Familienasyl trotz unterschiedlicher Staatsangehörigkeiten

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Zaza Koschuaschwili
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Ist es möglich, Familienasyl nach § 26 Abs. 1 Satz 5 AsylG geltend zu machen, obwohl die Staatsangehörigkeiten der Familienangehörigen unterschiedlich sind? In dem Fall vor dem Verwaltungsgericht Münster besaßen die asylberechtigte Ehefrau und die beiden gemeinsamen Kinder die syrische Staatsangehörigkeit, während der Ehemann bzw. der Vater die jordanische besaß. Sie haben in Syrien geheiratet und dort 13 Jahre zusammengelebt. Nach einer gescheiterten Familienzusammenführung in Jordanien, wo der Ehemann sich dann zeitweise alleine aufgehalten hatte, wurden die Ehefrau und ihre Kinder als Asylberechtigte in Deutschland anerkannt. Entgegen der Auffassung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge entschied das Verwaltungsgericht Münster (U.v. 28.09.2020, 8 K 1539/20) , dass die gleiche Staatsangehörigkeit oder eine Verfolgungsgemeinschaft für das Familienasyl nicht erforderlich sei. Die Ehe sei in Syrien wirksam geschlossen, auch habe die familiäre Lebensgemeinschaft dort jahrelang vor seinem Aufenthalt in Jordanien bestanden. Die vom BAMF  geforderten Voraussetzungen stünden zudem nicht im Gesetz.

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