Übertarifliche Zulage und Gehaltsanpassung

24. Mai 2023 Thema abonnieren
 Von 
AlexWayhill
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Übertarifliche Zulage und Gehaltsanpassung

Liebe Gemeinde,

Ich weiß, dass ein Unternehmen - Klausel im Arbeitsvertrag vorausgesetzt - eine übertarifliche Zulage mit einer möglichen tariflichen Lohnerhöhung verrechnen kann. Ist bei uns im unternehmen zum Glück nie vorgekommen, allerdings ärgert es mich ein wenig, dass sich die Zulage seit meiner Einstellung vor 8 Jahren nicht erhöht hat, nur der tarifliche Anteil, was auf die Jahre gesehen eben auch mal ein paar Prozente ausmacht. In unserem Unternehmen werden die AT-Löhne meist an die tariflich ausgehandelten Lohnerhöhungen angeglichen, was jedoch bedeutet, dass alle mit ÜT-Zulage prozentual weniger erhalten als alle anderen. Um das an einem vereinfachten Rechenbeispiel darzustellen:

Grundgehalt:

Person 1 (Tarifangestellt):
Grundgehalt: 40.000 €
Zulage: 10.000 €

Person 2 (Tarifangestellt):
Grundgehalt: 40.000 €
Zulage: 0 €

Person 3 (AT'ler)
Grundgehalt: 50.000 €

Nach Gehaltserhöhung:

Gehaltserhöhung: 5%

Person 1: 42.000 + 10.000 = 52.000 € zu 50.000 = 4 % Gehaltssteigerung
Person 2: 42.000 € zu 40.000 = 5 % Gehaltssteigerung
Person 3: 55.000 € zu 50.000 = 5 % Gehaltssteigerung

Wie ist eure Erfahrung bisher, wie sich die übertarifliche Zulage bei euch entwickelt hat? Und wie könnte ich argumentieren, um eine Anpassung / Erhöhung der Zulage zu erwirken?

Danke für eure Kommentare.

Viele Grüße

Alex

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär+
Status:
Wissender
(15841 Beiträge, 6031x hilfreich)

Nach deiner Schilderung müsstest du P1 sein - sie ist die einzige, die eine Zulage bekommt.
Die Vergleiche mit anderen ziehen nicht, weil du aus dieser Kenntnis keinerlei Ansprüche ableiten kannst.
Wenn du dich umhörst: sich mit anderen zu vergleichen, ist auch keine gute Strategie für eine Verhandlung.
Wenn du neu verhandeln willst, kannst du dich nur auf deine Leistungen beziehen und deinen Wert für das Unternehmen ins richtige Licht rücken.

Angemerkt: Es gibt offenbar immer Wege, eine Sache schlechtzureden. Wenn du die Zahlen nimmst, nimmst du Teil an der Tariferhöhung wie P2, hast aber die Bonuszahlung. Erst durch die Prozentrechnung erscheint dein Zuwachs geringer. (P3 sollte bei einer 5-%-Steigerung übrigens 52.500 erhalten und nicht 55.000.)

Ein besserer Weg für deine Verhandlungen - im Sinne eines Stützarguments zu oben Gesagtem - könnte sein, dass du die Kaufkraft der Bonuszahlen von damals zu der heutigen setzt.

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#2
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(28199 Beiträge, 5137x hilfreich)

Zitat (von AlexWayhill):
In unserem Unternehmen werden die AT-Löhne meist an die tariflich ausgehandelten Lohnerhöhungen angeglichen
Das Leid vieler AT-Mitarbeiter und/oder LT....die oft genug außertariflich viele Stunden arbeiten, aber eben nichts mehr von der (eigentlich) übertariflichen Vergütung spüren.
Zitat (von AlexWayhill):
Und wie könnte ich argumentieren, um eine Anpassung / Erhöhung der Zulage zu erwirken?
Keine Ahnung, aber ich kenne AT-Kräfte, die sich nach ermüdenden, ergebnislosen Diskussionen einen anderen AG suchten, der das nicht so anbot. Das Konzept mit *weniger Stunden/weniger Aufgaben* gelingt auch bei toller Effizienz so gut wie nie.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
AlexWayhill
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo blaubär+,

Zitat (von blaubär+):
(P3 sollte bei einer 5-%-Steigerung übrigens 52.500 erhalten und nicht 55.000.)


Verdammt, hab nicht nachgerechnet :-D. Hast natürlich recht!

Ich gebe dir nur bedingt recht, was das Vergleichen angeht: das eigentliche Basisgehalt wird in vielen Fällen frei verhandelt, wer sich besser verkauft, bekommt mehr. Bei den automatischen Gehaltsanpassungen seitens des Arbeitgebers sollte es jedoch anders sein, denn hier sollten zumindest alle Mitarbeiter auch den gleichen Lohnzuwachs erhalten, im Sinne eines Inflationsausgleichs und nicht im Sinne der Honorierung besserer Arbeit. Ist aber nur meine eigene Meinung und sicher nicht gesetzlich verankert.

Danke für den Hinweis zur Argumentation, werde ich im Hinterkopf behalten.

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
blaubär+
Status:
Wissender
(15841 Beiträge, 6031x hilfreich)

... und noch eine Kleinigkeit: Gönn dir eine Minute nachzudenken, ob und was der AG in den letzten Jahren vielleicht freiwillig geleistet hat - Inflationsausgleich evtl. - sowas nicht zu würdigen, kann echt Verärgerung nach sich ziehen.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
throwaway_account
Status:
Beginner
(114 Beiträge, 14x hilfreich)

Gehaltserhöhung fordern.
Wenn nicht bekommen, dann Kündigung auf den Tisch legen.

Die einzig mir bekannte Möglichkeit, die bei sowas dauerhaft Erfolg verspricht. Aber selbst da ist es natürlich nicht immer. Nur deutlich öfter als nur nach einer Gehaltserhöhung zu fragen.
Die persönliche individuelle Leistung sollte natürlich entsprechend passen. Sonst ist man eher und besser daran beraten sich über Tariferhöhung zu freuen, die andere mit ihrer Leistung erwirtschaften

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