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Anspruch auf Rückerstattung bei Handwerker-Pfusch?

18.10.2020 Thema abonnieren
 Von 
Franz1960
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)
Anspruch auf Rückerstattung bei Handwerker-Pfusch?

Nehmen wir an, ein Handwerker hat privat eine Reparatur am KFZ eines anderen gemacht (Karossieriereparatur) , und es erweist sich als Pfusch, und der Besitzer des Fahrzeugs muss den Pfusch von einer Profiwerkstatt entfernen lassen. Hat der Besitzer des Fahrzeugs Anspruch auf Rückerstattung und Schadensausgleich?



-- Editiert von Franz1960 am 18.10.2020 22:17

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12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
cirius32832
Status:
Student
(2585 Beiträge, 818x hilfreich)

Zitat:
Hat der Besitzer des Fahrzeugs Anspruch auf Rückerstattung und Schadensausgleich?

Bei Schwarzarbeit?

Zitat:
Handwerker hat privat eine Reparatur

Signatur:https://www.antispam-ev.de
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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(82226 Beiträge, 34129x hilfreich)

Die Rechtsprechung verneint bei Schwarzarbeit in der Regel die Gewährung / Durchsetzbarkeit von Sachmängelhaftung, Garantie und Schadenersatz.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#3
 Von 
Franz1960
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Der Handwerker teilte anfangs mit, dass er eine Rechnung schreiben würde, es kam aber dazu nicht, weil die Arbeit noch gar nicht fertig gestellt war. Es wären nämlich weitere Arbeiten angefallen, zu denen es aber dann wegen dem Schaden des ersten Teils der Reparatur nicht mehr kam. Der Geschädigte gab dem Handwerker eine Zwischenzahlung für das bereits Geleistete, welches er sich mit der Unterschridt des Handwerkes quittieren ließ, und welches sich anschließend zwei Tage später als Pfusch erwies.
Als der Geschädigte wegen dem Reparaturschaden eine Zweitmeinung einholte und beim Handwerker reklamierte, reagierte dieser sehr aggressiv und beleidigend und bot zuerst Nachbesserung an, der Geschädigte vertraute aber nicht mehr im Geringsten in seine Arbeit, und das Vertrauensverhältnis war auch ansonsten schwer gestört, und es gab einen Streit zwischen den beiden.
Drei Stunden später nach dem Streit sprach der Handwerker auf den AB des Geschädigten und teilte diesem mit, "er sei aus der Sache raus", teilte die Adresse einer freien Werkstatt mit, wo der Geschädigte sein Auto machen lassen könne und teilte außerdem dem Geschädigten mit, er würde ihm das Geld, was er für die misslungene Reparatur bereits bezahlt hatte, zurück zahlen. Bislang kam aber keine Rückzahlung.


-- Editiert von Franz1960 am 19.10.2020 04:22

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#4
 Von 
Franz1960
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Der Geschädigte hat nach der Auseinandersetzung eine Fachwerkstatt seines Vertrauens aufgesucht und das KFZ fachmännisch reparieren lassen, wobei er für das Entfernen des Pfuschs, den der Handwerker angerichtet hatte, um die 70 Euro bezahlt hat.

-- Editiert von Franz1960 am 19.10.2020 04:30

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#5
 Von 
drkabo
Status:
Gelehrter
(11686 Beiträge, 7861x hilfreich)

Ändert auch nichts wesentliches..
Verbuchen Sie die 70€ als Lehrgeld und beauftragen Sie beim nächsten Mal gleich eine ordentliche Werkstatt.
Sie haben keine Rechnung, aber trotzdem bezahlt.
Wenn Sie da einen Streit vom Zaun brechen, haben Sie nicht nur schlechte Chancen, sondern auch Ärger wegen der Schwarzarbeit. Den Ärger sollten Sie wegen 70€ nicht riskieren.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(82226 Beiträge, 34129x hilfreich)

Zitat (von Franz1960):
Drei Stunden später nach dem Streit sprach der Handwerker auf den AB des Geschädigten

Sofern man die Aufnahmen noch hätte, wäre das ja durchaus ein gerichtsfester Beweis.

Ist halt fraglich, ob man es riskieren will, das die Situation so vor Gericht geschildert wird.
Man sollte überlegen wie man beweisen kann, das man nie Schwarzarbeit beauftragt hat / beauftragen wollte.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#7
 Von 
Franz1960
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Ändert auch nichts wesentliches..
Verbuchen Sie die 70€ als Lehrgeld und beauftragen Sie beim nächsten Mal gleich eine ordentliche Werkstatt.
Sie haben keine Rechnung, aber trotzdem bezahlt.
Wenn Sie da einen Streit vom Zaun brechen, haben Sie nicht nur schlechte Chancen, sondern auch Ärger wegen der Schwarzarbeit. Den Ärger sollten Sie wegen 70€ nicht riskieren.

Wer konnte im Voraus ahnen, dass der Handwerker Pfusch macht? Der Geschädigte Franz hat sich zuerst diverse Kostenvoranschläge machen lassen und das günstigste Angebot genommen. Wie gesagt, der Handwerker, der eine Firma mit Dienstleistungen am KFZ hat, hat anfangs, bevor er die Reparatur begann, mitgeteilt, Franz erhalte eine Rechnung. Und Rechnungen gibt es natürlich erst am Schluss, wenn alles fertig ist. Dadurch dass Franz über die Teilzahlung keine Rechnung erhalten hat und der Auftrag frühzeitig abgebrochen wurde, ist das zu einer Privatzahlung geworden. Der Gesamtschaden beläuft sich für Franz auf 115 Euro (nicht nur 70).






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#8
 Von 
Franz1960
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von Franz1960):
Drei Stunden später nach dem Streit sprach der Handwerker auf den AB des Geschädigten

Sofern man die Aufnahmen noch hätte, wäre das ja durchaus ein gerichtsfester Beweis.

Ist halt fraglich, ob man es riskieren will, das die Situation so vor Gericht geschildert wird.
Man sollte überlegen wie man beweisen kann, das man nie Schwarzarbeit beauftragt hat / beauftragen wollte.

Ja die Aufnahme existiert noch. Wie kann man beweisen, dass man keine Schwarzarbeit beauftragt hat? Nur indem man sagt, dass man davon ausgegangen sei, dass es keine ist (Thema Rechnung). Und dass man selbst dem Handwerker das nie so angeboten hat und wusste, dass der Handwerker eine Firma hat.
Wie kann man noch davon ausgehen? Thema Nacherfüllung.
Der Handwerker pochte zuerst darauf, Nacherfüllung zu machen. Das ist so üblich , wenn es offiziell gewerblich läuft. Franz hatte jedoch nach dem extremen Pfusch keinerlei Vertrauen mehr in dessen Arbeit. Franz hatte sich bereits einige Zweitmeinungen zu dem Pfusch eingeholt, indem er diversen Fachleuten und Werkstätten den Pfusch gezeigt und deren Meinung dazu gehört hat, auch zur Frage, ob Franz die Nacherfüllung beim Handwerker eingehen soll. Sie haben davon abgeraten, dem Handwerker das Fahrzeug nochmal zu überlassen.
Nachdem Franz dem Handwerker von den Zweitmeinungen berichtet hat, und aufgrund fehlenden Vertrauens in dessen Arbeit auf die penetrante Nacherfüllungsforderung des Handwerkers nicht einging, wurde der Handwerker äußerst aggressiv, dominant und beleidigend, er schrie und tobte und schnitt Franz das Wort ab, und es eskalierte, Telefonat brach ab. Der Handwerker war angepieselt davon, weil Franz sich Zweitmeinungen eingeholt hatte. Danach rief der Handwerker erneut an, und es kam zu der besagten Sprachnachricht, in der er mitteilte "er sei raus aus der Sache, Franz würde sein Geld zurück erhalten, und Franz soll sein Auto zu einer Werkstatt mit Namen Y. bringen, wo es von jemand anderem zum selben Preis fachmännisch instand gesetzt und auch der Pfusch entfernt würde". So die Bandaufsage.
Franz hatte aber keinerlei Vertrauen mehr, und nach dem aggressiven Verhalten des Handwerkers war für ihn die Sache gelaufen. Er brachte das Auto in eine Werkstatt seines Vertrauens, die zwar teurer war, aber er wollte nach der Erfahrung nicht mehr am falschen Ende sparen.




-- Editiert von Franz1960 am 20.10.2020 20:07

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#9
 Von 
Franz1960
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Franz hat eine Idee: Wenn er über die Teilzahlung vom Handwerker schon keine richtige Rechnung bekommt, wird er es bei der Minijobzentrale als einmalige Arbeit anmelden. Im Netz steht, dass man es bis spätestens 6 Wochen danach anmelden kann. Oder gilt das nur für Haushaltshilfen?
Franz hat das schon einmal so gemacht, als er für den Einbau seiner Möbel einen Handwerker einige Stunden in seinem Privathaushalt beschäftigt hat.

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#10
 Von 
Anami
Status:
Wissender
(14841 Beiträge, 2227x hilfreich)

Franz kann sich gern auch von der Minijobzentrale und den anhängenden Stellen noch Ärger einhandeln.
Will Franz als privater Arbeitgeber des Herrn Pfuscher noch pauschale Sozialabgaben zahlen?
Von wem will Franz die 115,- haben?
Der Pfuscher wäre, wenn überhaupt, ein gewerblicher Pfuscher. Und auch dann hatte er ein Recht auf Nachbesserung.

Franz kann dem Pfuscher nun die Rechnung über 115,12 schicken.
Und hoffen, dass die beglichen wird.

:respekt:

Signatur:auch ich verweise auf § 675 (2) BGB.
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#11
 Von 
eh1960
Status:
Bachelor
(3193 Beiträge, 932x hilfreich)

Zunächst mal hat der Handwerker das Recht, Nachbesserung vorzunehmen, wenn seine Leistung als mangelhaft beanstandet wird.

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#12
 Von 
Franz1960
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Will Franz als privater Arbeitgeber des Herrn Pfuscher noch pauschale Sozialabgaben zahlen?
Von wem will Franz die 115,- haben?
Franz kann dem Pfuscher nun die Rechnung über 115,12 schicken.
Und hoffen, dass die beglichen wird.

:respekt:

Danke. Franz hat per Einschreiben die Rückzahlung angefordert.
Ja, bei Anmeldung Minijobzentrale würde Franz pauschale Sozialabgaben zahlen. Das ist nur ein geringer Betrag, das weiß er aus Erfahrung.


-- Editiert von Franz1960 am 23.10.2020 18:07

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