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Verkäufer hat die Ware einfach an jemand anderen verkauft

6.9.2019 Thema abonnieren
 Von 
JuliaToni
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Verkäufer hat die Ware einfach an jemand anderen verkauft

Habe gestern bei Ebay Kleinanzeigen ein absolut schickes Badmöbel Set gekauft..zumindest dachte ich das!
Der Preis von 50€ unschlagbar. Eigentlich war alles klar..siehe Chatverlauf.

Von mir:

Hallo. Sind die Badmöbel nich zu haben?
LG :)
[Mi., 04.09.19, 23:09 ]

Verkäufer:

Hallo...ja sind noch da...Lg
[Mi., 04.09.19, 23:24 ]

Von mir:

Gibt es irgendwelche Mängel? Türen schließen nicht richtig ect.? :)
[Do., 05.09.19, 06:53 ]

Verkäufer:

Eigentlich nicht und Türen schließen
[Do., 05.09.19, 06:56 ]

Von mir:

Supi. Ich würde das fix mit meinem Männl abklären. Hätte Interesse :)
[Do., 05.09.19, 06:57 ]

Verkäufer:

Ok alles klar...gibst einfach bescheid
[Do., 05.09.19, 06:57 ]

Von mir:

Hey :) Mein Männl ist einverstanden. Wann könnten wir die Möbel denn holen kommen? Wäre Samstag Vormittag ok?
[Do., 05.09.19, 09:26 ]

Ok Klasse...Mir wäre Samstag Nachmittag ab 14 Uhr lieber, weil ich bis Mittag noch arbeiten bin
[Do., 05.09.19, 09:34 ]

Von mir:

Kläre das nochmal fix ab :)
[Do., 05.09.19, 09:37 ]

Verkäufer:

Ok
[Do., 05.09.19, 09: 39 ]

Von mir:

Er meint gerade, es könnte spät Nachmittag werden. Wäre das ein Problem? :) So gegen 17 Uhr.
[Do., 05.09.19, 09:40 ]

Verkäufer:

Nein bin zu Hause,da wir Bad renovieren und neue Möbel aufbauen☺
[Do., 05.09.10, 09:42 ]

Von mir:

Supi. Wo dürfen wir denn hin kommen? :)
[Do., 05.09.19, 09:48 ]

Verkäufer:

_Adresse_..einfach bei _Name_ klingeln
[Do., 05.09.19, 09:52 ]

Von mir:

Alles klaro. Dann bis Samstag auf jeden Fall :)
[Do., 05.09.19, 09:57 ]

Verkäufer:

Oki bis Samstag
[Do., 05.09.19, 10:04 ]

Verkäufer:
Hallo,ich wollte bescheid geben,dass die Badmöbel gestern verkauft worden sind. Danke trotzdem,für Ihr Interesse. Lg
[Fr., 06.09.19, 09:37 ]

Nun hat der gute Herr die Möbel gestern trotz Abmachung an jemand anders verkauft. Ich bin im 6. Monatschwanger und im Oktober ziehen wir um. Hatte jetzt allen anderen Angeboten an denen wir interessiert waren bereits abgesagt, da der Abholtermin ja vereinbart gewesen ist!

Kann ich hier irgendwie dagegen vorgehen? Bin echt stinksauer gerade!

Zumal ich das Restgeld zu den Möbeln die mehr gekostet hätten nun schon verplant habe! Und das sind 170€. Also nicht wenig..muss demzufolge wieder umplanen, was ich echt unmöglich finde!

Bitte um hilfreiche Antworten.

Danke euch schonmal ganz lieb :)

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14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
NaibaF123
Status:
Schüler
(340 Beiträge, 51x hilfreich)

Ich sehe noch keinen wirksam geschlossenen Kaufvertrag. Irgendwie fehlt mir die Absichtserklärung zum Kauf und die Annahme dieser Absicht. Man könnte durchaus argumentieren, dass für Samstag ein unverbindlicher Besichtigungstermin geplant war.

Unabhängig vom existieren eines Kaufvertrags, diese Idee

Zitat (von JuliaToni):
Zumal ich das Restgeld zu den Möbeln die mehr gekostet hätten nun schon verplant habe! Und das sind 170€. Also nicht wenig..muss demzufolge wieder umplanen, was ich echt unmöglich finde!
wird man ziemlich sicher vergessen können.
Den Schaden müsste man erst mal beweisen. Da passen schon die Relationen nicht ganz zueinander. Ich würde stark empfehlen, wieder zurück zu planen.

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#2
 Von 
cirius32832
Status:
Student
(2006 Beiträge, 681x hilfreich)

Zitat:
Supi. Ich würde das fix mit meinem Männl abklären. Hätte Interesse

Interesse ist für mich ebenfalls kein 100% sicheres Signal, die Möbel auch definitiv zu kaufen.

Signatur:https://www.antispam-ev.de
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#3
 Von 
JuliaToni
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Deswegen haben wir dann ja geschrieben, mein Männl ist einverstanden und wann können wir die Möbel holen. Da wir den Termin vereinbart haben und er uns die Abholadresse gegeben hat, war das absolut klar für uns. Deswegen ja auch die Antwort bis Samstag AUF JEDEN FALL. War ja nirgends erwähnt, dass wir die Möbel nur anschauen wollen. Da geht man nicht davon aus, das die Möbel zwischenzeitlich anderweitig verkauft werden..wobei wir sie zur Not auch direkt gestern noch hätten holen können, hätte er uns darauf aufmerksam gemacht, dass er sie sonst verkauft.

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#4
 Von 
JuliaToni
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von NaibaF123):
Ich sehe noch keinen wirksam geschlossenen Kaufvertrag. Irgendwie fehlt mir die Absichtserklärung zum Kauf und die Annahme dieser Absicht. Man könnte durchaus argumentieren, dass für Samstag ein unverbindlicher Besichtigungstermin geplant war.

Unabhängig vom existieren eines Kaufvertrags, diese Idee

Zitat (von JuliaToni):
Zumal ich das Restgeld zu den Möbeln die mehr gekostet hätten nun schon verplant habe! Und das sind 170€. Also nicht wenig..muss demzufolge wieder umplanen, was ich echt unmöglich finde!
wird man ziemlich sicher vergessen können.
Den Schaden müsste man erst mal beweisen. Da passen schon die Relationen nicht ganz zueinander. Ich würde stark empfehlen, wieder zurück zu planen.

Das ist nur, was mich aus menschlicher Sicht gesehen ärgert.
Das es irrelevant ist, konnte ich mir schon denken. Danke trozdem.

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#5
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Senior-Partner
(6969 Beiträge, 3720x hilfreich)

Hallo,

also ich würde da zwar eher einen geschlossenen KV sehen, aber trotzdem auch dazu raten, die Angelegenheit zu vergessen!

Wenn du den rechtlichen Weg aber trotzdem bestreiten willst, dann solltest du dem VK erstmal eine ordentliche Frist zur herausgabe der Ware zusenden. Wenn das nicht passiert kannst du einen Ersatzkauf vornehmen (Schadensminderungspflicht deinerseits bedenken, sprich einfach mal so sagen 170Euro ist nicht drin).
Dann wird dein VK auch sicher nicht einfach so zahlen, bedeutet du musst dir einen Anwalt nehmen oder Mahnbescheid beantragen.
Beides müsste vorab von dir bezahlt werden. Dabei ist davon auszugehen, dass der VK wohl immer noch nicht zahlen wird. Bedeutet du müsstest gerichtlich klagen. Gericht etc will dabei auch erstmal von dir bezahlt werden!

Am Ende entscheodet dann ein Richter, ist ein gültiger KV vorhanden ; wurde die Schadensminderungspflicht eingehalten etc.

Wer gewinnt, der kann sich dann ALLE Kosten vom Gegner zurückholen. Allerdings müsste der Gegner dann auch noch zahlungsfähig sein, ist er das nicht, gibts auch wieder nichts.

Zeit, Nerven Aufwand etc wird dabei dann nicht vergütet.

Daher würde ich mich nicht weiter drum ärgern, sondern die Sache vergessen und beim nächsten mal entweder einen genaueren KV vorab schliessen (heisst aber auch, bei besichtigung hätte man kein Recht mehr nicht zu kaufen), oder doch in einem Geschäft zu suchen...

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#6
 Von 
Louis Cypher
Status:
Schüler
(428 Beiträge, 148x hilfreich)

Zitat (von JuliaToni):
Hey Mein Männl ist einverstanden. Wann könnten wir die Möbel denn holen kommen? Wäre Samstag Vormittag ok?
[Do., 05.09.19, 09:26 ]

Ok Klasse...Mir wäre Samstag Nachmittag ab 14 Uhr lieber, weil ich bis Mittag noch arbeiten bin
[Do., 05.09.19, 09:34 ]

Das würde ich als spielentscheidende Annahme des Kaufangebots seitens des Käufers und als Bestätigung durch den Verkäufer sehen. Hier geht es ums "holen" und nicht ums "anschauen".
Danach kamen nur noch Terminabsprachen, welche auch im gegenseitigen Einvernehmen getroffen wurden. Auch wenn das für die Wirksamkeit des KV irrelevant ist.

Ich bin der Meinung, dass der VK den Kaufvertrag erfüllen muss. Aufwendungen oder Mehrkosten die dadurch entstehen, gehen zu seinen Lasten.
Inwieweit man das nun gerichtlich durchsetzen möchte, ist jedem selbst überlassen. Das kostet erst mal auch ein paar Euro, die eben gerade nicht zur Verfügung stehen.
Leider weiß ich nicht, inwieweit man solche Ansprüche "ansparen" kann, um sie vielleicht nach der Elternzeit, wenn mehr Geld da ist, durchzusetzen.
Das würde ich zumindest aus meiner Sicht machen (auch wenn ich die Möbel dann anschließend wieder verkaufen würde), um mein Gerechtigkeitsempfinden in die Waage zu bringen.

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#7
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Senior-Partner
(6969 Beiträge, 3720x hilfreich)

Zitat:
Aufwendungen oder Mehrkosten die dadurch entstehen, gehen zu seinen Lasten.
Du sagst nichts zur Schadensminderungspflich der TE, beachtet sie diese nicht, geht das klar zu ihren Kosten und kann ein negatives Urteil für sie herbeiführen...

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#8
 Von 
radfahrer999
Status:
Schlichter
(7411 Beiträge, 4451x hilfreich)

Zitat (von JuliaToni):
Deswegen haben wir dann ja geschrieben, mein Männl ist einverstanden und wann können wir die Möbel holen.

Ich neige eher dazu, keien Kaufvertrag zu sehen. Unabhängig von Abholen und "Männl" um Einverständnis fragen.
Mir fehlt hier die konkrete Zusage des Verkäufers an euch zu verkaufen.

Signatur:Wenn dir die Antwort nicht gefällt, solltest du die Frage nicht stellen... ;-)
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#9
 Von 
NaibaF123
Status:
Schüler
(340 Beiträge, 51x hilfreich)

Zitat (von JuliaToni):
Deswegen haben wir dann ja geschrieben, mein Männl ist einverstanden
Einverstanden womit?...Könnte man sich an der Stelle fragen. Eine Antwort wäre zum Beispiel: mit dem Interesse der Frau.

Ich mag mich täuschen. Die Meinungen gehen auseinander. Die Sache wird also alles andere, als ein Selbstläufer. Man kann jetzt akzeptieren, dass das bei Kleinanzeigen nun mal "so läuft" und vom Kauf einfach absehen. Oder man beharrt auf seinen Prinzipien und seinem (vermeindlichen) Rechten. Dummerweise geht Prinzipienreiterei oftmals mit finanziellen Einbußen einher. Das wäre mir persönlich kein Badmöbel der Welt wert.

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#10
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(69895 Beiträge, 32139x hilfreich)

Ob Kaufvertrag oder nicht, das hängt von der Güte der Argumente der jeweiligen Partei ab. Darüber entscheidet dan en Gericht, Chancen würde ich 50:50 sehen.

Und dann kommen wir zum größten Problem: Wie berechnet man den Schadenersatz. Denn um erfüllung durch Lieferung geht es ja nicht mehr, nur noch um den Schaden ...


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#11
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Bachelor
(3691 Beiträge, 1410x hilfreich)

Zitat (von NaibaF123):
Einverstanden womit?...Könnte man sich an der Stelle fragen.

Ja bestimmt nicht damit, daß es Kartoffelsuppe zu Mittag gibt. Wir wollen hier doch keine Rabulistik betreiben.

"Mein Männl ist einverstanden. Wann könnten wir die Möbel denn holen kommen?" ist zumindest ein Angebot, zu den vorher besprochenen Konditionen einen Vertrag zu schließen.

"Ok Klasse..." ist nach jeder verständigen Auslegung eine Annahme dieses Angebots.

Damit ist ein Kaufvertrag hier eindeutig zu bejahen. Alles andere ist Rabulistik nach dem Motto "Ich habe nicht 'Simon says' gesagt...".

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#12
 Von 
drkabo
Status:
Gelehrter
(10378 Beiträge, 7421x hilfreich)

Es ist doch müßig zu diskutieren.
Wenn man Schadensersatz haben wollte, müsste man den Beweis bringen, dass die Möbel, die man jetzt gekauft hat, absolut gleichwertig sind zu denen aus der Anzeige.
Das ist doch in der Praxis - völlig unmöglich - allein schon, weil die Möbel aus der Anzeige nicht mehr verfügbar sind, um die Gleichwertigkeit beurteilen zu können.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#13
 Von 
JuliaToni
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Ihr Lieben! Ich danke euch vielmals für eure Antworten. Letzten Endes ist mir der Aufwand zu groß, nur um mein Recht durchzusetzen. Ich habe mich jetzt weiter umgeschaut und sogar noch ein besseres Angebot gefunden. Habe mich diesmal doppelt und 3 fach rückversichert, dass die Möbel bis Sonntag nicht weiterverkauft werden. Habe ausdrücklich erwähnt, dass wir sie zum vereinbarten Preis von 80€ definitiv kaufen werden.
Die Antwort vom Verkäufer..er steht zu seinem Wort und wird sie bis Montag unter keinen Umständen verkaufen.

Ich hoffe also, dass am Sonntag alles glatt läuft :)

Vielen lieben Dank an alle :)

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#14
 Von 
reckoner
Status:
Unparteiischer
(9274 Beiträge, 3573x hilfreich)

Hallo,

ich sehe hier auch einen geschlossenen Vertrag, nicht 50:50 sondern eher 90:10.
Allerdings heißt das ja nicht, dass man auch wirklich Geld bekommt, dazu muss der Beklagte auch solvent sein.
Außerdem müsste man die Kommunikation beweisen, und zwar auch mit wem man da verhandelt hat (bei Kleinanzeigen ist das nicht ganz so einfach).
Daher: Viel zu großes Risiko für diese Kleinigkeit.

Zitat:
Wenn man Schadensersatz haben wollte, müsste man den Beweis bringen, dass die Möbel, die man jetzt gekauft hat, absolut gleichwertig sind zu denen aus der Anzeige.
Nein, absolut gleichwertig müssen sie sicher nicht sein. Man muss nur annehmbaren Aufwand betreiben und dann das naheliegendste Angebot nehmen.
Extrembeispiel: Wenn der Streitgegenstand Zustand 3 hatte, es am Markt aber nur noch Zustand 1 und 5 gibt, dann darf es auch 1 sein; es steht dem Verkäufer ja frei alternative Ware beizubringen.

Stefan

Signatur:Auf einem Schiff befinden sich 26 Schafe und 10 Ziegen. Wie alt ist der Kapitän?
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