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Erbe Halbgeschwister: Sonderfall Vermögensherkunft?

12.9.2020 Thema abonnieren
Geschlossen Neuer Beitrag
 Von 
Najaaa
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 1x hilfreich)
Erbe Halbgeschwister: Sonderfall Vermögensherkunft?

Hallo alle,
Mann gestorben (ledig, keine Kinder, alle weiteren Verwandten verstorben, bis auf eine Vollschwester und eine Halbschwester), kein Testament.
Halbschwester, Vollschwester und Erblasser haben den gleichen Vater. Die Erbschaft kommt aber zu 100% von mütterlicher Seite, da das Vermögen aus dem Hausverkauf kommt, welches der Mutter alleine gehörte und der Erblasser durch ein Testament von der Mutter allein geerbt hat. Die Halbschwester hat also mit dem Vermögen eigentlich gar nichts zu tun. Sie wurde bedacht, als der Vater 2004 gestorben ist. Die Mutter ist 2007 gestorben. Wird die Halbschwester trotzdem als gleichwertiger Erbkandidat anerkannt? Wird Vermögensherkunft bedacht?

Würde mich sehr über Antworten/ Ideen freuen.
Liebe Grüße

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(37731 Beiträge, 13539x hilfreich)

Zitat:
Wird die Halbschwester trotzdem als gleichwertiger Erbkandidat anerkannt?

Was heißt gleichwertig? Die Vollschwester erbt 75% und die Halbschwester 25%. Allerdings gilt das unabhängig von der Vermögensherkunft.

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#2
 Von 
Najaaa
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 1x hilfreich)

Danke für die Antwort!

"gleichwertig" war blöd ausgedrückt.. ich meinte, ob die Halbschwester eben den gleichen Anspruch hat, wie die Vollschwester.
mhm okay ist ja richtig Geldschieberei irgendwie... die Halbschwester hat wirklich 0 mit dem Vermögen zu tun, denn sie ist außerehelich geboren worden, lange bevor der Vater überhaupt mit der Mutter (ursprüngliche alleinige!!! Vermögensinhaberin) liiert war und kennt die "neue Familie" des Vaters auch überhaupt nicht und jetzt hat sie Anrecht auf 25% des Vermögens der Mutter, mit der sie nicht verwandt ist und die sie noch nicht mal kennt???

Wie läuft das aber dann, wenn noch Töchter/ Söhne von Halbschwester und Vollschwester da sind - werden die auch bedacht? Wird das eine Chaoserbengemeinschaft?

Vielen Dank!

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#3
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(37731 Beiträge, 13539x hilfreich)

Zitat:
und jetzt hat sie Anrecht auf 25% des Vermögens der Mutter, mit der sie nicht verwandt ist und die sie noch nicht mal kennt???

Ja

Zitat:
die Halbschwester hat wirklich 0 mit dem Vermögen zu tun,

Was genau hat denn die Vollschwester mit dem Vermögen zu tun? Richtig: Genau 0, denn sie ist auch nicht mit der Mutter der Frau verwandt.

Zitat:
Wie läuft das aber dann, wenn noch Töchter/ Söhne von Halbschwester und Vollschwester da sind - werden die auch bedacht?

Nein, es erben nur Vollschwester und Halbschwester.

Die Frau und auch der Mann hätten dieses Ergebnis leicht verhindern können, indem sie ein Testament errichten.

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#4
 Von 
Najaaa
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 1x hilfreich)

Ja der Verstorbene hätte ein Testament machen müssen (hat er ja auch zugesagt, als er sich beim Tod der Großmutter als Alleinerbe eingetragen hat --> er wollte es dann den Kindern der Vollschwester überlassen.
Zudem habe ich immer Testierunfähigkeit bei der Oma vermutet, weil sie zu dem Zeitpunkt schon dement, senil und völlig geistig umnebelt war) aber die Vollschwester hat das Testament akzeptiert und einen Anteil bekommen (die Halbschwester wurde schon da nicht mehr im Testament bedacht und hat dementsprechend auch nichts geerbt - lediglich beim Tod des gemeinsamen Vaters 3 Jahr zuvor hat sie einen Anteil bekommen)

Also der Erblasser hat sich damals schon das Erbe ergaunert und jetzt hat er sein Versprechen auch nicht gehalten und jetzt wird das Erbe an Hunz und Kunz verschenkt und das Erbrecht unterstütz diese Tragödie auch noch. Super. Tolle Gesetze.

Der Erblasser lebte auch in einem Haus ganz allein und der Rechtspfleger sagt, dass die Vollschwester keinen Zugang zum Haus hat, weil er ja nicht weiß, ob sie Erbin ist. Das Haus steht also seit Wochen leer und irgendwelche Angelegenheiten können auch nicht geregelt werden. Kennt sich da jemand aus? Ist das wirklich so, dass man keinen Zugang haben darf?

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#5
 Von 
Ballivus
Status:
Schüler
(186 Beiträge, 43x hilfreich)

Zitat (von Evia):
Also der Erblasser hat sich damals schon das Erbe ergaunert und jetzt hat er sein Versprechen auch nicht gehalten und jetzt wird das Erbe an Hunz und Kunz verschenkt und das Erbrecht unterstütz diese Tragödie auch noch. Super. Tolle Gesetze.

:bang:

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#6
 Von 
Najaaa
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 1x hilfreich)

Ja verstehe ich schon Ballivus! Ist nicht sehr sachlich, wenn man das so sieht. Ist halt nur so, dass man Menschen ja nicht dazu zwingen kann, dass sie ein Testament fertigen richtig? Das jetzt nichts geklärt ist, war sicher nicht so angedacht und ich versuche es ja nur zu verstehen, warum das Gesetz da überhaupt keine Härtefallregelung oder dergleichen kennt. Aber Danke. Ein Aggro-Bällchen-Emoji hilft ja immer.

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#7
 Von 
Ballivus
Status:
Schüler
(186 Beiträge, 43x hilfreich)

Zitat (von Evia):
warum das Gesetz da überhaupt keine Härtefallregelung oder dergleichen kennt

Weil das Gesetz von einer intakten Familie ausgeht.

Für die Fälle, dass es nicht so ist gibt es die gewillkürte Erbfolge. Wenn der Erblasser hiervon keinen Gebrauch gemacht hat ist es seine Sache und ganz sicher nicht das Verschulden des Gesetzgebers.

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#8
 Von 
Najaaa
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 1x hilfreich)

Ja fällt dir natürlich leicht das so zu sagen.
Fakt ist, dass es eh nur um das Haus der Großmutter geht, weil sonst ist nichts nennenswertes da.
Das Haus hätten wir halt gerne in der Familie behalten. Aber nachdem der Erblasser sich, trotz zig mal Bitten und Zugeständnisse "ja das mach ich" nicht darum gekümmert hat, werden wir das jetzt verkaufen müssen, um der Halbschwester, von der man noch nicht mal den Namen kennt, 25 % abgeben zu können.

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#9
 Von 
Solan196
Status:
Praktikant
(578 Beiträge, 51x hilfreich)

Und?

Der Erblasser hätte es auch bis zur Dachspitze belasten und das Geld verpulvern können. Seid doch froh, dass es überhaupt was zu erben gibt.

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#10
 Von 
Ballivus
Status:
Schüler
(186 Beiträge, 43x hilfreich)

Zitat (von Evia):
Ja fällt dir natürlich leicht das so zu sagen.

Ja es fällt mir sogar sehr leicht das zu sagen. Ihre Gier ist halt nicht durch das Gesetz geschützt und das ist gut so.
Wenn es dem Erblasser wichtig gewesen wäre hätte er ein Testament gemacht.
Anstatt jetzt weiter rumzujammern sollten Sie die Situation annehmen wie sie ist und das beste draus machen.

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