Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
532.510
Registrierte
Nutzer

Zugewinngemeinschaft - Anfangswertermittlung: Immobilie mitgebracht, Darlehen lief auf Eltern

 Von 
black-bot
Status:
Beginner
(62 Beiträge, 69x hilfreich)
Zugewinngemeinschaft - Anfangswertermittlung: Immobilie mitgebracht, Darlehen lief auf Eltern

Einen schönen guten Morgen,

angenommen eine Ehe wurde geschlossen, und Person A besaß zum Zeitpunkt der Eheschließung eine Immobilie im Wert von 200.000 EUR. Die finanzierenden Darlehen i.H.v. gesamt 220.000 EUR liefen zum Zeitpunkt der Eheschließung auf die Eltern von Person A, die aber nicht im Grundbuch stehen. Dort steht allein Person A.

Es existierten zwei finanzierende Darlehen:

1. 160.000 EUR, für dessen Ablösung ein Bausparvertrag entgegensteht und angespart wird. Der die Finanzierung sichernde Bausparvertrag wird von Person A bespart (Besparung zum Zeitpunkt der Eheschließung 20.000 EUR). Person A tilgt dauerhaft die Zinsen von dem 160.000 EUR Darlehen, das auf die Eltern von Person A läuft.

2. 60.000 EUR Darlehen, von dem Person A regelmäßig tilgt. Zur Eheschließung hat das Darlehen nur noch eine Höhe von 50.000 EUR.

Nach Eheschließung übernimmt Person A die Darlehen von den Eltern von Person A, und Person B stimmt dem zu.

Ist das Anfangsvermögen von Person A in dem Fall 200.000 (Immobilie) + 20.000 EUR (Bauspar) = 220.000 EUR?
Oder können die Darlehen, die auf die Eltern von Person A laufen, in irgendeiner Weise berücksichtigt werden?

Über eine Antwort wäre ich sehr dankbar.

Viele Grüße

Verstoß melden

Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Eltern Eheschließung Darlehen


13 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(35384 Beiträge, 12692x hilfreich)

Wer hat denn vor der Heirat von A die Darlehensraten gezahlt?

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#2
 Von 
black-bot
Status:
Beginner
(62 Beiträge, 69x hilfreich)

Vor der Heirat hat A die Darlehensraten gezahlt. Mit B war ein Mietvertrag existent, der einige Zeit vor Heirat wegen der Gemeinschaft aufgehoben wurde. Ab dem Zeitpunkt trug B einen Anteil der Wohnkosten bei.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#3
 Von 
black-bot
Status:
Beginner
(62 Beiträge, 69x hilfreich)

Keine Meinungen?

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#4
 Von 
edy
Status:
Junior-Partner
(5310 Beiträge, 2257x hilfreich)

Hallo,

Am Hochzeitstag:

Immobilie vorhanden Wert?

Kredite vorhanden ,Höhe ?

Übersteigen die Kredite den Wert der Immobilie, besteht ein negatives Anfangsvermögen.

edy

Signatur:Ein freundliches "Hallo" setzt sich auch in Foren immer mehr durch.
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#5
 Von 
black-bot
Status:
Beginner
(62 Beiträge, 69x hilfreich)

Guten Morgen,

die Ermittlung des Anfangsvermögens ist mir grundsätzlich bekannt. Fraglich für mich ist die Auswirkungen der Situation mit den Eltern. Person A besitzt die Immobilie, Eltern von Person A sind Darlehensnehmer. Tilgung erfolgt von den Konten von Person A.

Ist diese Situation ohne Auswirkung auf die Anfangsvermögensermittlung?

Viele Grüße

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#6
 Von 
edy
Status:
Junior-Partner
(5310 Beiträge, 2257x hilfreich)

Hallo,
entscheidend für das Anfangsvermögen ist der Wer am Tag der Hochzeit.

Wer vorher gezahlt hat ist egal.

Falls die Eltern weiterhin zahlen, kann dies als "Schenkung" deklariert werden,und erhöht das Anfangsvermögen.


edy



-- Editiert von edy am 28.11.2019 15:08

Signatur:Ein freundliches "Hallo" setzt sich auch in Foren immer mehr durch.
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#7
 Von 
black-bot
Status:
Beginner
(62 Beiträge, 69x hilfreich)

Zitat (von edy):
Hallo,
entscheidend für das Anfangsvermögen ist der Wer am Tag der Hochzeit.

Wer vorher gezahlt hat ist egal.

Falls die Eltern weiterhin zahlen, kann dies als "Schenkung" deklariert werden,und erhöht das Anfangsvermögen.


edy



-- Editiert von edy am 28.11.2019 15:08



Die Eltern haben sowohl vor, wie auch nach der Hochzeit nicht gezahlt. Sie waren auf dem Papier Darlehensnehmer, haben aber nicht getilt. Sondern Person A tilgte das Darlehen der Eltern, und besaß die Immobilie.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#8
 Von 
edy
Status:
Junior-Partner
(5310 Beiträge, 2257x hilfreich)

Hallo,

selbst wenn die Eltern gezahlt hätten könnten sie das als Schenkung (als vorgezogenes Erbe) angeben.

Vor der Ehe spielt sowieso keine Rolle.

Danach wäre es halt eine Schenkung.


edy

Signatur:Ein freundliches "Hallo" setzt sich auch in Foren immer mehr durch.
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#9
 Von 
black-bot
Status:
Beginner
(62 Beiträge, 69x hilfreich)

Sorry, ich glaube ich habe das falsch dargestellt. Der Kredit bei der Bank (von mir als Darlehen bezeichnet) zur Finanzierung der Immobilie ging auf die Eltern und wurde nach Eheschließung von Person A übernommen. Ich verstehe daher deine Einschätzungen nicht, ein Kredit bei der Bank übernehmen ist keine Schenkung oder?

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#10
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(35384 Beiträge, 12692x hilfreich)

Zitat:
Die Eltern haben sowohl vor, wie auch nach der Hochzeit nicht gezahlt. Sie waren auf dem Papier Darlehensnehmer, haben aber nicht getilt. Sondern Person A tilgte das Darlehen der Eltern, und besaß die Immobilie.

Dann gab es einen Darlehensvertrag zwischen den Eltern und der Bank und einen weiteren (mündlichen?) zwischen A und den Eltern. Die Situation unterscheidet sich im Hinblick auf das Anfangsvermögen daher nicht von dem Fall, dass A direkt ein Darlehen bei der Bank aufgenommen hätte.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#11
 Von 
black-bot
Status:
Beginner
(62 Beiträge, 69x hilfreich)

Vielen Dank, der Beitrag hat meine Frage beantwortet! Es gab keinen schriftlichen Darlehensvertrag, nur mündlich. Das könnte vermutlich dann bei der Feststellung ein Streitthema sein.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#12
 Von 
Marcus2009
Status:
Lehrling
(1631 Beiträge, 968x hilfreich)

In deinem Anfangsvermögen steht eine Immobilie und 20.000 Bausparguthaben.

Es gibt zwei voreheliche Darlehen der Eltern, die noch zu 160.000 und 50.000 zu tilgen sind. Das sind 210.000 Euro.

Demnach verbleibt eine Differenz von 10.000 Euro. Das ist dein Anfangsvermögen.

Natürlich wird die Gegenseite versuchen, die beiden Darlehen "weg" zu diskutieren und das Ganze als Schenkung zu deklarieren, insbesondere weil es über die Darlehen nur einen mündlichen Vertrag gibt. Aber Verträge können durchaus auch mündlich geschlossen werden. Nur sind sie halt schwerer nachzuweisen. Das sollte aber in deinem Fall möglich sein.

1. Wie wurde denn die Immobilie bezahlt ? So wie das aussieht, wurde doch dafür das Geld von deinen Eltern verwendet ! Damit ist klar, dass 220.000 Euro von deinen Eltern an dich geflossen sind. Jetzt geht es darum nachzuweisen, dass dies keine Schenkung war, sondern ein Darlehen.

2. Dafür spricht, dass du schon vor der Eheschließung 10.000 an deine Eltern zurückgezahlt hast. Außerdem hast du die Zinsen für das große Darlehen getragen. Und weiterhin hast du einen eigenen Bausparverttag angespart, der das große Darlehen ablösen soll.

Das sind m.E. klare Indizien dafür, dass es sich hier um Darlehensverträge und nicht um Schenkungen handelt.

Besser wäre es natürlich gewesen, wenn man dies in schriftlichen Verträgen festgehalten hätte. Aber auch so sollte es möglich sein - etwa durch eidestattliche Versicherungen deiner Eltern - nachzuweisen, dass es sich um voreheliche Darlehen handelt.

Es geht um viel Geld. Die Gegenseite könnte also recht hartnäckig sein. Deshalb solltest du einen fähigen Anwalt haben, der deine Auffassung vertritt.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#13
 Von 
spatenklopper
Status:
Senior-Partner
(6900 Beiträge, 3297x hilfreich)

Zitat (von Marcus2009):
1. Wie wurde denn die Immobilie bezahlt ?

Bei einer 200.000€ Immobilie und 220.000 € Darlehen kann man davon ausgehen. dass sie voll finanziert wurde.

Zitat (von Marcus2009):
Aber Verträge können durchaus auch mündlich geschlossen werden. Besser wäre es natürlich gewesen, wenn man dies in schriftlichen Verträgen festgehalten hätte.

Man kann den Vertrag durchaus noch jetzt schriftlich fixieren, eine Rückdatierung sollte dabei aber tunlichst unterbleiben.

Zitat (von Marcus2009):
Dafür spricht, dass du schon vor der Eheschließung 10.000 an deine Eltern zurückgezahlt hast.

Zitat (von Marcus2009):
Das sind m.E. klare Indizien dafür, dass es sich hier um Darlehensverträge und nicht um Schenkungen handelt.

Der TE hat nichts an seine Eltern zurückgezahlt, der TE tilgt die Darlehen direkt bei der Bank.
Das das so ist, lässt sich durch entsprechende Kontoauszüge nachweisen.

-- Editiert von spatenklopper am 03.12.2019 16:00

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

Jannis Geike Nicolas Reiser Felix Hoffmeyer
  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 184.262 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 25
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
77.841 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. Zzgl. 2€ Einstellgebühr pro Frage.