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Amazon Bewertungen kaufen

19. September 2022 Thema abonnieren
 Von 
Frotzzi
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Amazon Bewertungen kaufen

Hier ist ein fiktiver Fall, den wir mit Freunden diskutiert haben, und ich bin an eurer Meinung interessiert.

Person A hat immer wieder bestimmte Artikel bei Amazon auf verschiedenen Bewertungsseiten gekauft und diese mit 5 Sternen bewertet. Dafür hat er immer eine Rückerstattung erhalten. Es handelte sich also um eine Plattform, auf der die Amazon-Händler den Kaufpreis für eine gute Bewertung erstatteten.

Jetzt sind viele dieser Websites geschlossen worden und Person A möchte seine eigene Website eröffnen.

Frage:
1) Macht sich Person A angreifbar oder begeht er sogar eine Straftat und kann von Amazon verklagt werden?

2) Macht sich Person A strafbar, wenn er absichtlich Artikel kauft, um ihnen 5 Sterne zu geben und das Geld zurückzubekommen?

3) Macht sich der Amazon-Händler durch den Kauf von Bewertungen strafbar?


Vielen Dank, für euere Meinung.

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(103995 Beiträge, 37584x hilfreich)

Zitat (von Frotzzi):
1) Macht sich Person A angreifbar oder begeht er sogar eine Straftat und kann von Amazon verklagt werden?

Ist das jetzt ernst gemeint?



Zitat (von Frotzzi):
2) Macht sich Person A strafbar, wenn er absichtlich Artikel kauft, um ihnen 5 Sterne zu geben und das Geld zurückzubekommen?

3) Macht sich der Amazon-Händler durch den Kauf von Bewertungen strafbar?

In DE wäre da an Betrug zu denken.
Wobei das strafrechtliche nicht so problematisch ist, wie das zivilrechtliche. Im zivilrechtlichen sind schnell mal Streitwerte um die 100.000 EUR im Spiel ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Frotzzi
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Ist das jetzt ernst gemeint?


Ja, es ist ein fiktiver Fall.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(103995 Beiträge, 37584x hilfreich)

Zitat (von Frotzzi):
Ja, es ist ein fiktiver Fall.

Ah, ok ein fiktiver Fall.

Hat mich schon gewundert, denn in der Realität hätte man ja sicherlich mitbekommen, das diese Seiten reihenweise schließen, weil Amazon und andere gerade ganz massiv gegen solche Formen des Betruges vorgehen ...


In sofern lautet die neue Antwort auf die Frage
Zitat (von Frotzzi):
1) Macht sich Person A angreifbar oder begeht er sogar eine Straftat und kann von Amazon verklagt werden?

Ja, das kann sehr unangenehm und teuer werden.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Junior-Partner
(5177 Beiträge, 1755x hilfreich)

Zitat (von Frotzzi):
1) Macht sich Person A angreifbar oder begeht er sogar eine Straftat und kann von Amazon verklagt werden?


Was soll auf der Website denn genau passieren, Bewertungsverkauf und -ankauf?

Zitat (von Frotzzi):
2) Macht sich Person A strafbar, wenn er absichtlich Artikel kauft, um ihnen 5 Sterne zu geben und das Geld zurückzubekommen?


IMO nein, weil der erlangte Vermögensvorteil nicht rechtswidrig wäre. "Lügen gegen Geld" ist per se keine Straftat. Da müßten weitere Umstände hinzukommen. Man müßte A auch erst einmal nachweisen, daß er nicht auch ohne die Entlohnung 5 Sterne vergeben hätte. (Ich persönlich habe das auch schon ein paar mal gemacht, aber nur dann, wenn ich die Ware sowieso mit 5 Sternen bewertet hätte.)

Zitat (von Frotzzi):
3) Macht sich der Amazon-Händler durch den Kauf von Bewertungen strafbar?


Zumindest wäre es wohl eine wettbewerbswidrige Handlung.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Tehlak
Status:
Praktikant
(611 Beiträge, 187x hilfreich)

Zitat (von BigiBigiBigi):
Was soll auf der Website denn genau passieren, Bewertungsverkauf und -ankauf?


Na das was der TE oben beschrieben hat: Man kauft die Ware über diese Portale, gibt dann eine "verifizierter Kauf" Rezension ab - üblicherweise 5 Sterne - und sobald die öffentlich ist, gibts Geld "zurück".

Man sollte dabei aber anmerken, dass alle diese Portalseiten ihren Betrieb einstellen mussten, weil Amazon a) Unterlassung erwirkt hat, und b) dafür gesorgt hat, dass ganz schnell die Insolvenz hermusste...

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
eh1960
Status:
Master
(4974 Beiträge, 1251x hilfreich)

Zitat (von Frotzzi):
Frage:
1) Macht sich Person A angreifbar oder begeht er sogar eine Straftat

Eine Straftat ist das nicht. Aber vermutlich ein Verstoß gegen die Vertragsbedinungen zwischen Amazon und A. Dazu muss man mal die Vertragsbedingungen lesen, da steht das ggf. drin.
Zitat:
und kann von Amazon verklagt werden?

Wenn man die Vertragsbedingungen verletzt? Selbstverständlich. Unter Umständen auch noch von Mitbewerbern (Konkurrenten), weil das als unlauterer Wettbewerb angesehen werden könnte.

Zitat:
2) Macht sich Person A strafbar, wenn er absichtlich Artikel kauft, um ihnen 5 Sterne zu geben und das Geld zurückzubekommen?

Nein. Wieso sollte das strafbar sein.
Der Händler bietet an: "Wenn Du, Kunde, den Artikel kaufst und mit 5 Sternen bewertest, dann erstatte ich Dir für die Bewertung den Kaufpreis."
Das mag wettbewerbsrechtlich zu beanstanden sein, und/oder von Amazon, aber das sind alles zivilrechtliche Fragen.

Zitat:
3) Macht sich der Amazon-Händler durch den Kauf von Bewertungen strafbar?

Nein. Aber genauso rechtlich angreifbar wie sein Käufer, der die Bewertung verkauft.

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
eh1960
Status:
Master
(4974 Beiträge, 1251x hilfreich)

Wenn man nicht völlig verblödet ist, kann man das als "Bewertungsverkäufer" doch völlig diskret mit dem Händler über die Bühne bringen.

Das fällt höchstens irgendwann Amazon auf, wenn die Testkäufe machen und der Amazon-Testkäufer den Händler fragt: "Krieg ich den Kaufpreis erstattet, wenn ich 5 Sterne bewerte?"

Oder wenn ein Amazon-Marketplace-Händler irgendwo inseriert "Amazon-Bewertungen gesucht! SIE kaufen das Produkt und geben 5 Sterne, ICH erstatte Ihnen den Kaufpreis, und das Produkt dürfen Sie behalten!"

Ist wirklich jemand so blöde?

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(103995 Beiträge, 37584x hilfreich)

Zitat (von eh1960):
Wieso sollte das strafbar sein.

Weil der Gesetzgeber nun mal entschieden hat, das betrügerische Handlungen strafbar sein sollen ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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