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Gutschein / einlösbare Firma geschlossen / Aussteller nicht

 Von 
theodor123mitglied
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)
Gutschein / einlösbare Firma geschlossen / Aussteller nicht

Hallo,

ich habe beim Kauf einer Wohnung einen Gutschein über 3000 Euro erhalten. Es gibt kein Ablaufdatum, jedoch die Einschränkungen, dass dieser nur für einbaufähige Geräte oder Einbauküchenmöbel gilt. Aussteller ist der Verkäufer. Darauf steht jedoch, dass dieser einlösbar ist bei eine bestimmten Firma. Dort habe ich angerufen und unter gleicher Nummer und gleicher Adresse ist nun eine Firma mit anderem Namen, die auch Küchen verkauft. Diese weigern sich allerdings meinen Gutschein zu übernehmen.
Mit ein wenig Recherche dachte ich erst, dass die Rechtslage so ist: Die Firma ist in eine andere Firma übergegangen und die nachfolgenden Firma muss somit den Gutschein übernehmen. Oder die Firma wurde einfach geschlossen, dann ist sie aber noch verpflichtet meine Gutschein auszuzahlen, wenn sie nicht mehr in der Lage sein sollen ihn einzulösen.
Jedoch ist mir unklar wer nun dafür haftet. Ist es der Aussteller, dann wäre es ja der Verkäufer? Oder ist die Firma bei dem ich den Gutschein einlösen soll haftbar?

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Verkäufer Gutschein Firma


9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
NaibaF123
Status:
Praktikant
(653 Beiträge, 104x hilfreich)

Zitat (von theodor123mitglied):
st es der Aussteller, dann wäre es ja der Verkäufer?
Nein, der Aussteller des Gutscheins (bitte nicht das Wort Aussteller hier verwechseln, als Aussteller bezeichnet man denjenigen, bei dem man den Gutschein einlösen kann, der ihn also ursprünglich ausgestellt hat!), oder besser gesagt der "Schenker" ist nicht haftbar. Warum auch? Er hat seinen Teil der Abmachung (Wohnung an Sie verkauft, Gutschein ausgehändigt) erfüllt. Allenfalls, wenn er wusste oder hätte wissen müssen, dass dieser Gutschein bald wertlos werden wird, könnte er im Rahmen einer Arglistigen täuschung haftbar werden. Das ist aber in der Realität mehr graue Theorie.

Zitat (von theodor123mitglied):
Oder ist die Firma bei dem ich den Gutschein einlösen soll haftbar?
Ja, die wäre haftbar. Allerdings gibt es die Firma ja nun nicht mehr. Wer nicht existiert, kann auch nicht haften.
Auch hier wäre unter bestimtmen Umständen eine Haftung des Geschäftsführers (auch mit seinem Privatvermögen) denkbar. Bspw. wenn er wissentlich kurz vor der Insolvenz nochmal alles gibt, um die letzten Euros abzuschöpfen. Aber auch das ist nur graue Theorie.

Zitat (von theodor123mitglied):
unter gleicher Nummer und gleicher Adresse ist nun eine Firma mit anderem Namen
Da müsste man jetzt prüfen, ob diese neue Firma wirklich eine neue ist, oder ob sie nicht doch unmittelbarer Rechtsnachfolger der alten ist. Sollte letzteres der Fall sein, wäre es sehr Wahrscheinlich, dass diese auch für die Verbindlichkeiten ihres Vorgängers einstehen müsste.

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#2
 Von 
RrKOrtmann
Status:
Praktikant
(690 Beiträge, 500x hilfreich)

Zitat (von theodor123mitglied):
ich habe beim Kauf einer Wohnung einen Gutschein über 3000 Euro erhalten. Es gibt kein Ablaufdatum, jedoch die Einschränkungen, dass dieser nur für einbaufähige Geräte oder Einbauküchenmöbel gilt. Aussteller ist der Verkäufer. Darauf steht jedoch, dass dieser einlösbar ist bei eine bestimmten Firma.

§ 793 BGB
"Hat jemand eine Urkunde ausgestellt, in der er dem Inhaber der Urkunde eine Leistung verspricht (Schuldverschreibung auf den Inhaber), so kann der Inhaber von ihm die Leistung nach Maßgabe des Versprechens verlangen."

RK

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#3
 Von 
eh1960
Status:
Student
(2222 Beiträge, 754x hilfreich)

Zitat (von theodor123mitglied):

Darauf steht jedoch, dass dieser einlösbar ist bei eine bestimmten Firma.

Logisch.
Zitat:

Dort habe ich angerufen und unter gleicher Nummer und gleicher Adresse ist nun eine Firma mit anderem Namen, die auch Küchen verkauft. Diese weigern sich allerdings meinen Gutschein zu übernehmen.

Auch das ist nicht unlogisch.
Zitat:
Mit ein wenig Recherche dachte ich erst, dass die Rechtslage so ist: Die Firma ist in eine andere Firma übergegangen

Ist sie? Wurde das Unternehmen, das den Gutschein ausgestellt hat, von dem Unternehmen übernommen, das dort jetzt ansässig ist? Gleiche Anschrift und gleiche Telefonnummer bedeutet das nicht automatisch.

Zitat:
Oder die Firma wurde einfach geschlossen, dann ist sie aber noch verpflichtet meine Gutschein auszuzahlen, wenn sie nicht mehr in der Lage sein sollen ihn einzulösen.
Jedoch ist mir unklar wer nun dafür haftet.

Wenn es das Unternehmen nicht mehr gibt, haftet niemand dafür.

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#4
 Von 
theodor123mitglied
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von NaibaF123):
Nein, der Aussteller des Gutscheins (bitte nicht das Wort Aussteller hier verwechseln, als Aussteller bezeichnet man denjenigen, bei dem man den Gutschein einlösen kann, der ihn also ursprünglich ausgestellt hat!), oder besser gesagt der "Schenker" ist nicht haftbar.

Ich verwechsel das nicht. Auf dem Gutschein steht "Aussteller" (Verkäufer der Wonhung) und "einlösbar bei" die Küchenfirma. Ich finde das auch verwirrend.

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#5
 Von 
theodor123mitglied
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von RrKOrtmann):

§ 793 BGB
"Hat jemand eine Urkunde ausgestellt, in der er dem Inhaber der Urkunde eine Leistung verspricht (Schuldverschreibung auf den Inhaber), so kann der Inhaber von ihm die Leistung nach Maßgabe des Versprechens verlangen."

RK

Das wäre in dem Fall ja der Verkäufer, da er sich auf der Urkunde als Aussteller bezeichnet. Richtig?

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#6
 Von 
theodor123mitglied
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von eh1960):
Wenn es das Unternehmen nicht mehr gibt, haftet niemand dafür.

Ich hoffe stark, dass es so einfach nicht ist.. Ansonsten könnte man einfach viele Gutscheine verteilen und dann schnell die Firma schließen.

-- Editiert von theodor123mitglied am 06.11.2019 22:37

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#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71501 Beiträge, 32437x hilfreich)

Zitat (von theodor123mitglied):
Ich hoffe stark, dass es so einfach nicht ist.

Doch ist es.



Zitat (von theodor123mitglied):
Ansonsten könnte man einfach viele Gutscheine verteilen und dann schnell die Firma schließen.

Das widerum wäre dann Betrug, wenn man das so plant und durchführt.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#8
 Von 
theodor123mitglied
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von theodor123mitglied):
Ich hoffe stark, dass es so einfach nicht ist.

Doch ist es.



Zitat (von theodor123mitglied):
Ansonsten könnte man einfach viele Gutscheine verteilen und dann schnell die Firma schließen.

Das widerum wäre dann Betrug, wenn man das so plant und durchführt.
Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von theodor123mitglied):
Ich hoffe stark, dass es so einfach nicht ist.

Doch ist es.



Zitat (von theodor123mitglied):
Ansonsten könnte man einfach viele Gutscheine verteilen und dann schnell die Firma schließen.

Das widerum wäre dann Betrug, wenn man das so plant und durchführt.


Das hier ist also falsch?

"Kann der Händler die mit dem Gutschein versprochene Leistung nicht mehr erbringen, so muss er dem Gutscheininhaber den noch ausstehenden Betrag auszahlen. Dies ist etwa dann der Fall, wenn das Geschäft geschlossen wird, jedoch noch Gutscheine im Umlauf sind. "

https://www.frankfurt-main.ihk.de/recht/themen/vertragsrecht/gutscheine/

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#9
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71501 Beiträge, 32437x hilfreich)

Zitat (von theodor123mitglied):
Das hier ist also falsch?

Nein, aber das Problem ist, wenn sich z.B. die Leute nicht rechtzeitig vor Ende melden oder schlicht kein Geld mehr da ist, dann hat man Pech gehabt.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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