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Lehrer verwenden von mir gefertigte Arbeit ohne Zustimmung und macht sich darüber lustig - Straftat?

11.9.2020 Thema abonnieren
 Von 
rassimich
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Lehrer verwenden von mir gefertigte Arbeit ohne Zustimmung und macht sich darüber lustig - Straftat?

Hallo liebes Forum,

ich hoffe ich bin hier im richtigen Unterforum gelandet.

Folgende Situation:
Während meines Abiturs 2016 habe ich im Rahmen meiner Seminarfacharbeit ein Plakat erstellt, welches auch bewertet wurde. Nach der Bewertung wurde das Plakat nicht wieder an mich ausgehändigt. Nun ist mein Bruder auf der selben Schule in der Oberstufe. Im Seminarfach-Unterricht wurde jetzt das von mir gefertigte Plakat durch einen anderen Lehrer mit den Worten "so sollte man es nicht machen" und einem Lachen verwendet. Dabei war noch deutlich sichtbar mein Name lesbar und alle Kursteilnehmer konnten einen Rückschluss auf mich führen. Ich finde das wirklich respektlos und unprofessionell.

Liegt hier eteas vor, dass man verolgen könnte? Oder befindet sich die Schule im Recht?

Erst einmal vielen Dank und ein schönes Wochenende.

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Ballivus
Status:
Schüler
(162 Beiträge, 40x hilfreich)

Zitat (von rassimich):
Nach der Bewertung wurde das Plakat nicht wieder an mich ausgehändigt

Da es Ihr Werk ist können Sie es sich wieder aushändigen lassen, es sei denn es wurde etwas anderes vereinbart.

Zitat (von rassimich):
Im Seminarfach-Unterricht wurde jetzt das von mir gefertigte Plakat durch einen anderen Lehrer mit den Worten "so sollte man es nicht machen" und einem Lachen verwendet.

Vielleicht nicht die professionellste Aussage aber von der Meinungsfreiheit natürlich gedeckt.

Zitat (von rassimich):
Dabei war noch deutlich sichtbar mein Name lesbar und alle Kursteilnehmer konnten einen Rückschluss auf mich führen

Das sollte natürlich nicht sein, aber eine Möglichkeit hiergegen nachträglich vorzugehen sehe ich nicht.
Wahrscheinlich sollten Sie sich das Plakat einfach rausgeben lassen, damit sowas nicht noch einmal passiert.
Ggf. könnte man das Gespräch mit dem Schulleiter suchen und auf das Verhalten des Lehrers hinweisen, auch wenn dies keine Konsequenzen haben wird.

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#2
 Von 
drkabo
Status:
Gelehrter
(11602 Beiträge, 7823x hilfreich)

Zitat:
Ich finde das wirklich respektlos und unprofessionell.

Stimmt.
Aber rechtlich sehe ich es wie mein Vorschreiber - man wird lediglich eine Rückgabe des Plakats durchsetzen können. Damit wäre ja auch die Wiederholungsgefahr gebannt.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#3
 Von 
rassimich
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für eure Antworten.
Ich will die Sache auch nicht größer machen als sie ist, mich ärgert es nur ungemein.
Ich würde dann ein Schreiben aufsetzen und die Herausgabe des Plakates fordern.
Gibt es da vielleicht einen Gesetzestext, auf den ich meine Forderung stützen kann?

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#4
 Von 
JenAn
Status:
Student
(2482 Beiträge, 2492x hilfreich)

Zitat (von rassimich):
Dabei war noch deutlich sichtbar mein Name lesbar

Zumindest dagegen dürfte auch die DSGVO einen Ansatz bieten. Denn schon die Info "XY war hier mal Schüler" dürfte ein Lehrer nicht ohne weiteres Dritten (hier: anderen Schülern) bekannt machen.

Für einen Herausgabeanspruch müßte man prüfen, ob hinsichtlich Eigentum/Nutzungsrechten besondere Vereinbarungen getroffen worden bzw. was ggfs. die Prüfungsordnung vorsieht.

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#5
 Von 
rassimich
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von JenAn):
Zitat (von rassimich):
Dabei war noch deutlich sichtbar mein Name lesbar

Zumindest dagegen dürfte auch die DSGVO einen Ansatz bieten. Denn schon die Info "XY war hier mal Schüler" dürfte ein Lehrer nicht ohne weiteres Dritten (hier: anderen Schülern) bekannt machen.

Für einen Herausgabeanspruch müßte man prüfen, ob hinsichtlich Eigentum/Nutzungsrechten besondere Vereinbarungen getroffen worden bzw. was ggfs. die Prüfungsordnung vorsieht.

Danke für die Antwort! Ich werde am Wochenende einen Text aufsetzen und dem Schulleiter mitteilen, dass ich wirklich enttäuscht von dem Verhalten bin. Ich werde dann einfach fordern, dass man mir das Plakat aushändigt und mal sehen, ob das dann erfolgt! Damals wurden man als Schüler gerade in dieser Schule für kleinste Vergehen verurteilt, deswegen kann ich dieses Verhalten nicht akzeptieren.

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#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(81175 Beiträge, 33932x hilfreich)

Zitat (von Ballivus):
Da es Ihr Werk ist können Sie es sich wieder aushändigen lassen, es sei denn es wurde etwas anderes vereinbart.

Es wäre mir neu, das Prüfungsunterlagen die im Rahmen des Abiturs gefertigt wurden herausgegeben werden müssten.
Aber da ist die Regelung ja recht granular, man müsste also mal schauen.



Zitat (von JenAn):
Zumindest dagegen dürfte auch die DSGVO einen Ansatz bieten.

Ich fürchte nicht, denn lt. Gesetz ist es untersagt, den Namen des Urhebers ohne dessen Erlaubnis zu entfernen.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#7
 Von 
JenAn
Status:
Student
(2482 Beiträge, 2492x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Ich fürchte nicht, denn lt. Gesetz ist es untersagt, den Namen des Urhebers ohne dessen Erlaubnis zu entfernen.

Der Urheber würde es hier doch gerade verlangen.

Abgesehen davon müßte in dem Fall dann die Präsentation des Werkes unterlassen werden, wenn man es wegen UrhG nicht schafft, DSGVO-konform zu handeln.

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#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(81175 Beiträge, 33932x hilfreich)

Zitat (von JenAn):
Der Urheber würde es hier doch gerade verlangen.

Ja, nur muss er es halt machen.



Zitat (von JenAn):
Abgesehen davon müßte in dem Fall dann die Präsentation des Werkes unterlassen werden, wenn man es wegen UrhG nicht schafft, DSGVO-konform zu handeln.

Unfug - eventuell sollte man sich noch mal eingehender mit der DSGVO beschäftigen?


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#9
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Junior-Partner
(5036 Beiträge, 1694x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Unfug - eventuell sollte man sich noch mal eingehender mit der DSGVO beschäftigen?

Dröseln wir es mal aus meiner Sicht auf:

Die Schule hat IMO kein besonderes, explizit vereinbartes Ausstellungsrecht (Vertrag, Prüfungsordnung etc.).
Dann dürfte sie immer noch grundsätzlich ausstellen, wenn sie damit keine Rechte verletzt. Wenn das UrhG sie zur Anbringung einer Urheberkennzeichnung zwingt, damit aber gegen DSGVO verstoßen würde, wäre damit der Drops gelutscht.

Verstehe ich dich richtig, daß du argumentierst, UrhG wäre berechtigtes Interesse bzw. gesetzliche Grundlage und damit sei einer der Ausnahmefälle der DSGVO erfüllt? Dafür müßte IMO erst mal ein *Anspruch* der Schule bestehen, grundsätzlich das Bild ausstellen/zeigen zu dürfen.

Darf die Schule die Abi-Klausuren von Schüler X veröffentlichen? Mit der Begründung, DSGVO komme nicht zum Tragen, weil ja der Urheber angegeben werden *müsse*? Das halte ich für eine sehr gewagte Behauptung. Und wieso gilt für das Bild etwas anderes?

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#10
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(81175 Beiträge, 33932x hilfreich)

Zitat (von BigiBigiBigi):
Verstehe ich dich richtig, daß du argumentierst, UrhG wäre berechtigtes Interesse bzw. gesetzliche Grundlage und damit sei einer der Ausnahmefälle der DSGVO erfüllt?

Korrekt. Es ist nicht das "berechtigte Interesse", sondern der gesetzliche Zwang den Urheber zu nennen.



Zitat (von BigiBigiBigi):
Dafür müßte IMO erst mal ein *Anspruch* der Schule bestehen, grundsätzlich das Bild ausstellen/zeigen zu dürfen.

Nein, auch wenn man rechtswidrig ausstellt, wäre das egal.

Wenn man rechtswidrig ausstellt und den Urheber nicht nennt, hätte man 2 Verstöße begangen.
Wenn man rechtswidrig ausstellt und den Urheber nennt , hätte man nur 1 Verstoß begangen.
Letzteres ist etwas billiger.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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