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Keine Arbeit mehr nach Kündigung

5. August 2022 Thema abonnieren
 Von 
Fachwirt84
Status:
Schüler
(204 Beiträge, 51x hilfreich)
Keine Arbeit mehr nach Kündigung

Moin zusammen,
ich habe meinen Job gekündigt und fange zum 1.10. eine neue Arbeit an.

Heute musste ich bereits sämtliche Sachen zurück geben (Handy, Schlüssel usw) und mir wurde mein Computerzugang gesperrt.

Auf die Frage, ob ich denn nun frei gestellt bin, wurde dies verneint, aber ich könnte mich ja bis zum 30.9. krank schreiben lassen. Eine Tätigkeit hätte man für mich nicht mehr, ich müsste dann ansonsten 8 Stunden am Tag in die Luft schauen.
Ich habe jetzt noch nächste Woche Urlaub, somit würde ich bei einer Krankschreibung für sieben Wochen ins Krankengeld fallen. Und man muss erstmal nen Arzt finden, der das mit macht.

Ist sowas denn überhaupt korrekt, dass man mir quasi die Möglichkeit nimmt weiter zu arbeiten und mir dann die Krankschreibung nahe legt?

Und kann mich ein Arbeitgeber ins Büro holen ohne Arbeit zu haben?

Danke euch für eure Einschätzungen!

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15 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(102508 Beiträge, 37398x hilfreich)

Zitat (von Fachwirt84):
Und man muss erstmal nen Arzt finden, der das mit macht.

Richtig, die wenigsten Ärzte riskieren die Zulassung um dem Patienten bei Straftaten zu helfen / diese zu ermöglichen.



Zitat (von Fachwirt84):
Und kann mich ein Arbeitgeber ins Büro holen ohne Arbeit zu haben?

Ja, kann er.



Als erstes würde ich jetzt erst mal meine Arbeitskraft gerichtsfest anbieten.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
bostonxl
Status:
Student
(2442 Beiträge, 360x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Als erstes würde ich jetzt erst mal meine Arbeitskraft gerichtsfest anbieten.
Wozu? Der TE hat eine Woche Urlaub, danach soll er einfach zum Firmensitz fahren ...

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(102508 Beiträge, 37398x hilfreich)

Zitat (von bostonxl):
Der TE hat eine Woche Urlaub

Weil der AG bereits entsprechende Ankündigungen gemacht hat, da braucht man nicht mehr bis nach dem Urlaub warten - das warten könnte sich im späteren Verlauf sogar als schädlich erweisen.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#4
 Von 
bostonxl
Status:
Student
(2442 Beiträge, 360x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Weil der AG bereits entsprechende Ankündigungen gemacht hat
Wieso? Der AG bietet doch an, dass der TE halt 8 Stunden in die Luft schauen kann.
Zitat (von Fachwirt84):
Auf die Frage, ob ich denn nun frei gestellt bin, wurde dies verneint, aber ich könnte mich ja bis zum 30.9. krank schreiben lassen. Eine Tätigkeit hätte man für mich nicht mehr, ich müsste dann ansonsten 8 Stunden am Tag in die Luft schauen.

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#5
 Von 
Gerd61
Status:
Schüler
(158 Beiträge, 15x hilfreich)

Man einen Arbeitsvertrag und innerhalb dieses Arbeitsvertrags muss sich auch er AG bewegen.
Typischerweise muss sich ein AN auch nicht am Arbeitsplatz schikanieren lassen und ein "dann sitze deine Zeit sinnlos am Arbeitsplatz herum und schaue in die Luft" würde ich als Schikane bewerten.

In vielen Arbeitsverträgen ist geregelt das der AG das Recht hat den AN bei weiter laufendem Gehalt von der Arbeit freizustellen. Das kann er dann auch machen, ansonsten hat der den AN weiter seinen arbeitsvertraglichen Aufgaben entsprechend zu beschäftigen.

In der Praxis wird die Beschäftigungspflicht jedoch in Leere laufen, der AG wird im Zweifel schon Aufgaben die er dem AN auf Auge drücken kann. Ansonsten könnte man auch hier den Gang zum Arbeitsgericht gehen und eine arbeitsvertragliche Beschäftigung oder alternativ die Freistellung einklagen.

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#6
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(35071 Beiträge, 13279x hilfreich)

Nach Urlaub geht Arbeitnehmer wie immer zum Job. wo ist das Problem? Er hat keinen Anspruch darauf, auf irgendwelche Systeme wie auch immer angeschlossen zu sein. Man wird schauen, ob die nunmehr zu verrichtende Arbeit zumutbar ist oder nicht.

wirdwerden

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#7
 Von 
Fachwirt84
Status:
Schüler
(204 Beiträge, 51x hilfreich)

Erst einmal danke für die Antworten. Ich habe ehrlich gesagt mehr das Gefühl, dass man hofft, dass ich mich krank schreiben lassen, um noch irgendwie Gehalt einzusparen. Den Zugang zum PC hat man mir gesperrt, weil man Angst hat, dass ich Kundendaten klaue. Wenn man mich tatsächlich ins Büro setzen will, dann müsste ich schon nen Aufpasser an die Seite bekommen, denn ansonsten könnte ich an jede Akte ran gehen, wovon jeder Kunde noch eine im Regal stehen hat.

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#8
 Von 
Gerd61
Status:
Schüler
(158 Beiträge, 15x hilfreich)

.

Zitat (von wirdwerden):
Nach Urlaub geht Arbeitnehmer wie immer zum Job. wo ist das Problem?


Das Problem ist doch schon da, die Ankündigungen des AG sind doch unmissverständlich, also genug Anlass sich schon jetzt auf die Situation nach dem Urlaub vorzubereiten. Hierbei ist es ist sicherlich richtig die konkreten Maßnahmen des AG abzuwarten bevor man in der einen oder anderen Weise darauf aktiv reagiert.

Aber es sollte auch klar sein das sich der AN am Arbeitsplatz keine Schikane gefallen lassen muss.

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#9
 Von 
blaubär+
Status:
Wissender
(14703 Beiträge, 5678x hilfreich)

Zitat (von Fachwirt84):
Ist sowas denn überhaupt korrekt, dass man mir quasi die Möglichkeit nimmt weiter zu arbeiten und mir dann die Krankschreibung nahe legt?

Nein, das ist nicht korrekt. Die Empfehlung der AU ist ein starkes Stück und wäre, sofern beweisbar, gewiss auch sanktionierbar. Aber inkorrekt ist auch, dir keine Arbeit zu geben und gleichwohl darauf zu beharren, dass du anwesend bist. Da könntest du den AG auf Zuweisung angemessener Arbeit verklagen. Bis zum Oktober ist es noch entschieden zu lang, 'Löcher in die Luft zu starren'.

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#10
 Von 
Zuckerberg
Status:
Lehrling
(1271 Beiträge, 957x hilfreich)

Zitat:
Ich habe jetzt noch nächste Woche Urlaub, somit würde ich bei einer Krankschreibung für sieben Wochen ins Krankengeld fallen. Und man muss erstmal nen Arzt finden, der das mit macht.
Sie können sich auch nur für die Zeit der Entgeltfortzahlung krankschreiben lassen.

:devil:

Eine solche Empfehlung des Arbeitgebers, die massiv zu Lasten der Krankenkasse gehen würde, ist schon ein hartes Stück. Ich würde aber ganz praktisch vorgehen und mir ein Buch oder einen eigenen PC mit auf die Arbeit nehmen. Geht das?

Auf Zuweisung von Arbeit zu klagen scheint mir schon aus Zeitgründen kritisch zu sein. Ob Sie dann einfach ganz der Arbeit fernbleiben können, müssten Sie mit einem Rechtsanwalt absprechen.

Haben Sie noch mehr Urlaubstage? Dann würde der "Trick" mit der Krankschreibung unter Umständen dazu führen, dass Sie sich den Urlaub auszahlen lassen können...

Wie viele Mitarbeiter? Betriebsrat? Gewerkschaft?

Denkbare Alternative: Eigenkündigung zu früherem Datum. Aber dann könnte beim ALG eine Sperrzeit drohen, wenn Sie überhaupt Anspruch darauf haben. Und zukünftige Ansprüche könnte das kaputt machen.

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#11
 Von 
-Laie-
Status:
Wissender
(14380 Beiträge, 5482x hilfreich)

Zitat (von Gerd61):
In vielen Arbeitsverträgen ist geregelt das der AG das Recht hat den AN bei weiter laufendem Gehalt von der Arbeit freizustellen.
Das liegt ganz einfach im Ermessen des AG.

Signatur:

Folgende Nutzer werden von mir blockiert und ich kann deren Beiträge nicht lesen: Xipolis; Jule28

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#12
 Von 
spatenklopper
Status:
Unparteiischer
(9430 Beiträge, 3930x hilfreich)

Zitat (von Zuckerberg):
Eine solche Empfehlung des Arbeitgebers, die massiv zu Lasten der Krankenkasse gehen würde, ist schon ein hartes Stück......Haben Sie noch mehr Urlaubstage? Dann würde der "Trick" mit der Krankschreibung unter Umständen dazu führen, dass Sie sich den Urlaub auszahlen lassen können...


Das Du die "Empfehlung" zu Gunsten des Arbeitnehmers "ausarbeitest" macht sie nicht besser, sie geht immer noch massiv zu Lasten aller beitragszahlenden Arbeitnehmer und Arbeitgeber. :neck:

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#13
 Von 
spatenklopper
Status:
Unparteiischer
(9430 Beiträge, 3930x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Er hat keinen Anspruch darauf, auf irgendwelche Systeme wie auch immer angeschlossen zu sein.


Wenn die für seine vertragsgemäße Arbeit notwendig sind, hat er diesen Anspruch sehr wohl.

Etwas versteckt, aber steht auf Seite 13 bzw. Abs.20 (BAG, Urteil v. 21.1.1993, 2 AZR 309/92)

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
Kernell
Status:
Praktikant
(642 Beiträge, 112x hilfreich)

Was spricht dagegen, sich ein Buch, einen privaten Laptop oder z.B. eine Nintendo Switch ins Büro zu nehmen und sich damit dann die Zeit zu vertreiben?

Signatur:

Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar, ich bin nur Laie in diesen Dingen.

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
blaubär+
Status:
Wissender
(14703 Beiträge, 5678x hilfreich)

Diese Idee halte ich für nicht praktikabel, allenfalls für ein paar Tage - da wird die Zeit wirklich lang.
Nichts zu tun zu haben ist m.E. schlimmer, als zu viel zu tun zu haben.

((Es gab oder gibt einen uralten und wirklich ungerechten Beamtenwitz:
Was ist das Schwierigste bei der Beamtenprüfung? Antwort: Acht Stunden sitzen und nichts tun.))

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