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Mahnbescheid nach Gerichtsurteil - Verzugszinsen vorher ? Möglichkeiten Schulden zu begleichen ?

8.2.2019 Thema abonnieren
 Von 
daniela.k
Status:
Frischling
(47 Beiträge, 12x hilfreich)
Mahnbescheid nach Gerichtsurteil - Verzugszinsen vorher ? Möglichkeiten Schulden zu begleichen ?

Hallo,
ich wurde vor 5 Jahren in Ebay Kleinanzeigen betrogen, das Gericht brauchte soviel Zeit um den Täter sowie die Restlichen Geschädigten (weitere 21 Stück) zu finden.
Der Täter wurde nun mitte 2018 verurteilt und eine der Bewährungsauflagen ist die Schulden zu begleichen.
Seit dem Schreibe ich mit seinem Bewährungshelfer, da viele Geschädigte sowie auch ich nicht bereit sind die eigenen Kontodaten dem Täter zu übermitteln.
(Ohne dem Täter etwas zu unterstellen, aber einem Autodieb gibt man auch nicht so einfach sein Auto. Täter wurde ja wegen über 21 Betrugsfälle (unter anderem Kontodaten anderer verwendet) verurteilt)

Erst wurde angeboten die Schadenssumme per Scheck zu bezahlen, laut Bank des Täters kein Problem...er benötigte nur weitere private Daten mit denen er eventuell wieder Betrügen kann.
Nun, ein halbes Jahr später...geht ein Scheck plötzlich doch nicht.

Der von mir angebotene "Wertbrief" per Post wurde ohne Begründung abgelehnt.
Ohne das ich oder ein anderer Geschädigter dem Täter unsere Bankdaten mitteilen, würde dieser nun nicht zahlen. Aufgrund Entfernung ist eine persönliche Übergabe nicht möglich.

Einzigste Möglichkeit die ich derzeit sehe ist einen Mahnbescheid zu erlassen.
Muss ich den Täter nun erst in Verzug setzen, um Zinsen berechnen zu können ?
Oder fängt die Zinsberechnung in diesem Fall ab dem Tag an, an dem ich um mein Geld betrogen wurde ?

Kennt einer von Ihnen eine weitere Möglichkeit wie der Täter den Geschädigten den Schaden bezahlen könnte, ohne das man diesem die privaten Bankdaten mitteilen muss ?

Ich bedanke mich und wünsche ein schönes Wochenende,
Daniela

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
mepeisen
Status:
Heiliger
(21385 Beiträge, 14504x hilfreich)

Sprich mit deiner Bank, die kann dir gewiss kurzfristig ein Unterkonto anlegen. Lass es darauf überweisen und gut ist. Danach Konto löschen.

Zitat:
Einzigste Möglichkeit die ich derzeit sehe ist einen Mahnbescheid zu erlassen.

Er wurde bereits verurteilt. Dieses Urteil dürfte einen Titel darstellen. Davon abgesehen musst du auch beim Mahnbescheid deine Kontonummer benennen.

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(64486 Beiträge, 31037x hilfreich)

Zitat (von daniela.k):
Nun, ein halbes Jahr später...geht ein Scheck plötzlich doch nicht.

Ja, viele Banken haben Ausgabe und Annahme von Schecks eingestellt bzw. stellen diese ein.



Zitat (von daniela.k):
Ohne das ich oder ein anderer Geschädigter dem Täter unsere Bankdaten mitteilen, würde dieser nun nicht zahlen.

Zu Recht. Man hat sich seitens des Täters wohl mehr as zumutbar bemüht, Wenn die Geschädigten aufgrund nebulöser Befürchtungen die Zahlung nicht ermöglichen, ist das deren Problem.



Zitat (von daniela.k):
Einzigste Möglichkeit die ich derzeit sehe ist einen Mahnbescheid zu erlassen.

Prima, dann bekommt er ja richtig viele Daten. Name, Anschrift, geburtsdatum ... (ach ne die hat er ja eh schon alle, stehen ja schon in der Akte drin)
Aber wenigtens bekommt er dann - ironischerweise - auch am Ende die Bankverbindung ...



Zitat (von daniela.k):
Muss ich den Täter nun erst in Verzug setzen, um Zinsen berechnen zu können ?

Zinsen? Wofür? Man betreibt derzeit permanente Annahmeverweigerung. Da gibt es keine Rechtsgrundlage für Verzug des Täters oder gar Zinsen. Selbst auf den Kosten des Mahnbescheides und des Gerichtsverfahrens würde man sitzen bleiben.

Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#3
 Von 
daniela.k
Status:
Frischling
(47 Beiträge, 12x hilfreich)

@Von Harry van Sell:
Danke für die Antwort, ist nicht eigentlich ersichtlich das ich so gar keine Ahnung habe was zu tun ist ?
Auch finde ich die Sorge anderer Geschädigter, sowie meiner, dem Täter nun nicht noch Bankdaten zu geben verständlich ?
Was für Sie "nebulös" klingt, ist einfach Unsicherheit.
Der Täter hat so wie ich das verstehe einen "Dreiecks Betrug" in Kleinanzeigen gemacht, dabei Kontodaten der Geschädigten genutzt oder diese per Paypal an einen echten Verkäufer zahlen lassen.
Ich schrieb ja extra "ohne zu Unterstellen"...die Sorge bleibt halt.

Den Vorschlag mit dem Unterkonto von "mepeisen" finde ich sehr gut und möchte mich dafür bedanken, hier auch wirklich geholfen zuhaben und nicht wie Sie Partei für den Täter zu ergreifen.

Echt Sie schrieben:

Zitat:
Zu Recht. Man hat sich seitens des Täters wohl mehr as zumutbar bemüht, Wenn die Geschädigten aufgrund nebulöser Befürchtungen die Zahlung nicht ermöglichen, ist das deren Problem.

sowie
Zitat:
Man betreibt derzeit permanente Annahmeverweigerung.

Genau, der Bewährungshelfer hat vollstes Verständnis, es gibt noch andere Geschädigte die ebenfalls diese Sorge haben. Der Täter stimmt vor 6 Monaten dem Scheck zu, meldet sich dann Monatelang nicht bei seinem Bewährungshelfer der selber Ratlos ist und auf ein mal...taucht er letzte Woche wieder auf und Behauptet das mit dem Scheck geht nun doch nicht...trotz vorheriger Zusage der Bank.
Nun suche ich weiter eine Lösung, diese Aufgabe ist doch eher Part des Täters...wie er die Schulden begleicht.

Es gibt ja auch Wertbrief und andere Möglichkeiten, aber nein...interessiert ihn nicht, das machen die geguldigen Geschädigten schon.

Klar das ich nun hier die Blöde bin, die "Annahmeverweigerung" macht.
Sie machen sich das echt was einfach...




-- Editiert von daniela.k am 08.02.2019 17:58

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(64486 Beiträge, 31037x hilfreich)

Zitat (von mepeisen):
Sprich mit deiner Bank, die kann dir gewiss kurzfristig ein Unterkonto anlegen.

Bei Privatkonten?
Da wäre ich mal gespannt ob die Bank das macht und zu welchen Kosten. Kannte das nur von Geschäftskonten.



Zitat (von daniela.k):
Was für Sie "nebulös" klingt, ist einfach Unsicherheit.

Nö, nebulös ist "es könnte ja eventuell etwas passieren".
Mit der Begründung dürfte man seine Bankverbindung nirgendwo angeben.



Zitat (von daniela.k):
Auch finde ich die Sorge anderer Geschädigter, sowie meiner, dem Täter nun nicht noch Bankdaten zu geben verständlich ?

Klar.
Nur wird man lebensnah betrachtet diese Sorge halt immer haben müssen, egal wem man die Daten gibt.



Zitat (von daniela.k):
Es gibt ja auch Wertbrief

Aber nur bis 100 EUR versichert.



Zitat (von daniela.k):
und andere Möglichkeiten

Welche?
Außer Nachnahme und paypal fällt mir da keine ein.



Zitat (von daniela.k):
Klar das ich nun hier die Blöde bin, die "Annahmeverweigerung" macht.

Das Problem dürfte wohl sein, das jährlich tausende derartige Straftäter die Schadenwidergutmachung per Überweisung zahlen, es also ein übliches und bewährtes Verfahren darstellt.
Dagegen steht der Wunsch jedwedes Risiko ausschließen zu wollen.
Und ja, auch verurteilte Straftäter haben Rechte, auch da ist die Zumutbarkeit zu berücksichtigen.



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#5
 Von 
mepeisen
Status:
Heiliger
(21385 Beiträge, 14504x hilfreich)

Zitat:
Bei Privatkonten?
Da wäre ich mal gespannt ob die Bank das macht und zu welchen Kosten. Kannte das nur von Geschäftskonten.

Habe ja nicht gesagt, dass so etwas kostenlos ist. Dürfte aber billiger sein als die unnötige Einschaltung eines Anwalts oder Treuhänders. ;-)

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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#6
 Von 
spatenklopper
Status:
Junior-Partner
(5803 Beiträge, 2994x hilfreich)

Zitat (von daniela.k):
dabei Kontodaten der Geschädigten genutzt oder diese per Paypal an einen echten Verkäufer zahlen lassen.

Um Ihnen eventuell etwas die Angst zu nehmen.

"Echte" Banken haben greifende Sicherheitsmechanismen, so dass ein Betrug nur über reinen Kontodaten eigentlich ausgeschlossen ist.
Falls im unwahrscheinlichsten Fall doch irgendwas passieren sollte, ist das für den Kontoinhaber unschädlich, denn er bekommt von SEINER Bank das Geld zurück.
Man sollte Banken tunlichst nicht mit dem Paypalverein in einen Hut stecken.

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