Deutsche Bank, SAP & Co. – immer mehr Arbeitgeber streichen das Homeoffice

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Homeoffice war während der Corona-Pandemie für viele Arbeitnehmer eine willkommene Alternative zum täglichen Pendeln und dem Arbeiten im Büro. Viele Unternehmen sahen sich gezwungen, ihre Arbeitsweise anzupassen und die Möglichkeit des Homeoffice anzubieten, um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu schützen und den Betrieb aufrechtzuerhalten. Doch nun streichen immer mehr Arbeitgeber die während der Pandemie etablierten Homeoffice-Regelungen und möchten, dass die Arbeitnehmer wieder ins Büro kommen.

Gründe dafür können vielfältig sein. Einige Unternehmen sehen im Büro die Möglichkeit, die Produktivität und den Teamgeist zu stärken. Durch persönliche Interaktionen und spontane Meetings im Büro können Ideen besser ausgetauscht und Projekte effizienter umgesetzt werden. Zudem können Manager im Büro besser die Arbeitsleistung ihrer Mitarbeiter kontrollieren und sie bei Bedarf unterstützen. Einige Arbeitgeber sind auch besorgt, dass die Kreativität und Innovation leiden könnten, wenn alle Mitarbeiter isoliert von zu Hause aus arbeiten.

Jens Usebach
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Doch was können Arbeitnehmer tun, wenn ihr Unternehmen die Homeoffice-Regelungen streicht und sie zurück ins Büro schicken möchte? Hier sind einige Tipps, um mit dieser Situation umzugehen:

  • Kommunikation ist der Schlüssel: Sprechen Sie offen mit Ihrem Vorgesetzten über Ihre Bedenken und Wünsche. Erklären Sie, warum Homeoffice für Sie wichtig ist und wie es sich positiv auf Ihre Arbeit auswirkt. Vielleicht können Sie eine Lösung finden, die für beide Seiten akzeptabel ist, wie zum Beispiel eine Mischung aus Homeoffice und Büroarbeit.
  • Nutzen Sie alternative Arbeitsmodelle: Wenn Ihr Arbeitgeber nicht bereit ist, Homeoffice anzubieten, fragen Sie nach anderen flexiblen Arbeitsmodellen wie Gleitzeit oder Teilzeit. Diese können es Ihnen ermöglichen, trotzdem Ihre Arbeit effektiv zu erledigen und gleichzeitig Ihren Bedürfnissen nach Flexibilität gerecht zu werden.
  • Bieten Sie alternative Argumente: Zeigen Sie Ihrem Arbeitgeber, dass Homeoffice nicht nur für Sie, sondern auch für das Unternehmen von Vorteil ist. Machen Sie deutlich, wie Homeoffice Ihre Produktivität steigert, Ihre Work-Life-Balance verbessert und Ihre Zufriedenheit am Arbeitsplatz erhöht. Studien haben gezeigt, dass zufriedene Mitarbeiter auch bessere Leistungen erbringen.
  • Alternativen suchen: Wenn Ihr Arbeitgeber trotz aller Argumente nicht bereit ist, Homeoffice anzubieten, sollten Sie sich nach Alternativen umsehen. Vielleicht gibt es Unternehmen in Ihrer Branche, die flexiblere Arbeitsmodelle anbieten und bei denen Sie sich wohler fühlen.
  • Akzeptanz: Letztendlich sollten Arbeitnehmer auch akzeptieren, dass es die Entscheidung des Arbeitgebers ist, ob Homeoffice angeboten wird oder nicht. In manchen Fällen kann es gut sein, auch mal wieder ins Büro zu gehen und die persönliche Interaktion mit Kollegen zu genießen.

Deutsche Bank

Die Deutsche Bank hat neue Regeln für das Arbeiten im Homeoffice eingeführt, um die Anwesenheit der Mitarbeiter im Büro zu erhöhen. Obwohl der CEO Christian Sewing restriktivere Regeln forderte, haben die Beschäftigten in Deutschland vorläufig einen Schutz für ihre bisherige Arbeitsweise. Die neuen Richtlinien traten im Juli in Kraft, aber die Mitarbeiter haben noch Zeit, sich anzupassen. Die Übergangsfrist ist jedoch begrenzt.

Bisher war es möglich, an drei Tagen pro Woche von zu Hause aus zu arbeiten oder freitags und montags im Homeoffice zu sein. Diese Arbeitsmodelle können vorläufig fortgeführt werden, obwohl Sewing diese eigentlich abschaffen wollte. Die Diskussion zwischen dem Management und den Betriebsräten dauert seit Monaten an. In Zukunft sollen maximal zwei Tage außerhalb des Büros gearbeitet werden können, davon nur einer für Führungskräfte. Die Kombination von Freitag und Montag im Homeoffice soll nicht mehr möglich sein.

Sewing strebt auch eine gleichmäßigere Auslastung der Büros an, daher wird die Abschaffung der Montag/Freitag-Regel diskutiert. Viele Mitarbeiter waren nicht glücklich über die geplanten Änderungen, wie die vielen kritischen Kommentare im Intranet zeigten. Die Diskussion um Homeoffice-Regeln führen derzeit viele Unternehmen, die nach dem Ende der Pandemie eine höhere Präsenz ihrer Mitarbeiter wünschen. Andere Banken haben jedoch liberalere Regelungen als die Deutsche Bank.

SAP

Das Thema Homeoffice-Regelungen bei SAP wurde vorerst gelöst. Der Betriebsrat hatte eine eilige gerichtliche Entscheidung beantragt, um die Diskussion zu klären. Es wurde entschieden, dass Mitarbeitende weiterhin zwei Tage pro Woche mobil arbeiten können, wenn sie dies mit ihren Führungskräften abstimmen. Zusätzliche Regelungen können individuell vereinbart werden.

Um eine langfristige Lösung zu finden, wird eine Schlichtungsstelle eingerichtet, die von einem neutralen Juristen und Vertretern des Unternehmens und des Betriebsrats geleitet wird. Es könnte jedoch einige Monate dauern, bis eine endgültige Entscheidung getroffen wird, so der Betriebsratsvorsitzende Eberhard Schick.

In der Vergangenheit konnten die Mitarbeitenden von SAP in vielen Bereichen flexibel arbeiten, solange dies mit ihren Vorgesetzten abgestimmt war. Während der Corona-Pandemie wurden die Regeln für das mobile Arbeiten sogar noch weiter gelockert.

Die Konzernleitung hatte beschlossen, dass Mitarbeitende ab dem 1. Juni mindestens drei Tage pro Woche im Büro oder bei Kunden arbeiten sollten. Der Betriebsrat war jedoch der Meinung, dass zusätzliche Tage im Homeoffice möglich sein sollten, solange die Führungskraft zustimmt.

Fachanwalt für Arbeitsrecht Dipl.-Jur. Jens Usebach LL.M. mit dem Tätigkeitsschwerpunkt Kündigungsschutz & Arbeitsrecht von der Schwerpunktkanzlei JURA.CC informiert Sie gern zur Kündigung, Kündigungsschutzklage und Fragen zur Abfindung!

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