Neues Kind und Ehefrau werden nicht immer in der Unterhaltsberechnung berücksichtigt

29. September 2023 Thema abonnieren
 Von 
Wulfgardodin
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 1x hilfreich)
Neues Kind und Ehefrau werden nicht immer in der Unterhaltsberechnung berücksichtigt

Ich muss sagen ich bin richtig baff. Als ich bei einem Anwalt war um den Unterhalt für meine 6 jährige sowie 16 jährigen nicjt ehelichen Töchter berechnen zu lassen, wurde mein Einkommen von 3000 Euro berechnet. Ich selbst zahlte ja immer was da in der Tabelle steht, eine Bereinigung des Nettos habe ich nie durchgeführt weil ich da trotzdem auf die gleichen Zahlbeträge komme. Die Anwältin sieht das genauso. Meine neue Ehefrau die selbst aufgrund Elternzeit kein Einkommen hat, hat mit mir nun auch ein Kind von 2 Jahren. Die beiden wurden aus der Berechnung heraus genommen. Begründung: da sie in meinem Haushalt leben leben sie ja sowieso in einer Gemeinschaft und die Mama betreut das Kind und ich sorge für Kleidung, Essen und Unterkunft für beide, somit gibt es keine Notwendigkeit und rechtliche Grundlage diese mit in die Berechnung einfließen zu lassen. Ich zahle nach DDT laut Kontrollbetrag auch zuviel. Aber da meinte die Anwältin: aufgrund der Tatsache das ich ja schon viele Jahre zuviel bezahlt habe, dem hohen Nettolohn und sich auch kein Mangelfall deswegen ergibt ( drittes Kind und Ehefrau werden ja nicht berücksichtigt) bleibt genug Geld über. Und man rät mir auch da ja nix zu ändern da Sie genug Richter kennt die in so einem Falle weit höher berechnen als was die DDT angibt. Es wäre in meinem Interesse schön die Füße still zu halten.
Da bin ich zum Jugendamt. Ich hab zwar keinen Titel aber egal. Tatsächlich haben die das genauso berechnet. Drittes Kind und zweite Frau spielen erst eine Rolle für die Unterhaltsberechnung wenn wir getrennt wären oder wenn ich nen Mangelfall würde und meine Ehefrau arbeitet um zu prüfen ob sich dadurch mein Selbstbehalt senken lässt, da ja Ehepartner auch gegeneinander unterhaltsverpflichtet sind. Ich muss sagen bin da echt platt, denn überall im Netz und anwaltsportalen sieht man genau das Gegenteil. Ab dritten Kind rutscht man in der Tabelle eine Stufe tiefer. Aber hier droht der eigene Anwalt und das JA damit noch höher eingestuft zu werden da man doch gut verdient. Also ich bin echt ratlos. Da überlege ich mir nicht noch mal zu einem Anwalt zu gehen und hunderte von Euros auszugeben, weil dann kann ich das auch selbst berechnen.

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38 Antworten
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#1
 Von 
Sunrabbit
Status:
Praktikant
(657 Beiträge, 115x hilfreich)

Ich verstehe deinen Beitrag nicht komplett.

Aber wenn ich mir die Düsseldorfer Tabelle so anschaue, würde ich folgendes Vermuten:

Einkommen Netto 3000 Euro
Einkommen nach Abzug der Pauschale: 2850 Euro. Stude 4
3 Kinder zum Unterhalt verpflichtet: Herabstufung von Stufe 4 auf Stufe 3

Zahlbetrag (theoretisch) Kind 2 Jahre: 356 Euro
Zahlbetrag Kind 6 Jahre: 428 Euro
Zahlbetrag Kind 16 Jahre: 522 Euro

Bleiben 1514 Euro -> Mehr als der Selbstbehalt 1370 Euro.

Unterhalt für die Frau ist nachrangig, spielt also bei der Berechnung für den Kindenunterhalt in der Regel keine Rolle. Bei einem Rest von 1514 Euro sehe ich dafür allerdings auch keinen Raum mehr.

Zahlst du heute den mehr als 428 und 522 Euro für deine Kinder die nicht bei dir leben?

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#2
 Von 
Wulfgardodin
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 1x hilfreich)

Ich zahle nach Stufe 4 da das dritte Kind weder vom Anwalt noch JA berücksichtigt werden. Wie oben ausgeführt würde das ja durch den Naturalunterhalt abgedeckt und durch die Betreuung der Mutter. Deswegen würde es so behandelt als würde es das dritte Kind nicht geben. Anders würde es aussehen wenn wir uns trennen, denn dann würde auch das dritte Kind als unterhaltspflichtiges Kind berücksichtigt. Es geht auch nicht um Mangelfall. Ich weiss das ich über dem Selbstbehalt bin. Nach DDT zahle ich bei Stufe 4 im Hinblick des Kontrollbetrages um die 50 Euro zuviel. Mir geht es darum das überall steht das ab dritte Kind eine Herabstufung in der DDT erfolgt, aber Anwalt sowie JA sagen das dies falsch ist da das dritte Kind rechnerisch nicht existiert da es bei mir wohnt. Also somit keine Kosten entstehen.

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#3
 Von 
Sunrabbit
Status:
Praktikant
(657 Beiträge, 115x hilfreich)

Ich hatte es auch so im Kopf.

In den Anmerkungen der Düsseldorfer Tabelle steht aber nur:

Zitat:
Bei einer größeren/geringeren Anzahl Unterhaltsberechtigter können Ab- oder Zu-schläge durch Einstufung in niedrigere/höhere Gruppen angemessen sein


Dein Problem ist das Kann. Kann oder kann nicht...

Kommt dann im Zweifel auf den Richter an.

Konkret geht es bei Dir um 60 Euro, die du heute in Stufe 4 mehr zahlst als in Stufe 3, richtig? Ich glaube dafür würde ich nicht vor Gericht gehen. Auch weil der Anspruch bis heute wohl nicht tituliert wurde, was aus meiner Sicht ein echter Vorteil für dich sein kann in der Zukunft. Nach einem Gerichtsverfahren hast du mit Sicherheit einen Titel.

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#4
 Von 
Wulfgardodin
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 1x hilfreich)

Es geht mir nicht um die 60 Euro. Ich weiss das wenn ich nen schlechten Richter wische mir sogar wenn ich nach DDT noch 6000 Euro über hätte nach den Unzerhalt mir Zahlungen bis zur Selbstbehaltsgrenze aufgedrückt werden könnten. Also rein von der Gesetzeslage her. Mir geht es darum das überall immer gesagt wird es werden alle minderjährigen Kinder berücksichtigt und mir dann von rechtlicher Seite gesagt wird nö ihr letztes minderjähriges Kind existiert rechnerisch nicht und verursacht daher keine Kosten.
Was genauso unfair ist, ist das wenn mein ältestes Kind studiert und die Kindesmitter nur bis zur Selbstbehaltsgrenze von 1150 Euro verdient oder weniger ich zusätzlich die ganzen 930 Euro zahlen muss also die komplette Unterhaltslast auf mir liegt. Da steht sogar das ich gezwungen wäre einen Nebenjob bis zu 48h zu machen. Und wenn meine Frau Einkommen hat mir dieses sogar noch angerechnet wird indem man den Selbstbehalt tiefer setzt. Das ist wenn jemand seiner Pflicht nachkommt sagen wir mal total gemein.

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#5
 Von 
Wulfgardodin
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 1x hilfreich)

Zumal ich nicht verstehe wieso der Selbsteinbehalt gegenüber privilegierten volljährigen Kindern niedriger ist als bei minderjährigen.

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#6
 Von 
Hunter123
Status:
Schüler
(222 Beiträge, 68x hilfreich)

Zitat (von Wulfgardodin):
meine 6 jährige sowie 16 jährigen nicjt ehelichen Töchter
Zitat (von Wulfgardodin):
Meine neue Ehefrau die selbst aufgrund Elternzeit kein Einkommen hat, hat mit mir nun auch ein Kind von 2 Jahren. Die beiden wurden aus der Berechnung heraus genommen.

Das ist totaler Quatsch.

Es sind insgesamt 4 (!) unterhaltsberechtigte Personen, die bei der Einstufung berücksichtigt werden. Die Einstufung ist allerdings kein Gesetz. Dass die Ehefrau nachrangig ist, spielt bei der Einstufung keine Rolle.

Wichtig zu wissen ist noch, dass der aufgrund der Ehe und damit durch die Zusammenveranlagung erzielte Splittingvorteil komplett in die Unterhaltsberechnung aller 3 Kinder fließt. Heißt, die Steuervorteile der neuen Ehe kommen unterhaltsrechtlich allen 3 Kindern zugute.

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#7
 Von 
Hunter123
Status:
Schüler
(222 Beiträge, 68x hilfreich)

Zitat (von Wulfgardodin):
Da bin ich zum Jugendamt. Ich hab zwar keinen Titel aber egal. Tatsächlich haben die das genauso berechnet.
Seltsam, dass Jugendamt ist doch gar nicht zuständig für Beratungsleistungen an den Unterhaltspflichtigen.... (§ 18 SGB VIII)

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#8
 Von 
Wulfgardodin
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 1x hilfreich)

Ist es nicht. Aber man kann trotzdem fragen. By the way: wir haben keinen Splitting Vorteil. Wir haben die 4/4 und keine Vergünstigungen beantragt. Müsste ich ja noch mehr zahlen. Und nein sie wurden explizit nicht mit eingerechnet so wie ich den Sachverhalt oben geschrieben habe. Das es so wie du gerade geschildert hast überall dreht ändert ja nix daran das es nicht so berechnet wurde. Ist ja wie gesagt nicht verpflichtend. OK ich muss sagen meine Anwältin sagte das sie normal nur die Mütter vertritt. Aber ändert ja nix am Recht.

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#9
 Von 
Wulfgardodin
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 1x hilfreich)

Mich würde ja mal die Überlegung eines Jurastudenten hier oder gar Anwaltes dazu interessieren. Ist ja keine Beratung denn die hatte ich ja schon. Meint ihr dass das praktikabel ist und Richter auch so berechnen würden oder gar mehr bis zur Selbstbehaltsgrenze?

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#10
 Von 
Wulfgardodin
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von Sunrabbit):
Konkret geht es bei Dir um 60 Euro, die du heute in Stufe 4 mehr zahlst als in Stufe 3, richtig? Ich glaube dafür würde ich nicht vor Gericht gehen. Auch weil der Anspruch bis heute wohl nicht tituliert wurde, was aus meiner Sicht ein echter Vorteil für dich sein kann in der Zukunft. Nach einem Gerichtsverfahren hast du mit Sicherheit einen Titel.

Das ist richtig. Was nicht heißt das sich später das volljährige Kind mit 18 oder älter den Titel einklagen kann. Ein Titel ist nicht vom Alter abhängig sondern kann immer gewährt werden sobald UH Pflicht vorliegt.

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#11
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47345 Beiträge, 16769x hilfreich)

Zitat (von Wulfgardodin):
Wir haben die 4/4 und keine Vergünstigungen beantragt.


Das ist Dein Problem. Wenn das vor Gericht geht wirst Du so behandelt, als hättest Du die Vergünstigungen beantragt. Und wenn Du in Steuerklasse 4 bist, dann geht jeder erst einmal davon aus, dass Deine Frau ein ausreichend hohes Einkommen hat um sich selbst zu versorgen.

Zitat (von Wulfgardodin):
Müsste ich ja noch mehr zahlen.


In Steuerklasse 3 hättest Du etwa 400€ netto mehr, würdest also in DDT Stufe 5 landen. Wegen 4 Unterhaltsberechtigten kannst Du dann aber 2 Stufen herabgesetzt werden, also wieder Stufe 3.

2x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
Hunter123
Status:
Schüler
(222 Beiträge, 68x hilfreich)

Zitat (von Wulfgardodin):
Mich würde ja mal die Überlegung eines Jurastudenten hier oder gar Anwaltes dazu interessieren.
Dann klicke doch den Link, Anwälte antworten hier wohl recht zügig.

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
Wulfgardodin
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von hh):
Das ist Dein Problem. Wenn das vor Gericht geht wirst Du so behandelt, als hättest Du die Vergünstigungen beantragt. Und wenn Du in Steuerklasse 4 bist, dann geht jeder erst einmal davon aus, dass Deine Frau ein ausreichend hohes Einkommen hat um sich selbst zu versorgen.


Den Wechsel der Lohnsteuerklasse müssen beide zustimmen. Nur weil die Ehefrau in Elternzeit ist hat keiner das Recht von mir zu verlangen die zu wechseln.

Zitat (von hh):
In Steuerklasse 3 hättest Du etwa 400€ netto mehr, würdest also in DDT Stufe 5 landen. Wegen 4 Unterhaltsberechtigten kannst Du dann aber 2 Stufen herabgesetzt werden, also wieder Stufe 3.


Dann hast du oben nicht gelesen. Ich wurde ja nicht herab gestuft. Zumal ja kein Mangelfall vorliegt würde mich interessieren wer mich zwingen will noch mehr zu verdienen. Wenn ich nen Job in Aussicht hätte wo ich 8K netto im Monat verdiene kann mich auch keiner zwingen meinen jetzigen zu kündigen nur um 800 Euro pro Kind zu zahlen.

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
Hunter123
Status:
Schüler
(222 Beiträge, 68x hilfreich)

Zitat (von Wulfgardodin):
Den Wechsel der Lohnsteuerklasse müssen beide zustimmen. Nur weil die Ehefrau in Elternzeit ist hat keiner das Recht von mir zu verlangen die zu wechseln.
Stimmt, niemand kann euch zum Steuerklassenwechsel zwingen.

Aber (ein Beispiel aus der Rechtsprechung):
Zitat:
Weiterhin muss der Antragsteller sich fiktiv seinen Steuervorteil anrechnen lassen, den er durch Wahl einer günstigeren Steuerklasse erzielen könnte.Der Antragsteller hat - ebenso wie seine Ehefrau - die Steuerklasse 4 gewählt. Günstiger als diese Wahl wäre es angesichts der vorhandenen Gehaltsdifferenz gewesen, Steuerklasse 3 für den Antragsteller und Steuerklasse 5 für dessen Ehefrau zu wählen. Den nicht gezogenen Splittingvorteil in nachfolgend errechneter Höhe muss sich der Antragsteller anrechnen lassen.

Quelle: https://openjur.de/u/755640.html

-- Editiert von User am 29. September 2023 13:45

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#15
 Von 
Sunrabbit
Status:
Praktikant
(657 Beiträge, 115x hilfreich)

Zitat (von Wulfgardodin):
Es geht mir nicht um die 60 Euro. Ich weiss das wenn ich nen schlechten Richter wische mir sogar wenn ich nach DDT noch 6000 Euro über hätte nach den Unzerhalt mir Zahlungen bis zur Selbstbehaltsgrenze aufgedrückt werden könnten.


Das hab ich nicht verstanden. Wieviel Einkommen hast du denn jetzt? Ich halte es für unrealistisch, wenn jemand mit 3000 Euro Netto "mal einfach" wie jemand behandelt wird, der 6000 Euro Netto hat.

Liegt das an deiner Einkommenssituation? Bist du selbständig? Hast du Einkommen aus mehreren Quellen? Ich könnte mir gut vorstellen, das dies die Reaktion von deinem Anwalt erklärt.


-- Editiert von User am 29. September 2023 13:44

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#16
 Von 
lyra82
Status:
Schüler
(213 Beiträge, 40x hilfreich)

Wulfgardodin, von welchem Einkommen ist denn deine Anwältin genau ausgegangen und welche Beträge hat sie dir ausgerechnet für den Unterhalt?

"Und man rät mir auch da ja nix zu ändern da Sie genug Richter kennt die in so einem Falle weit höher berechnen als was die DDT angibt."
Was heißt "in so einem Falle"? Was ist denn bei dir besonders?
Real habe ich das noch nie erlebt oder gehört. Es gibt Aussagen, dass Millionäre o.ä. anders behandelt werden, aber nicht normale Durchschnittsbürger.

Signatur:

--- (nur meine Laienmeinung) ---

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#17
 Von 
Wulfgardodin
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 1x hilfreich)

Das mit 6000 Euro war ein Theorie Beispiel. Ein Richter könnte theoretisch immer alles für den UH bestimmen so das der Verpflichtete immer nur den Selbstbehalt über hätte. Die DDT ist ja nicht bindend.


Die Anwältin hat meine 3000 Netto zur Grundlage genommen und auf Stufe 4 berechnet und wie oben schon dargelegt Ehefrau und drittes Kind ausgeschlossen in der Berechnung also als würde es sie bricht geben. Heißt nicht nach 4 Unterhaltsberechtigten sondern nur nach 2.


Ich bin verpflichtet ein günstigeres Lohnsteuermodel zu wählen wenn ein Mangelfall Eintritt. Dafür wird aber vorher mit den Stufen herunter gegangen. Erst wenn bei Stufe 1 ein Mangelfall weiterhin besteht kann man mir fiktiv eine günstigere Klasse anrechnen. Wäre ja noch schöner: ein Mann zahlt seinem Kind 800€ Unterhalt und der Richter sagt sie wählen jetzt die 5/3 weil dann können sie 1300 zahlen.

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#18
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16363 Beiträge, 9252x hilfreich)

Zitat (von Wulfgardodin):
Wäre ja noch schöner: ein Mann zahlt seinem Kind 800€ Unterhalt und der Richter sagt sie wählen jetzt die 5/3 weil dann können sie 1300 zahlen.

Naja - das kommt gar nicht so selten vor. Auch wenn Sie das nicht wahr haben wollen. Vermutlich ist das auch der Grund, weshalb man Ihnen rät, die "Füße still zu halten".

Zitat (von Wulfgardodin):
Den Wechsel der Lohnsteuerklasse müssen beide zustimmen. Nur weil die Ehefrau in Elternzeit ist hat keiner das Recht von mir zu verlangen die zu wechseln.

Richtig. Aber Familiengerichte können bestimmen, dass der Unterhalt dann so berechnet wird, als ob man die Lohnsteuerklasse gewechselt hätte. Und das kommt gar nicht so selten vor.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

0x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
Wulfgardodin
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Richtig. Aber Familiengerichte können bestimmen, dass der Unterhalt dann so berechnet wird, als ob man die Lohnsteuerklasse gewechselt hätte. Und das kommt gar nicht so selten vor.


Dann könnte das Hericht auch bestimmen wenn Frau 2000 netto verdient und damit die ganze Familie ernähren könnte den Selbstbehalt auf 0 zu setzen und der Vater dann sein gesamtes Netto in beispielsweise einer Höhe von 4000 einsetzt. Dann brauchen wir auch keinen Selbsteinbehalt mehr wenn es Eheleute und Levenspartnerschaften gibt. Ironie aus.

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#20
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16363 Beiträge, 9252x hilfreich)

Das können Sie ja dem Gericht vorschlagen, wäre aber nicht so geschickt für Sie - von daher ist der Rat, die Füße still zu halten wohl sehr sinnvoll.
Ansonsten registriere ich, dass alle sachlichen Argumente ausgetauscht sind.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

1x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
lyra82
Status:
Schüler
(213 Beiträge, 40x hilfreich)

Zitat (von Wulfgardodin):
Die Anwältin hat meine 3000 Netto zur Grundlage genommen und auf Stufe 4 berechnet und wie oben schon dargelegt Ehefrau und drittes Kind ausgeschlossen in der Berechnung also als würde es sie bricht geben. Heißt nicht nach 4 Unterhaltsberechtigten sondern nur nach 2.

Das ist schlicht falsch.


-- Editiert von User am 29. September 2023 18:58

Signatur:

--- (nur meine Laienmeinung) ---

1x Hilfreiche Antwort

#22
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47345 Beiträge, 16769x hilfreich)

Zitat (von Wulfgardodin):
Den Wechsel der Lohnsteuerklasse müssen beide zustimmen. Nur weil die Ehefrau in Elternzeit ist hat keiner das Recht von mir zu verlangen die zu wechseln.


Das ist richtig, jedoch ändert das nichts daran, dass Du bei der Berechnung des Unterhaltes so gestellt wirst, als hättest Du die Steuerklasse gewechselt.

Im Übrigen kann ich das auch nicht nachvollziehen. Selbst wenn man dadurch eine Stufe höher rutschen würde hieße es auf 400€ zu verzichten nur um 60€ weniger Unterhalt zahlen zu müssen. So einen Luxus muss man sich auch leisten können.

Zitat (von Wulfgardodin):
würde mich interessieren wer mich zwingen will noch mehr zu verdienen.


Niemand kann Dich zwingen. Aber wenn Du auf den Steuerklassenwechsel verzichtest, scheinst Du ja über ausreichende finanzielle Mittel zu verfügen. Ich würde dem Finanzamt nicht einmal dann 400€ pro Monat schenken, wenn ich ein Einkommen von 8k netto hätte.

Zitat (von Wulfgardodin):
Das mit 6000 Euro war ein Theorie Beispiel. Ein Richter könnte theoretisch immer alles für den UH bestimmen so das der Verpflichtete immer nur den Selbstbehalt über hätte. Die DDT ist ja nicht bindend.


Das ist natürlich Unsinn.

Zitat (von Wulfgardodin):
Die Anwältin hat meine 3000 Netto zur Grundlage genommen und auf Stufe 4 berechnet und wie oben schon dargelegt Ehefrau und drittes Kind ausgeschlossen in der Berechnung also als würde es sie bricht geben. Heißt nicht nach 4 Unterhaltsberechtigten sondern nur nach 2.


Ich habe schon dargestellt, dass ich das für falsch halte.

Zitat (von Wulfgardodin):
Wäre ja noch schöner: ein Mann zahlt seinem Kind 800€ Unterhalt und der Richter sagt sie wählen jetzt die 5/3 weil dann können sie 1300 zahlen.


Polemik führt nicht weiter. Es wären 400€ mehr, von denen Du max. 60€ abgeben müsstest. Du verzichtest daher ohne vernünftigen Grund auf 340€ pro Monat. Wer sich so einen Luxus leisten kann, möge doch nicht darüber diskutieren, ob er nun in die Stufe 3 oder 4 eingeordnet wird. Welches Problem hast Du denn damit, dieses Geld Deinen Kindern zu geben, wenn Du es nicht haben möchtest?

Wer völlig freiwillig auf 340€ oder gar 400€ verzichtet, der kann es sich offenbar problemlos leisten eine Stufe höher eingeordnet zu werden.

2x Hilfreiche Antwort

#23
 Von 
Sunrabbit
Status:
Praktikant
(657 Beiträge, 115x hilfreich)

Ich vermute einfach mal, das am Ende des Jahres eine Steuererklärung gemacht wird und man eine hübsche Nachzahlung bekommt - die man bei der Unterhaltsberechnung nicht berücksichtigen will. Sonst würde es wirklich keinen Sinn machen :)

0x Hilfreiche Antwort

#24
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47345 Beiträge, 16769x hilfreich)

Zitat (von Sunrabbit):
Ich vermute einfach mal, das am Ende des Jahres eine Steuererklärung gemacht wird und man eine hübsche Nachzahlung bekommt - die man bei der Unterhaltsberechnung nicht berücksichtigen will. Sonst würde es wirklich keinen Sinn machen


Steuererstattungen werden bei der Bemessung des Unterhalts ebenfalls berücksichtigt. Die Argumentation macht also keinen Sinn, egal wie man das dreht und wendet.

0x Hilfreiche Antwort

#25
 Von 
go651214-18
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Sunrabbit):
Ich vermute einfach mal, das am Ende des Jahres eine Steuererklärung gemacht wird und man eine hübsche Nachzahlung bekommt - die man bei der Unterhaltsberechnung nicht berücksichtigen will. Sonst würde es wirklich keinen Sinn machen


Ich mache keine. Noch nie in meinem Leben

0x Hilfreiche Antwort

#26
 Von 
Hunter123
Status:
Schüler
(222 Beiträge, 68x hilfreich)

Zitat (von go651214-18):
Ich mache keine. Noch nie in meinem Leben
Warum nicht?

0x Hilfreiche Antwort

#27
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47345 Beiträge, 16769x hilfreich)

Zitat (von go651214-18):
Ich mache keine.


Es ist sehr nobel von Dir, dass Du im Hinblick auf die aktuellen Haushaltsprobleme der Bundesregierung freiwillig auf die Dir eigentlich zustehende Steuererstattung in Höhe von fast 5.000€ pro Jahr verzichtest.

Leider honroriert ein Familiengericht bei der Berechnung des Unterhaltes so viel Großzügigkeit nicht, sondern berücksichtig die mögliche Steuererstattung einfach als fiktives Einkommen.

2x Hilfreiche Antwort

#28
 Von 
go651214-18
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von hh):
Leider honroriert ein Familiengericht bei der Berechnung des Unterhaltes so viel Großzügigkeit nicht, sondern berücksichtig die mögliche Steuererstattung einfach als fiktives Einkommen.

Soll heißen das wenn also eine Mama der Meinung ist das sie immer noch zu wenig bekommt klagt, das mir der Richter obwohl kein Mangelfall und Einkommensstufe 4 nicht nur nicht Ehefrau und gemeinsames Kind mit einberechnet sondern fiktiv nicht vorhandene Steuervergünstigungen dazu rechnet plus Splitingvorteil einer günstigeren LSK und mich dann in die Einkommensstufe 5 oder 6 einordnet?
Und sollte sich die Ehefrau daraufhin trennen dann für 4 Unterhaltsberechtigte in der 5 oder 6 zahlen?

0x Hilfreiche Antwort

#29
 Von 
Hunter123
Status:
Schüler
(222 Beiträge, 68x hilfreich)

Zitat (von go651214-18):
Und sollte sich die Ehefrau daraufhin trennen dann für 4 Unterhaltsberechtigte in der 5 oder 6 zahlen?
Erst im Jahr nach der Trennung liegen die Voraussetzungen für eine Zusammenveranlagung nicht mehr vor. Dann geht es also wieder runter. Alles ganz einfach. :grins:

0x Hilfreiche Antwort

#30
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16363 Beiträge, 9252x hilfreich)

Zitat (von go651214-18):
Soll heißen das wenn also eine Mama der Meinung ist das sie immer noch zu wenig bekommt klagt, das mir der Richter obwohl kein Mangelfall und Einkommensstufe 4 nicht nur nicht Ehefrau und gemeinsames Kind mit einberechnet sondern fiktiv nicht vorhandene Steuervergünstigungen dazu rechnet plus Splitingvorteil einer günstigeren LSK und mich dann in die Einkommensstufe 5 oder 6 einordnet?

Ja

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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