Pfändung

14. August 2010 Thema abonnieren
 Von 
Soehnlein
Status:
Frischling
(39 Beiträge, 0x hilfreich)
Pfändung

Hallo zusammen,
gerade bekam ich von meiner Band einen Brief über eine Pfändungs- und Einziehungsverfügung.
Sowas ist für mich total neu und ich wäre über einen unverbindlichen Tipp sehr dankbar!
Es geht um 300 Euro den ich dem Arbeitsamt (zurecht) schulde. Das Hauptzollamt hat mich deswegen angeschrieben aber ich habe darauf noch nicht reagiert. Habe nämlich seit kurzem ein Job, krieg aber keine 900 Euro, weil ich für ne Zeitarbeitsfirma arbeite. Wenn die mir jetzt des auf einmal pfänden, hab ich echt ein riesiges Problem.
Jedenfalls versteh ich das Schreiben nicht ganz. Hier Auszüge:
"...vorgenannte Pfändung wurde uns am 12.08.2010 zugestellt. Wir sind verpflichtet die Pfändung zu beachten. Einwendungen erheben Sie bitte direkt bei der Vollstreckungsstelle. Da kein Guthaben besteht, können wir den Pfändungsbetrag nicht bezahlen. Wir haben ihre Konto und Karte gesperrt, bestehende Daueraufträge und Abbuchungsaufträge werden nicht mehr ausgeführt und gelöscht...Sollten sich auf ihren Konten Guthabenbestände ergeben, werden diese bis zum Pfändungsbetrag an die Vollstreckungsstelle weitergeleitet. Wir werden wegen der Pfändung die in Anspruch genommenen Kredite kündigen und zur sofortigen Rückzahlung fällig stellen, wenn Sie uns die Aufhebung der Pfändung nicht nachweisen. Bitte sorgen Sie bis spätestens 1.9. für eine schriftliche Aufhebung der Pfändungs- und Einziehungsverfügung. Nur so könne Sie die genannten Maßnahmen vermeiden."

Bis zum Dienstag wäre mein Lohn auf dem Konto. Heisst dieses Schreiben nun, daß mir diese 300 Euro auf jeden Fall von diesem Lohn abgezogen werden oder hab ich noch die Möglichkeit mit dem Hauptzollamt eine Ratenzahlung zu vereinbaren??

Vielen Dank im Voraus!

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7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Albarion
Status:
Lehrling
(1715 Beiträge, 689x hilfreich)

Dies bedeutet folgendes:

Ab sofort hast Du auf Dein Konto keinerlei Zugriff mehr, bis dass die Pfändung erwiesenermaßen erledigt ist und Dir dies die Vollstreckungsstelle bescheinigt.

Hast Du derzeit Dispokredite oder andere Kredite, werden diese nach dem 1.9. gekündigt und wären sofort fällig. Auch sämtliche lastschriften und dergleichen werden ab sofort nicht mehr durchgeführt. Sobald du mehr als 950 Euro Einkommen bzw. auch Guthaben hast (Pfändungsfreibetrag), wird dieser Betrag dazu verwendet um den Gläubiger zu befriedigen.

Du kannst gerne zum Hauptzollamt gehen und versuchen eine Ratenzahlung zu beantragen, es sollte möglich sein dies zu erreichen.

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#2
 Von 
CBW
Status:
Lehrling
(1635 Beiträge, 1000x hilfreich)

Hallo,
zur Ergänzung. Ich gehe davon aus, das es sich nicht um ein s.g. P-Konto handelt. Also wird zunächst das gesamte Guthaben nach Saldoziehung gepfändet.
Du kannst natürlich versuchen mit dem Zollamt eine eine Einigung zu erzielen. Damit diese bei der Bank die Pfändung zurückzieht.
Wenn du zumindest deinen Lohnanteil nach der Pfändungstabelle erhalten willst, dann musst du bei Gericht einen s.g. Pfändungsschutz beantragen.
Ansonsten ist ist die Bank lt. Pfändungsbeschluß verpflichtet, das gesamte Guthaben an den Gläubiger zu überweisen.

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#3
 Von 
Soehnlein
Status:
Frischling
(39 Beiträge, 0x hilfreich)

Ja dann brauche ich mir also doch keine Sorgen zu machen weil ich ja unter 900 Euro netto verdiene?

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#4
 Von 
Albarion
Status:
Lehrling
(1715 Beiträge, 689x hilfreich)

Doch Du musst zum Gericht und dort eine Freigabe für Dein Konto für den NICHT-Pfändbaren Teil beantragen. Die Bank darf 14 Tage lang nix überweisen und veranlassen zu Deinem Schutze.

Am besten gehst Du zum Rechtspfleger und nimmst deinen perso mit, ggf. noch Gehaltsabrechnungen und erklärst was passiert ist. I.d.R. wird dann zeitnah eine temporäre Freigabe des Kontos veranlaßt (und Dir zugesendet bzw auch der Bank) mit der Du deinen Teil verfügen bzw. abheben kannst.
Machst Du dies nicht, so wird wie bereits erwähnt, alles Guthaben dem Gläubiger überwiesen.

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#5
 Von 
guest-12319.09.2010 14:10:30
Status:
Praktikant
(685 Beiträge, 882x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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#6
 Von 
Soehnlein
Status:
Frischling
(39 Beiträge, 0x hilfreich)

Wow - ihr habt mir sehr weitergeholfen. Vielen Dank!!!

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#7
 Von 
Ilsa1939
Status:
Bachelor
(3728 Beiträge, 1170x hilfreich)

quote:
Doch Du musst zum Gericht und dort eine Freigabe für Dein Konto für den NICHT-Pfändbaren Teil beantragen

Bei der Vollstreckung öffentlich-rechtlicher Forderungen gelten die allgemeinen Regeln der ZPO nicht unmittelbar, doch verweisen die vollstreckungsrechtlichen Bestimmungen des Verwaltungsvollstreckungsgesetzes oder der Abgabenordnung auf die ZPO. Der Unterschied ist allerdings, dass die Verwaltungsbehörde den antrag, den nicht pfändbaren Teil des Einkommens freizugeben selbst bearbeitet. In aller Regel muss man sich daher, wenn eine Behörde vollstreckt, unmittelbar an die Vollstreckungsstelle der Behörde wenden.

Gegen eine fehlerhafte Entscheidung der Behörde kann man dann „richtig" klagen (Verwaltungsgericht / Finanzgericht)


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