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Unerwartete Kontopfändung

6.1.2020 Thema abonnieren
 Von 
Thorizm
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Unerwartete Kontopfändung

Guten Tag, ich habe heute bemerkt dass rund 400 Euro von meinem Konto gepfändet wurden, ich hab erstmal bei mir gesucht ob ich irgendwas verpennt hatte zu bezahlen aber nichts gefunden.
Nach weiterem forschen ist dann rausgekommen dass alle Mahnungen des Inkassounternehmens an meine alte Adresse gingen wo ich jetzt schon eine Weile nichtmehr wohne und auch nichtmehr gemeldet bin.
Die Hauptforderung von 50 Euro bin ich gern bereit zu zahlen aber die 400 tun mir als auszubildener schon weh.
Kann ich irgendwie dagegen vorgehen?
Mfg

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11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24051 Beiträge, 15606x hilfreich)

Kontopfändung bedeutet, dass da ein Titel unterwegs ist. Die mehrfachen briefe des Gerichts, die sind auch alle an die alte Adresse gegangen?

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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#2
 Von 
Thorizm
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Jap, ging alles an die alte Adresse, ich hab davon heute zum ersten mal was mitbekommen

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#3
 Von 
AR0710
Status:
Schüler
(390 Beiträge, 65x hilfreich)

Wenn dann das alles wirklich so wie geschildert gelaufen ist, dann liegt ein Fehler in der Zustellung vor. Somit ist die Pfändung durch Erinnerung gem. § 766 ZPO angreifbar.

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#4
 Von 
Thorizm
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Okay das beruhigt mich schonmal vielen Dank, wie gehe ich dann am besten vor, muss ich einen Anwalt einschalten oder reicht es wenn ich selber einen Brief aufsetze, wenn ja an wen? Inkasseo, Gericht oder Gerichtsvollzieher? Dankesehr

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#5
 Von 
AR0710
Status:
Schüler
(390 Beiträge, 65x hilfreich)

Ein Anwalt ist nicht notwendig.
Das Rechtsmittel ist an den zu Stellen, der den PfÜB erlassen hat.

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#6
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24051 Beiträge, 15606x hilfreich)

Zitat:
Das Rechtsmittel ist an den zu Stellen, der den PfÜB erlassen hat.

Das ist so nicht ganz richtig.

Man muss zwei Dinge unterscheiden:
A) Das Rechtsmittel gegen die Pfändung selbst
B) Das Rechtsmittel gegen den Titel

Man sollte auf jeden Fall den Titel selbst angreifen. Das macht man bei demjenigen Gericht, das den Titel ausgestellt hat. Dort Einspruch einlegen (Einschreiben) und Wiedereinsetzung in den vorigen Stand beantragen. Begründet mit fehlerhafter Zustellung und als Beweis eine Meldeauskunft dazu tun, wo drin steht, dass man damals woanders gewohnt hatte. Ggf. klarstellen, dass man die Hauptforderung anerkennt, aber den Rest mangels Verzug nicht.

Ansonsten die Pfändung aufhalten geht wie oben beschrieben. Beim Gericht, das den PfÜB angewiesen hat.

Ggf. für beide Schritte mittels Beratungsschein (gibt's beim Gericht) einen Anwalt hinzuziehen, wenn man sich unsicher ist.

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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#7
 Von 
AR0710
Status:
Schüler
(390 Beiträge, 65x hilfreich)

Doch das ist richtig. Wenn ich den PfÜB angreifen, und nichts anderes ist gesagt worden, dann ist die Erinnerung das einzige Rechtsmittel. Mit Stelle ist gemeint, wer den PfÜB erlassen hat. I.d.R. ist das das Vollstreckungsgericht bei normalen Titeln. Aber auch das Finanzamt zB erlässt Pfändungs- und Einziehungsverfügung en. Hier ist das FA der Adressat.

Von einem Rechtsmittel gegen den Titel ist hier nichts gesagt worden, warum auch. Es liegen laut Sachverhalt lediglich die Voraussetzungen der Zwangsvollstreckung auf Grund einer evtl. nicht korrekt erfolgten Zustellung nicht vor. Weiterhin sei mir der Hinweis in diesem Zusammenhang gestattet, dass Zustellungsmängel mit einer ordentlichen Zustellung im Nachhinein geheilt werden können.


-- Editiert von AR0710 am 07.01.2020 15:20

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#8
 Von 
AR0710
Status:
Schüler
(390 Beiträge, 65x hilfreich)

Übrigens, auch so nebenbei: Die Sache ist nicht beratungshilfefähig, da es sich hierbei um gerichtliches Verfahren handelt.

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#9
 Von 
Thorizm
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo, ich danke euch schonmal für die Antworten.

Zitat (von mepeisen):
Zitat:
Das Rechtsmittel ist an den zu Stellen, der den PfÜB erlassen hat.

Ansonsten die Pfändung aufhalten geht wie oben beschrieben. Beim Gericht, das den PfÜB angewiesen hat.
.

Aufhalten kann ich ja nichtsmehr, es wurde ja bereits von meinem Konto abgezogen oder wie kann ich aufhalten verstehen?

Also wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, ist erstmal der richtige weg dem Amtsgericht welches die Pfändung angeordnet hat per einschreiben mitzuteilen dass ich zu jener Zeit nichtmehr an der Adresse wohnhaft war und deswegen wiederspruch gegen die Pfändung einlege?

Kleine persönliche anmerkung, ich finds toll dass ihr eure Zeit opfert um unbekannten menschen zu helfen. Dankesehr.

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#10
 Von 
AR0710
Status:
Schüler
(390 Beiträge, 65x hilfreich)

Ja. So ungefähr wie Sie es geschrieben haben. Allerdings, das Rechtsmittel heißt Erinnerung.

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#11
 Von 
Sir Berry
Status:
Richter
(8987 Beiträge, 2851x hilfreich)

Zitat (von Thorizm):
Also wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, ist erstmal der richtige weg dem Amtsgericht welches die Pfändung angeordnet hat per einschreiben mitzuteilen dass ich zu jener Zeit nichtmehr an der Adresse wohnhaft gemeldet war und deswegen [bgcolor=#adff99]Vollstreckungserinnerung [/bgcolor][s]wiederspruch[/s] gegen die Pfändung einlege?

Ja, nur hilft Dir das nicht weiter, dnn dann wird der PFü an die Meldeadresse zugestellt und das Spiel beginnt von vorne.

Gibt es eine nachvollziehbare Erklärung dafür, dass die Briefe noch unter der alten Adresse zugestellt werden konnten? Gerade Gerichtspost wird nicht einfach so irgendwo abgelegt, denn der Zusteller muss die Zustellung bestätigen.

Berry

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