Das Homeoffice - Arbeitsplatz der Zukunft?

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Ist jedes Arbeitsverhältnis und jede Form der Arbeit für Heimarbeit geeignet?

 

Hat die Heimarbeit im Homeoffice noch Zukunft?

Welche Personen und welche Tätigkeiten sind tatsächlich für Heimarbeit geeignet?

Elisabeth Aleiter
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Heimarbeit hat keine Zukunft in Deutschland?

Teleheimarbeit oder E-Work bedeutet, dass der Arbeitnehmer ausschließlich oder zeitweise von einem Büroplatz, den er sich zu Hause eingerichtet hat, arbeitet. Einen Anspruch auf Heimarbeit gibt es dabei aber nicht und genauso wenig existiert ein Gesetz zur Regelung der Heimarbeit in Deutschland.

Für und Wider der Heimarbeit?

Die Flexibilität der Arbeitseinteilung und die Möglichkeit, z.B. Kinder besser ohne Fahrtzeiten aufziehen zu können, bietet klare Vorzüge. Arbeitnehmern wird ein besserer Freizeitausgleich ohne störende Übergänge ermöglicht. Stress in Großraumbüros wird so eingespart, ebenfalls damit verbundene Krankheitsrisiken.

Es fehlt dagegen wertvoller menschlicher Kontakt zu Kollegen, Vorgesetzten und Kunden. Für bestimmte Arbeitnehmer entfällt andererseits Ablenkung bzw. Mobbing, was wieder positiv zu werten wäre.

Zu Hause gibt es dafür mehr häusliche Ablenkungen, was u.U. zu einer Einbuße der Arbeitsleistung führt. Für manche Arbeitnehmer sind allerdings die Ablenkungen am Arbeitsplatz schwieriger zu meistern.

Welche Arbeitssituation ist geeignet für Homeoffice

Kleinfirmen mit geringen Mitarbeiterzahlen sind meist nicht für Homeoffice geeignet. Nicht jede Tätigkeit kann im Homeoffice ausgeführt werden. Präsenztätigkeiten sind besonders dafür ungeeignet (z.B. Tätigkeiten im Bereich der Fertigung). Manche Berufsgruppen sind also schlicht vom Homeoffice ausgeschlossen.

Der Arbeitnehmer sollte ein abgeschlossenes Büro haben mit Schreibtisch, Stuhl, PC, Laptop, Email-Anschluss und Telefon. Man muss für den Arbeitgeber zu den Kernarbeitszeiten immer erreichbar sein. Wer zu Hause arbeitet, muss zwingend darauf achten, dass unbefugte Dritte nicht die Arbeitsunterlagen einsehen oder gar etwas daran verändern können.

Steuerliche Behandlung des Homeoffice

Können die Kosten des Homeoffice abgesetzt werden, vor allem die Kosten für Einrichtung, Papier, Strom u.a.? Der Bundesfinanzhof hat in seinem Urteil vom 27.7.2015 beschlossen, dass ein häusliches Arbeitszimmer nur unter bestimmten Voraussetzungen von der Steuer absetzbar ist. Es dürfen nur bestimmte Möbel darin zu finden sein. Ein Bett, Couch, Fernseher machen das Zimmer zu einem privaten Raum. Problematisch sind Durchgangszimmer, weil sie noch einem anderen Zweck dienen. Wer ausschließlich zu Hause arbeitet, kann das Zimmer aber auch komplett absetzen.

Welche Versicherung greift im Haftungsfall

Auch wer im Homeoffice arbeitet, ist grundsätzlich unfallversichert. Wer allerdings auf dem Weg vom Arbeitsplatz zur Toilette einen Unfall hat, ist nicht versichert.

Fazit:

Das Homeoffice hat auf den ersten Blick viele Vorteile für den Arbeitnehmer. U.A. geht man davon aus, konzentrierter arbeiten zu können. Doch nicht jeder kommt mit einem Homeoffice wirklich gut zurecht.

Wichtig!

Dieser Beitrag ersetzt keine eingehende Prüfung und rechtliche Beratung im Einzelfall. Eine Haftung hierfür kann daher nicht übernommen werden.

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Rechtsanwältin Elisabeth Aleiter
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