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Hund geerbt. Bin ich verpflichtet mich zu kümmern?

 Von 
Schwert123
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 4x hilfreich)
Hund geerbt. Bin ich verpflichtet mich zu kümmern?

Hallo.
Meine beiden Geschwister und ich wurden als einzige Erben im Testament meines Vaters erwähnt. Mein Vater hatte einen Hund. Der Hund lebt jetzt bei meiner Oma, da sich diese um den Hund kümmern wollte. Doch jetzt kann sie sich gesundheitlich nicht mehr um diesen kümmern. Meine Geschwister und ich haben einen Hundedienst angelegt und wechseln uns ab den Hund 3 x täglich rauszulassen. Keiner hat eine enge Beziehung zu dem Hund und alle kümmern sich nur halbherzig um ihn. Ich bin der Meinung das es besser wäre eine neue Familie für ihn zu finden. Doch meine Geschwister wollen ihn unbedingt behalten, haben aber auch keine Gründe dafür. Ich möchte mich jetzt von dieser Verpflichtung freisprechen, weil ich ja dafür bin den Hund abzugeben (es wäre für alle das beste, vorallem für den Hund). Jetzt sagen aber meine Brüder das ich dann den Rest des Geerbten ( Geldwerte, Schrebergarten und Sachwerte)zurück geben muss, weil der Hund zum Erbe gehört. Ich sehe das anders, da man ja nicht verpflichtet ist das gesamte Erbe anzunehmen?? Im Internet finde ich dazu leider nichts. kann mir jemand helfen? Wie verhält sich der sachverhalt wenn ich mich weigere den Hund weiterhin zu versorgen? Bin ich dann verpflichtet das gesamte Erbe abzugeben?


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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Erbe Oma Geschwister


10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hiphappy
Status:
Bachelor
(3502 Beiträge, 1952x hilfreich)

quote:
da man ja nicht verpflichtet ist das gesamte Erbe anzunehmen??

Doch. Ganz oder gar nicht.
Rosinen rauspicken geht nicht.

Zur Erbausschlagung hattest du 6 Wochen nach Bekanntwerden des Erbfalls Zeit, fällt also wahrscheinlich auch aus.

Also musst du eine Erbauseinandersetzung beantragen.

Ist denn klar, das der Hund der Erbengemeinschaft gehört? Oder wurde er wohlmöglich der Oma geschenkt?

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#2
 Von 
Schwert123
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 4x hilfreich)

Wird der Hund nicht wie ein Gegenstand behandelt? Demnach könnte ich mich ja quasi von meinen Brüdern ausbezahlen lassen ( auf den Wert des Hundes verzichten und ihnen den Anteil schenken, oder falls das Schenken abgelehnt wird, meinen Teil an jemand anderes verkaufen?) ich möchte auf jeden Fall irgendwie aus der Sache raus!

Zum Thema Oma und schenken kann ich nur sagen, dass der Hund nur geblieben ist, weil sich meine Oma um ihn kümmern wollte. Doch dieses kann sie gesundheitsbedingt nicht mehr tun. Das Wort "schenken" ist nie gefallen und der Hund wurde mit keinem Wort im Testament erwähnt.

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#3
 Von 
mepeisen
Status:
Heiliger
(20770 Beiträge, 14280x hilfreich)

Zunächst einmal ist der Grundgedanke richtig, dass es für den Hund womöglich besser ist, ein anderes zuhause zu finden. Ein Zustand ist es also nicht.
Ein Hund ist juristisch gesehen eine Sache, richtig. Alles andere wurde aber schon gesagt: Ganz oder gar nicht.

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"Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt."

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#4
 Von 
Roland-S
Status:
Lehrling
(1063 Beiträge, 753x hilfreich)

quote:
Bin ich dann verpflichtet das gesamte Erbe abzugeben?

Wenn an das Erbe der Sachwerte nicht die Bedingung geknüpft war, dass sich alle anteilig um den Hund kümmern müssen - IMO nein.

Eine einvernehmliche Regelung liegt aber besonders im Interesse des Hundes - dem bekäme eine Aufteilung, sowohl der Fürsorge oder gar faktisch nämlich nicht so gut. :sad:

VG
Roland

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"Das Problem bei Gerichtsbeschlüssen ist, dass regelmäßig nur eine Partei IHR Recht bekommt."

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#5
 Von 
Schwert123
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 4x hilfreich)

ok schonmal danke für die Antworten. Nun habe ich zwei verschiedene Meinungen, vielleicht könnten sich noch weitere Personen zu dem Thema äußern, damit ich Gewissheit habe.
Vielen Dank!


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#6
 Von 
Roland-S
Status:
Lehrling
(1063 Beiträge, 753x hilfreich)

quote:
...damit ich Gewissheit habe.

Oder eine dritte Meinung... :grins:

VG
Roland

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"Das Problem bei Gerichtsbeschlüssen ist, dass regelmäßig nur eine Partei IHR Recht bekommt."

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#7
 Von 
Yogi1
Status:
Lehrling
(1790 Beiträge, 792x hilfreich)

Ich sehe es wie Roland.

Wenn ich etwas erbe, bin ich doch nicht verpflichtet, das bis ans Ende meines Lebens zu behalten! Wenn ich mich z.B. geeinigt habe mit meinen Geschwistern, eine Uhr zu bekommen (nur als Beispiel) muss ich doch diese Uhr nicht auf ewig horten geschweige denn selbst tragen. Die kann ich doch verkaufen, wenn ich da Lust zu habe. Ähnlich dürfte es sich ja wohl auch mit einem Hund verhalten. Ich muss doch nicht das gesamte Erbe zurück geben, nur weil ich bestimmte Gegenstände nicht selbst behalten möchte, sondern weiter verkaufe oder vielleicht sogar irgendwann einfach wegschmeiße.

Das ist doch hier nur ein Streit unter Geschwistern, wie mit dem Tier zu verfahren ist. Aber der TE muss natürlich nicht das gesamte Erbe zurück geben, nur weil er offenbar der einzig Vernünftige ist und dem Hund ein neues Zuhause suchen möchte.

Wenn dazu im Testament nichts stand, können die Geschwister nicht einfach bestimmen: Du kümmerst Dich um den Hund, sonst erbst Du gar nichts!

Das Erbe wurde hier ja komplett angenommen, aber was dann hinterher genau damit geschieht, darf man ja wohl noch selbst entscheiden. Nur weil ich das Erbe annehmen, muss ich das Geerbte ja nicht nun auf ewig behalten und hegen und pflegen.



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-- Editiert Yogi1 am 06.07.2013 21:32

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#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(62362 Beiträge, 30612x hilfreich)

Der Hund gehört ihm aber nur zu 1/3.
Die Uhr aus dem Beispiel würde ihm zu 3/3 gehören.
Passt also nicht.



quote:
Wenn dazu im Testament nichts stand, können die Geschwister nicht einfach bestimmen: Du kümmerst Dich um den Hund, sonst erbst Du gar nichts!

Das hat der Gesetzgeber schon getan. Eine selektive Erbananhme bzw. eine selektive Erbausschlagung gibt es nicht.





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"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung/Interpretation dar !

"

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#9
 Von 
Yogi1
Status:
Lehrling
(1790 Beiträge, 792x hilfreich)

Harry: trotzdem kann einen keiner zwingen, sich auf ewig um einen Hund zu kümmern (es sei denn, das steht im Testament). Dann können ja die Geschwister ihn auszahlen, falls sie den Hund unbedingt behalten wollen.

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#10
 Von 
Ebenezer
Status:
Lehrling
(1222 Beiträge, 591x hilfreich)


Die richtige Antwort wurde schon gegeben. Der Hund gehört derzeit der Erbengemeinschaft (also jedem zu einem Dritttel). Wollen Sie den Hund nicht mehr muss die Erbengemeinschaft auseinandergesetzt werden. Dabei haben Sie dann die Wahl ihren Anteil einem der anderen Erben zu übertragen. Wollen diese ihn auch nicht muss der Hund verkauft werden und der Erlös fließt zur Erbmasse (§§ 2042, 753 BGB).

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