Kosten reduzieren bei Direktzahlung, Vergleich?

27. November 2023 Thema abonnieren
 Von 
Elmander9
Status:
Frischling
(32 Beiträge, 1x hilfreich)
Kosten reduzieren bei Direktzahlung, Vergleich?

Guten Tag,
meine Schwester hat eine offene Forderung bei einer Inkasso.
Nun habe ich die Forderungsaufstellung erhalten und möchte die Kosten soweit es geht reduzieren, die ich durch eine Einmalzahlung komplett tilge.

Welche Kosten kann ich ablehnen, soll ich direkt einen Vergleich anbieten? Vorallem die Einigungsgebühr von fast 70,- ist schon bei einer Hauptforderung von 280,- heftig und bei einer Direktzahlung könnte ich es anfechten?

Ist es sinnvoll einen Vergleich von 250,- anzubieten und dann zu verhandeln?
Forderung ist von Januar 2020. Bis jetzt wurden 130,- gezahlt und noch offen ist ca. 390,-.

Hauptforderung 228,-
Nebenforderung 5,-
Rückbuchungsforderung 5,-
Verzugszinsen 33,-

Inkassovergütung 0,5x 25,-
Erhöhung Inkassovergütung 0,4x 20,-
Auslagenpauschale 9,-
Einigungsgebühr Ratenzahlung/Einigung 69,-
Anwaltsgebühr Mahnbescheid 49,-
Anwaltsauslagen Mahnbescheid 10,-
Anwaltsgebühr Vollstreckungsbescheid 25,-
Anwaltsauslagen Vollstreckungsbescheid 5,-
Gerichtsgebühr Mahnverfahren 36,-

Bereits gezahlt -130,-
Offen 390,-

Es wurde abgesprochen das meine Schwester von MAi bis August in 4 Raten die Forderung ausgleicht, daher die Einigungsgebühr.


-- Editiert von User am 27. November 2023 11:30

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
vacantum
Status:
Praktikant
(868 Beiträge, 136x hilfreich)

Zitat (von Elmander9):
Es wurde abgesprochen das meine Schwester von MAi bis August in 4 Raten die Forderung ausgleicht, daher die Einigungsgebühr
Also hat die Schwester der Einigungsgebühr zugestimmt.

Zitat (von Elmander9):
Anwaltsgebühr Vollstreckungsbescheid 25,-
Anwaltsauslagen Vollstreckungsbescheid 5,-
Es exisitiert schon ein Titel?

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#2
 Von 
Elmander9
Status:
Frischling
(32 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von vacantum):
Also hat die Schwester der Einigungsgebühr zugestimmt.


Sie hatten sich auf die Ratenzahlung geeinigt, das da noch die 69,- Einigungsgebühr kommen, war nicht abgesprochen.

Ja, es gibt bereits einen Titel.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16352 Beiträge, 9250x hilfreich)

Zitat (von Elmander9):
Welche Kosten kann ich ablehnen,

Alles was vom Titel abgedeckt ist, ist fix - da kann man nichts mehr ablehnen.
Spielraum ist nur bei Kosten, die nach der Titulierung angefallen sind.

Zitat:
Vorallem die Einigungsgebühr von fast 70,- ist schon bei einer Hauptforderung von 280,- heftig und bei einer Direktzahlung könnte ich es anfechten?

Auf die Einigungsgebühr muss vor dem Abschluss der Ratenzahlungsvereinbarung hingewiesen werden.
Normalerweise vergessen Inkassobüros dieses Hinweis aber nicht, weil sie ja an der Einigungsgebühr verdienen wollen. Da müsste man die Unterlagen nochmal genau anschauen.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Ex Inkassomitarbeiter
Status:
Student
(2382 Beiträge, 711x hilfreich)

Zitat (von Elmander9):
Ist es sinnvoll einen Vergleich von 250,- anzubieten und dann zu verhandeln?

Wenn man einen guten Grund hat warum der Gläubiger auf einen Teil der Forderung verzichten sollte, kann man das tun. Ein Grund ist nicht "ich will aber, weil ich jetzt einen Einmalbetrag zahlen möchte". Die Schuldnerin ist zur Zahlung der Gesamtforderung verpflichtet. Eine Ratenzahlung ist nur ein Entgegenkommen des Gläubigers.

Die Kosten sehen soweit iO aus. Vermutlich hat die Schuldnerin eine Vereinbarung getroffen, 1x gezahlt und meinte dann dies nicht mehr zu tun? Dann wäre die Einigungsgebühr iO, auch der Höhe nach.

Zitat (von Elmander9):
Einigungsgebühr von fast 70,- ist schon bei einer Hauptforderung von 280,- heftig

Beschwerde kann an den Gesetzgeber gerichtet werden.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
eh1960
Status:
Senior-Partner
(6221 Beiträge, 1491x hilfreich)

Zitat (von Elmander9):
Kosten reduzieren bei Direktzahlung, Vergleich?

Immer wenn man dem Gläubiger klar machen kann, daß der "Spatz in der Hand" besser für ihn ist als die "Taube auf dem Dach", kann man einen Forderungsverzicht aushandeln.

Ausstehende Forderungen einzutreiben kann mühsam, aufwendig, kostenträchtig und nicht selten ein Zuschussgeschäft sein. Das ist ein Hebel, bei dem man ansetzen kann.

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118725 Beiträge, 39622x hilfreich)

Zitat (von Elmander9):
Welche Kosten kann ich ablehnen, soll ich direkt einen Vergleich anbieten? Vorallem die Einigungsgebühr von fast 70,- ist schon bei einer Hauptforderung von 280,- heftig und bei einer Direktzahlung könnte ich es anfechten?

Können kann man vieles, in Abhängigkeit der persönlichen Talente, der Motivation und des finanziellen Spielraumes.
Rechtlich ist das "können" aber regelmäßig wesentlich unrelevanter als das "dürfen". Und da ist dann auch schon das Problem, denn mangels Befugnis kann das Inkasso Deine Mitteilungen komplett ignorieren.

Und bezüglich der Anfechtung da gibt es
- § 119 BGB Anfechtbarkeit wegen Irrtums
- § 120 BGB Anfechtbarkeit wegen falscher Übermittlung
- § 123 BGB Anfechtbarkeit wegen Täuschung oder Drohung
Welchen dieser Gründe meint man mit welcher Argumentation vortragen zu können?



Zitat (von Elmander9):
Ist es sinnvoll einen Vergleich von 250,- anzubieten und dann zu verhandeln?

Ein Titel hält mindestens 30 Jahre, viel Zeit eine Forderung einzutreiben.
Wie will man die Uneinbringlichkeit verargumentieren?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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