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Falsche Rechnungen entlarven

11.3.2021 Thema abonnieren
 Von 
15052019
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)
Falsche Rechnungen entlarven

Hallo,

Ehepartner F und M lassen sich scheiden. Im Trennungsjahr zahlt M eine 4stellige Summe an einen Bekannten C. Angeblich für eine Leistung, die C. gewerblich als Selbständiger erbracht hat. F fordert zusätzlich zum vorliegenden Kontoauszug Vertrag und Rechnung zur Prüfung.

Wie kann F. Anhaltspunkte finden, die eine nachträgliche Erstellung der Rechnung mit rückdatiertem Datum, nahelegen oder beweisen können? Mann kann an der Rechnungsnummer ja nicht sehen, ob diese in die Reihenfolge anderer Rechnungen passt. Wie kann F. die Rechnung überprüfen?

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9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(87235 Beiträge, 34999x hilfreich)

Zitat (von 15052019):
Wie kann F. Anhaltspunkte finden, die eine nachträgliche Erstellung der Rechnung mit rückdatiertem Datum, nahelegen oder beweisen können?

In dem er einen Zeugen oder einen Beleg findet, der solches beweist.



Zitat (von 15052019):
Wie kann F. die Rechnung überprüfen?

Wenn er oben genanntes nicht hat: gar nicht.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
janhinnerkf
Status:
Frischling
(28 Beiträge, 2x hilfreich)

Zitat (von 15052019):
Mann kann an der Rechnungsnummer ja nicht sehen, ob diese in die Reihenfolge anderer Rechnungen passt.

Doch, das kann man. Weil Rechnungen gemäß Abgabenordnung so nummeriert sein müssen, daß man ihre Reihenfolge nachvollziehen kann.

Rechnungen müssen nicht unbedingt in der Art 1, 2, 3, 4 usw. numeriert sein, sie können grundsätzlich auch nach dem Muster 2020-Januar-001 numeriert sein.

Das ändert aber nichts daran, daß man die Reihenfolge der ausgestellten Rechnungen auch dann nachvollziehen kann, weil die Rechnung neben ihrer Rechnungsnummer ja immer auch noch das Ausstellungsdatum enthalten muss.

Zitat:
Im Trennungsjahr zahlt M eine 4stellige Summe an einen Bekannten C. Angeblich für eine Leistung, die C. gewerblich als Selbständiger erbracht hat. F fordert zusätzlich zum vorliegenden Kontoauszug Vertrag und Rechnung zur Prüfung.

Welche Rolle sollte das für F spielen? Wenn C die Leistung erbracht und in Rechnung gestellt hat und sie von M bezahlt wurde, dann findet sie sich in Cs Buchführung, der den Betrag ja versteuern muss.

-- Editiert von janhinnerkf am 12.03.2021 02:01

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(87235 Beiträge, 34999x hilfreich)

Zitat (von janhinnerkf):
Doch, das kann man.

Dann bitte mal verraten wie der TS das machen soll?


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#4
 Von 
user08154711
Status:
Lehrling
(1902 Beiträge, 253x hilfreich)

Zitat (von janhinnerkf):
Doch, das kann man. Weil Rechnungen gemäß Abgabenordnung so nummeriert sein müssen, daß man ihre Reihenfolge nachvollziehen kann.
Und?

- Rechnung vom 1.2.2021 mit Rg. Nummer 20210201-1
- Rechnung vom 1.3.2021 mit Rg. Nummer 20210301-1

Beides korrekt gem. Steuerrecht.

Neue Rechnung erstellt mit Datum 24.2.2021 und Rg. Nummer 20210224-1

Und nu? Was willst Du jetzt bemerken?

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#5
 Von 
janhinnerkf
Status:
Frischling
(28 Beiträge, 2x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von janhinnerkf):
Doch, das kann man.

Dann bitte mal verraten wie der TS das machen soll?

Die Aussage im EP war nicht, ob oder wie der TE das feststellen kann, sondern "daß man das nicht feststellen könne".
Und das ist so nicht richtig, es lässt sich grundsätzlich durchaus feststellen, und spätestens wenn irgendwer (das Finanzamt, ein Unterhaltsberechtigter, ein Gläubiger...) einen rechtlichen Anspruch auf Auskunft hat, kann er es dann auch feststellen.

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#6
 Von 
janhinnerkf
Status:
Frischling
(28 Beiträge, 2x hilfreich)

Zitat (von user08154711):
Zitat (von janhinnerkf):
Doch, das kann man. Weil Rechnungen gemäß Abgabenordnung so nummeriert sein müssen, daß man ihre Reihenfolge nachvollziehen kann.
Und?

- Rechnung vom 1.2.2021 mit Rg. Nummer 20210201-1
- Rechnung vom 1.3.2021 mit Rg. Nummer 20210301-1

Beides korrekt gem. Steuerrecht.

Neue Rechnung erstellt mit Datum 24.2.2021 und Rg. Nummer 20210224-1

Und nu? Was willst Du jetzt bemerken?


Daß eine Rechnung mit dem Datum 24.2.2021 und der Rg-Nummer 20210224-1 erstellt wurde? Naheliegend, oder?

Für den Auskunftsbegierigen des EP spielt aber das eine so wenig eine Rolle wie das andere.
Ein Kontoauszug hilft ihm da auch nichts. Es kann eine später ausgestellte Rechnung früher bezahlt werden als eine andere, es kann eine Rechnung in bar bezahlt werden, etc.pp.

Der TE beschreibt das Szenario:

"Im Trennungsjahr zahlt M eine 4stellige Summe an einen Bekannten C. Angeblich für eine Leistung, die C. gewerblich als Selbständiger erbracht hat."

Das beinhaltet die Unterstellung, der M habe eine 4stellige Summe gezahlt, obwohl C gar keine Leistung dafür erbracht habe.

Das mag sein, oder nicht sein. Ein Blick auf den Vertrag, die Rechnung oder die Kontoauszüge trägt zur Klärung da überhaupt nichts bei, weil C, wenn er dem A mit einer fiktiven Leistung, die er in Rechnung stellt, dabei helfen will, Geld zu verschieben, dann zwangsläufig eine Rechnung dafür stellen wird.

Denn sonst müsste er ja erklären, wofür der A ihm sonst die 4stellige Summe bezahlt hat.

Ob tatsächlich die in Rechnung gestellte Leistung erbracht wurde, lässt sich weder mittels der Rechnung oder der Rechnungsnummer oder eines Kontoauszugs feststellen... Und auch nicht durch einen Blick auf einen zugrundeliegenden Vertrag. Der Vertrag kann im übrigen auch mündlich geschlossen worden sein, dann gibt's da gar nix zum gucken.

Auf der Rechnung steht: Datum X, Rechnungsnummer Y, Leistung Z.

Auf dem Kontoauszug steht (in aller Regel) der Absender der Überweisung und der Überweisungszweck, das wird dann die Rechnungsnummer sein.

Was wäre damit jetzt gewonnen, sich die Rechnung oder den Vertrag (so es ihn schriftlich gibt) angucken zu können? Genau: gar nichts.

Deshalb ja meine Frage, was der TE sich davon verspricht.

-- Editiert von janhinnerkf am 13.03.2021 01:37

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#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(87235 Beiträge, 34999x hilfreich)

Zitat (von janhinnerkf):
Die Aussage im EP war nicht, ob oder wie der TE das feststellen kann

Aha ...
Zitat (von 15052019):
Wie kann F. Anhaltspunkte finden, ...

Zitat (von 15052019):
Wie kann F. die Rechnung überprüfen?

Das mit dem lesen und verstehen üben wir dann aber noch mal ...



Zitat (von janhinnerkf):
Denn sonst müsste er ja erklären, wofür der A ihm sonst die 4stellige Summe bezahlt hat.

Warum sollte er das müssen? Er ist F keinerlei Rechenschaft schuldig.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#8
 Von 
janhinnerkf
Status:
Frischling
(28 Beiträge, 2x hilfreich)

Unterstellen wir mal, daß der A tatsächlich mit Hilfe des C eine 4stellige Summe "beiseite schaffen" will.

Der C stellt dem A also eine Rechnung. C ist Handwerker, und er stellt dem A den Bau einer Gartenmauer in Rechnung. A überweist den Rechnungsbetrag brav.

Damit das überhaupt Sinn für beide macht, müsste C einen Teil des Geldes einbehalten, denn er muss die Einnahme des überwiesenen Geldes ja versteuern. Sonst würde er draufzahlen.

Nehmen wir an, das werde so gemacht. A überweist dem C 7.000€ und sagt: "5.000€ schaffst Du für mich beiseite, 2.000€ darfst Du für Deine Aufwendungen behalten."

Dann dümpeln 5.000€ auf dem Konto und in der Bilanz von C herum, die der für A "bunkert". Will A die 5.000€ nun zurück haben, am besten in bar, dann muß C sie wieder ausbuchen. Anderenfalls ist es eine Privatentnahme, die steuerliche Folgen hat.

Bei der Gartenmauer könnte man ja sogar noch in eine Beweiserhebung eintreten und nachgucken, ob es die Mauer wirklich gibt. Prozessbetrug ist ja keine Lappalie.

Handelt es sich um eine "nicht dingliche" Dienstleistung, ist die Verifizierung, ob die tatsächlich auch erbracht wurde, praktisch unmöglich, wenn A und C sich einig sind, sich gegenseitig ihre Aussage zu bestätigen.

Der Knackpunkt ist aber so oder so, daß ein Selbständiger, seine Rechnung und sein Konto völlig ungeeignet sind, auf diese Weise "Geld beiseite zu schaffen". Weil das nun mal beim Empfänger verbucht und versteuert werden muss.

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#9
 Von 
user08154711
Status:
Lehrling
(1902 Beiträge, 253x hilfreich)

Zitat (von janhinnerkf):
Zitat (von 15052019):
Mann kann an der Rechnungsnummer ja nicht sehen, ob diese in die Reihenfolge anderer Rechnungen passt.

Doch, das kann man. Weil Rechnungen gemäß Abgabenordnung so nummeriert sein müssen, daß man ihre Reihenfolge nachvollziehen kann.
Und Dein "das kann man" mit Deiner Begründung bleibt falsch.

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