Häufige Fragen der Erben bei einer erbrechtlichen Erstberatung

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Viele Fragen des Erben insbesondere digitaler Nachlass

Fragen von Erben und die Antworten des Rechtsanwaltes dazu im Rahmen einer Erstberatung:

  • Hurra ich habe geerbt! Stimmt das?

Antwort: Zunächst einmal muss man § 1922 BGB lesen und verstehen. Der oder die Erben rücken in alle Rechtspositionen des Erblassers nach. Sollte der Erblasser nur verschuldet gewesen sein, erben die Erben alle Schulden und müssen diese bezahlen.

Elisabeth Aleiter
seit 2013 bei
123recht.de
Rechtsanwältin
Schubertstraße 6
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Tel: 089/ 29161431
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Wirtschaftsrecht, Strafrecht, Erbrecht, Familienrecht, Arbeitsrecht

Zum Erbe gehören auch Schulden

  • Das ist ja nicht so schlimm, wenn ich einen verschuldeten Nachlass gerbt hat, ich kann ausschlagen und dann hafte ich nicht.

Antwort: Ein Nachlass fällt einem nach dem Gesetz (d.h. ohne Testament oder Erbvertrag) unmittelbar nach Bekanntwerden des Todesfalles bzw. innerhalb von 6 Wochen zu. Wenn ein Testament eröffnet wurde, hat man danach 6 Wochen Zeit, um das Erbe auszuschlagen. Wer untätig bleibt, ob er um die Werthaltigkeit des Nachlasses weiß oder nicht, erbt einfach und damit auch Schulden.

Eine besondere Herausforderung in dem Zusammenhang stellt der so genannte digitale Nachlass dar. Im schlimmsten Fall z.B. das komplett digitale Aktienpaket.

Wer da keine Zugangsdaten hat, erbt etwas, von dessen Existenz er u.U. nichts weiß bzw. wenn das mit Schulden überhäuft ist, wird das einfach mit geerbt.

  • Wir sind mehrere Erben. Ich will mein Recht und eine gerechte Nachlassteilung.

Antwort: Ruhig bleiben. Meist sind die Erben oft sehr zerstritten und alte Wunden werden wieder aufgerissen. Hier empfiehlt es sich über einen Rechtsanwalt erste Nachforschungen beim Nachlassgericht anzustellen, um dann Auskünfte bei den anderen Erben einholen zu können. Erben, die den Erbenbesitz haben, können zur Herausgabe aufgefordert werden. Oftmals ist es hilfreich zu klären, wer der Erben eine Pflege übernommen hat und u.U. mehr als die anderen verdient.

Pflichtteil kann durch Vorsorge erheblich verkürzt werden

  • Der Pflichtteilsberechtigte hat nicht viele Erfolgsaussichten?

Antwort: Oftmals hat der Pflichtteilsberechtigte gute Aussichten, weil sein Anspruch überschaubar und klar abschätzbar ist.

Leider gibt es durchaus Strategien, die dazu führen, dass Nachlässe und damit Pflichtteilsansprüche ausgehungert wurden und dann u.U. nur mehr wenig vom Nachlass übrig geblieben ist.

Wenn z.B. ein Erblasser rechtzeitig Vorsorge trifft und einen der Erben für Pflege aus dem Nachlass bezahlt bzw. mit Vermögensgegenständen versorgt, wird das Erbe und damit auch der Pflichtteil gemindert und das u.U. nicht unerheblich.

Kinder vollkomen enterben ist nicht möglich

  • Erblasser möchten oft manche Kinder völlig enterben.

Antwort: Das ist leider völlig unmöglich und kann nicht von vornherein angestrebt werden. Doch es ist möglich, einem anderen Kind Bezahlung für Pflege und Versorgung zukommen zu lassen. Allerdings muss diese Pflege dann auch stattfinden. Sie muss sich an den üblichen Standards d.h. mit den normalen in der Wirtschaft üblichen Verträgen messen lassen.

Alles, was in diesem Zusammenhang über Gebühr den Nachlass belastet, kann von dem benachteiligten Pflichtteilsberechtigten bzw. u.U. Miterben angefochten werden.

  • Vererben ist sehr schwer. Welches Testament ist das Beste?

Antwort: Das Testament, das mit möglichst einfachen Worten auskommt und möglichst klar beschreibt, wer, wann und was wie bekommen soll.

Für Ehegatten ist nicht immer das Berliner Testament das Beste, weil es die Freibeträge, die sich für Eltern und Kinder ergeben, nicht vollumfänglich ausnutzt.

Erbverträge (nur für Ehepartner und vor dem Notar zu schließen) entfalten eine erhebliche Wirkung und sollten wohlüberlegt sein

Fazit:

Erben will gelernt sein. Ein verschuldeter Nachlass verursacht Kosten und kann den wirtschaftlichen Ruin bedeuten. Oft besteht nicht genug Zeit den Nachlass zu sichten!!!

Wichtig!

Dieser Beitrag ersetzt keine eingehende Prüfung und rechtliche Beratung im Einzelfall. Eine Haftung hierfür kann daher nicht übernommen werden.

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Rechtsanwältin Elisabeth Aleiter
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