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Außerger. Schuldenbereinigungsplan / Vorzeitig ablösen aber wie ist es korrekt?

 Von 
Mama_22
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 3x hilfreich)
Außerger. Schuldenbereinigungsplan / Vorzeitig ablösen aber wie ist es korrekt?

Hallo,

sagen wir mal, jemand hat mit vielen Gläubigern und einem Anwalt einen außergerichtlichen Schuldenbereinigungsplan erstellt. Die Gläubiger haben seinerzeit auf ca. 15% verzichtet.

Nun nach fünf Jahren möchte der Schuldner alle restlichen Forderungen auf einmal begleichen. Der Anwalt sagte damals, das würde gehen; dafür müsse man alle Gläubiger anschreiben, die Restsumme nennen und dann hätten diese sieben Tage Zeit zu widersprechen. Folgt keine Reaktion oder das Einverständnis, kann man die Zahlung vornehmen. Leider erreiche ich den Anwalt nicht mehr.

Nun frage ich mich, ist das so richtig?
Muss der Schuldner alle anschreiben, damit niemand benachteiligt wird?
Was passiert, wenn drei es ignorieren, drei zustimmen und drei ablehnen? Darf man die ersten sechs dann trotzdem ablösen?
Gerade, wenn das Finanzamt einer der Gläubiger ist, finde ich es schwierig. Schließlich gab es über die Jahre ein paar Erstattungen, die das Finanzamt verrechnet hat und das Finanzamt rechnet in allen Kontoauszügen immer mit 100% der Schuld statt mit 85%, wie vereinbart. (sie sagen, das geht nicht anders und erst bei vollständiger Zahlung erfolgt die Korrektur) Gilt, wenn es diese 7-Tages-Frist gibt, diese auch für das Finanzamt?

Würde mich sehr über Eure Meinungen freuen.

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Schuldner Zahlung Frage


8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
AltesHaus
Status:
Richter
(8523 Beiträge, 2487x hilfreich)

Diese Fragen sollte man dem Anwalt stellen, am besten schriftlich (es eilt ja nicht) und ihn bitten schriftlich zu antworten.

Signatur:Ich erteile keine Ratschläge, ich schreibe nur wie ich die Dinge handhaben würde.
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#2
 Von 
Mama_22
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 3x hilfreich)

Zitat (von AltesHaus):
Diese Fragen sollte man dem Anwalt stellen, am besten schriftlich (es eilt ja nicht) und ihn bitten schriftlich zu antworten.

Ähm ja, das wurde bereits dreimal gemacht inkl. Telefonanrufen. Nach drei Monaten kann man sicherlich auch selbst aktiv werden. Nur finde ich diese 7 Tages Frist nirgends. Ich finde zu diesem Thema nicht mal Ansätze, was die vorzeitige Ablösung betrifft.

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#3
 Von 
AltesHaus
Status:
Richter
(8523 Beiträge, 2487x hilfreich)

Vage ... ich bin kein Experte bezgl. Inso ist es so, bezweifel ich diese Aussage etwas, da es mWn der Zustimmung aller Bedarf, weiterhin halte ich 7 Tage für eine eher(zu) kurze Reaktionsfrist.

Signatur:Ich erteile keine Ratschläge, ich schreibe nur wie ich die Dinge handhaben würde.
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#4
 Von 
mepeisen
Status:
Heiliger
(21172 Beiträge, 14424x hilfreich)

Es gibt keine 7 Tages-Frist.
Das einzige, was man hier ansetzen könnte, wäre eine konkludente Handlung durch das Schweigen und die spätere Annahme des Geldes.

Problematisch ist das alles nur, wenn der Vergleich an eine Bedingung geknüpft war. Wenn es also beispielsweise geheißen hat: "Sollte im Laufe der nächsten Jahre die Einkommenssituation verbessert werden, ist der Vergleich hinfällig". Denn dann würden die Gläubiger nachfragen, wo plötzlich das Geld herkommt.

-- Editiert von mepeisen am 07.01.2019 15:31

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(63757 Beiträge, 30909x hilfreich)

Zitat (von Mama_22):
dann hätten diese sieben Tage Zeit zu widersprechen

Woher diese 7 Tage stammen sollen weis ich nicht - eine derartige Regelung wäre mir neu.
Zumal eine angemessene Frist in der Regel nicht unter 14 Tagen liegt.

Bei einem mehrjährigen Verfahren sollte man da eher 4 Wochen ansetzen.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#6
 Von 
Mama_22
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 3x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Woher diese 7 Tage stammen sollen weis ich nicht - eine derartige Regelung wäre mir neu.

Ich weiß jetzt, woher diese Regelung stammt :-) Sie steht im Plan, dem alle Gläubiger zugestimmt haben ;)

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#7
 Von 
AltesHaus
Status:
Richter
(8523 Beiträge, 2487x hilfreich)

Zitat (von Mama_22):
Ich weiß jetzt, woher diese Regelung stammt :-) Sie steht im Plan, dem alle Gläubiger zugestimmt haben ;)

Was steht da genau? Das Sie bei vorzeitiger Ablösung 7 Tage Zeit hätten dem zu widersprechen?

Signatur:Ich erteile keine Ratschläge, ich schreibe nur wie ich die Dinge handhaben würde.
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#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(63757 Beiträge, 30909x hilfreich)

Zitat (von Mama_22):
Sie steht im Plan, dem alle Gläubiger zugestimmt haben

Das wäre ja gar nicht mal so schlecht.

Der Wortlaut würde mich auch mal interessieren.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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