Vorsorge im Erbrecht ohne Verwandte möglich? - Wie kann die Generation 60 ohne nächste Verwandte sinnvoll vorsorgen?

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Vorsorge von älteren Bürgern für den Fall der Fälle

Sachverhalt: Einsamkeit der Generation 60 + ist das eigentliche Problem.

Brösel ist über 60 Jahre alt. Seine Ehefrau Berta ist vor 2 Jahren verstorben. Brösel hat keine Kinder. Er hat 2-3 ältere, entfernte Verwandte. Zu denen hat er jedoch keinerlei Kontakt.

Elisabeth Aleiter
seit 2013 bei
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80336 München
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Brösel hat erfahren, dass er für den Fall von Altersdemenz oder anderen Erkrankungen oder Krankenhausaufenthalten vorsorgen sollte und im Idealfall in einer so genannten schriftlichen und möglichst notariellen Vorsorgevollmacht 2 Personen einsetzt, die ihn in einer solchen hilflosen Lage rechtlich vertreten können.

Doch Brösel kommt zu dem Ergebnis, dass er keine solchen Personen einsetzen kann, weil er niemandem in der Form vertraut.

Auch ist er der Auffassung, dass er mit rechtlichen und auch praktischen Problemen des Alltags mit zunehmendem Alter überfordert ist und auch da tatsächliche, fortlaufende Beratung und Unterstützung benötigt. Die Verhandlungen mit Versicherungen, Telefonanbietern und sonstigen alltäglichen Problemen verunsichern Brösel zunehmend.

Brösel konsultiert seinen Rechtsanwalt Kummer und fragt ihn nach möglichen Lösungen.

Rechtliche Bewertung: Vorsorgevollmacht nur bei völligem Vertrauen

Eine Vorsorgevollmacht sollte nur bei völligem Vertrauen an bestimmte Personen gegeben werden. Die Vorsorgeberechtigten sind mit der Aushändigung dieser Urkunde berechtigt, den Vollmachtgeber also Herrn Brösel in allen rechtlichen Angelegenheiten zu vertreten. Sie könnten dann z.B. auch sein Eigentum verkaufen und sich selbst bereichern. Sie dürften das nicht, könnten auch Schadenersatzansprüchen ausgesetzt werden bzw. sich strafbar machen.

Aber das Risiko besteht schließlich. In aller Regel werden Kinder mit solchen Vorsorgevollmachten bedacht oder beste Freunde.

Aber Brösel hat weder Kinder noch beste Freunde.

Brösel muss sich also andere Wege suchen, Rat und Auskünfte in schwierigen Situationen zu bekommen bzw. Unterstützung zu erhalten.

Da eine Vorsorgevollmacht ausfällt, sollte aber eine Betreuungsverfügung abgefasst werden. Brösel sollte sich eine Person aussuchen, die im Betreuungsfalle eintreten kann. Betreuungsfall ist der Fall, wenn das Betreuungsgericht auf Anregung eines Dritten z.B. Pflegeheim oder Krankenhaus die Vertretung in allen rechtlichen Angelegenheiten übernehmen kann.

Brösel sollte sich u.U. bei Rechtsanwälten, Steuerberatern oder Berufsbetreuern nach einer geeigneten Vertrauensperson umsehen, die in allen rechtlichen und praktischen Fragen des Lebens und der Rechtswirklichkeit Beratung anbieten und die auch im Fall der Fälle bereit sind, eine Betreuung im Ernstfall zu übernehmen und eine Beratung zu allen bevorstehenden Problematiken zu übernehmen.

Ferner ist es für Brösel sinnvoll, sich in seiner Gemeinde nach einer geeigneten Seniorenberatung und Begleitung umzusehen. In Bayern gibt es in den Städten wie z.B. München die ASZs anzusehen, die z. B. von der Arbeiterwohlfahrt oder der Caritas geführt werden. Diese Einrichtungen bieten ebenfalls Beratungen, Essen und Weiteres an.

Brösel wird in seiner sehr schwierigen Situation nicht umhin können, seine Fühler auszustrecken und sich Vertrauen bei Dienstleistern und Dritten zu holen, was er nicht mit dem Einsatz seiner Kinder erreichen kann, zu erreichen.

Ein nicht ganz einfaches Unterfangen.

Aber andererseits ist es auch zu bedenken, dass die Situation von Brösel auch dann besteht, wenn er zwar Kinder hat, denen aber nicht das für eine Vorsorgevollmacht erforderliche Vertrauen entgegenbringt.

Fazit:

Diese Überlegungen sind für ältere Bürger von zentraler Bedeutung.

Wichtig!

Dieser Beitrag ersetzt keine eingehende Prüfung und rechtliche Beratung im Einzelfall. Eine Haftung hierfür kann daher nicht übernommen werden.

Sollten Sie Interesse haben an einer Rechtsberatung oder Vertretung haben, bitte melden Sie sich jederzeit.

Sollten Sie Fehler finden oder Anmerkungen haben, bin ich für einen Hinweis immer dankbar.

Rechtsanwältin Elisabeth Aleiter
Schubertstraße 6 / an der Oktoberfestwiese

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