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Forderungsaufstellung durch RA fehlerhaft?VA Termin naht.Was tun?

5.1.2021 Thema abonnieren Zum Thema: GV Frage
 Von 
J.A.Er
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 3x hilfreich)
Forderungsaufstellung durch RA fehlerhaft?VA Termin naht.Was tun?

Hallo Community

Ich hoffe das mir hier jemand weiterhelfen kann, weil ich doch ziemlich verunsichert bin.

Fangen wir da von vorne an:

Mit Schreiben von 19.11.2020 bekam ich ein Schreiben aufgrund einer alten, titulierten Forderung vom RA(ist auch der Gläubiger) mit dem Hinweis das ein genaue Forderungsaufstellung noch folgen würde. Ich sollte aber schon mal Raten zahlen von 100 €. Nun habe ich erst mal die Forderungsaufstellung abgewartet um zu sehen wie hoch diese Forderung jetzt ist, und ob da keine verdeckten Inkassokosten oder ähnliches sind. Persönlich habe ich von dem RA seit Jahren nichts gehört oder bekommen, ich brauche ja erst mal einen genauen Sachstand bevor ich in Ratenzahlung gehe.Wortlaut "sie schulden mir noch Geld zahlen im Dezember 100 € dann kommt auch eine Forderungsaufstellung".

Frage: Kann er das so machen? Ich warte auf die Forderungsaufstellung und er geht mit Datum 16.12.2020 zum GV. Ich hätte ihn jetzt am Anfang des neuen Jahres angeschrieben, wo diese bleibt

Was als Nächstes kam, war jetzt am 4.1.2021 Post vom GV. 726 €, Termin VA und eine Forderungsaufstellung aus der ich nicht schlau werde.
Nov 2013- Januar2014 in der Reihenfolge: Kosten für das Zwangsvollstreckungsverfahren (18 € ;) , Kosten für die Vermögensauskunft(18€ ;) , Gerichtsvollzieherkosten(21,25 € ;) . Zu dem Zeitpunkt hatte ich aber eine VA in einer anderen Sache abgegeben, war in der damals 3 Jahresfrist. Ich habe aber von keiner Seite einen Hinweis bekommen das da eine Vollstreckung erfolgt ist.

Das gleiche Spiel im Nov 2017, da erfolgte noch vorher die Einsicht ins Schuldnerverzeichnis für 4,50 €. Auch hier hatte ich noch eine VA am Laufen, das dürfte dem RA ja dann schon bei der Einsicht Schuldnerverzeichnis aufgefallen sein. In dem Schreiben vom 19.11. hat der RA übrigens geschrieben das er 2017 nicht vollstreckt hätte, weil er ja eben dies gesehen hätte.

Frage: Ist das zulässig? Greift hier eine Schadensminderungspflicht? Warum werde ich da vom GV nicht informiert das da jemand vollstreckt?

Dann taucht in der Forderungsaufstellung 2x die Bezeichnung "Gerichtskosten" von 10 und 15 € auf, ohne Hinweis was das sein könnte.
Auch aufgelaufene Zinsen in einer Zeile von - bis mit 4 % jährlich. 8 Jahre ist da übrigens laut Forderungsaufstellung nichts passiert.

Frage : Greifen da Verjährungsfristen ? Sind die 4 % korrekt?

Ich bin sehr perplex da ich etliche Jahre in dieser Sache weder vom GV noch vom RA etwas in dieser Sache gehört habe. Deswegen kann ich die Forderungsaufstellung auch nicht mehr nachvollziehen, weil ich ja auch keine Unterlagen darüber bekommen habe.

Frage: Da es sich ja hier um Gerichtskosten/GV Kosten handelt, kann der GV das Nachprüfen ob das auch so erfolgt ist? Oder muss ich mich da an eine andere Stelle wenden?

Nun die Sache sollte ja mal endlich aus der Welt, ich habe dem RA jetzt ein Vergleichsangebot gemacht von Einmalzahlung 250 €, man kann noch etwas nachverhandeln, aber als Grundsicherungsempfänger habe ich nicht viel Spielraum.

Frage: Wie seht ihr da die Chancen das der RA darauf eingeht? Oder wäre es klüger die VA abzugeben und dann noch Mal ein Angebot abzugeben? Pfändbares Einkommen ist ja nicht vorhanden und P Konto vorhanden.

Besten Dank im Voraus für Hilfe, Hinweise,Meinungen



-- Editiert von J.A.Er am 05.01.2021 09:10

-- Editiert von J.A.Er am 05.01.2021 09:15

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GV Frage


11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Ex Inkassomitarbeiter
Status:
Lehrling
(1427 Beiträge, 488x hilfreich)

Die Zinsen unterliegen der 3 jährigen Verjährung. Die Einrede der Verjährung muss von dir als Schuldner erfolgen.
Für GV- und Gerichtskosten kann man eine RG anfordern beim RA.
Ob dein Vergleichsangebot Erfolg hat oder nicht lässt sich so pauschal nicht beantworten.

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#2
 Von 
Solan196
Status:
Lehrling
(1363 Beiträge, 125x hilfreich)

Zitat (von J.A.Er):
Nov 2013- Januar2014 in der Reihenfolge: Kosten für das Zwangsvollstreckungsverfahren (18 € ;) , Kosten für die Vermögensauskunft(18€ ;) , Gerichtsvollzieherkosten(21,25 € ;) . Zu dem Zeitpunkt hatte ich aber eine VA in einer anderen Sache abgegeben, war in der damals 3 Jahresfrist. Ich habe aber von keiner Seite einen Hinweis bekommen das da eine Vollstreckung erfolgt ist.

Muss ja auch nicht sein, der Anwalt beantragt die Abgabe der VA, der GV sagt, hat schon, hier haste ne Kopie, so sind die Kosten entstanden.

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#3
 Von 
J.A.Er
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 3x hilfreich)

Zitat (von Solan196):
Zitat (von J.A.Er):
Nov 2013- Januar2014 in der Reihenfolge: Kosten für das Zwangsvollstreckungsverfahren (18 € ;) , Kosten für die Vermögensauskunft(18€ ;) , Gerichtsvollzieherkosten(21,25 € ;) . Zu dem Zeitpunkt hatte ich aber eine VA in einer anderen Sache abgegeben, war in der damals 3 Jahresfrist. Ich habe aber von keiner Seite einen Hinweis bekommen das da eine Vollstreckung erfolgt ist.

Muss ja auch nicht sein, der Anwalt beantragt die Abgabe der VA, der GV sagt, hat schon, hier haste ne Kopie, so sind die Kosten entstanden.

Und selber als Schuldner wird man nicht drüber informiert?

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#4
 Von 
J.A.Er
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 3x hilfreich)

Zitat (von Ex Inkassomitarbeiter):
Die Zinsen unterliegen der 3 jährigen Verjährung. Die Einrede der Verjährung muss von dir als Schuldner erfolgen.
Für GV- und Gerichtskosten kann man eine RG anfordern beim RA.
Ob dein Vergleichsangebot Erfolg hat oder nicht lässt sich so pauschal nicht beantworten.

Was ist eine RG?

Und das sinnvoll hier einen Anwalt(frag einen Anwalt) zu beauftragen einen Vergleich auszuhandeln?Geht das überhaupt?

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#5
 Von 
Solan196
Status:
Lehrling
(1363 Beiträge, 125x hilfreich)

Zitat (von J.A.Er):
Und selber als Schuldner wird man nicht drüber informiert?

Nein.

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#6
 Von 
Ex Inkassomitarbeiter
Status:
Lehrling
(1427 Beiträge, 488x hilfreich)

RG=Rechnung
Hast du denn Geld für einen RA um diesen zu beauftragen? Wäre es nicht besser die paar hundert EUR an den Gläubiger zu zahlen.

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#7
 Von 
Solan196
Status:
Lehrling
(1363 Beiträge, 125x hilfreich)

Zitat (von J.A.Er):
Ich warte auf die Forderungsaufstellung und er geht mit Datum 16.12.2020 zum GV. Ich hätte ihn jetzt am Anfang des neuen Jahres angeschrieben, wo diese bleibt

Natürlich kann er das machen, er hätte auch nicht so freundlich sein müssen und dir eine Ratenzahlung vorschlagen.

Ich gehe mal davon aus, dass du nicht liquide bist, denke mal über eine Insolvenz nacht.

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#8
 Von 
Sir Berry
Status:
Unparteiischer
(9299 Beiträge, 2918x hilfreich)

Zitat (von J.A.Er):
Frage: Kann er das so machen?

Ja. Kann er und hat er.

Der GV wird zu vollstrecken versuchen:

Die Forderung aus dem Titel,
die seither aufgelaufenen Zinsen,
alle ihm vom Gläubiger nachgewiesenen bisherigen Vollstreckungskosten,
alle ihm vom Schuldner nachgewiesenen Kosten die zur Vorbereitung der Vollstreckung unabdingbar waren, z.B. angemessene Adressermittlungskosten.

Der GV wird aber nicht auf Zuruf weitere Kosten vollstrecken.

Berry

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#9
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24281 Beiträge, 15703x hilfreich)

Zitat:
Wäre es nicht besser die paar hundert EUR an den Gläubiger zu zahlen.

Wenn man frei erfundenen Quatsch vermutet, soll man den einfach zahlen?
Sorry, diese Idee ist unsinnig.

Zitat:
In dem Schreiben vom 19.11. hat der RA übrigens geschrieben das er 2017 nicht vollstreckt hätte, weil er ja eben dies gesehen hätte.

Wenn er dies geschrieben hat, dann würde ich mit diesem Schreiben den Gerichtsvollzieher darauf aufmerksam machen. Freundlich bitten, dass er diese Kostenpositionen mal überprüfen möge, denn du vermutest, dass sie frei erfunden sind und dass nie ein Vollstreckungsversuch u.ä. erfolgt ist.
Zitat:
Dann taucht in der Forderungsaufstellung 2x die Bezeichnung "Gerichtskosten" von 10 und 15 € auf, ohne Hinweis was das sein könnte.

Auch hier den GV bitten, das zu klären.
Sowie auch die Zinsverjährung zu berücksichtigen. Auch die Zinsen bis 2017 könnten inzwischen verjährt sein. Wenn ich es richtig sehe, hat der Gläubiger nicht ganz alle 3 Jahre etwas probiert bzw. er ist wohl dieses Jahr zu spät dran.

Ganz wichtig: Wenn der Gerichtsvollzieher auf einer Vermögensauskunft besteht, musst du sie abgeben.

Allerdings kannst du auch den Brief für die Rateneinigung mitnehmen. Sprich: Versuche anzubieten, dass du eine angemessene Ratenzahlung auch gerne beim Gerichtsvollzieher machst, wenn die Forderungsaufstellung vernünftig bereinigt und geklärt wurde und gerne damit die Vermögensauskunft vermeiden würdest. Bitte den GV einfach, das so zu klären. Andernfalls kannst du eh nichts zahlen, da du Grundsicherung bekommst und da sowieso nicht zu viel übrig bleibt. Manche GV sind da verständnisvoll und nutzen ihren Spielraum aus bzw. versuchen das nochmal mit dem Gläubiger zu klären.

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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#10
 Von 
J.A.Er
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 3x hilfreich)



Wird das denn mit den Kostenpositionen nicht vorher vom GV überprüft? Sonst kann man ja dann sonst was reinschreiben.

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#11
 Von 
Solan196
Status:
Lehrling
(1363 Beiträge, 125x hilfreich)

Zitat (von J.A.Er):
Wird das denn mit den Kostenpositionen nicht vorher vom GV überprüft?

Nö, wie sollte der GV dass denn prüfen?

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