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Kontopfändung vor Zustellung BEeschluss

 Von 
ArmaSteiner
Status:
Beginner
(61 Beiträge, 7x hilfreich)
Kontopfändung vor Zustellung BEeschluss

Guten Tag,

folgender Sachverhalt:

heute ist auf einem Konto eine Pfändung in Höhe von 1088 Euro eingegangen. Der jeweilige Pfändungs- und Überweisungsbeschluß dazu wurde am 23.07.20 verfasst und jedoch erst am 29.07.20 zugestellt. Somit blieb keine Möglichkeit, Vorkehrungen gegen diese hohe Pfändung zu treffen.

Ist dieser Vorgang Seitens Gerichtsvollzieher Rechtskonform?

Das Problem besteht darin, dass 2 Kinder zu unterhalten sind und der Lebenspartner keiner Sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nachgeht.

Einkommen: 2348 Euro netto.
Es ist davon auszugehen, dass einige Rechnungen nicht getätigt werden können.
Desweiteren werden finanzielle Mittel benötigt um das tägliche Pendeln zum Dienstort zu gewährleisten.

Nach Abzug von Miete Strom, Versicherungen und Handyrechnung sind keine finanzielle Mittel mehr vorhanden!

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Pfändung Gerichtsvollzieher


11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Blacky81
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Die Pfändung ist mit Zustellung wirksam.

Was wurde denn gepfändet ? Lohn oder Bankguthaben ?

Bei Lohn berechnet der Arbeitgeber den pfändungsfreien Betrag.
Bei 3 unterhaltspflichtigen Personen beträgt dieser mindestens 2100 netto.

Wurde das Konto gepfändet, kann innerhalb von ca. 4 Wochen das Konto in ein Pfändungsschutzkonto umgewandelt werden. Dazu sprechen Sie am besten mit der Bank.

Und das der Drittschuldner den Beschluss zuerst bekommt ist logisch, da ja sonst unredliche Schuldner z.B. ihr Konto leerräumen könnten.

-- Editiert von Blacky81 am 30.07.2020 17:40

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#2
 Von 
ArmaSteiner
Status:
Beginner
(61 Beiträge, 7x hilfreich)

Es handelt sich um eine Kontopfändung. Da die Beschluß am 23.07 verfasst wurde, gehe ich davon aus, dass dieser unter normalen Umständen von der Post zugestellt wird.
In diesem Fall waren es weit mehr als der normalen 1-3 Tage.

Somit hätte dieser Beschluß spätestens Montag, den 27.07 im Breifkasten sein müssen.

Somit hätte ich vermutlich am kommenden Montag schon mein Konto wieder frei haben können, bzw es in ein P-Konto umgewandelt.

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(81999 Beiträge, 34086x hilfreich)

Zitat (von ArmaSteiner):
Somit blieb keine Möglichkeit, Vorkehrungen gegen diese hohe Pfändung zu treffen.

Aber sicher gab es diese, denn bis so ein Titel vorliegt vergehen Monate, mitunter Jahre.

Im übrigen hat diese Vorgehensweise genau diesen Zweck, nämlich Vorkehrungen nicht legaler Art zu verhindern, damit der Gläubiger am Ende nicht in die Röhre schaut.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#4
 Von 
Blacky81
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Der Beschluss wird vom Vollstreckungsgericht erlassen. Bis der von der Geschäftsstelle bearbeitet wird, vergeht Zeit. Bis der zum GV gelangt, vergeht Zeit. Bis der GV den Beschluss zur Bank schafft, vergeht Zeit.

Also alles ganz normal.

Der GV stellt das Ding zu. Erst dann wird ja die Pfändung wirksam. Dann ist ja genug Zeit ein P Konto einzurichten. Es ist somit absolut egal, wann das Gericht den Beschluss erlassen hat. Es ist nur wichtig, wann die Bank den bekommen hat.

Zwischen Zustellung an die Bank und Zustellung an den Schuldner vergehen dann in der Regel nochmal 2-3 Tage.

Noch Fragen ?

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#5
 Von 
ArmaSteiner
Status:
Beginner
(61 Beiträge, 7x hilfreich)

Das Problem ist, dass wir 2012-13 mit Flexstrom auf die Schnauze geflogen sind als wir uns zudem noch im Hartz IV Bezug befunden haben. "Flexstrom" sollte einigen bekannt sein. Ansonsten mal googeln.
Es war nicht die seriöseste Firma. Mittlerweile sind die Pleite und der Insolvenzverwalter ist zu Gange.

Wir sollten für 2 Jahre, 2013, 1300 Euro nachzahlen, obwohl wir monatlich bei einen 3 Personenhaushalt 70 Euro Stromabschläge gezahlt haben.
Es handelte sich um eine Endabrechnung, welche in der Höhe nicht sein kann.

Der Mahnbescheid kam 2018. Wir haben Widerspruch eingelegt und das Amtsgericht hat gegen uns entschieden.
Urteil/Vergleich 3700 Euro! Wir hatten kein Geld für einen Anwalt.

Seit 2013 ist das durch zig verschiedene Inkassounternehmen gegangen. Wir dachten das wäre mal verjährt.
Ich blicke da nicht durch, wenn Inkassounternehmen an der Sache sind.

Jetzt will man fast 6000 Euro von uns...












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#6
 Von 
Ex Inkassomitarbeiter
Status:
Lehrling
(1386 Beiträge, 479x hilfreich)

Was hast du denn seit 2018 gezahlt? Vermutlich nix.
3700€ Urteil + Kosten des Verfahrens + Kosten für Zwangsmaßnahmen ... da können knapp 6000€ schon ok sein.

Des Weiteren ist es selbstverständlich, dass der DS den Pfüb zuerst bekommt, diesen bearbeiten kann und der Schuldner diesen später bekommt um eben nichts beiseite schaffen zu können.

Im Übrigen kam die Pfändung nicht überraschend für dich. Das Urteil und der KfB sind bekannt.

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#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(81999 Beiträge, 34086x hilfreich)

Zitat (von Ex Inkassomitarbeiter):
da können knapp 6000€ schon ok sein.

Ja, aber dennoch sollte man genau prüfen was tituliert wurde und was nun eingetrieben werden soll - Inkassos erfinden da gerne mal Unfuggebühren...


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#8
 Von 
Ex Inkassomitarbeiter
Status:
Lehrling
(1386 Beiträge, 479x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von Ex Inkassomitarbeiter):
da können knapp 6000€ schon ok sein.

Ja, aber dennoch sollte man genau prüfen was tituliert wurde und was nun eingetrieben werden soll - Inkassos erfinden da gerne mal Unfuggebühren...

Keine Frage das sollte man tun

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#9
 Von 
Sir Berry
Status:
Richter
(8943 Beiträge, 2848x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Ja, aber dennoch sollte man genau prüfen was tituliert wurde und was nun eingetrieben werden soll - Inkassos erfinden da gerne mal Unfuggebühren...

Wir vermutlich - was man hier so liest - so sein.

Allerdings lassen sich nicht titulierte Forderungen außer den Kosten für Vollstreckungsversuche auch nicht im Wege der Zwangsvollstreckung eintreiben.


Zitat (von ArmaSteiner):
Einkommen: 2348 Euro netto.
Es ist davon auszugehen, dass einige Rechnungen nicht getätigt werden können.
Desweiteren werden finanzielle Mittel benötigt um das tägliche Pendeln zum Dienstort zu gewährleisten.


Erst die Altschulden bezahlen.

Berry

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#10
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(31251 Beiträge, 12427x hilfreich)

Es ist etwas naiv, zu glauben, dass austitulierte Forderungen sich irgendwie in Luft auflösen. Da kann man in der Regel 30 Jahre draus vollstrecken. Jetzt gilt es, alles in die richtigen Bahnen zu lenken. Also für die Zukunft ein P-Konto einrichten, evtl. Ratenzahlungsvereinbarung treffen, die dann aber auch einzuhalten ist.

Jedenfalls war die Pfändung absolut korrekt, in welcher Höhe die Zusatzkosten korrekt sind, das können wir hier nicht abschätzen, wobei die Summe insgesamt nicht unrealistisch erscheint.

wirdwerden

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#11
 Von 
Solan196
Status:
Praktikant
(912 Beiträge, 81x hilfreich)

PKonto einrichten und dem Gläubiger eine Ratenzahlung vorschlagen, idR gehen Großgläubiger darauf ein.

Achte beim Einrichten des PKontos darauf, dass die Freigrenze angehoben wird.

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