Tätowierer haftet wegen vertragswidriger Dauerhaftigkeit eines "Bio-Tatoos"

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Tätowierungen sind weiterhin in Mode. Doch viele wünschen sich ein Tattoo, das nicht dauerhaft ist. Deshalb gibt es seit Mitte der 1990er Jahre sog. Bio-Tattoos. Das OLG Karlsruhe hatte sich mit Urteil vom 22.10.2008 (Az.7 U 125/08) nunmehr mit diesen Tätowierungen auseinandersetzen.

Das Grundprinzip ist dasselbe wie das einer gewöhnlichen Tätowierung, nur mit dem Unterschied, dass Biotattoos mit Nadeln und Farben gestochen werden, die für Permanent Make-up gedacht sind. Es wurde und wird noch immer damit geworben, dass die Farbe nur in Hautschichten eingebracht würde, welche sich ständig natürlich erneuern. Dadurch würde ein solches Tattoo nur wenige Monate oder Jahre sichtbar sein. Leider wird jedoch oftmals nicht nur die oberste Hautschicht getroffen, mit der Folge, dass ein Bio-Tattoo doch dauerhaft zu sehen ist. Dies hat ein Kunde eines Tätowierers feststellen müssen. Er verklagte den Tätowierer auf Schmerzensgeld. Zu Recht, wie das Oberlandesgericht Karlsruhe festgestellt hat.

Lässt sich nämlich der Geschädigte ein sog. Bio-Tattoo stechen, das sich spätestens nach drei bis sieben Jahren "in Nichts auflösen soll", so steht ihm ein Schadens- und Schmerzensgeldanspruch wegen rechtswidriger Körperverletzung zu, wenn das Tattoo dauerhaft verbleibt.

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