Jedermann-Prinzip bei Verfolgungsjagt

27. März 2024 Thema abonnieren
 Von 
Sabrina1965
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 0x hilfreich)
Jedermann-Prinzip bei Verfolgungsjagt

Was passiert, wenn man mit überhöhter Geschwindigkeit einen Bankräuber mit dem Auto verfolgt und er aufgrund der Verfolgungsjagt zu schnell fährt und in einen LKW kracht und stirbt? Ist man dann wegen Totschlags dran oder Mord? Oder anderen Straftaten? Illegales Autorennen?

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13 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38503 Beiträge, 14017x hilfreich)

Was passiert? Jedenfalls wird ein Ermittlungsverfahren gegen den Möchtegern-Sheriff eingeleitet. Und das wird nicht nur mit einem erhobenen Zeigefinger und einem bösen Blick enden. Es ist nicht sein Job, hat mit dem Jedermannsrecht der vorläufigen Festnahme wirklich gar nichts zu tun. Selbst Polizisten, die auf bestimmte Verfolgungsszenarios geschult sind, liefern so etwas nicht. Da ist alles drin, kommt auf den Einzelfall an, jedenfalls wird das für den Täter kein Spass werden. Das kann ich auch ohne hellseherische Fähigkeiten voraussagen. Zumindest den gefährlichen Eingriff in den Strassenverkehr hat man noch als Straftatbestand vergessen, dazu dann noch Nötigung, Körperverletzung, je nachdem, wie dieses private Vergnügen ausgestaltet wurde, wer noch alles einbezogen/gefährdet war.

wirdwerden

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(120420 Beiträge, 39889x hilfreich)

Zitat (von Sabrina1965):
Was passiert, wenn man mit überhöhter Geschwindigkeit einen Bankräuber mit dem Auto verfolgt und er aufgrund der Verfolgungsjagt zu schnell fährt und in einen LKW kracht und stirbt?

Dann hat man ein Ermittlungsverfahren am Hals an dessen Ende dann höchstvermutlich eine Anklage steht.

Denn gegenüber Selbstjustiz und Leuten die Alarm für Cobra 11 Feeling auf öffentlichen Straßen haben wollen, ist die Justiz nicht so sonderlich tolerant eingestellt.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#3
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1511 Beiträge, 316x hilfreich)

Den geschätzten Vorrednern stimme ich vollumfänglich zu. Meine erste Frage wäre allerdings..

Zitat (von Sabrina1965):
wenn man mit überhöhter Geschwindigkeit einen Bankräuber mit dem Auto verfolgt
..woher weiß man überhaupt, dass man einen Bankräuber verfolgt?

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

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#4
 Von 
CarstenF
Status:
Praktikant
(923 Beiträge, 160x hilfreich)

Den Bankräubern bzw. in der heutigen Zeit eher den "Automatensprengern" wird man mit einem normal motorisierten Auto gar nicht hinterherkommen. Allein daran wird es also schon scheitern.

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(120420 Beiträge, 39889x hilfreich)

Zitat (von DeusExMachina):
..woher weiß man überhaupt, dass man einen Bankräuber verfolgt?

A) Es war der Kollege der ihn sitzen ließ als er dir Taschen mit der Beute hatte
B) man sieht die Parkbank noch durchs Heckfenster


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#6
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47663 Beiträge, 16843x hilfreich)

Zitat (von Sabrina1965):
Ist man dann wegen Totschlags dran oder Mord?

Nein, das könnte nur dann passieren, wenn man selbst dabei einen Unfall verursacht, bei dem jemand verstirbt.

Zitat (von wirdwerden):
Zumindest den gefährlichen Eingriff in den Strassenverkehr hat man noch als Straftatbestand vergessen,

Der ergibt sich woraus genau bei der Darstellung des Sachverhaltes?

Zitat (von wirdwerden):
dazu dann noch Nötigung,

Wen hat der Verfolger genötigt?

Zitat (von wirdwerden):
Körperverletzung,

Wer ist denn durch den Verfolger verletzt worden?

Wenn gegen den Verfolger ermittelt wird, dann wegen:
- Straßenverkehrsgefährdung (§ 315c StGB)
- Verbotenem Kraftfahrzeugrennen (§ 315d StGB)

Ob man dann wegen so etwas verurteilt wird, hängt vom genauen eigenen Fahrverhalten ab.

Jedenfalls kann ich nicht erkennen, dass man sich auf Notwehr, rechtfertigenden Notstand oder entschuldigenden Notstand berufen könnte. Schließlich ist der Banküberfall bereits abgeschlossen und man wird während der Verfolgung weder selbst angegriffen noch wird ein Dritter angegriffen.

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#7
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38503 Beiträge, 14017x hilfreich)

Bei so einer wüsten Verfolgungsjagd gibt es in der Regel doch noch mehr Opfer. Und auch ein riesen Schreck eines Passanten kann eine Körperverletzung darstellen.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47663 Beiträge, 16843x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Bei so einer wüsten Verfolgungsjagd gibt es in der Regel doch noch mehr Opfer.

Das ist jetzt Sachverhaltsquetsche.

Zitat (von wirdwerden):
Und auch ein riesen Schreck eines Passanten kann eine Körperverletzung darstellen.

Das wäre mir neu.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(120420 Beiträge, 39889x hilfreich)

Zitat (von hh):
Das wäre mir neu.

So etwas nennt man "Schock" und kann mit viel Pech auch mal tödlich enden.



Zitat (von hh):
Das ist jetzt Sachverhaltsquetsche.

Welcher Sachverhalt?
Das EP ist dürrer als manches Pariser Model und die Fragestellung so universell wie in Schweizer Taschenmesser ... da gibt es eine Menge Raum für "Füllmasse" ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

1x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1511 Beiträge, 316x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
A) Es war der Kollege der ihn sitzen ließ als er dir Taschen mit der Beute hatte
B) man sieht die Parkbank noch durchs Heckfenster
Danke @Harry van Sell :grins:

Zitat (von hh):
Das ist jetzt Sachverhaltsquetsche.
Sofern wir die Eingangsschilderungen der TEin als erschöpfend verstehen, mag das so sein. Der Punkt ging aber in die passende Richtung, denn eine Gefährdung der Allgemeinheit rechtfertigt der 127 Abs. 1 S. 1 StPO natürlich nicht, sondern vornehmlich die ausnahmsweise Ausübung unmittelbaren Zwanges innerhalb sehr eng gesteckter, einer besonderen Verhältnismäßigkeit unterliegenden Grenzen.

Unter diesem Gesichtspunkt würde ich einmal prüfen, ob nicht ein 315d Abs. 5, letzter Halbs. StGB in Frage käme.

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47663 Beiträge, 16843x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Welcher Sachverhalt?
Das EP ist dürrer als manches Pariser Model und die Fragestellung so universell wie in Schweizer Taschenmesser ... da gibt es eine Menge Raum für "Füllmasse" ...

Die Fragestellung zielte darauf ab, ob man durch die Verfolgung zum Mittäter wird, wenn der Bankräuber z.B. eine fahrlässige Tötung begeht.

Nein, das wird man nicht. Man ist bei der Verfolgung nur für das eigene Verhalten verantwortlich und kann sich dabei auf keine Vorschrift berufen, die zur Straffreiheit führen könnte.

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1511 Beiträge, 316x hilfreich)

Zitat (von hh):
Die Fragestellung zielte darauf ab, ob man durch die Verfolgung zum Mittäter wird
Pardon, das habe ich absolut nicht herausgelesen.

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(120420 Beiträge, 39889x hilfreich)

Zitat (von hh):
Die Fragestellung zielte darauf ab, ob man durch die Verfolgung zum Mittäter wird, wenn der Bankräuber z.B. eine fahrlässige Tötung begeht.

Das las ich doch wesentlich universeller ...


Signatur:

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