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Gilt eine Museumsausstellung als Sammelwerk? Ist ein Audio Guide darüber eine freie Benutzung?

18.11.2019 Thema abonnieren
 Von 
Nimikon
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Gilt eine Museumsausstellung als Sammelwerk? Ist ein Audio Guide darüber eine freie Benutzung?

Gilt eine Museumsausstellung als Sammelwerk? Ist ein Audio Guide darüber eine freie Benutzung?

Hallo, ich würde gerne einen Audio Guide zu Gemälden machen, die in einem Museum ausgestellt sind. Die Künstler der Gemälde sind alle schon mehr als 70 Jahren tot, d.h. die Werke unterliegen nicht mehr dem Urheberrecht.

Ich möchte aber ausfindig machen, ob die Zusammenstellung der ausgestellten Gemälde im Museum als Sammelwerk nach § 4 UrhG zu sehen ist. Entscheidend dabei ist die geistige Schöpfung. An die Gestaltungshöhe werden regelmäßig keine hohen Anstellungen gestellt. Muss ich daher davon ausgehen, dass es sich bei einer Ausstellung in einem Museum tatsächlich um ein Sammelwerk handelt, das dem Urheberrecht unterliegt?

Daran schließt sich meine nächste Frage an. Wenn ich nun einen Audio Guide als App über die Ausstellung mache kann dieses Werk dann als freie Benutzung nach § 24 UrhG betrachtet werden? Demnach wäre es dann ein selbständiges Werk, welches ich dann ohne ohne Zustimmung des Urhebers des benutzten Werkes (Ausstellung Museum) veröffentlichen darf. Kann die Erstellung des Audio Guides auch als eine Übertragung eines Werkes in eine andere Werkform (Audio-File) betrachtet werden? Es wird nämlich überwiegend davon ausgegangen, dass eine solche Transformation grundsätzlich eine freie Benutzung darstellt.

Das Museum selbst hat auch einen Audio Guide im Programm, allerdings beinhaltet dieser Audio Ausführungen (MP3 Files) zu nur sehr wenigen ausgewählten Gemälden. Ich plane in meinem Audio Guide zum Teil auf die gleichen Gemälde einzugehen aber auch noch zu weiteren Gemälden. Die Inhalte werden selbstverständlich andere sein und nicht übernommen werden. Seht ihr darin ein problematisches Vorgehen aus rechtlicher Sicht?

Gibt es zu meinen Fragestellungen eventuell bereits richterliche Entscheidungen aus denen man die aktuelle Rechtsprechung ableiten kann? Gibt es dazu irgendwelche Links.

Ich wäre sehr dankbar wenn ich eine Rückmeldung zu den oben genannten Fragen bekommen könnte.

Grüße Eberhard

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12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
eh1960
Status:
Student
(2348 Beiträge, 774x hilfreich)

Zitat (von Nimikon):
Gilt eine Museumsausstellung als Sammelwerk? Ist ein Audio Guide darüber eine freie Benutzung?

Hallo, ich würde gerne einen Audio Guide zu Gemälden machen, die in einem Museum ausgestellt sind. Die Künstler der Gemälde sind alle schon mehr als 70 Jahren tot, d.h. die Werke unterliegen nicht mehr dem Urheberrecht.


Die Frage kann man so nicht beantworten.

Ich kann mir nicht vorstellen, wie man mit einem Audio Guide Urheberrechte an einer Gemäldesammlung verletzten könnte, aber dazu müsste man alle Details über die Sammlung und den Audio Guide kennen.

Viel relevanter als Urheberrechte werden hier aber die Eigentumsrechte des Museums an den Gemälden und der Sammlung sein.

Einen Audio Guide dazu zu vermarkten dürfte einen Eingriff in die Eigentumsrechte des Museums darstellen, das ja selbst auch sowas anbietet, und damit wird es auch wettbewerbsrechtlich relevant und könnte einen Wettbewerbsverstoß ("Unlauterer Wettbewerb") darstellen.

Zitat:
Das Museum selbst hat auch einen Audio Guide im Programm, allerdings beinhaltet dieser Audio Ausführungen (MP3 Files) zu nur sehr wenigen ausgewählten Gemälden. Ich plane in meinem Audio Guide zum Teil auf die gleichen Gemälde einzugehen aber auch noch zu weiteren Gemälden. Die Inhalte werden selbstverständlich andere sein und nicht übernommen werden. Seht ihr darin ein problematisches Vorgehen aus rechtlicher Sicht?

Ja. Ganz erheblich.
Zitat:

Gibt es zu meinen Fragestellungen eventuell bereits richterliche Entscheidungen aus denen man die aktuelle Rechtsprechung ableiten kann? Gibt es dazu irgendwelche Links.

Da kann man nur dringend die eingehende Beratung mit einem auf Urheber- und Wettbewerbsrecht spezialisierten Rechtsanwalt empfehlen.

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#2
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Master
(4113 Beiträge, 1488x hilfreich)

Zitat (von eh1960):
Einen Audio Guide dazu zu vermarkten dürfte einen Eingriff in die Eigentumsrechte des Museums darstellen, das ja selbst auch sowas anbietet, und damit wird es auch wettbewerbsrechtlich relevant und könnte einen Wettbewerbsverstoß ("Unlauterer Wettbewerb") darstellen.

Das hieße, wenn ich ein Buch über die Mona Lisa schreibe, greife ich in Eigentumsrechte des Louvre ein, weil vielleicht einer von dessen Mitarbeitern auch ein Buch darüber schreibt oder man das Buch anstelle eines Louvre-Audio-Guides im Museum verwenden könnte?
Das klingt mir nicht ganz durchdacht.

Wenn das Unternehmen das Verwenden externer Audio Guides innerhalb des Museums unterbinden will, so kann es das per Hausordnung tun. Dafür muß es keine wettbewerbsrechtlichen Schritte gegen Dritte unternehmen.

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#3
 Von 
Nimikon
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die Rückmeldungen.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ich mit der Erstellung eines Audio Guides die Eigentumsrechte des Museums an den Gemälden verletze. Wie wäre hier der Zusammenhang?

Da kann ich mir einen unlauteren Wettbewerb zu dem eigenen Produkte bzw. Audio Guide des Museums schon eher vorstellen. Es gibt zahlreiche Tatbestände des unlauteren Wettbewerbs, wobei ich folgende noch am naheliegendsten finde:
• Irreführung: Fehlvorstellung durch nicht der Wahrheit oder Wirklichkeit entsprechenden Umstände
• Nachahmung: Vermarktung eines Produkts, welche der Original-Ware zum Verwechseln ähnlich ist (Produktfälschung)
• Verwertung fremder Leistungen als eigene
Aber aus meiner Sicht trifft keiner dieser Tatbestände wirklich zu. Ich werde nichts von dem offiziellen Audio Guide des Museums kopieren sondern alles selbst erstellen. Zudem werde ich darauf aufmerksam machen, dass die Erstellung des Audio Guides unabhängig vom Museum gemacht wurde.

BigiBigiBigi wie meinst du das konkret, dass das Museum das Verwenden eines externen Audio Guides per Hausordnung unterbinden kann. In der Hausordnung steht mehr oder weniger geschrieben, dass man mit der Nutzung von Smartphones auf andere Acht geben soll. Wenn das ausgeweitet wird mit der Vorgabe, dass man überhaupt keine Smartphones nutzen darf ist es klar, dass damit auch nicht mehr der Audio Guide genutzt werden kann. Ich könnte dagegen wohl nichts unternehmen. Aber könnte das Museum tatsächlich vorgeben, dass man Smartphones nutzen darf aber nicht den darauf befindlichen Audio Guide als Smartphone App? Wäre das nicht eine Art unzulässige Freiheitsbeschränkung der Besucher?

Darüber hinaus würde mich interessieren, ob ich mit meinem Audio Guide gegen das Urheberrecht eines möglichen Sammelwerks verstoße oder handelt es sich um eine „freie Benutzung", da es sich um eine Transformation in eine andere Werkform handelt?

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#4
 Von 
eh1960
Status:
Student
(2348 Beiträge, 774x hilfreich)

Zitat (von BigiBigiBigi):
Zitat (von eh1960):
Einen Audio Guide dazu zu vermarkten dürfte einen Eingriff in die Eigentumsrechte des Museums darstellen, das ja selbst auch sowas anbietet, und damit wird es auch wettbewerbsrechtlich relevant und könnte einen Wettbewerbsverstoß ("Unlauterer Wettbewerb") darstellen.

Das hieße, wenn ich ein Buch über die Mona Lisa schreibe, greife ich in Eigentumsrechte des Louvre ein, weil vielleicht einer von dessen Mitarbeitern auch ein Buch darüber schreibt oder man das Buch anstelle eines Louvre-Audio-Guides im Museum verwenden könnte?
Das klingt mir nicht ganz durchdacht.


Der Vergleich hinkt auch arg.

Richtig wäre der Vergleich: der Louvre bietet einen Audio Guide für den Louvre an. Und nun kommt ein Dritter, und bietet auch einen Audio Guide für den Louvre an.

Zitat:

Wenn das Unternehmen das Verwenden externer Audio Guides innerhalb des Museums unterbinden will, so kann es das per Hausordnung tun. Dafür muß es keine wettbewerbsrechtlichen Schritte gegen Dritte unternehmen.

Sowieso, aber darum geht's hier überhaupt nicht.

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#5
 Von 
eh1960
Status:
Student
(2348 Beiträge, 774x hilfreich)

Zitat (von Nimikon):

Darüber hinaus würde mich interessieren, ob ich mit meinem Audio Guide gegen das Urheberrecht eines möglichen Sammelwerks verstoße oder handelt es sich um eine „freie Benutzung", da es sich um eine Transformation in eine andere Werkform handelt?

Wie schon geschrieben: das kann man nur im Einzelfall beurteilen, und letztlich beurteilt es ein Gericht, wenn man sich darüber streitet.

Ein Irrtum liegt hier aber vor: "handelt es sich um eine „freie Benutzung", da es sich um eine Transformation in eine andere Werkform handelt?"

Die Transformation eines Werkes in eine andere Werkform ist im Regelfall keine freie Benutzung. Deshalb darf man z.B. ein Foto auch nicht einfach abmalen und das Gemälde bzw. die Zeichung dann verwerten.

"Freie Benutzung" bedeutet: es wird ein fremdes geschütztes Werk bei der Erschaffung eines eigenen, neuen selbständigen Werkes genutzt. Dafür muß der "eigenschöpferische Anteil" des neuen Werkes den Anteil des genutzten fremden Werkes deutlich übersteigen.

Ein Foto abzumalen ist insofern keine "freie Benutzung", sondern eine "Vervielfältigung" oder eine "Bearbeitung" (je nach Einzelfall). Und für beides ist die Erlaubnis des Urhebers bzw. Rechteinhabers erforderlich. Nur mal als Beispiel.

-- Editiert von eh1960 am 21.11.2019 13:36

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#6
 Von 
Nimikon
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich habe die Information, dass eine Transformation grundsätzlich eine freie Benutzung darstellt von zwei unterschiedlichen Qullen.

Die erste Quelle ist hier:
http://mein-urheberrecht.de/24.html
Hier steht folgendes: „Wird ein Werk in eine andere, wesensfremde Werkkategorie transformiert, so ist in der Regel von einer freien Benutzung auszugehen. Beispielsweise wenn ein Gedicht in ein Gemälde oder eine Fabel in eine Melodie umgewandelt wird. Bei Übertragungen in wesensgleiche oder verwandte Werkkategorien liegt dagegen eher eine Bearbeitung vor. Zum Beispiel bei dem Nachmalen eines Fotos oder dem Verfilmen eines Romans."

Die Zweite Quelle ist hier:
https://d-nb.info/112564902X/34
Hier steht folgendes geschrieben: „Eine weitere Frage in diesem Zusammenhang ist, ob eine Übertragung eines Werkes in eine andere Werkform eine Bearbeitung darstellt. Überwiegend wird nämlich davon ausgegangen, dass eine solche Transformation grundsätzlich eine freie Benutzung darstellt."

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#7
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Master
(4113 Beiträge, 1488x hilfreich)

Zitat (von eh1960):
Richtig wäre der Vergleich: der Louvre bietet einen Audio Guide für den Louvre an. Und nun kommt ein Dritter, und bietet auch einen Audio Guide für den Louvre an.

Der hilft als Analogie nur nicht, weil es ja das Beispiel des TE ist. ;)

Zitat (von eh1960):
Ein Foto abzumalen ist insofern keine "freie Benutzung", sondern eine "Vervielfältigung" oder eine "Bearbeitung" (je nach Einzelfall).

Hier handelt es sich aber um kein "Abmalen", sondern um eine historische und ggfs. interpretative Information über ein Werk. Wenn das unzulässig ist, dann ist auch unzulässig, über das neue Gemälde eines bekannten Künstlers in der Tageszeitung zu schreiben oder, wie schon gesagt, ein Buch über die Mona Lisa zu schreiben.

Ich sehe nicht, wie ein wie auch immer geartetes Recht an einem Werk Dritten untersagen soll, über dieses Werk eigene Informationen zu verbreiten, sofern es sich nicht um einen der seltenen Ausnahmefälle (Geschäftsgeheimnisse etc.) handelt.

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#8
 Von 
eh1960
Status:
Student
(2348 Beiträge, 774x hilfreich)

Zitat (von Nimikon):
Ich habe die Information, dass eine Transformation grundsätzlich eine freie Benutzung darstellt von zwei unterschiedlichen Qullen.

Das ist nichts desto trotz falsch.
Sogar die FAZ musste sich da schon mal von einem Gericht eines besseren belehren lassen.

Anderenfalls könnte man einfach jedes Buch ohne Erlaubnis des Autors als Spielfilm verfilmen und sagen: "Wieso? Ist doch eine freie Benutzung!"

Ist es aber nicht.

-- Editiert von eh1960 am 26.11.2019 17:52

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#9
 Von 
eh1960
Status:
Student
(2348 Beiträge, 774x hilfreich)

Zitat (von BigiBigiBigi):

Zitat (von eh1960):
Ein Foto abzumalen ist insofern keine "freie Benutzung", sondern eine "Vervielfältigung" oder eine "Bearbeitung" (je nach Einzelfall).

Hier handelt es sich aber um kein "Abmalen", sondern um eine historische und ggfs. interpretative Information über ein Werk.


Es geht in dem Vergleich auch nur darum, die Irrtümer hinsichtlich der "freien Benutzung" zurechzurücken...

Zitat:
Ich sehe nicht, wie ein wie auch immer geartetes Recht an einem Werk Dritten untersagen soll, über dieses Werk eigene Informationen zu verbreiten, sofern es sich nicht um einen der seltenen Ausnahmefälle (Geschäftsgeheimnisse etc.) handelt.

Wie gesagt: man kann das nicht pauschal beantworten, und es wird m.E. viel eher auf einen Wettbewerbsverstoß als auf eine Urheberrechtsverletzung hinauslaufen.

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#10
 Von 
Nimikon
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die Rückmeldung. Da das Museum selbst auch einen Audio Guide anbietet steht tatsächlich ein Wettbewerbsverstoß im Raum und zwar im Sinne der Rufausbeutung und der Rufbeeinträchtigung.

Ich plane, dass beim jedem Öffnen der Audio Guide App ein Fenster aufpoppt in dem dann geschrieben steht, dass die Erstellung des Audio Guides und die darin enthaltenen Inhalte unabhängig vom Museum erfolgte. Dem Nutzer wird also bei jedem Öffnen deutlich gemacht, dass dieser Audio Guide unabhängig vom Museum erstellt wurde. Durch diesen expliziten Hinweis sollte eine Rufbeeinträchtigung vermeiden, da offensichtlich ist, dass das Museum mit dem Audio Guide nichts zu tun hat. Zudem dürfe dann auch kein Imagetransfer stattfinden und daher auch keine Rufausbeutung. Außerdem ist im Impressum der App ersichtlich, dass nicht das Museum der Herausgeber ist.

Ich werde selbstverständlich auch keinerlei ablehnende oder kritisierende vergleichende Werbung zu dem Audio Guide des Museums vornehmen. Dadurch dürften die Besucher eigentlich nicht den Schluss ziehen, dass der Audio Guide des Museums nicht mehr die angenommene Qualität hat wie zuvor. Folglich würde ich auch nicht von einer Rufschädigung ausgehen.

Ich bin zu dieser Schlussfolgerung gekommen aufgrund der Angaben, die unter dem folgenden Link zu finden sind.
https://www.beckmannundnorda.de/serendipity/index.php?/archives/2782-LG-Muenchen-Keine-wettbewerbswidrige-Rufausbeutung-oder-Markenrechtsverletzung-wenn-eine-fremde-Marke-in-der-Werbung-genannt-wird-hier-keine-Marke.html
Denkt ihr der Vorwurf des Wettbewerbverstosses ist trotzdem berechtigt und falls ja, auf welche Gesetzesgrundlage wäre dieser Vorwurf berechtigt?

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#11
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Master
(4113 Beiträge, 1488x hilfreich)

Zitat (von eh1960):
es wird m.E. viel eher auf einen Wettbewerbsverstoß als auf eine Urheberrechtsverletzung hinauslaufen

Denkbar, ich bin trotzdem noch nicht ganz im Boot. Machen wir noch mal eine Analogie:

Hans Meiser malt ein wunderschönes Bild seiner geliebten Ehegattin. Er veröffentlicht es und es wird weltberühmt. Nun schreibt Hans Meiser ein Buch über dieses Bild und was ihn dazu motivierte, es überhaupt zu malen, den entsprechenden Stil zu verwenden usw.

Parallel schreibt Hein Spack ein Buch über Hans Meisers Gemälde, in dem er es kunsthistorisch einordnet, seine persönliche Interpretation der Stilmittel und des Sujets liefert und zusätzlich über den Medien-Hype kritisch berichtet.

Ist es jetzt ein Wettbewerbsverstoß des Hein Spack, über das Gemälde des Hans Meiser ein Buch geschrieben zu haben, nur weil Hans Meiser selbst auch eines darüber geschrieben hat? Zweifelsohne wird Spack auf dem Markt der Bücher über dieses Gemälde dem Meiser Käufer "abgreifen". Aber das wäre IMO völlig zulässig.

Warum sieht es im Fall des TE anders aus? Auch er veröffentlicht ein Werk, das die Ausstellungsinhalte betrifft, gut. Aber warum sollte ihm das verboten sein, nur weil er damit auf demselben Markt unterwegs ist wie Dritte (die der Aussteller sein können oder nicht)? Weder Urheber- noch Wettbewerbsrecht schützen/schaffen Monopole.

-- Editiert von BigiBigiBigi am 27.11.2019 15:42

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#12
 Von 
Nimikon
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die Rückmeldung und die gute bildliche Darstellung. Ich finde es wirklich toll, wie sich hier die Leute unentgeltlich engagieren.

Es könnten mir ggf. folgende konkreten Wettbewerbsverstoße vorgeworfen werden.
- Dem Nutzer ist nicht klar, dass der Audio Guide gar nicht von dem Museum ist, daher besteht eine Verwechselungsgefahr, falls die Qualität meines Audio Guides nicht zufriedenstellend ist könnte sich das negativ auf den Ruf des Museums auswirken (Rufbeschädigung)
- Nehmen wir an es geht um das „Paul Gauguin Museum Tokyo", dieses Museum hat einen sehr hohen Bekanntheitsgrad, es könnte mir vorgeworfen werden, dass ich von diesem hohen Bekanntheitsgrad mit meinem Audio Guide profitiere ohne etwas für diesen hohen Bekanntheitsgrad gemacht zu haben (Rufausbeutung)

Wie geschrieben würde ich dafür sorgen, dass bei jedem Öffnen der Audio Guide App der Hinweise aufpoppt, dass der Audio Guide und die darin enthaltenen Inhalte unabhängig vom Museum erstellt wurde.

Die Bezeichnung „Paul Gauguin Museum Tokyo" ist auch eine eingetragene Marke. Diese werde ich natürlich nicht nutzen. In meiner Beschreibung der App würde ich aber schon gerne was schreiben wie „Mit diesem Audio Guide bekommen Sie umfangreiche Informationen zu Gemälden von Paul Gauguin die in dem Museum in Tokyo ausgestellt sind". Kann mir das als ein Verstoß gegen das Markenrecht ausgelegt werden?

Nochmals vielen Dank für eure Rückmeldungen.

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