Erbschaft - bitte um Unterstützung

19. März 2023 Thema abonnieren
 Von 
Mirco29
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Erbschaft - bitte um Unterstützung

Hallo zusammen,

vielleicht kann hier jemand etwas Licht ins Dunkle bringen.

Folgender Fall:
Vater ist verstorben, Ehefrau mit Gütertrennung und 2 Kindern.

Vertraglich ist geregelt, dass die Ehefrau auf ihren Pflichtanteil verzichtet.

Im Testament sind die zwei Kinder als Alleinerben angegeben, jedoch wird die Ehefrau mit 70.000€ begünstigt.

Es zeigt sich die folgende Finanzsituation des Verstorbenen:
100.000€ Cash
20.000€ Schulden
50.000€ Grundschuld auf dem Haus der Ehefrau (darf erst bei Tod der Ehefrau eingefordert werden).

Wie wäre in dem aufgezeigten Fall die rechtliche Lage der Verteilung, gerade in Bezug auf den hohen Betrag der Begünstigung im Vergleich zur Erbmasse.

Danke!

Testament oder Erbe?

Testament oder Erbe?

Ein erfahrener Anwalt im Erbrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt im Erbrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(45491 Beiträge, 16177x hilfreich)

Zitat (von Mirco29):
50.000€ Grundschuld auf dem Haus der Ehefrau (darf erst bei Tod der Ehefrau eingefordert werden).


Eine Grundschuld ist nur eine Sicherheit und hat für sich alleine genommen keinen Wert. Welche Forderung wurde denn damit abgesichert.

Zitat (von Mirco29):
Wie wäre in dem aufgezeigten Fall die rechtliche Lage der Verteilung, gerade in Bezug auf den hohen Betrag der Begünstigung im Vergleich zur Erbmasse.


Die Ehefrau hat auch dann Anspruch auf die 70.000€, wenn das mehr ist als der gesetzliche Erbteil.

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Mirco29
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von hh):
Eine Grundschuld ist nur eine Sicherheit und hat für sich alleine genommen keinen Wert. Welche Forderung wurde denn damit abgesichert.


Es handelt sich anscheinend um Zahlungen die an die Ehefrau "geliehen" wurden. Hierfür wurde als Gegenleistung die Grundschule eingetragen.

Zitat (von hh):
Die Ehefrau hat auch dann Anspruch auf die 70.000€, wenn das mehr ist als der gesetzliche Erbteil.


Auch wenn damit die Erben unter ihrem Pflichtanteil landen würden?

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(45491 Beiträge, 16177x hilfreich)

Zitat (von Mirco29):
Auch wenn damit die Erben unter ihrem Pflichtanteil landen würden?


Nein, die Erben haben mindestens den Pflichtteilsanspruch.

Der Wert des Erbes beträgt 130.000€. Die beiden Kinder haben einen Pflichtteilsanspruch in Höhe von je 1/8, also je 16.250€. Da nach der Auszahlung des Vermächtnisses jedoch 60.000€ verbleiben, erhält jedes Kind deutlich mehr als den Pflichtteil.

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Mirco29
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von hh):
Der Wert des Erbes beträgt 130.000€. Die beiden Kinder haben einen Pflichtteilsanspruch in Höhe von je 1/8, also je 16.250€. Da nach der Auszahlung des Vermächtnisses jedoch 60.000€ verbleiben, erhält jedes Kind deutlich mehr als den Pflichtteil.


Warum 1/8?
Kinder sind Alleinerben. Es bestand Gütertrennung sowie ein Pflichtteilsverzicht der Ehefrau. Müsste dann nicht der Pflichtanteil der Kinder in Summe 50% des Erbes ausmachen?

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
bostonxl
Status:
Master
(4905 Beiträge, 808x hilfreich)

Zitat (von Mirco29):
Warum 1/8?
Kinder sind Alleinerben. Es bestand Gütertrennung sowie ein Pflichtteilsverzicht der Ehefrau.
Weil Du die folgende Frage gestellt hast:
Zitat (von Mirco29):
Auch wenn damit die Erben unter ihrem Pflichtanteil landen würden?

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
cruncc1
Status:
Schlichter
(7424 Beiträge, 4352x hilfreich)

Zitat:
Müsste dann nicht der Pflichtanteil der Kinder in Summe 50% des Erbes ausmachen?

Nein.

Der Pflichtteilsanspruch wird anhand der gesetzlichen Erbfolge berechnet.

Bei Gütertrennung wären die Ehefrau sowie die beiden Kinder je zu 1/3 Erben. Daher wäre der Pflichtteilsanspruch jedes Kindes 1/6.

-- Editiert von User am 20. März 2023 13:03

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(45491 Beiträge, 16177x hilfreich)

Zitat (von Mirco29):
Es bestand Gütertrennung sowie ein Pflichtteilsverzicht der Ehefrau. Müsste dann nicht der Pflichtanteil der Kinder in Summe 50% des Erbes ausmachen?


Stimmt, jedens Kind hat einen Pflichtteilsanspruch in Höhe von 1/4, also 32.500€.

Damit müssen der Ehefrau statt 70.000€ nur 65.000€ ausgezahlt werden.

Zitat (von cruncc1):
Der Pflichtteilsanspruch wird anhand der gesetzlichen Erbfolge berechnet.


Zu der eine Person, die auf den Pflichteil verzichtet hat nicht mehr gehört (§ 2346 BGB).

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Mirco29
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von hh):
Stimmt, jedens Kind hat einen Pflichtteilsanspruch in Höhe von 1/4, also 32.500€.

Damit müssen der Ehefrau statt 70.000€ nur 65.000€ ausgezahlt werden.


Angenommen es wäre nur so viel Cash da, um den Pflichtanteil der Kinder zu decken.
Zudem steht die Grundschuld noch im Raum, die jedoch nicht liquidierbar ist.
Wie wäre dann die Verteilung zwischen Kindern und Witwe?

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
amz621718-85
Status:
Schüler
(172 Beiträge, 16x hilfreich)

Wie kommt ihr denn auf 130 TEUR Erbe bei nur 100 TEUR Cash und 20 TEUR Schulden?

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Mirco29
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von amz621718-85):
Wie kommt ihr denn auf 130 TEUR Erbe bei nur 100 TEUR Cash und 20 TEUR Schulden?


Wegen den 50.000€ Grundschuld auf dem Haus der Witwe. Das wird doch in die Erbmasse mit eingerechnet, oder nicht?

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 248.921 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
101.261 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. Zzgl. 2€ Einstellgebühr pro Frage.