Sorgerecht Affäre

3. Juli 2024 Thema abonnieren
 Von 
Clavo1974
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Sorgerecht Affäre

Hallo zusammen,

meine Frau hatte vor ein paar Jahren eine Affäre, aus der ein Kind entstanden ist. Wir sind weiterhin verheiratet, ich habe das Kind als mein Kind angenommen, es ist rechtlich mein Kind, wir leben zusammen mit unseren weiteren drei Kindern. Das Kind ist jetzt knapp 3 Jahre alt und der biologische Vater, fängt an uns anzudrohen, für das Kind das Sorgerecht einzuklagen. Er lebt in Spanien, ist ursprünglich aus Südamerika. Lebte jahrelang als illegaler Einwanderer, möglicherweise hat er inzwischen gültige Aufenthaltspapiere. Wir sind insbesondere besorgt, dass er das Kind, sollte er Zugriff darauf haben, nach Südamerika bringen könnte. Er wird hauptsächlich 'strategisches' Interesse an dem Kind haben. Könnt ihr mir sagen wie ihr die rechtliche Situation einschätzt, müssen wir uns berechtigte Sorgen machen ?
Vielen Dank im Voraus für eure Einschätzung !

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(39038 Beiträge, 14093x hilfreich)

Voraussetzung für die Geltendmachung irgendwelcher Rechte ist eine juristische Basis. Diese ist im Familienrecht die elterliche Sorge (auf der Basis, auf der Du hier fragst). Wenn ein Kind in einer Ehe zur Welt kommt, dann greift die widerlegbare Vermutung, dass die Eheleute auch die biologischen Eltern sind. Diese Vermutung kann binnen zwei Jahren angefochten werden, nach Kenntnis dessen, das es auch anders sein kann. Von den möglichen Vätern und der Mutter, vom Kind auch später, aber darum geht es hier ja nicht.

Hieraus folgt: im Augenblick bist Du der juristische Vater. Wenn der biologische Vater das abändern will, muss er vor Gericht die Vaterschaft feststellen lassen. Wenn die Zweijahresfrist noch nicht abgelaufen ist, ab Kenntnis von der Existenz des Kindes. Ehe das jedoch nicht durchgezogen ist, hat er keinerlei Rechte.

Und selbst wenn, heisst das ja nicht, dass er das Kind beliebig wohin auch immer mitnehmen kann. Das hieße dann erst einmal Unterhaltszahlungen für das Kind, vorsichtiger Kontaktaufbau, den verlässlich halten.

Im Augenblick sehe ich da kein Grund zur Panik.

wirdwerden

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Clavo1974
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Wirdwerden,

Vielen Dank für deine Antwort !!

Die 2 Jahre nach Bekanntwerden sind auf jeden Fall abgelaufen, meine Frau und der biologische Vater haben wenige Wochen nach der Geburt das Kind in Spanien taufen lassen. Sie geben vor, mal abgesehen vom Ehebruch, gute Katholiken zu sein.
Aber kann er nicht jetzt noch, nach knapp drei Jahren was anfechten ? Er könnte so meine Frau unter Druck setzen um z.B. Geld zu verlangen oder um sich zu 'rächen', weil meine Frau die Famile nicht wegen ihm verlassen will. Ist jemand der nicht auf traditionelle Weise sein Geld verdient.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122789 Beiträge, 40173x hilfreich)

Zitat (von Clavo1974 ):
st jemand der nicht auf traditionelle Weise sein Geld verdient.

Und der auch bereit ist in anderen Fällen nicht traditionelle Methoden anzuwenden?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Clavo1974
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Kann man nie ausschließen, ist aber eher im Bereich Betrug/Diebstahl unterwegs

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(39038 Beiträge, 14093x hilfreich)

Ist doch eigentlich einerlei, wie er sein Geld verdient. Solange er nicht der juristische Vater ist, hat er null Rechte.

wirdwerden

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#6
 Von 
smogman
Status:
Student
(2906 Beiträge, 950x hilfreich)

Zitat (von Clavo1974 ):
Aber kann er nicht jetzt noch, nach knapp drei Jahren was anfechten ?
Doch kann er. Es gibt dazu eine Möglichkeit, solange ihr verheiratet seid. Auch das Kind kann ab 18 selbst anfechten.

Zitat (von Clavo1974 ):
Er könnte so meine Frau unter Druck setzen um z.B. Geld zu verlangen
Wenn jemand Geld verlangen könnte, dann das Kind (laufender Unterhalt) oder du (Scheinvaterregress) von ihm. Er müsste nur zahlen.

Wie bereits geschrieben, steht dem aktuell deine unangefochtene eheliche Vaterschaft entgegen. Von einem gemeinsamen Sorgerecht, übertragen durch einen Familienrichter, ist der beschriebene Mann aktuell noch Lichtjahre entfernt.

Dennoch kann er natürlich für Unruhe sorgen und die in Deutschland vorhandenen Rechtswege bestreiten.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Clavo1974
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo Smogman,

Vielen Dank für die Hilfe bzw. deine Einschätzung. Du schreibst er könne doch auch nach drei Jahren etwas machen bzw. die deutschen Rechtswege beschreiten. Genau das beschäftigt mich ja gedanklich, was meinst Du damit? Kannst Du das konkretisieren ?
Vielen Dank !

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
smogman
Status:
Student
(2906 Beiträge, 950x hilfreich)

Zitat (von Clavo1974 ):
Kannst Du das konkretisieren ?
Er kann deine Vaterschaft gerichtlich anfechten. Nach Ablauf der Anfechtungsfrist ist das schwieriger, aber nicht unmöglich. Er wird dazu aber einen Rechtsanwalt benötigen, der sich damit gut auskennt und die notwendigen Verfahrenstricks kennt.

Die Wahrscheinlichkeit, dass das passiert, ist schon gering. Von daher würde ich mir wirklich null Gedanken darum machen. Und wenn man doch mal einen Brief vom Gericht im Briefkasten hat, kann man sich dann immer noch konkret beraten lassen. Verhindern kann man es jedenfalls nicht.

Sollte er die unwahrscheinliche Vaterschaftsanfechtung wider Erwarten erfolgreich bestreiten, könnte er seine eigene Vaterschaft gerichtlich feststellen lassen.

Und wenn er auch diesen zweiten Schritt durchgeführt hat, könnte er das gemeinsame Sorgerecht gerichtlich beantragen.

Aber das ist alles nur sinnlose Spekulation heute. Und große Klappen machen um Gerichte meistens eher einen großen Bogen. Von daher könnt ihr heute mit den Schultern zucken und euer Leben genießen. Den Mann könnt ihr komplett ignorieren und jegliche moderne Kontaktmöglichkeit blockieren, wenn er euch belästigt. Heutzutage sind Viele doch schon zu faul einen Brief zu schreiben und verfolgen ihre Rechte dann nicht mehr. Ich verstehe daher gar nicht, wie euch ein Krimineller aus dem Ausland erreichen kann. Oder schreibt ausgerechnet der kriminelle Mann im Ausland ausreichend frankierte Briefe mit rechtlich vernünftigem Inhalt? Doch wohl kaum...

1x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122789 Beiträge, 40173x hilfreich)

Zitat (von smogman):
Oder schreibt ausgerechnet der kriminelle Mann im Ausland ausreichend frankierte Briefe mit rechtlich vernünftigem Inhalt?

Und vor allem mit Zustellnachweis.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(39038 Beiträge, 14093x hilfreich)

Selbst wenn er mit Sorgerecht durchkäme, würde das nichts an der Situation ändern. Denn dem Kindeswohl entspricht es ja wohl kaum, aus seinem Kulturkreis und einer funktionierenden Familie heraus gerissen zu werden. Man sollte sich bei der Einschätzung dieses Falles nicht auf Extrema konzentrieren, sondern auf den Regelfall.

Das Motiv für diese Väter ist doch klar: über ein Kind in Deutschland wird man einfacher dauerhaft nach Deutschland kommen können. Das kennen auch die Behörden, glaub es mir mal.

Also, er soll aus Spanien heraus auf was auch immer klagen. Das erst einmal durchziehen. Und dann sieht man weiter. Und - natürlich gibt es auch Methoden, jemanden aus dem Ausland heraus unter Druck zu setzen. Das kann man nicht verhindern. Abgesehen davon, wer sagt denn, dass er sich wirklich noch im Ausland aufhält?

Also, so weit wie möglich ignorieren und abwarten, ob er es wirklich wagt, unter Einschaltung eines deutschen Gerichts nicht nur die Vaterschaft durchzusetzen, sondern auch noch den Umgang.

wirdwerden

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