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Sperrzeit wegen vertragswidrigen Verhalten

16.5.2019 Thema abonnieren
 Von 
distance
Status:
Beginner
(76 Beiträge, 10x hilfreich)
Sperrzeit wegen vertragswidrigen Verhalten

Hallo,

es geht sich nicht um mich, ich frage hier für einen Freund.

Er wurde nach der Probezeit, während der Krankmeldung, zum 1.6. gekündigt, war also krankgeschrieben.
Die 3 Wochenfrist, des Kündigungsschutzes, ist also auch schon dahin.
Der Arbeitgeber, hat ihn komplett freigestellt, er musste also auch nicht mehr in der Arbeit erscheinen.

Im Januar hat er allerdings eine Abmahnung erhalten, dabei ging es sich, um einen falsch ausgeführten Auftrag. Bei diesem Auftrag, haben einige Infos gefehlt, so dass er diesen gar nicht zu 100% erledigen konnte. Nach einer Diskussion mit dem Leiter, ging dieser zum Geschäftsführer und hat eine Abmahnung verlangt.

Jetzt prüft die AfA, ob ein vertragswidriges Verhalten vorlag und er es selber verschuldet hat.
Dazu muss ich auch sagen, dass seine Frau schwer krank ist und ständig ins Krankenhaus muss und er 2 kleine Kinder hat.

Kann man ihm daraus jetzt einen Strick drehen?


Grüße und Danke

-- Editiert von distance am 16.05.2019 15:40

-- Editiert von Moderator am 17.05.2019 14:56

-- Thema wurde verschoben am 17.05.2019 14:56

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11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär+
Status:
Richter
(8924 Beiträge, 4050x hilfreich)

Da passen einige Angaben nicht so recht.
Die Probezeit deines Freundes ist also um und ihm wurde nach der Probezeit gekündigt? Oder wurde ihm noch in der Probezeit gekündigt - evtl. am letzten Tag? In der Probezeit ist die Kündigungsfrist üblicherweise 2 Wochen, nach der Probezeit 4 Wochen zum 15. eines Monats oder zum Monatsletzten.
Dann schreibst du 'zum 1. 6.' - das liegt a) noch in der Zukunft, wenn der 01/06/2019 gemeint ist und b) müsste es wohl der 31/05/19 sein. Und was meint bitte "Die 3 Wochenfrist, des Kündigungsschutzes, ist also auch schon dahin." - Die Frist für eine K-Schutzklage beträgt nach Zugang der Kündigung 3 Wochen - ist das gemeint?
Wann genau hat dein Freund denn die Kündigung erhalten? Wann genau war die Probezeit zuende?
Und welche Kündigungsfristen gelten oder galten denn überhaupt?

Was die Abmahnung mit der Kündigung nun zu tun hat, erschließt sich nicht.
Und ganz sicher dreht ihm niemand einen Strick wegen seiner kranken Frau und der beiden Kinder.

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#2
 Von 
distance
Status:
Beginner
(76 Beiträge, 10x hilfreich)

Ich mache es mal kurz:

1. Probezeit war vorbei
2. 3 Monate Kündigungsfrist
3. Eingang der Kündigung 25.02.2019
4. Ja ich meinte die K-Schutzklage
5. Ja zum 31.05.2019
6. Mit Strick draus drehen, meinte ich ja nicht die persönliche Situation, sondern die Abmahnung

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#3
 Von 
Start4u
Status:
Schüler
(228 Beiträge, 106x hilfreich)

Also wenn die Kündigung Deinem Freund am 25.02. zugestellt wurde, er 3 Monate Kündigungsfrist hat, dann ist die Kündigung zum 31.05. erstmal fristgerecht. Es sieht also nicht nach einer fristlosen Kündigung aus.

Jetzt stellt sich die Frage nach dem Grund der Kündigung. War diese verhaltensbedingt? Also hat Dein Freund das bereits abgemahnte Verhalten wiederholt und wurde darufhin gekündigt? Oder ist die Kündigung jetzt allgemein mit "betriebsbedingt" begründet?

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#4
 Von 
blaubär+
Status:
Richter
(8924 Beiträge, 4050x hilfreich)

'Sag mir: Wie lange ist der Zug schon fort?'
Wenn die Kündigung am 25. Februar zugestellt worden ist, erübrigt sich jegliche Erörterung. Aus und vorbei.

Dass die AfA auf Selbstverschulden prüft, hängt wohl damit zusammen, dass der Kollege eben keine Kündigungsschutzklage erhoben hat. Zur Abmahnung: Mit der Abmahnung verzichtet der AG erst einmal auf eine Kündigung und räumt angemessene Zeit für eine Besserung ein. Dann schon im Februar zu kündigen, verbietet sich eigentlich.
Aber nicht mehr zu klären.

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#5
 Von 
TF1970
Status:
Lehrling
(1046 Beiträge, 280x hilfreich)

Zitat (von blaubär+):
Dass die AfA auf Selbstverschulden prüft, hängt wohl damit zusammen, dass der Kollege eben keine Kündigungsschutzklage erhoben hat.

Das wurde bei mir noch nie geprüft.....
Eher kann ich mir vorstellen dass in der Kündigung "Verhaltensbedingt" steht.

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#6
 Von 
Anami
Status:
Bachelor
(3979 Beiträge, 889x hilfreich)

Zitat (von distance):
Kann man ihm daraus jetzt einen Strick drehen?
Das ist die Frage? Aus der Abmahnung dreht man ihm nichts.
Zitat (von distance):
Ja zum 31.05.2019
Sein Beschäftigungsverhältnis endet in dieser Firma am 31.5.2019. Dabei ist es nicht wichtig, ob er freigestellt, krank oder anwesend ist.
Zitat (von distance):
Jetzt prüft die AfA, ob ein vertragswidriges Verhalten vorlag und er es selber verschuldet hat.
Die AfA wird ab dem 1.6. (an diesem Tag muß er sich persönlich dort arbeitslos melden) eine Sperrzeit gem. § 159 (1) SGB III für 12 Wochen verhängen.
Wieso die AfA jetzt schon prüft, verstehe ich nicht. Die Sperrzeit kann frühestens am 1.6. beginnen.
Eine Sperrzeit hat nichts mit Familienmitgliedern zu tun.
Wenn es an Geld fehlt in den 12 Wochen, kann die Familie Alg 2/Hartz 4 beim JC beantragen.

Was bedeutet: ---es geht sich um--- ?

Signatur:Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. Karl V.
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#7
 Von 
distance
Status:
Beginner
(76 Beiträge, 10x hilfreich)

Er musste sich ständig Urlaub nehmen, weil seine Frau im Januar und Februar 6 mal im Krankenhaus war.
Dazu musste er 500km bis nach Erlangen fahren, weil dort die einzige Fachklinik ist.

In der Begründung steht, dass die Arbeitsqualität nicht ausreichend war, wegen den privaten Umständen, er aber ein sehr guter und talentierter Mitarbeiter sei, der viel Fachwissen mitbringt. Die ihn vermissen werden usw.

Das Arbeitszeugnis ist sehr gut!

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#8
 Von 
blaubär+
Status:
Richter
(8924 Beiträge, 4050x hilfreich)

.... und dennoch: Wie lange willst du ein totes Pferd noch reiten?

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#9
 Von 
Start4u
Status:
Schüler
(228 Beiträge, 106x hilfreich)

Die grundsätzliche Frage war doch nicht ob man die Kündigung anfechten kann sondern ob die Agentur für Arbeit jetzt eine Sperrfrist wegen vertragswidrigem Verhalten verhängen kann.

Zitat:
In der Begründung steht, dass die Arbeitsqualität nicht ausreichend war,

Wenn das auch der Grund für die Abhmahnung war dann sehe ich hier eine verhaltensbedingte Kündigung die die AfA auch mit einer Sperrfrist belegen kann.

Wäre man rechtzeitig gegen die Kündigung vorgegangen dann hätte man diese sicherlich für unwirksam erklären können. Nicht ausreichende Arbeitsqualität ist sehr subjektiv und für den Arbeitgeber nicht so leicht zu beweisen. aber der Zug ist abgefahren.

Daher: Die Abmahnung allein ist für die AfA uninteressant. Die Abmahnung war aber wichtig um anschließend mit der gleichen Begründung kündigen zu können. Die AfA interessiert nur ob die Kündigung auf ein vertragswidriges Verhalten des Arbeitnehmers zurückzuführen ist. Und das scheint der Fall zu sein.

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#10
 Von 
Anami
Status:
Bachelor
(3979 Beiträge, 889x hilfreich)

Zitat (von distance):
Das Arbeitszeugnis ist sehr gut!
Das Zeugnis kann er für den nächsten Job nutzen.
Sind alle deine Fragen beantwortet?

Signatur:Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. Karl V.
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#11
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(66740 Beiträge, 31517x hilfreich)

Zitat (von distance):
Kann man ihm daraus jetzt einen Strick drehen?

Ja, kann man.

Abwarten was im Bescheid des Amtes steht, dann kann man schauen ob und wie man dagegen vorgehen kann.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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