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Rechnung durch Umzug nie erhalten- trotzdem Inkassogebühren zahlen?

 Von 
KarlGustavderErste
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Rechnung durch Umzug nie erhalten- trotzdem Inkassogebühren zahlen?

Hallo!

Ich versuche meinen Fall kurz zu schildern:
Ich bin Anfang des Jahres aus der Schweiz nach Deutschland gezogen. Deswegen machte ich von meinem Sonderkündigungsrecht beim Internetanbieter Gebrauch. Da bei Kündigung der neue Wohnort noch nicht feststand, gab ich nur "Verzug nach Deutschland" an inkl. Nachweis Abmeldung aus der Schweiz. Ob der neue Wohnort angefragt war, kann ich mich ehrlich gesagt nicht mehr erinnern. Die Kündigung wurde aber auf jeden Fall akzeptiert und der Wohnort nicht noch mal angefragt.
Nun wurde mir nach Auszug noch versucht eine Rechnung vom letzten Monat an meine alte Adresse zuzustellen. Nach Auskunft der neuen Mieter kam keine Post bei Ihnen an, angeblich sollen die Briefe aber nicht Retour gegangen sein (sagt der Provider nach Auskunft des Inkassounternehmens). Per Email haben sie mich ebenfalls nicht erreicht, da hier ein Schreibfehler vorlag. Auf welcher Seite der geschehen ist, kann ich nun nicht mehr nachprüfen.
So erfuhr ich von der Rechnung erst ein halbes Jahr später mit dem Schreiben des Inkassounternehmens inkl. Mahngebühren vom Internetanbieter, Zinsen und dem Inkassohonorar. Ich habe dem Schreiben widersprochen und dann mit dem Internetanbieter ausmachen können, dass ich die Rechnung direkt bei Ihnen zahle und sie den Fall klären. Allerdings haben sie mir dann nur bestätigt, dass der Inkassofall abgeschlossen ist, Forderung exkl. Kosten bezahlt. Ich solle mich bitte wegen Mahnung und Gebühren beim Inkassopartner melden. Das Inkasso Unternehmen fordert mich nun auf zu belegen, dass der Partner eine Beilegung der Kosten zugestimmt hat.

Wie soll ich mich verhalten? Es geht hier um einen relativ geringen Betrag, allerdings möchte ich den aus Prinzip nicht zahlen, weil ich mir nichts vorzuwerfen habe. Der Internetanbieter hätte mich im Vorfeld nach der neuen Adresse fragen können. Sollte ich lieber zahlen, um Schufa Einträge zu vermeiden? Oder ist das Inkasso Unternehmen gar im Recht und ich sollte die Zahlung begleichen? Über eine Einschätzung würde ich mich sehr freuen!

Ich danke im Vorfeld vielmals für Ihre Mühe und Hilfe! Ich wünsche einen guten Rutsch!

Karl Gustav

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Inkasso Zahlung Rechnung Schufa


7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Mr.Cool
Status:
Richter
(8092 Beiträge, 3327x hilfreich)

Zitat (von KarlGustavderErste):
Nun wurde mir nach Auszug noch versucht eine Rechnung vom letzten Monat an meine alte Adresse zuzustellen.
Also war die Rechnung berechtigt und absehbar? Dann bist Du zur Zahlung verpflichtet und wenn Du die Zustellung vereitelt hast durch Umzug und Deine neue Adresse nicht angegeben wurde, dann liegt ein Verschulden von Dir vor. Meist gibt es auch Online-Portale mit Anzeige der Rechnungsbeträge etc.. Seine Zahlungsverpflichtungen sollte man erfüllen!
Ob das jetzt in der Höhe und von der Art des Vertrages gerechtfertigt ist, sei mal dahingestellt. Dazu fehlen auch entsprechende Angaben. Der Rechnungsbetrag des Providers ist jedenfalls sofort zu zahlen.

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#2
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(23075 Beiträge, 15174x hilfreich)

Sofern Schweizer Recht gilt ist es relativ einfach: In der Schweiz sind Inkassokosten gegenüber Schuldnern meinem Wissen nach immer noch ausdrücklich gesetzlich ausgeschlossen.

Wie genau ist das denn formuliert, was der Provider dir gesendet hat? Sprich: Wie ist der Wortlaut der Vereinbarung?

Ein pauschales "Der Fall ist abgeschlossen" bedeutet, dass er abgeschlossen ist. Ob das Inkasso das nun wahrhaben will oder nicht, kann dir vollkommen egal sein. Solange (offiziell) das Inkasso im Auftrag des Gläubigers arbeitet, ist auch der Gläubiger weiterhin Herr des Verfahrens: Sprich: Sagt der Provider, dass der Fall abgeschlossen ist, dann ist er es. Punkt aus.

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#3
 Von 
KarlGustavderErste
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich danke euch beiden für eure Antworten!

Ich habe konkret folgenden Wortlaut erhalten:
Sehr geehrter Herr XX,
Herzlichen Dank für Ihre Mitteilung.
Der Inkassofall Nr. XX ist abgeschlossen am XX, Forderung exkl. Kosten bezahlt.
Bitte wegen Mahnung und Gebühren wenden Sie sich an unseren Inkassopartner unter der Nummer XX.
Freundliche Grüsse
XX

Von daher gehe ich davon aus, dass ich wie von Mr. Cool angegeben nun trotzdem die Inkassogebühren zahlen muss. Ist das auch eure Einschätzung? Mein weiteres Vorgehen wäre morgen mit dem Inkasso Büro

Ich stimme dir auch komplett zu Mr. Cool. Tatsächlich hielt ich den Fall für komplett erledigt und habe auch nicht mehr mit einer weiteren Rechnung gerechnet. Ich habe den offenen Betrag dann auch gleich überwiesen. Allerdings habe ich tatsächlich die Inkasso Gebühren nicht eingesehen (70,20€ ;) .

Besteht die Gefahr, dass ich einen negativen Schufa-Eintrag erhalten habe? Das wäre für mich als Selbständiger definitiv nicht optimal.

Ich werde deswegen morgen wohl das Inkasso Büro anrufen und klein beigeben und das Geld bezahlen. Oder besteht die Gefahr nicht und ich kann es aussitzen?

Danke für euren erneuten Rat!

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#4
 Von 
Mr.Cool
Status:
Richter
(8092 Beiträge, 3327x hilfreich)

Nicht anrufen! Das macht man mit Inkasso grundsätzlich nicht!
Ich schrieb übrigens

Zitat:
Der Rechnungsbetrag des Providers ist jedenfalls sofort zu zahlen.
Von Inkassorechnung keine Rede! Gar nicht einschätzen kann ich die Höhe der Inkassoforderung und ob Du es schuldhaft vermasselt hast.
Ist die Hauptforderung bezahlt, lohnt es sich oft einfach abzuwarten.

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#5
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(23075 Beiträge, 15174x hilfreich)

Ich würde dem Inkasso folgendes schreiben:
---
Wertes Inkasso. Ihre Mandantin hat den Fall für beendet erklärt. Mit den Worten "Der Inkassofall Nr. XXX ist abgeschlossen." Wenn Sie damit nicht einverstanden sind, ist das nicht mein Problem. Klären Sie das vertragsgemäß mit ihrer Mandantin. Weitere Bettelbriefe werde ich nicht beantworten. Einem gerichtlichen Mahnbescheid werde ich widersprechen. Ich untersage die Speicherung meiner personenbezogenen Daten und die Meldung an Auskunfteien.

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#6
 Von 
KarlGustavderErste
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich habe ein Schreiben aufgesetzt mit einem ähnlichen Inhalt wie vorgeschlagen. Heute habe ich einen Brief von CRIF Bürgel erhalten, einem Unternehmen was mir bisher nicht bekannt war. Sie teilten mir ziemlich kryptisch mit, dass erstmalig Daten zu meiner Person/ Firma übermittelt wurden. Vermutlich habe ich nun doch einen Eintrag vom Inkasso Unternehmen erhalten? Oder kann es nur eine Anfrage vom Leasing Unternehmen sein? Ich bin nämlich gerade dabei ein Fahrzeug zu leasen. Ich befürchte natürlich, dass meine Bonität nun unter dem Streit mit dem Inkasso Unternehmen leidet...

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#7
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(23075 Beiträge, 15174x hilfreich)

Das kann tatsächlich beides sein. Einfach mal abfragen :-)

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