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Komischer Zettel vom Grundversorger im Briefkasten

Geschlossen Neuer Beitrag
 Von 
Lars-Daniel Weber
Status:
Beginner
(107 Beiträge, 61x hilfreich)
Komischer Zettel vom Grundversorger im Briefkasten

Hallo zusammen!

Gestern habe ich einen komischen Zettel im Briefkasten gefunden: Bild bei imgur

Da ich extrem wenig Strom verbrauche (weit unter dem Durchschnitt), bin ich Kunde beim Grundversorger geblieben; dies war mal RWE, jetzt innogy und jetzt wohl WESTNETZ (im Endeffekt ist das ja alles ein großer Konzern mit zahlreichen Tochterfirmen). Bei uns zahlt der Mieter den Strom selbst.

Im Objekt oben ist die Versorgungsadresse angegeben, darunter eine Stromzählernummer - diese entspricht jedoch nicht meiner Zählernummer, welcher vertraglich hinterlegt ist. Unter der Rufnummer ist eine Handynummer angegeben. Es fehlt mein Name oder Ähnliches, der Zettel lag einfach offen in meinem Briefkasten. Ich habe weder ein Brief vorher bekommen, noch wurde ich über einen möglichen Zählerwechsel oder Ähnliches informiert.

Ich habe also natürlich Kontakt zu Innogy aufgenommen, da ich dorthin meine monatlichen Stromabschläge zahle. Von hier bekam ich einen Textbaustein zurück:

Zitat:
[...]
Sie teilen uns mit, dass Sie eine Anmelde-Erinnerung erhalten haben – vielen Dank dafür.
Durch die gesetzlich vorgeschriebene Marktrollentrennung – die Trennung der Geschäftsbereiche Netz und Vertrieb – ist seit dem 1. Oktober 2009 Ihr Verteilnetzbetreiber für Ihr Anliegen zuständig. Bitte wenden Sie sich direkt an diesen. Selbstverständlich teilen wir Ihnen die Kontaktdaten mit:

[ZENSIERT]

Wir freuen uns, wenn wir Ihnen mit unserer Auskunft dazu weiterhelfen konnten, wer für Ihr Anliegen zuständig ist.
Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie eine besinnliche Adventszeit.
[...]

Ich habe weder Zeit, noch Lust, dort jetzt hinterher zu telefonieren. Hat schonmal jemand so ein Schreiben bekommen? Ist das ggf. ein gut geplanter Offline-Phishing-Versuch?

Grüße
Lars-Daniel

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Strom Briefkasten Schreiben gut


12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Anami
Status:
Lehrling
(1211 Beiträge, 557x hilfreich)

Zitat (von Lars-Daniel Weber):
Bei uns zahlt der Mieter den Strom selbst.
Bei uns ist das auch so. Komisch. :cool:
Mach nichts weiter. Bezahl deinen wenigen Strom weiterhin pünktlich. Werd nicht panisch. Kann eine simple Verwechslung sein. Nicht jeder ** ist gleich ein Pishing-Versuch.
Nein, ich hab sowas noch nicht bekommen, aber ich verbrauche auch mehr Strom.
:neck:

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#2
 Von 
fb367463-2
Status:
Master
(4653 Beiträge, 2304x hilfreich)

Ich würde auch nicht versuchen, da was richtigzustellen. Das schlimmste was passieren kann, ist, dass der Strom abgestellt wird und dann erst nach Zahlung einer saftigen Gebühr wieder angestellt wird. Also alles im grünen Bereich.

Signatur:Wenn mein Beitrag hilfreich ist, freue ich mich über einen Klick auf "hilfreich" unten. Danke :)
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#3
 Von 
Lars-Daniel Weber
Status:
Beginner
(107 Beiträge, 61x hilfreich)

Ich werde da aber sicher nicht auf der (oben zensierten) Handynummer anrufen. Nachher sage ich "ja" und habe plötzlich irgendeinen Vertrag an der Backe. Unfassbar, ehrlich.

-- Editiert von Lars-Daniel Weber am 06.12.2018 19:24

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(62868 Beiträge, 30730x hilfreich)

Zitat (von Lars-Daniel Weber):
Ich habe also natürlich Kontakt zu Innogy aufgenommen

Natürlich wäre es eigentlich, das man nicht bei einem unbeteiligten Dritten nachfragt, sondern beim Absender.



Zitat (von Lars-Daniel Weber):
Ich werde da aber sicher nicht auf der (oben zensierten) Handynummer anrufen.

Also ich kann mit meinem Gerät noch SMS versenden, wenn das mit Deinem auch noch geht, wäre das eine Alternative.
Oder man nutzt eine der anderen zahlreichen offiziellen Kontaktmöglichkeiten.



Zitat (von Lars-Daniel Weber):
darunter eine Stromzählernummer - diese entspricht jedoch nicht meiner Zählernummer, welcher vertraglich hinterlegt ist.

Naja, eventuell sollte man das dann mal verifizieren, was auf dem Zähler steht. Nicht das man dann irgendwann im Dunkeln steht ...


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#5
 Von 
Lars-Daniel Weber
Status:
Beginner
(107 Beiträge, 61x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Natürlich wäre es eigentlich, das man nicht bei einem unbeteiligten Dritten nachfragt, sondern beim Absender.

Genau andersrum. Westnetz ist aus meiner Sicht der unbeteiligte Dritte, denn ich pflege ausschließlich eine Vertragsbeziehung zu Innogy. Innogy wiederum ist intern mit Westnetz verbandelt, also werden da wohl Daten weitergeben worden sein.

Zitat (von Harry van Sell):
Naja, eventuell sollte man das dann mal verifizieren, was auf dem Zähler steht. Nicht das man dann irgendwann im Dunkeln steht ...

Die haben vor wenigen Tagen den monatlichen Beitrag abgebucht und bald steht's auch wieder bevor. Der Hausmeister hat mir die Zählernummer mitgeteilt (vor 2 Jahren). Leider habe ich keinen Zugang zum Kellerraum und glaube auch nicht, dass dort mein Name dranstehen wird.

Also mal die Hausverwaltung kontaktieren.

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#6
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(32543 Beiträge, 11545x hilfreich)

Natürlich ist eine Verwechslung denkbar. Die kann sowohl beim Hausmeister passiert sein, d.h. er hat Dir die falsche Zählernummer genannt. Sie kann aber auch bei Westnetz passiert sein, d.h. sie haben einen nicht angemeldeten Zähler der falschen Wohnung zugeordnet.

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#7
 Von 
Lars-Daniel Weber
Status:
Beginner
(107 Beiträge, 61x hilfreich)

Zitat (von hh):
Natürlich ist eine Verwechslung denkbar. Die kann sowohl beim Hausmeister passiert sein, d.h. er hat Dir die falsche Zählernummer genannt. Sie kann aber auch bei Westnetz passiert sein, d.h. sie haben einen nicht angemeldeten Zähler der falschen Wohnung zugeordnet.

Morgen mal den Mietvertrag raussuchen, hoffentlich steht der Zähler da drin... sonst zahle ich seit 2 Jahren falschen Strom :party:

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#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(62868 Beiträge, 30730x hilfreich)

Zitat (von Lars-Daniel Weber):
Morgen mal den Mietvertrag raussuchen, hoffentlich steht der Zähler da drin

Mit etwas Pech hat der Hausmeister da den gleichen falschen Zähler mitgeteilt.

Genau weis man es erst, wenn man den Zähler verifiziert hat.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#9
 Von 
Lars-Daniel Weber
Status:
Beginner
(107 Beiträge, 61x hilfreich)

Mietvertrag noch nicht gefunden, dafür aber eine Mail von RWE (die Privatkundenstormsparte wurde später in Innogy umfirmiert, wo ich jetzt Kunde bin):

Zitat:

Die Übergabe der Lieferstelle wurde uns von der Architektengruppe XXXXXXXXX gemeldet. Eine Anmeldung auf diesen Zähler lag uns aktuell nicht vor. Dies war daran zu erkennen, dass der Vormieter weiterhin auf diesen Zähler angemeldet war, also von Ihnen keine Anmeldung bei einen anderen Energieversorger vorgelegen hat. Daraufhin haben wir Sie mit den uns genannten Daten in die Grundversorgung angemeldet.

Wir stellen als Grundversorger die Stromlieferung für Ihren Anschluss sicher. So sind Sie auf der sicheren Seite und stehen nicht plötzlich ohne Strom da. Wünschen Sie einen anderen Lieferanten? Dann können Sie dies nur mit ihm klären. Er wird dann wiederum den Verteilnetzbetreiber informieren.

Anscheinend war mein Abschlag damals bei über 60 Euro, weshalb ich mich beschwert habe. Jetzt ist er bei etwa 20 Euro, weil ich außer einen Kühlschrank, einer Energiesparlampe und einem Computer quasi keine Verbraucher habe.

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#10
 Von 
3113
Status:
Schüler
(249 Beiträge, 65x hilfreich)

Cooles Heim. Nur 3 Verbraucher, hätte ich auch gerne.

Signatur:3113
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#11
 Von 
Lars-Daniel Weber
Status:
Beginner
(107 Beiträge, 61x hilfreich)

Zitat (von 3113):
Cooles Heim. Nur 3 Verbraucher, hätte ich auch gerne.

23 m² ... was willst du hier noch groß unterbringen? Okay, Mini-Backofen habe ich auch, der läuft aber vielleicht 20 Minuten für eine Pizza 1x in der Woche. Toaster für ein paar Sekunden. Mikrowelle für 2 Minuten, aber lächerlich wenig. Habe so ein Strommessgerät, in der WG damals hatten wir deutlich mehr Verbraucher.

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#12
 Von 
Lars-Daniel Weber
Status:
Beginner
(107 Beiträge, 61x hilfreich)

So, die Angelegenheit hat sich zunächst aufgeklärt. Ich habe gerade mal eine Zusammenfassung für den Eigentümer und die Hausverwaltung verfasst, da sicher noch andere Mieter einen Schock bekommen haben:

Zitat:
Sehr geehrte Damen und Herren,

vor einigen Tagen habe ich einen Zettel in meinem Briefkasten (siehe Anlage 1) gefunden. Absender war offensichtlich die Westnetz GmbH. Nach meinen Recherchen handelt es sich hierbei um einen Netzbetreiber, der zu Innogy SE (und deren weiteren Tochterfirmen) zum Großunternehmen RWE AG gehört. Der Unternehmensverbund stellt die Grundversorgung für die Stadt Essen bereit. Auf jenem Zettel wurde ich in den handschriftlich ausgefüllten Feldern darüber informiert, dass ein Zähler noch nicht angemeldet worden sei und ich diesen umgehend unter einer Mobilfunkrufnummer anmelden solle.

Dem Zettel ging weder ein Anschreiben voraus, noch war er Teil eines weiteren Schreibens. Das Schreiben auf kartonartigem Papier hat weder eine Kundennummer, noch mein Name, noch ein Ansprechpartner auf dem Zettel beinhaltet.

Da ich selbst Kunde der Stromsparte von Innogy bin und dort meine Zahlung fristgerecht erfülle, ging mir sofort der Schrecken durch den Kopf, dass ich bei meinem Einzug im Jahr 2016 vielleicht die falsche Zählernummer angegeben habe. Ich habe daraufhin meine Akten durchsucht – schließlich möchte ich ja nicht ohne Strom dastehen. Bekannterweise ist eine Entstörung eines gesperrten Stromanschlusses extrem kostenaufwändig. Im Jahr 2016 wurde mir per E-mail bescheinigt, dass mich der (ehemalige) Eigentümer der Wohnung bereits beim Grundversorger angemeldet hat.

Da ich keinerlei Vertragsbeziehungen zu Westnetz pflege, habe ich am 04.12.2018 die Firma Innogy per E-Mail kontaktiert und um Stellungnahme gebeten. Zu diesem Zeitpunkt war ja nicht klar,

– warum ich dieses Schreiben erhalten habe,
– ob es sich überhaupt an mich richtet war oder
– ob es sogar eine Betrugsabsicht gibt.

Die Rückantwort folgte am 05.12.2018 (Anlage 2) und war enttäuschend: Obwohl beide Unternehmen nachweislich zum gleichen Konzern gehören, könne man mir keine Auskunft geben. Ich solle mich an Westnetz wenden und man wünsche mir eine „besinnliche Adventszeit". Ich lasse dies unbewertet, da es klar ist, dass es sich bei der gesamten Mail um einen Textbaustein handelt. Mir wurde allerdings meine Zählernummer mitgeteilt und es hat sich herausgestellt, dass diese nicht dem Zettel aus dem Briefkasten entspricht. Ich habe daher in einer Rückantwort noch einmal darüber hingewiesen, dass ich ausschließlich Kunde von Innogy bin, mir Westnetz nicht bekannt sei und dass die Zählernummer auf dem Zettel nicht mit meiner übereinstimmen würde.

Parallel dazu habe ich nun auch die Firma Westnetz kontaktiert. Eine Rückantwort habe ich erst am 07.12.2018 erhalten (Anlage 3). Viel gebracht hat mir die Antwort jedoch nicht, denn ich wohne ja weiterhin in meiner Wohnung und habe mit einem Leerstand nichts zu tun. Ich habe also rückgefragt, was ich nun genau tun solle – bis zum heutigen Tag habe ich aber keine Rückantwort hierzu erhalten.

Wenige Stunden später kam am 07.12.2018 jedoch eine Rückantwort der Firma Innogy – diesmal wurde die E-Mail nicht automatisiert verfasst (Anlage 4). Ich wurde darin aufgeklärt, dass Kontakt mit Westnetz aufgenommen wurde und dass ich dort wohl schon angerufen habe (was nicht der Fall ist). Aufgrund der Größe des Hauses, habe der Außendienstmitarbeiter offensichtlich jeden Mieter aus dem Haus an die Anmeldung für das Messgerät erinnert. Zudem sei ein Mieter weiterhin in der Wohnung wohnhaft, obwohl eine Abmeldung vorliegt. Meine Anmeldung sei jedoch einwandfrei und ich kann das Anschreiben als gegenstandslos betrachten.

Zwar ist das Ergebnis für mich gut ausgefallen, aber ich frage mich, welcher Mitarbeiter die Muße hat, eine so hohe Anzahl an Zetteln handschriftlich auszufüllen, in jeden Briefkasten zu werfen und somit bewusst große Unklarheiten zu verursachen. Möglicherweise haben sich ja noch weitere Bewohner des Hauses bei Ihnen gemeldet und vielleicht hilft mein Schreiben dabei, die Unklarheiten zu beseitigen und den verursachenden Mieter ausfindig zu machen.

Mit freundlichen Grüßen

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