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Werden die Reparaturkosten von der Eigentümergemeinschaft oder dem Wohnungseigentümer geschuldet ?

4.5.2021 Thema abonnieren
 Von 
Chakameh
Status:
Frischling
(33 Beiträge, 0x hilfreich)
Werden die Reparaturkosten von der Eigentümergemeinschaft oder dem Wohnungseigentümer geschuldet ?

Die Eigentümergemeinschaft hatte beschlossen, die Balkone zu sanieren, die durch undichte, Wasser abführende Leitungen marode gewordenen sind. Bei der Finanzierung sollte auf Rücklagen zurückgegriffen werden, die vorher von den Eigentümern mit den Hauskosten aufgebracht wurden. Nun sind die Sanierungsarbeiten durchgeführt worden, bei denen leider auch die aus Fliesen bestehenden Fußbodenoberflächen abgetragen werden mußten. Die Erneuerung eines Fußbodens kostet mal eben knapp EUR 1600, die, wie die Verwaltung meint, von dem jeweiligen Wohnungseigentümer selber bezahlt werden müßten. Der Fußboden sei als das Sondereigentum eines jeden Wohnungseigentümers anzusehen.
Der Meinung, den Fußboden als Sondereigentum des jeweiligen Wohnungseigentümers anzusehen, stimme ich unwidersprochen zu. Ich bin allerdings der Auffassung, daß Schäden am Sondereigentum eines Wohnungseigentümers, die durch Reparaturarbeiten am Gemeinschaftseigentum entstanden sind, von der Gemeinschaft und nicht vom Wohnungseigentümer getragen werden müssen.
Wer muß nun bezahlen ? Ich oder die Eigentümergemeinschaft ?


-- Editiert von Chakameh am 06.05.2021 10:35

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Chakameh
Status:
Frischling
(33 Beiträge, 0x hilfreich)

Verlangt die Frage, die sich aus den beschriebenen Umständen ergibt, zu viel, um sie zu beantworten ? Ich wundere mich, daß sogar Harry van Sell verstummt ist Kann nicht jemand in die Bresche springen, falls er sich nicht doch noch äußert ?

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(88001 Beiträge, 35114x hilfreich)

Zitat (von Chakameh):
Ich wundere mich, daß sogar Harry van Sell verstummt ist

Es mag darn liegen, das mir der Beitrag nicht angeziegt wurde. Eventuell war es auch bei anderen so?



Zitat (von Chakameh):
Ich oder die Eigentümergemeinschaft ?

Beide, denn Du bist ja Teil der Eigentümergemeinschaft.



Zitat (von Chakameh):
Der Fußboden sei als das Sondereigentum eines jeden Wohnungseigentümers anzusehen.

Das ist bei Balkonen durchaus strittig - kann hier aber unbeachtet bleiben.



Zitat (von Chakameh):
Ich bin allerdings der Auffassung, daß Schäden am Sondereigentum eines Wohnungseigentümers, die durch Reparaturarbeiten am Gemeinschaftseigentum entstanden sind, von der Gemeinschaft und nicht vom Wohnungseigentümer getragen werden müssen.

Die Meinung teile ich durchaus.
Die spannende Frage ist allerdings, wie viel war der alte Beleg noch wert? Denn ersetzt werden müsste nur der Schaden, kein Neuwert (Abzug neu-für-alt).


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#3
 Von 
Spezi-2
Status:
Master
(4925 Beiträge, 2119x hilfreich)

@Harry van Sell

Zitat:
Die spannende Frage ist allerdings, wie viel war der alte Beleg noch wert? Denn ersetzt werden müsste nur der Schaden, kein Neuwert (Abzug neu-für-alt).

Gerade bei Fliesen frage ich mich immer, ob da ein Abzug neu für alt berechtigt ist.
Welches Alter soll denn überhaupt für Fliesen angesetzt werden ?
Fliesen werden einmal hergestellt + dann entweder verlegt, oder bleiben liegen bis zum Verkauf / der Verlegung.
.
Wenn man heute beschädigte Fliesen austauschen muss, werden nicht alte Fliesen gegen neue Fliesen ausgetauscht, sondern alte bereits verlegte Fliesen gegen alte noch nie verlegte Fliesen.
Das Alter der Fliesen ist meistens gleich !!

Signatur:Meine Beiträge sind keine juristischen Ratschläge, sondern sollen dem Erfahrungsaustausch dienen.
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#4
 Von 
charlyt4
Status:
Bachelor
(3120 Beiträge, 749x hilfreich)

Zitat (von Chakameh):
Ich wundere mich, daß sogar Harry van Sell verstummt ist

Das hat vielleicht seinen Grund.

Zitat (von Harry van Sell):
Die spannende Frage ist allerdings, wie viel war der alte Beleg noch wert?

Da ein verlegter Fliesenbelag auf einem Balkon keinen `Wert`hat, ist die Frage , sei sie auch noch so spannend, irrelevant.

Zitat (von Harry van Sell):
Denn ersetzt werden müsste nur der Schaden, kein Neuwert (Abzug neu-für-alt).

Dieses pauschale Märchen wird wohl nie aussterben.

Zitat (von Chakameh):
Kann nicht jemand in die Bresche springen, falls er sich nicht doch noch äußert ?

Das einzig vernüftige was man dir raten kann, ist die Frage für ein paar Euro und eine erste rechtlich fundierte Einschätzung dort zu stellen:

https://www.frag-einen-anwalt.de/info.asp?id=sofunktioniertes


gruß charly

Signatur: Gruß Charly
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#5
 Von 
bertram-der-bärtige
Status:
Schüler
(189 Beiträge, 18x hilfreich)

Zitat (von charlyt4):
Da ein verlegter Fliesenbelag auf einem Balkon keinen `Wert`hat, ist die Frage , sei sie auch noch so spannend, irrelevant.

:???: Warum zahlt dann. Meine Versicherung dem Vermieter geld. Wegen Schäden?
Gutachter sind also Betrüger? Weil der den Wert bestimmt hat? Den wert. Den es nicht gibt?
Zeige ich den bei Polizei an? Oder bei Versicherung?

Signatur:Ich weis das ich nicht alles weis. Manchmal ist es schön nicht alles zu wissen.
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#6
 Von 
Chakameh
Status:
Frischling
(33 Beiträge, 0x hilfreich)

Zu Harry van Sell: Werden Beiträge Kommentatoren angezeigt ? Was muß ich tun, daß keine an Ihnen und anderen unbemerkt vorbeigehen ?
Selbstverständlich trage ich als Mitglied der Eigentümergemeinschaft meinen Anteil an ihren Zahlungsverpflichtungen. Für die sich aus meinem Sondereigentum ergebenden Verpflichtungen muß ich aber alleine aufkommen. Mit der Frage, ob ich oder die Eigentümergemeinschaft für die Neuverfliesung aufkommen muß, hilft mir die Auskunft, an den Verpflichtungen der Eigentümergemeinschaft beteiligt zu sein, nicht weiter. Ich fühle mich aber in meiner Auffassung unterstützt, daß der Schaden an meinem Balkon, der durch die Reparaturarbeiten an dem Gemeinschaftseigentum verursacht worden ist, zu Lasten der Eigentümergemeinschaft gehen sollte, sofern der Balkon als mein Sondereigentum angesehen werden kann. Die entscheidende Frage, ob der Balkon Sondereigentum ist oder nicht, ist nach den bisherigen Ausführungen nicht geklärt. Wie kann man bei der Sachlage der Meinung sein, daß sie unbeachtet bleiben kann ?
Die Frage nach dem Wert stellt sich mir überhaupt nicht. Ich will nur einen ordentlich gefliesten Balkonfußboden wieder hergestellt haben, nachdem die Handwerker die Fliesen nicht nur an den prekären Stellen der Fallrohre, sondern von der gesamten Fußbodenfläche abgeschlagen haben. Daß die Neuverfliesung ca. € 1600,- kosten und ich bezahlen soll, ist mir ja bereits angekündigt worden.
Zu Master: Nach meiner Meinung hätte eine Aufhebung der Fliesen in den beiden Bereichen der zu erneuern gewesenen Fallrohre völlig ausgereicht, so daß auch nur dort neue Fliesen erforderlich geworden wären. Gegen die Wiederverwendung der abgeschlagenen Fliesen oder neue andere, farblich abgestimmte hätte es meinerseits keine Einwände gegeben. Nachdem nun alle Fliesen abgeschlagen worden sind, sehe ich keine Alternative zu einer Neuverfliesung. Mich kümmert eigentlich auch nicht, daß sich die von einer Bauleitung geleiteten Handwerker oder sich die Bauleitung selber auf den Standpunkt stellen könnte, die alten Fliesen notwendigerweise aus bautechnischen abgeschlagen haben zu müssen. Die Durchführung erfolgte gemäß den Plänen des Architekten nach der Schadensaufnahme und der wird schon wissen, daß seine Vorgehensweise die allein richtige war.
Zu Bachelor: Wenn es eine Vermutung gibt, warum Harry van Sell verstummt war, dann sollte sie, statt einer dubiosen Bemerkung, auch ausgesprochen werden. Da ich Anspruch auf die Wiederherstellung eines zerstörten Fliesenfußbodens erhebe, ist es auch meine Meinung, daß die Frage nach einem Wert überhaupt nicht weiterführt und insofern irrelevant ist. Wieso ist es ein Märchen, nicht mehr als Ersatz für einen erlittenen Schaden erwarten zu können ? Wenn sich das nur durch eine Erneuerung erreichen läßt, so wäre das doch kein Widerspruch.
Nun, Harry hat sich geäußert und ich hoffe, er wird es auch weiterhin tun. Du und Master doch wohl hoffentlich auch. An dem Punkt, einen Anwalt zu fragen, bin ich noch nicht gelangt.


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#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(88001 Beiträge, 35114x hilfreich)

Zitat (von Chakameh):
Werden Beiträge Kommentatoren angezeigt ?

Ja. Also nicht angezeigt, man bekommt halt eine E-Mail.



Zitat (von Chakameh):
Was muß ich tun, daß keine an Ihnen und anderen unbemerkt vorbeigehen ?

Wenn man den teilweise verbreiteten Gerüchten glauben darf, geht nichts an mir vorbei was hier in dem Forum passiert ...

Aber ernsthaft: Eigentlich reicht es entsprechend zu posten.
Das mal keine Benachrichtigung ankommt, liegt im Promillebereich.



Zitat (von Chakameh):
Die entscheidende Frage, ob der Balkon Sondereigentum ist oder nicht, ist nach den bisherigen Ausführungen nicht geklärt.

Doch, der Balkon ist kein Sondereigentum. Es geht hier nur um den Belag. Ob der nun Sondereigentum ist oder nicht, da müsste man tatsächlich mal die Katen der WEG wälzen, ob sich dort was zu dem Thema findet.



Zitat (von Chakameh):
nachdem die Handwerker die Fliesen nicht nur an den prekären Stellen der Fallrohre, sondern von der gesamten Fußbodenfläche abgeschlagen haben.

Es las sich bisher so, als hätte der gesamte Balkon saniert werden müssen und nicht nur die prekäre Stellen der Fallrohre?



Zitat (von Spezi-2):
Welches Alter soll denn überhaupt für Fliesen angesetzt werden ?

Das hängt von diversen Faktoren ab und müsste im Einzelfall bestimmt werden.



Zitat (von Spezi-2):
Wenn man heute beschädigte Fliesen austauschen muss, werden nicht alte Fliesen gegen neue Fliesen ausgetauscht, sondern alte bereits verlegte Fliesen gegen alte noch nie verlegte Fliesen.
Das Alter der Fliesen ist meistens gleich !!

Richtig. Nur geht es hier ja nicht um beschädigte Fließen.



Zitat (von charlyt4):
Da ein verlegter Fliesenbelag auf einem Balkon keinen `Wert`hat,

Nur weil man sich etwas nicht vorstellen kann / nicht weis, bedeutet es noch lange nicht das es nicht existiert.



Zitat (von bertram-der-bärtige):
Gutachter sind also Betrüger?

Nein, das ist er zu 99% nicht.
Gutachter wissen in der Regel was sie machen und wovon sie sprechen.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#8
 Von 
dpr
Status:
Frischling
(32 Beiträge, 7x hilfreich)

Zitat (von Chakameh):
Nun sind die Sanierungsarbeiten durchgeführt worden, bei denen leider auch die aus Fliesen bestehenden Fußbodenoberflächen abgetragen werden mußten.

Sind die Fliesen seinerzeit durch die WEG veranlaßt aufgebracht worden oder haben das einzelne Eigentümer selbst in die Hand genommen?

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#9
 Von 
Chakameh
Status:
Frischling
(33 Beiträge, 0x hilfreich)

An Frischling: Die Eigentumswohnung in der Eigentumsgemeinschaft ist in den 70iger Jahren gebaut worden und wurde vor 10 Jahren von dem vorherigen Eigentümer in dem Zustand mit dem nun auf dem Balkon entfernten Fliesenfußboden von uns gekauft. Es gibt darüber kein sicheres Wissen, sondern nur die Vermutung, daß der Fliesenfußboden mit der Errichtung des Hauses hergestellt worden war und nicht nachträglich von dem Ersterwerber der Wohnung errichtet wurde. Inzwischen habe ich die Hausverwaltung erneut um Antwort auf die Frage gebeten, worauf sie sich denn beziehe, wenn sie verlange, daß die durch Reparaturen am Gemeinschaftseigentum an dem Sondereigentum des Wohnungseigentümers entstandenen Schäden von dem Sondereigentümer und nicht der Eigentümergemeinschaft getragen werden müßten.

-- Editiert von Chakameh am 07.05.2021 14:41

-- Editiert von Chakameh am 07.05.2021 14:42

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#10
 Von 
dpr
Status:
Frischling
(32 Beiträge, 7x hilfreich)

Zitat (von Chakameh):
An Frischling

Sie hätten im Eingangspost vermerken sollen, wieviele Beiträge qualifizierte Teilnehmer bereits verfasst haben müssen.

Die Idee meiner Frage war im Übrigen ein nicht von der WEG genehmigter fester Verbund der Balkonbodenfliesen mit dem Gemeinschaftseigentum als bauliche Veränderung.

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