Coronavirus: Homeoffice, Kurzarbeit oder Kündigung

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Arbeitnehmer aufgepasst - Kurzarbeit oder Kündigung wegen Corona

Durch das Coronavirus ist die Arbeitswelt in einen Ausnahmezustand geraten. Durch verordnete Quarantäne oder geltende Ausgangsbeschränkungen wird das Home-Office zum Standard.

Doch welche Pflichten gelten für Arbeitnehmer, welche Befugnisse haben die Arbeitgeber?

Stichworte der Woche sind hier Home-Office, Kurzarbeit und Kündigung.

Helge Müller-Roden
seit 2020 bei
123recht.de
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Rossmarkt 194
86899 Landsberg
Tel: 08191/3020
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E-Mail:
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Die Einführung einer Home-Office Arbeit kann nicht einseitig angeordnet sondern muss vereinbart werden. Arbeitgeber müssen dafür Arbeitsmittel (PC / Laptop usw.) stellen und die Möglichkeiten schaffen (ONLINE-Zugang), ggf. auch finanzieren.

Die Regelungen zum Kurzarbeitergeld sind der CORONA-Krise zwar angepasst worden. Die Voraussetzungen für die Anerkennung von Kurzarbeit sind jetzt, dass

  • ein unvermeidbar und erheblicher aber vorübergehender Arbeitsausfall vorliegt
  • und die davon betroffene Mitarbeiteranzahl mindestens 10 % beträgt und
  • mindestens 1 Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt ist und
  • eine Kurzarbeit-Anzeige bei der Agentur für Arbeit erfolgt ist.

Trotzdem muss der Arbeitgeber, soweit nicht bereits vorhanden, eine Vereinbarung treffen!

Minijobber oder Auszubildende haben keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld

Kurzarbeitergeld erhalten sozialversicherungspflichtig Beschäftigte zur Vermeidung einer Kündigung des Arbeitsverhältnisses, auch befristet Angestellte. Minijobber oder Auszubildende haben aber keinen Anspruch.

Das Kurzarbeitergeld beträgt 60% der Nettoentgeltdifferenz des Monats, in dem die Arbeit ausgefallen (bei allgemeinem Leistungssatz) und 67%, wenn im Bezugszeitraum ein Kinderfreibetrag (mind. 0,5) auf der Lohnsteuerkarte vermerkt ist (erhöhter Leistungssatz).

Aber auch sofortige Kündigungen könnten berechtigt sein, bei der vertragliche Kündigungsfristen und der Kündigungsschutz zu berücksichtigen wären. Soll der Betrieb zur Aufrechterhaltung verkleinert werden, muss bei einer betriebsbedingten Kündigung eine Sozialauswahl erfolgen, wenn ein Betriebsrat besteht. Eine verhaltensbedingte Kündigung könnte bei einer mit Angst vor Ansteckung begründeten Selbstbeurlaubung oder umgekehrt, wenn Arbeitnehmer trotz erkannter Infektion zur Arbeit kommen. In Extremfällen droht eine fristlose Kündigung. Sollte ein Aufhebungsvertrag angeboten werden, ist eine vorherige Prüfung durch Rechtsanwälte einer eiligen Unterschrift vorzuziehen. Eine personenbedingte Kündigung wegen bestätigter Infektion mit dem Coronavirus schließe ich derzeit aus.

Da die Arbeitsagenturen für Arbeit seit dem 18.03.2020 „geschlossen“ sind, bleiben versäumte persönliche Termine auch ohne Absage folgenlos. Aber die Arbeitslosmeldung muss trotzdem abgegeben werden, per Brief oder Online.

Rechtsanwalt
Helge Müller-Roden
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Landsberg am Lech
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