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Lohnpfändung ...

30.7.2014 Thema abonnieren
 Von 
er0307
Status:
Beginner
(89 Beiträge, 14x hilfreich)
Lohnpfändung ...

Guten Tag,

folgendes Szenario bietet sich gerade:

Familienvater (verheiratet, 3 Kinder) mit wechselndem monatlichem Einkommen

Beim Arbeitgeber liegt eine Lohnpfändung über knapp 1100 Euro vor, Mitarbeiter ist informiert

Vom Juli-Gehalt, welches ca. 2800/2900 Euro betragen wird, zahlt die Firma dem Mitarbeiter 2100 Euro aus, laut einer schlauen Tabelle und wird den Rest an den Gläubiger überweisen.

Nun besagen andere Quellen jedoch, dass von den 2800/2900 Euro zwischen 140,86 & 160,86 Euro pfändbar wären.

Was stimmt nun?

Wie kann sich der Mitarbeiter verhalten, wenn trotz Hinweis an die Firma auf die Pfändunggrenzen NUR 2100 Euro ausbezahlt werden und der Rest an den Gläubiger.

Vielen Dank im Voraus

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14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hamburger-1910
Status:
Bachelor
(3146 Beiträge, 3262x hilfreich)

Ist Ihre Frau ohne Einkommen?

Was steht im PfüB?

Sind im Juli-Gehalt Sonderzahlungen enthalten?


quote:
Nun besagen andere Quellen jedoch, dass von den 2800/2900 Euro zwischen 140,86 & 160,86 Euro pfändbar wären.

Was stimmt nun?


Diese Beträge sind bei 4 unterhaltspfl. Pers. richtig!

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#2
 Von 
er0307
Status:
Beginner
(89 Beiträge, 14x hilfreich)

Das Nettogehalt setz sich aus Grundlohn und Zulagen zusammen.
Kein Urlaubsgeld oder ähnliches, wenn das gemeint ist.

Frau bezieht lediglich Kindergeld.

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#3
 Von 
hamburger-1910
Status:
Bachelor
(3146 Beiträge, 3262x hilfreich)
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#4
 Von 
er0307
Status:
Beginner
(89 Beiträge, 14x hilfreich)

quote:
Verweisen Sie den AG auf die aktuelle Pfändungstab. (§ 850c ZPO )!


Ist gestern geschehen, daraufhin wurde ein schlaues grünes Büchlein hervorgeholt und da der "Freibetrag" ermittelt/gezeigt.



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#5
 Von 
hamburger-1910
Status:
Bachelor
(3146 Beiträge, 3262x hilfreich)

Dann scheint sich der AG nicht auszukennen.

Ich würde den AG (direkt an die GF!) schriftlich unter Beifügung der Tab. zur korrekten Zahlung auffordern und gleichzeitig Schadensersatzansprüche f.d. Fall der fehlerhaften Auszahlung ankündigen.

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#6
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(22833 Beiträge, 15033x hilfreich)

quote:
Ich würde den AG (direkt an die GF!) schriftlich unter Beifügung der Tab. zur korrekten Zahlung auffordern und gleichzeitig Schadensersatzansprüche f.d. Fall der fehlerhaften Auszahlung ankündigen.

Würde ich exakt genauso machen. Bitte entsprechende Fristen beachten. Zuständig wäre dann IMHO das Arbeitsgericht. Und lass dich nicht abspeisen, dass du es dir vom Gläubiger wiederholen sollst. Das soll der Arbeitgeber schon selbst machen.

Wenn man mit den 2100€ zurecht kommt, auf ein gutes Arbeitsklima angewiesen ist und sowieso schnell tilgen will, könnte man es auch bei einer "Verwarnung" des Arbeitgebers belassen.

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"Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt."

-- Editiert mepeisen am 30.07.2014 21:35

-- Editiert mepeisen am 30.07.2014 21:36

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#7
 Von 
er0307
Status:
Beginner
(89 Beiträge, 14x hilfreich)


Würde ich exakt genauso machen. Bitte entsprechende Fristen beachten

Die wären in dem Fall?




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-- Editiert er0307 am 30.07.2014 21:55

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#8
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(22833 Beiträge, 15033x hilfreich)

Zum Einlesen hinsichtlich etwaiger Ausschlussfristen: http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Ausschlussfristen.html

Sollte man beim Arbeitgeber vor eine Wand rennen, hilft einem hier das Arbeitsgericht weiter, sowohl bei der Klageformulierung, als auch inhaltlich.

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"Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt."

-- Editiert mepeisen am 31.07.2014 07:53

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#9
 Von 
Tiger123
Status:
Praktikant
(998 Beiträge, 566x hilfreich)

quote:
Nettogehalt setz sich aus Grundlohn und Zulagen

Zur Prüfung des pfändbaren Betrages wäre es aber schon wichtig zu sagen WELCHE Zulagen sie da konkret meinen...

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#10
 Von 
Tiger123
Status:
Praktikant
(998 Beiträge, 566x hilfreich)

bzw. so pauschal auf die Tabelle zu verweisen ohne zu wissen um welche Zulagen es sich handelt ist schlicht falsch!
Diese können unter Umständen voll pfändbar sein, und daher gar nicht zu dem relevanten "Einkommen" für die Tabelle zählen...


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#11
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(22833 Beiträge, 15033x hilfreich)

quote:
bzw. so pauschal auf die Tabelle zu verweisen ohne zu wissen um welche Zulagen es sich handelt ist schlicht falsch!
Diese können unter Umständen voll pfändbar sein, und daher gar nicht zu dem relevanten "Einkommen" für die Tabelle zählen...

Richtig.
Wobei exakt dieselbe Argumentation auf den Arbeitgeber und sein schlaues grünes Büchlein zufällt.

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"Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt."

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#12
 Von 
Tiger123
Status:
Praktikant
(998 Beiträge, 566x hilfreich)

Deshalb sollte man am besten die Lohnabrechnung, bzw. die Berechnung der Pfändung prüfen bevor man Klage einreicht.

Ich weiß ja nicht wie in dem günen Büchlein der "Freibetrag ermittelt/gezeigt" wurde. Am besten nochmal mit dem Arbeitgeber reden und versuchen sich dies erklären zu lassen.

Aber einfach wie der Antragsteller Grundlohn und Zulagen zusammenzählen und dann in die Tabelle schauen führt aller vorraussicht nach zu einem rechtlich falschen Ergebnis...


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#13
 Von 
hamburger-1910
Status:
Bachelor
(3146 Beiträge, 3262x hilfreich)

http://www.meine-schulden.de/uebersichten___berechnungen/pfaendungstabelle


Dort gibt es eine Excel-Datei zum "bereinigten Nettolohn".

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#14
 Von 
Tiger123
Status:
Praktikant
(998 Beiträge, 566x hilfreich)

Der Rechner scheint erstmal ziemlich gut zu sein (und Unstreitig scheinen die "pfändbaren 700 EUR" erstmal deutlich zu hoch).
Unter dem Link gibt es ja auch die aktuelle Pfändungstabelle 2013.

Als Vorschlag wäre es doch vielleicht hilfreich die aktuelle Tabelle auszudrucken und damit zum Arbeitgeber zu gehen und konkret zu fragen:
"Die Tabelle sagt: 2800 EUR Lohn, 4 Unterhaltspflichten = 140,86 EUR pfändbar - wie kommst du auf 700 EUR pfändbar?"

Sind dem Arbeitgeber die 4 Unterhaltspflichten überhaupt bekannt? Welcher Lohn steht eigentlich tatsächlich in der Lohnabrechnung? Fehlerquellen gibt es viele, gerade für einen "kleinen" Arbeitgeber...
(und letztlich wäre es auf jeden interessant was zum Grundgehalt dazukommt. Provisionen? Nachtzuschläge? Bonuszahlungen?...)

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