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Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften verrechnen

 Von 
danielduessen
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)
Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften verrechnen

Mahlzeit,

ich habe im Jahr 2013, durch private Veräußerungsgeschäfte, einen Gewinn von ca. 700 Euro erzielt. Ich bin der Meinung ich muss den Gewinn in der Einkommensteuererklärung angeben, weil dieser die Freigrenze von 600 Euro übersteigt. Dies kommt mir sehr gelegen, weil ich im gleichen Jahr einen Verlust beim Handel mit Wertpapieren von ca. 8000 Euro erlitten habe, welchen ich gerne mit den Gewinnen (aus dem Handel mit Wertpapieren) der darauffolgenden Jahre verrechnen würde.

Jetzt zu meiner Frage:
Interpretiere ich es richtig, dass ich mit den Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften von ca. 700 Euro, dazu verpflichtet bin, eine Einkommensteuererklärung abzugeben?

Oder sagt mir das Finanzamt folgendes: Die Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften verrechnen wir einfach mit den Verlusten aus dem Handel mit Wertpapieren, damit brauchen Sie keine Steuern auf die Gewinne zu bezahlen, eigentlich keine Einkommensteuererklärung abzugeben und die noch verbleibenden Verluste aus dem Handel mit Wertpapieren verfallen einfach.

Mein Ziel lautet: Die Einkommensteuererklärung für das Jahr 2013 abgeben zu können, weil in dem Jahr 2013 Verluste aus Wertpapiergeschäften aufgelaufen sind (diese Verluste wurden vom Broker nicht automatisch mit Gewinnen aus den darauffolgenden Jahren verrechnet, sondern sind einfach verfallen).

Gruß
Daniel

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Einkommensteuererklärung Euro Jahr


11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Cybert.
Status:
Student
(2444 Beiträge, 580x hilfreich)

Wurde für die Verluste bis zum 15.12.2013 eine Bescheinigung beantragt?

Sind es wirklich Einkünfte aus § 23 EStG und nicht aus § 20 Abs. 2 EStG?

Signatur:"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb." Bert Rürup
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#2
 Von 
danielduessen
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Nein, eine Bescheinigung wurde nicht beantragt. Es handelt sich um einen ausländischen Broker mit Sitz in Großbritannien. Generell stellt dieser Broker keine Bescheinigungen aus. Am Ende jedes Jahres gibt es eine Zusammenfassung über ca. 25 Seiten, die ich zusammen mit einer Erläuterung (die alle wichtigen Beträge enthält) zum Finanzamt schicken muss.

Bei den Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften handelt es sich um eine kleinere Münzsammlung, die mir selbst ca. 8 Monate zuvor geschenkt wurde. Daher belaufen sich die Anschaffungskosten auf 0 Euro und der Veräußerungsbetrag von ca. 700 Euro, ist reiner Gewinn. Ich würde diesen Betrag daher nach § 23 EstG einstufen.


-- Editiert von danielduessen am 15.10.2020 19:23

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#3
 Von 
Cybert.
Status:
Student
(2444 Beiträge, 580x hilfreich)

Zitat (von Cybert.):
Sind es wirklich Einkünfte aus § 23 EStG und nicht aus § 20 Abs. 2 EStG?

Damit waren natürlich die Wertpapiergeschäfte gemeint.

Signatur:"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb." Bert Rürup
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#4
 Von 
danielduessen
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Erstmal, vielen Dank Cybert., für die wirklich schnellen Antworten.

Zweitens, bitte Entschuldige meine Verwirrung und den evtl. etwas undeutlich geschriebenen ersten Beitrag. Ja die Verluste aus dem Handel mit Wertpapieren würde ich dem § 20 EStG zuordnen.

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#5
 Von 
Cybert.
Status:
Student
(2444 Beiträge, 580x hilfreich)

Nach § 23 Abs. 1 Satz 3 EStG ist bei unentgeltlichem Erwerb die Haltedauer des Rechtsvorgängers mit zu beachten. Hatten Sie und der Schenker die Münzen also länger als sechs Monate, ist deren Veräußerung nicht einkommensteuerbar.

Signatur:"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb." Bert Rürup
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#6
 Von 
danielduessen
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Beträgt die Haltedauer 6 oder 12 Monate? Der Schenker hat die Sammlung 3 Monate zuvor geerbt und ich hatte die Sammlung weitere 8 Monate in Besitz. Allerdings könnte man das Erbe auch als unentgeltlichen Erwerb zählen, oder?

-- Editiert von danielduessen am 15.10.2020 23:47

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#7
 Von 
Cybert.
Status:
Student
(2444 Beiträge, 580x hilfreich)

Sorry, natürlich zwölf Monate!
Dann sollte es möglich sein, dass die 700 EUR versteuert werden müssen und der Verlust gesondert festgestellt wird. Das gilt aber nur, wenn Sie insgesamt über dem Grundfreibetrag lagen, also auch Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit hatten.

Neben Zinsen nach § 233a AO für die Nachzahlung könnte ein Verspätungszuschlag festgesetzt werden.

Signatur:"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb." Bert Rürup
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#8
 Von 
taxpert
Status:
Lehrling
(1288 Beiträge, 325x hilfreich)

Zitat (von danielduessen):
Der Schenker hat die Sammlung 3 Monate zuvor geerbt und ich hatte die Sammlung weitere 8 Monate in Besitz.
Dann müsste es schon mit dem teufel zugehen, dass ein Fall des §23 EStG vorliegt!

taxpert

Signatur:"Yeah, I'm the taxman and you're working for no one but me!" The Beatles, Taxman
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#9
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(37929 Beiträge, 13607x hilfreich)

Die Haltefrist des Erblassers muss auch hinzugerechnet werden, da weder Schenkung noch Erbe als Anschaffung im Sinne des § 23 EStG gelten.

Daher kann ich mir ebenfalls nicht vorstellen, dass ein Spekulationsgewinn entstanden ist.

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#10
 Von 
danielduessen
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Oje, naja die gute Nachricht ist, ich habe keine Steuerhinterziehung begangen (die 700 Euro Gewinn brauche ich nicht zu versteuern), die schlechte Nachricht ist jedoch, dass die Verluste aus dem Handel mit Wertpapieren verfallen. Welche Möglichkeiten gibt es denn noch, einer Pflichtabgabe der Einkommensteuererklärung zu unterliegen?

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#11
 Von 
Cybert.
Status:
Student
(2444 Beiträge, 580x hilfreich)

Ohne Zeitmaschine nicht.

Die Gründe ergeben sich aus § 25 EStG, 56 EStDV i.V.m. § 46 EStG.

Signatur:"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb." Bert Rürup
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