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Werben mit "versandkostenfreier Lieferung"...

21.8.2009 Thema abonnieren
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(27845 Beiträge, 8239x hilfreich)
Werben mit "versandkostenfreier Lieferung"...

Hallo, ich gehe mal davon aus, dass das "Google-Adwords-Programm" weitgehend ein Begriff ist.

Kurze Erklärung für die "Nicht-Wissenden": Es handelt sich um diese kleinen Werbe-Anzeigen die rechts neben, oder -farblich unterlegt- über den eigentlichen Suchergebnissen bei einem Google-Suchvorgang eingeblendet werden und anhand von Stichworten/Suchbegriffen/Keywords ausgewählt/eingeblendet werden.

Diese Anzeigen bestehen aus der Überschrift und 1 oder 2 kurzen Zeilen Text (mit begrenzter Zeichenanzahl) darunter. Der "Platz" ist also begrenzt.

Händler A, z.B. Elektro(nik)versand, möchte nun mit "versandkostenfreiem Versand" werben, der jedoch nur innerhalb Deutschlands gilt, nicht für das Ausland.

Platzbedingt würde die Anzeige ungefähr so aussehen:

quote:

Elektronikversand "1000 und 1 Nacht" in Hamburg
HIFI-Anlagen, DVD-Player, Navigations-Systeme, Funk,
CD-Player, Mobiltelefone uvm., alles versandkostenfrei !

Wäre das wettbewerbsrechtlich zu beanstanden, da -wie gesagt- der Versand nur innerhalb Deutschlands "frei" ist, nicht aber ins Ausland??

Müßte man um auf der sicheren Seite zu sein in jedem Fall schreiben: "Versandkostenfrei in Deutschland", oder ".... im Inland" o.ä.?

Prinzipiell hätte Händler A kein Problem damit, da ihm nicht daran gelegen ist, die Kundschaft in die Irre zu führen und zu suggerieren, dass auch Versand ins Ausland gratis ist, es müßte jedoch für den Zusatz "in Deutschland" o.ä. halt ein beworbener Artikel (z.B. "CD-Player") weggelassen werden, damit es mit dem Platz hinkommt.

Danke vorab für hilfreiche Antworten...




-- Editiert am 21.08.2009 23:16

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7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(78940 Beiträge, 33617x hilfreich)

quote:
Müßte man um auf der sicheren Seite zu sein in jedem Fall schreiben: "Versandkostenfrei in Deutschland", oder ".... im Inland" o.ä.?

oder 'versandkostenfrei deutschlandweit'


quote:
Wäre das wettbewerbsrechtlich zu beanstanden, da -wie gesagt- der Versand nur innerhalb Deutschlands "frei" ist, nicht aber ins Ausland??

Ja. Wenn ich eine Lieferung nur für einen bestimmten Bereich versandkostenfrei ausführen will, muss ich diese Einschränkung dem Verbraucher mitteilen.
Es sollte auch vermieden werden statt der Versandkosten dann 'Logistikkosten' oder 'Verpackungskosten' geltend zu machen.




-----------------
"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung dar !"

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#2
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(27845 Beiträge, 8239x hilfreich)

O.K., danke für die Einschätzung.

quote:
Wenn ich eine Lieferung nur für einen bestimmten Bereich versandkostenfrei ausführen will, muss ich diese Einschränkung dem Verbraucher mitteilen.

So in etwa hatte ich mir das auch gedacht.

quote:
Es sollte auch vermieden werden statt der Versandkosten dann 'Logistikkosten' oder 'Verpackungskosten' geltend zu machen.

Das steht völlig ausser Frage. Wie gesagt, Händler A ist ein absolut redlicher/seriöser Geschäftsmann, dem nichts ferner liegt, als Kunden und/oder Kaufinteressenten mit "schwammigen" oder zweideutigen Werbe-Botschafts-Formulierungen zu "vera*schen". Innerhalb von Deutschland wird tatsächlich alles versandkostenfrei geliefert, vom günstigsten Einzel-Artikel, Preis ca. 35,00 €, bis zum teuersten, Preis ca. 1.000,00 € (der Elektronikversand war nur ein Beispiel, A handelt tatsächlich mit anderen Waren).

Und natürlich werden auch keine anderen "verkappten" (Versand-)kosten (wie eben Verpackung, "Handling", oder was findigen Händlern da alles so einfällt) geltend gemacht. Lediglich ein "Zahlartenaufschlag" bei vom Kunden gewünschter "Nachnahmezahlung" wird berechnet (der Selbstkostenpreis) und das ist auch mehrfach deutlich dargestellt (bei den Zahlungsmöglichkeiten-FAQ, den AGB und natürlich auch im Rahmen der Kaufabwicklung, bei der Wahl der Zahlart). Alle anderen Zahlarten (Vorkasse, PayPal, Kreditkarten, "Sofortüberweisung-direkt") sind natürlich kostenfrei für den Kunden. Es wird also -für A selbstverständlich- darauf verzichtet, die für A anfallenden PayPal-Gebühren, Sofortüberweisung-Direkt-Gebühren oder Kreditkartendisagio an die Kunden weiterzugeben.

Es ging ihm tatsächlich nur darum, in der "Anzeige" die Zeichenanzahl die der Begriff "deutschlandweit", "in Deutschland" oder wie auch immer man es formuliert, in Anspruch nimmt, noch für das Bewerben eines weiteren Artikels zur Verfügung zu haben. Aber gut, nun geht es halt nicht und es wird eben -zugunsten der Eindeutigkeit- auf die Nennung eines weiteren Artikels verzichtet werden müssen.



-- Editiert am 22.08.2009 05:03

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(78940 Beiträge, 33617x hilfreich)

quote:
Das steht völlig ausser Frage.

Da ich den Kenntnisstand und Erfahrung des Händlers nicht kenne war das eher als Warnung gedacht, es gibt ja viele Fallen in die man eher unabsichtlich tappt ...

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"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung dar !"

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#4
 Von 
123beat
Status:
Beginner
(107 Beiträge, 21x hilfreich)

hmm und was ist wenn man in die Anzeige einfach


inklusive Versand


reinschreiben würde?

-----------------
" "

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#5
 Von 
Borst Mahlzahlt
Status:
Praktikant
(956 Beiträge, 257x hilfreich)

Klar "geht" das, aber Streetworker will ja nur in DE versandkostenfrei liefern. Ansonsten müßte er das ja auch nach Japan, die Elfenbeinküste oder Porada-Ninfu tun.

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"Eingeblendete Werbung ist Werbung des Forenbetreibers, nicht meine."

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#6
 Von 
123beat
Status:
Beginner
(107 Beiträge, 21x hilfreich)

hmm ist ja auch verständlich das er nach Japan nicht versandkostenfrei liefern kann ohne dabei Verlust zu machen :)

ah okay aber anscheinend ist das wohl nicht erlaubt.

und wenn man angibt ausschließlich in DE zu liefern und gar nicht ins Ausland?

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" "

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#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(78940 Beiträge, 33617x hilfreich)

quote:
und wenn man angibt ausschließlich in DE zu liefern und gar nicht ins Ausland?

Das wäre natürlich erlaubt und korrekt.

Hier hat der TE ja ein Platzproblem, die Anzahl der Zeichen ist begrenzt ...




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