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Unbekannte Forderungen von Claudia Wendler und Haas & Kollegen

14.1.2020 Thema abonnieren
 Von 
Aevynne
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Unbekannte Forderungen von Claudia Wendler und Haas & Kollegen

Hallo zusammen,
ich stecke in einer etwas schwierigen Situation und hoffe auf Rat. :???:

Meine Schwester übergab mir kürzlich zwei Briefe, die an mich adressiert sind. Beide waren im Briefkasten meiner Mutter, wo ich aber schon seit 2 Jahren nicht mehr wohne.

Brief 1 von Haas & Kollegen:
Angebliche Forderung von Versandhaus Klingel über 340,38€. Mehrfache Zahlungsaufforderungen scheinbar, die ich nicht erhalten habe. Aufforderung zur Zahlung oder Ratenzahlung, ohne Erwähnung eines Titels oder VB.

Brief 2 von Dr. Claudia Wendler:
Zwangsvollstreckung Inkasso Becker Wuppertal (ehem. Tchibo) über 808,11€ mit Antrag auf Abgabe VA und Haftbefehl :sad:
Angeblich liegt ein Vollstreckungsbescheid von 2011 vor, auch davon weiß ich nichts.

Dazu muss erwähnt werden, dass ich davon ausgehe (da Verhältnis zu Mutter sehr schlecht), dass sie mir Briefe vorenthalten hat und es immer noch tut. Außerdem weiß ich, dass sie auf den Namen meiner Schwester und mir Schulden bei verschiedenen Firmen gemacht hat. Ob diese zwei dazu zählen, weiß ich nicht. Ich habe jedenfalls weder bei Klingel noch bei Tchibo (bis vor kurzem) je etwas bestellt.

Wie soll ich mich verhalten?

Briefe mit Widerspruch und Anforderung von Unterlagen habe ich schon aufgesetzt, habe aber Angst meine derzeitige Adresse anzugeben, die sie sie ja scheinbar nicht wissen? Da in meiner Kindheit der GV Gang und Gäbe war, habe ich nun Angst, dass er hier auftaucht und was mitnimmt. Obwohl ich ja absolut nichts für den Mist kann, sollte er denn stimmen.

Briefe abschicken und warten? Aber was tun, wenn ein Titel tatsächlich vorliegt? Bin ich dann dazu verpflichtet, zu bezahlen, auch wenn es gar nicht meine Schulden sind?

Hilfe. :???:

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hausfrau66
Status:
Lehrling
(1020 Beiträge, 719x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Brief 1 von Haas & Kollegen:

Wann ist die Forderung entstanden ? Steht das in dem Brief drin ? Wenn kein Titel existiert und die Forderung älter als 3 Jahre ist, könnte man über Verjährung nachdenken.

Zitat:
Brief 2 von Dr. Claudia Wendler:

Ich würde Dir empfehlen, Aufklärung zu betreiben, also zuerst eine Kopie des Titels beschaffen. Entweder beim Inkasso oder beim ausstellenden Amtsgericht, wenn Dir das Aktenzeichen bekannt ist. Das Inkasso muss Dir eine Forderungsaufstellung nach RDG §11a zur Verfügung stellen.

Wenn der Titel bereits seit 2011 besteht und Du erst seit 2 Jahren nicht mehr dort wohnst, dann wird der Titel 2011 in Deinem Zuständigkeitsbereich angekommen sein. Deine Mutter hat ihn Dir einfach vorenthalten. Ganz fiese Aktion. Eine Wiedereinsetzung wird daher nicht funktionieren. Ich vermute, der Titel ist zu bezahlen und Du musst Dir das Geld von Deiner Mutter zurück holen. Andererseits muss man auch schauen, ob Du 2011 bereits geschäftsfähig warst.


-- Editiert von hausfrau66 am 14.01.2020 12:36

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#2
 Von 
Aevynne
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für die Antwort!

Zitat (von hausfrau66):
Hallo,


Wann ist die Forderung entstanden ? Steht das in dem Brief drin ? Wenn kein Titel existiert und die Forderung älter als 3 Jahre ist, könnte man über Verjährung nachdenken.



Hinten steht was von 2010 und 2011. Also Widerspruch mit Hinweis auf Verjährung? Und ansonsten Kopie des Titels?

Zitat (von hausfrau66):
Ich würde Dir empfehlen, Aufklärung zu betreiben, also zuerst eine Kopie des Titels beschaffen. Entweder beim Inkasso oder beim ausstellenden Amtsgericht, wenn Dir das Aktenzeichen bekannt ist. Das Inkasso muss Dir eine Forderungsaufstellung nach RDG §11a zur Verfügung stellen.

Wenn der Titel bereits seit 2011 besteht und Du erst seit 2 Jahren nicht mehr dort wohnst, dann wird der Titel 2011 in Deinem Zuständigkeitsbereich angekommen sein. Deine Mutter hat ihn Dir einfach vorenthalten. Ganz fiese Aktion. Eine Wiedereinsetzung wird daher nicht funktionieren. Ich vermute, der Titel ist zu bezahlen und Du musst Dir das Geld von Deiner Mutter zurück holen. Andererseits muss man auch schauen, ob Du 2011 bereits geschäftsfähig warst.


Geschäftsfähig war ich da schon.
Also ebenfalls Titel anfragen? Wenn vorhanden, muss ich es halt abbezahlen...

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#3
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(23086 Beiträge, 15176x hilfreich)

Das Problem ist, dass du beweisen musst, dass die Mutter da etwas dran gedreht hat. Und das wird schwer bis unmöglich. Jedenfalls geht das fast nur über den Weg einer Strafanzeige und strafrechtlichen Verurteilung der Mutter...

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#4
 Von 
Aevynne
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von mepeisen):
Das Problem ist, dass du beweisen musst, dass die Mutter da etwas dran gedreht hat. Und das wird schwer bis unmöglich. Jedenfalls geht das fast nur über den Weg einer Strafanzeige und strafrechtlichen Verurteilung der Mutter...

Ja, das dachte ich mir. Wenn ich also Glück habe, hat einer der beiden keinen Titel und ich bezahle nur eins von beiden.

Danke für die Antworten!

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#5
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(23086 Beiträge, 15176x hilfreich)

Warst du damals zufällig noch minderjährig? Das könnte eventuell ein möglicher Ausweg sein. Aber auch das ist schwierig, weil es dann drauf ankommt, wann du von dem Problem erstmals erfahren hast.

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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