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GbR Insolvenz

11.12.2007 Thema abonnieren
 Von 
FlorianH
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
GbR Insolvenz

Hallo,
mich interessiert mal etwas zur Insolvenz bei einer GbR mit zwei Gesellschaftern.

Angenommen, die GbR ist derzeit noch nicht insolvent, aber die Prognosen für die kommenden (sagen wir mal 3-4) Monate würden eine Zahlungsunfähigkeit in diesem Zeitraum erwarten lassen. Alle möglichen Szenarien, die Zahlungsunfähigkeit abzuwenden sind durchgespielt und es gäbe kein Entrinnen. Könnte die GbR jetzt schon einen Insolvenzantrag stellen, da ja absehbar ist, dass ihr bald das Geld ausgeht, oder müssten die Gesellschafter alle zur Verfügung stehenden Mittel jetzt schon liquide machen um solange durchzuhalten, bis wirklich nichts mehr an Kapiatl da ist?

Der Hintergrund ist ganz einfach folgender: Würde die GbR in die Insolvenz gehen, so könnte auch der Mietvertrag über die Geschäftsräume zeitnah gekündigt werden (3 Monate). Würde die GbR aber solange warten bis überhaupt kein Geld mehr da ist, könnte sie die Miete nicht mehr begleichen, so könnte der Vermieter der Geschäftsräume den Mietvertrag kündigen und seine Mietforderungen für die komplette Restlaufzeit des Mietvertrages (8 Jahre) geltend machen.

Aufgrund dieser rein hypothetischen Erläuterung daher die Frage: Kann eine GbR einen Insolvenzantrag stellen, obwohl noch liquide Mittel da sind, aber absehbar ist, dass diese in 3 Monaten restlos aufgebraucht sind? Oder muss alles an Kapital reingebuttert werden bis wirklich nichts mehr da ist, um dann Insolvenzantrag zu stellen?

Danke für die Antworten!

Viele Grüße!
Florian

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1 Antwort
Sortierung:
#1
 Von 
Eidechse
Status:
Senior-Partner
(6949 Beiträge, 3829x hilfreich)

Als Insolvenzeröffnungsgrund gilt gem. § 18 InsO auch die drohende Zahlungsunfähigkeit. Wenn wirklich abzusehen ist, dass die künftig fällig werdenden Verbindlichkeiten nicht bedient werden können, dann könnte ein Insolvenzantrag vor dem Hintergrund der drohenden Zahlungsunfähigkeit gestellt werden.

Wenn aber wirklich nur Ziel sein sollte, dass der Vermieter nicht die Miete für die Restlaufzeit als Schadenersatz geltend machen kann, dann hilft ein frühzeitiger Insolvenzantrag auch nicht weiter. Zwar ist es richtig, dass nach Insolvenzeröffnung der Insolvenzverwalter mit einer Frist von drei Monaten gem. § 109 I 1 InsO kündigen kann, aber gem. § 109 I 3 InsO kann der Vermieter trotzdem den Mietzins bis zur regulären vertragsmäßig vereinbarten Beendigung des Mietverhältnisses als Insolvenzforderung geltend machen. Letztendlich wäre also das Ergebnis mit und ohne frühen Insolvenzantrag dasselbe.

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