Wären die Rücklagenentnahmen (im Bezug auf Instandhaltungsrücklagen und Entnahmen für andere Dinge (z. B. Strom und Wasserverberbrauch im Gebäude) steuerlich relevant (also müssen die Entnahmen der Einkommensteuer als "Einkommen" hinzugerechnet werden oder sind diese abziehbare Werbungskosten), also z. B. für die Einkommensteuer oder eine andere Steuer?


Bei selbstbewohnten Immobilien: Nein

Handwerkerkosten kann ein Eigentümer, der die Immobilie selbst bewohnt, jedoch geltend machen.

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Recht22
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Alles klar. In diesem Fall würde die Eigentumswohnung selbst bewohnt werden. Also, nur um sicherzugehen, wenn ich Sie richtig verstanden habe, wird die Entnahme der Rücklagen (und auch die Rücklagenzuführung) also nicht versteuert (bzw. der Einkommensteuer hinzugerechnet), nicht wahr?

Kann man diese jedoch als Werbungskosten steuerlich absetzen?

Mit freundlichen Grüßen
Recht22

Zitat (von hh):
Bei selbstbewohnten Immobilien: Nein

Handwerkerkosten kann ein Eigentümer, der die Immobilie selbst bewohnt, jedoch geltend machen.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
AR377
Status:
Praktikant
(500 Beiträge, 111x hilfreich)

Zitat (von Recht22):
WEG - Rücklagenentnahmen steuerlich berücksichtigen
Der Verdacht ist zunächst, dass Sie Rücklagen mit Rückstellungen verwechseln.
Die Art Ihrer Fragstellung lässt zumindest darauf schliessen.

Die Rückstellung in der Bilanz eines Unternehmens hat die Wirkung dass sich der zu erwartende Überschuss, und damit auch die sich daraus ergebende Steuerlast, reduziert.
Wenn gebildete Rückstellungen aktiviert werden, so verhält es sich entsprechend umgekehrt (im Prinzip)

Die WEG-Instandhaltungsrücklage hingegen ist nichts weiter als ein finanzieller Puffer, der über die Jahre angesammelt wird damit im Instandhaltungsfall nicht plötzlich eine erhebliche Sonderumlage fällig wird, die einzelne Teileigentümer womöglich überfordern könnte.

Die WEG-Instandhaltungsrücklage zahlen die privaten Wohnungseigentümer aus ihrem bereits versteuerten Einkommen als Bestandteil des monatlichen Hausgeldes.
Darum ist auch eine evtl. Entnahme aus der Rücklage nicht steuerlich relevant.

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Recht22
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Alles klar. Dann wird die Entnahme aus der Rücklage also nicht versteuert, sofern ich es nicht falsch verstanden habe.

Handelt es sich bei der Entnahme aus der Rücklage jedoch ggf. um abziehbare Werbungskosten?

Zitat (von AR377):
Die WEG-Instandhaltungsrücklage hingegen ist nichts weiter als ein finanzieller Puffer, der über die Jahre angesammelt wird damit im Instandhaltungsfall nicht plötzlich eine erhebliche Sonderumlage fällig wird, die einzelne Teileigentümer womöglich überfordern könnte.

Die WEG-Instandhaltungsrücklage zahlen die privaten Wohnungseigentümer aus ihrem bereits versteuerten Einkommen als Bestandteil des monatlichen Hausgeldes.
Darum ist auch eine evtl. Entnahme aus der Rücklage nicht steuerlich relevant.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(43642 Beiträge, 15553x hilfreich)

Zitat (von Recht22):
Dann wird die Entnahme aus der Rücklage also nicht versteuert, sofern ich es nicht falsch verstanden habe.


Richtig

Zitat (von Recht22):
Handelt es sich bei der Entnahme aus der Rücklage jedoch ggf. um abziehbare Werbungskosten?


Nein.

Der Lohnanteil der aus dem Hausgeld und den Entnahmen aus der Rücklage bezahlten Handwerkerrechnungen kann jedoch als haushaltsnahe Handwerkerleistung (§ 35a EStG) in der Steuererklärung geltend gemacht werden.

1x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
AR377
Status:
Praktikant
(500 Beiträge, 111x hilfreich)

Zitat (von Recht22):
Handelt es sich bei der Entnahme aus der Rücklage jedoch ggf. um abziehbare Werbungskosten?
Werbungskosten?? Bei welcher Einkommensart denn??
Vermietung und Verpachtung kaum, denn man wohnt in dem Fall ja selbst in der Wohnung...

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Recht22
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Alles klar, vielen Dank für Ihre Beiträge.

Wenn hier kein Fehler vorliegt:
Dann weiß ich ja jetzt, dass sowohl die Rücklagenzuführung als auch die Rücklagenentnahme (im Bezug auf Instandhaltungsrücklagen und Entnahmen für andere Dinge (z. B. Strom und Wasserverbrauch im Gebäude) bei selbstbewohnten Immobilien weder als Werbungskosten abziehbar sind noch irgendwie versteuert werden.

Zitat (von hh):
Zitat (von Recht22):
Dann wird die Entnahme aus der Rücklage also nicht versteuert, sofern ich es nicht falsch verstanden habe.


Richtig

Zitat (von Recht22):
Handelt es sich bei der Entnahme aus der Rücklage jedoch ggf. um abziehbare Werbungskosten?


Nein.

Der Lohnanteil der aus dem Hausgeld und den Entnahmen aus der Rücklage bezahlten Handwerkerrechnungen kann jedoch als haushaltsnahe Handwerkerleistung (§ 35a EStG) in der Steuererklärung geltend gemacht werden.


Wenn ich mich irgendwann entscheiden würde die Immobilie zu vermieten, wäre es dann möglich die Entnahmen als Werbungskosten abzusetzen?

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
AR377
Status:
Praktikant
(500 Beiträge, 111x hilfreich)

Zitat (von Recht22):
Wenn ich mich irgendwann entscheiden würde die Immobilie zu vermieten, wäre es dann möglich die Entnahmen als Werbungskosten abzusetzen?
Weniger die Entnahmen als vielmehr die zuvor monatlich eingezahlten Hausgeld-Anteile zur Instandhaltungsrücklage wären den als Einkommen zu versteuernden Mieteinnahmen gegenzurechnen.

Wenn dann mal ein Mietvertrag tatsächlich im Raum steht wird man sich mit den Phänomenen Abflussprinzip und Leistungsprinzip bei der Betriebskostenabrechnung befassen müssen.

1x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(43642 Beiträge, 15553x hilfreich)

Zitat (von AR377):
Weniger die Entnahmen als vielmehr die zuvor monatlich eingezahlten Hausgeld-Anteile zur Instandhaltungsrücklage wären den als Einkommen zu versteuernden Mieteinnahmen gegenzurechnen.


Das ist falsch. Die in die Instandhaltungsrücklage eingezahlten Beträge stellen keine Werbungkosten dar. Vielmehr entstehen die Werbungskosten erst bei der Entnahme.

1x Hilfreiche Antwort

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