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Schenkung unter Schwestern

 Von 
namsen123
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)
Schenkung unter Schwestern

Hallo, ich habe eine Frage!
Folgender Fall:
Eine Mutter hat 2 Töchter.
Es wurde vor Jahren ein Erbvertrag aufgesetzt, wonach Tochter A als Alleinerbin eingesetzt wurde und sie im Erbfall Tochter B 25 000,-Euro als Ausgleich zahlen muß.
Nachlasswert ca' 200 000,- Euro.
Demnach würde Tochter B ja noch nicht einmal den Pflichtteil erhalten.
Tochter B hat mit ihrer Schwester gesprochen und nach dem Pflichtteil gefragt.
Daraufhin findet Tochter A den von ihrer Mutter abgeschlossenen Erbvertrag für ungerecht gegenüber Tochter B und will ihr nun ihr gesetzliches Erbe (also die Hälfte von 200 000,- Euro) zukommen lassen.
Dies soll erfolgen über Schenkungen in Teilbeträgen von je 20 000,- Euro(Schenkungssteuer) an Tochter B, deren Ehegatte und den 2 Kinder.
Also jeder soll 20 000,- Euro von Tochter A erhalten.
Ist dies überhaupt machbar, um keine Schenkungssteuer bezahlen zu müssen?

Vielen Dank im Voraus,

mfG

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Tochter Schenkungssteuer


10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
TidoZett
Status:
Schüler
(370 Beiträge, 65x hilfreich)

Der Pflichtteil heißt ja nicht ohne Grund Pflichtteil..

20.000 EUR ist mein ich der Freibetrag bei Schenkungen unter Geschwister. Steuersatz geht ab 15 % los. Eine Schenkung explizit an den Ehegatten der Schwester würde den Freibetrag reduzieren und den Steuersatz erhöhen.

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#2
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(37670 Beiträge, 13518x hilfreich)

Zitat:
Ist dies überhaupt machbar, um keine Schenkungssteuer bezahlen zu müssen?

Ja, dadurch können bei 4 Personen insgesamt 80.000€ steuerfrei verschenkt werden.

Allerdings muss das an die Kinder geschenkte Geld auch tatsächlich bei den Kindern verbleiben. Die Eltern dürfen nicht auf das Geld zurückgreifen.

Der Schwester B steht allerdings einschließlich der Ausgleichszahlung ein Pflichteil in Höhe von 50.000€ zu. Dieser Betrag gilt als Erbe der Mutter und ist darüber steuerfrei. Wenn Schwester A der Schwester B jedoch insgesamt 100.000€ zukommen lassen will, dann kann sie z.B. an die Schwester B 70.000€ zahlen, an ihren Ehemann 20.000€ und an die beiden Kinder je 5.000€. Damit können insgesamt 100.000€ steuerfrei an die Familie der Schwester B fließen.

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#3
 Von 
namsen123
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Ja, daß die Kinder das Geld behalten können geht schon klar.
Aber was ist mit dem notariellen Erbvertrag über nur 25 000,- Euro von der verstorbenen Mutter?
Kann Tochter A (Alleinerbe) diesen Betrag einfach x-beliebig erhöhen z.B. auf die Höhe des Pflichtteils oder noch höher,
oder ist sie erstmal an die Summe die im Erbvertrag steht gebunden?

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#4
 Von 
Ballivus
Status:
Schüler
(169 Beiträge, 41x hilfreich)

Zitat (von namsen123):
Kann Tochter A (Alleinerbe) diesen Betrag einfach x-beliebig erhöhen z.B. auf die Höhe des Pflichtteils oder noch höher,
oder ist sie erstmal an die Summe die im Erbvertrag steht gebunden?

Natürlich darf die Tochter ihr geerbtes Geld verschenken.

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#5
 Von 
namsen123
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Alles klar, Vielen Dank an Alle.

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#6
 Von 
eh1960
Status:
Bachelor
(3079 Beiträge, 913x hilfreich)

Zitat (von namsen123):

Eine Mutter hat 2 Töchter.
Es wurde vor Jahren ein Erbvertrag aufgesetzt, wonach Tochter A als Alleinerbin eingesetzt wurde und sie im Erbfall Tochter B 25 000,-Euro als Ausgleich zahlen muß.

Also hat Tochter B gegen Ausgleichszahlung von 25.000 Euro auf ihr Erbe verzichtet?
Zitat:
Nachlasswert ca' 200 000,- Euro.
Demnach würde Tochter B ja noch nicht einmal den Pflichtteil erhalten.
Tochter B hat mit ihrer Schwester gesprochen und nach dem Pflichtteil gefragt.

Aber sie hat doch den Erbvertrag unterschrieben...
Zitat:
Daraufhin findet Tochter A den von ihrer Mutter abgeschlossenen Erbvertrag für ungerecht gegenüber Tochter B und will ihr nun ihr gesetzliches Erbe (also die Hälfte von 200 000,- Euro) zukommen lassen.
Dies soll erfolgen über Schenkungen in Teilbeträgen von je 20 000,- Euro(Schenkungssteuer) an Tochter B, deren Ehegatte und den 2 Kinder.

Ist die Mutter denn überhaupt schon tot? Sonst riskiert die Tochter A ja, daß ihr Erbe beim Tod der Mutter weniger als 200.000 Euro wert ist.
Zitat:
Also jeder soll 20 000,- Euro von Tochter A erhalten.
Ist dies überhaupt machbar, um keine Schenkungssteuer bezahlen zu müssen?

Der Schenkungssteuerfreibetrag unter Geschwistern beträgt 20.000 Euro.

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#7
 Von 
eh1960
Status:
Bachelor
(3079 Beiträge, 913x hilfreich)

Zitat (von namsen123):
Ja, daß die Kinder das Geld behalten können geht schon klar.
Aber was ist mit dem notariellen Erbvertrag über nur 25 000,- Euro von der verstorbenen Mutter?
Kann Tochter A (Alleinerbe) diesen Betrag einfach x-beliebig erhöhen z.B. auf die Höhe des Pflichtteils oder noch höher,
oder ist sie erstmal an die Summe die im Erbvertrag steht gebunden?

??

Die Mutter kann zu Lebzeiten mit ihrem Vermögen machen, was sie will - ein Erbvertrag bindet sie da nicht, der Erbvertrag verhindert nur, daß sie später noch mal (nach Abschluss des Erbvertrages) ihr Testament ändern kann. Schenkungen lösen ggf. Pflichtteilsergänzungsansprüche aus.

Nachdem Tochter A geerbt hat, kann sie mit ihrem Vermögen machen, was sie will. Selbstverständlich kann sie einen Teil ihrer Schwester schenken. Da wird dann ggf. Schenkungssteuer fällig.

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#8
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(37670 Beiträge, 13518x hilfreich)

Zitat (von eh1960):
Also hat Tochter B gegen Ausgleichszahlung von 25.000 Euro auf ihr Erbe verzichtet?

Zitat:
Aber sie hat doch den Erbvertrag unterschrieben...

Wo steht das?

Ich würde von einem Erbvertrag zwischen Mutter und Vater ohne Beteiligung der Kinder ausgehen.

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#9
 Von 
namsen123
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Also zur Klarstellung:

Der Erbvertrag wurde vor 22 Jahren vom den Eltern ohne Beteiligung der Kinder abgeschlossen.
Tochter B hat nicht auf ihr Erbe verzichtet.
Tochter A wurde ohne Begründung zur Alleinerbin eingesetzt, muß aber ihrer Schwester nach dem Tod des letztversterbenden Elternteils 25 000,- Euro zukommen lassen.
Der Vater verstarb vor 21 Jahren und die Mutter vor 3 Wochen.

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#10
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(37670 Beiträge, 13518x hilfreich)

Dann bleibt es dabei, dass der Pflichtteil in Höhe von 50.000€ als von der Mutter stammend gewertet wird und dadurch steuerfrei ist.

Wenn die Schwester den Betrag auf 100.000€ aufstocken möchte, dann gelten die weiteren 50.000€ als Schenkung der Schwester, die bis zu 20.000€ pro Person steuerfrei ist.

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