Herabstufung Tarifgruppe nach Versetzung

8. Juli 2024 Thema abonnieren
 Von 
Steve08
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Herabstufung Tarifgruppe nach Versetzung

Hallo zusammen,
Ich bräuchte eure Einschätzung in folgender Sache.
Eine Person A war als Kundenberaterin in der Tarifgruppe 7 (fiktiv) eingestuft. Sie bekam ein Kind und war für 2 Jahre im Mutterschaftsurlaub. Nach dem Mutterschaft hat sie sie ihre Tätigkeit in Teilzeit wieder aufgenommen. Der Arbeitsvertrag wurde auf die Stunden der Teilzeit angepasst und die Tarifgruppe blieb erhalten. Nach 6 Monaten, bat die Person A um einen Wechsel des Arbeitsorts, da es mit einer Kollegin Schwierigkeiten gab, die sich nicht lösen liesen. Der Arbeitgeber hat die Versetzung in eine andere Filiale zur Beratung möglich gemacht. Der Arbeitsvertrag wurde nicht angepasst. In der anderen Filiale kann Person A aber aktuell die Tätigkeit Kundenberaterin nicht ausüben, da keine freie Stelle/Büro verfügbar ist. Sie ist seitdem als Servicekraft eingesetzt. Prinzipiell war dies für Person A in Ordnung, auch wenn sie lieber Kundenberaterin geblieben wäre. Nach weiteren 3 Monaten in der neuen Filiale als Servicekraft, möchte der Chef der Filiale nun das Gehalt der Person A auf Tarifgruppe 4 herabstufen, da die ausgeübte Tätigkeit und auch die Einstufung der Servicekraftkollegen normalerweise diese Gruppe entsprechen.
Die Frage ist nun, ob der Arbeitgeber dies einfach beschließen kann, da ja ein gültiger Arbeitsvertrag mit Tarifgruppe 7 besteht. Weiterhin ist im Arbeitsvertrag keine Stellenbeschreibung erwähnt (Anstellungsvertrag für Mitarbeiter von Kreditgenossenschaften).
Person A hat die Funktion in erster Linie übernommen, um dem schlechten Arebitsverhältnis (geht in Richtung Mobbing) aus der vorherigen Filiale zu entkommen, jedoch war nicht die Intention einen anderen Job auszuüben bzw. weniger Gehalt zu erhalten.
Schriftlich wurde nichts zusätzlich mit dem Wechsel fixiert.

Noch eine weitere Frage:
Im Arbeitsvertrag ist im Abschnitt „Sonstiges" vermerkt, dass die Regelarbeitstage von Montag bis Mittwoch sind. Kann der Chef verlangen/festlegen, dass diese auf Mittwoch bis Freitag geändert werden, auch wenn der Arbeitgeber dies privat nicht umsetzen kann (wegen Kinderbetreuung).
Die ist nämlich eine zusätzliche Forderung neben der Reduzierung der Tarifgruppe.

Vielen Dank vorab.

Viele Grüße

Steve

Arbeitsrechtlicher Notfall?

Arbeitsrechtlicher Notfall?

Ein erfahrener Anwalt im Arbeitsrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt im Arbeitsrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17737 Beiträge, 6581x hilfreich)

A hat der Versetzung zugestimmt und auch der Beschäftigung als Servicekraft - die Herabstufung bei der Eingruppierung ist nun die Folge. Hier ist durch stillschweigende Zustimmung ein neuer AV zustande gekommen - da interessiert nicht mehr, was anno dunnemals vertraglich geregelt war.

Bedrohlicher scheint mir die Forderung, dass A nun just an für Wochentage zur Arbeit verpflichtet werden soll, an denen sie partout nicht kann, weil/wenn die Kinderbetreuung nicht entsprechend zu organisieren ist. Das könnte dafür sprechen, dass man A loshaben will.
Zwar hat A ihre aktuellen AZ vertraglich verankert; das bedeutet zunächst, dass der AG das nicht einseitig anders festlegen kann. Wohl aber kann er die Änderung via Änderungskündigung durchzusetzen versuchen; Änderungskündigung bedeutet eine Kündigung und zugleich das Angebot, unter neuen Vertragsbedingungen weiter zu machen. Ablehnung macht die Änderungs- zu einer Beendigungskündigung - die wiederum wie jede andere Kündigung gerichtlich überprüft werden kann. Der AG braucht also gute Sachgründe.

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122489 Beiträge, 40144x hilfreich)

Zitat (von Steve08):
Die Frage ist nun, ob der Arbeitgeber dies einfach beschließen kann

Kann er.
Die spannendere Frage ist die nach der Durchsetzbarkeit.



Zitat (von Steve08):
da ja ein gültiger Arbeitsvertrag mit Tarifgruppe 7 besteht.

Ein Arbeitsvertrag ist nicht in Stein gemeißelt wie die 10 Gebote.

Sieht man ja daran, das er bereits auf Wunsch des Arbeitnehmers geändert wurde.

Das der Arbeitgeber nun - nach der Leistungsanpassung durch den Arbeitnehmer - eine korrespondierende Anpassung seiner Leistung anstrebt dürfte gerechtfertigt sein.
Alternativ
A) kommt der Arbeitnehmer wieder an seien alten Arbeitsplatz, so das die beidseitigen Leistungen wieder übereinstimmen
B) erfolgt die Kündigung, da es keine Beschäftigungsmöglichkeit für den Arbeitnehmer mehr gibt



Zitat (von Steve08):
Kann der Chef verlangen/festlegen, dass diese auf Mittwoch bis Freitag geändert werden, auch wenn der Arbeitgeber dies privat nicht umsetzen kann (wegen Kinderbetreuung).

In aller Regel muss der Arbeitnehmer sich nach dem Arbeitgeber richten und nicht der Arbeitgeber sein Unternehmen nach den jeweiligen Wünschen eines jeden Arbeitnehmers umorganisieren.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 272.910 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
110.182 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. zzgl. 5€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen