Zahlreiche namhafte Wohnmobilhersteller im Dieselskandal verwickelt

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Ein Großteil der deutschen Reisemobilhersteller nutzt seit Jahren Basisfahrzeuge bekannter Automobilbauer, deren Dieselmotoren manipuliert sind. Damit sind die Camping-Busse der Freizeitfahrzeughersteller nun auch Teil des Wohnmobil-Dieselskandals – darunter bekannte Marken wie Dethleffs, Hymer, Hobby, Pössl, Knaus oder Bürstner.

Der Abgasskandal nahm 2015 seinen Anfang, als öffentlich wurde, dass die Volkswagen AG ihre Dieselmotoren mithilfe von unzulässigen Abschalteinrichtungen manipuliert. Schnell zeigte sich, dass auch andere große Autobauer ihre Motoren mit Betrugssoftware ausstatten. Zunächst betrafen die Abgasmanipulationen fast ausschließlich Pkw, doch spätestens mit Bekanntwerden, dass auch Fiat Ducato-Motoren Abgasgrenzwerte nicht einhalten, hat der Dieselskandal die Freizeitfahrzeugbranche ergriffen. Etwa zwei Drittel aller Reisemobile hierzulande basieren nämlich auf einem Fiat Ducato-Fahrgestell.

Johannes von Rüden
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Aktuell stehen die zur Fiat-Chrysler Unternehmensgruppe gehörenden italienischen Autokonzerne Fiat und Iveco im Mittelpunkt des Wohnmobil-Abgasskandals. Die Kleintransporter Fiat Ducato und Iveco Daily sind Schätzungen zufolge deutschlandweit in 200.000 Wohnmobilen unterschiedlicher Hersteller als Chassis verbaut. Zudem gibt es noch zahlreiche Camping-Busse auf Basis von Fahrzeugen der deutschen Automobilkonzerne Mercedes-Benz und Volkswagen, die nachweislich mit abgasmanipulierten Dieselmotoren ausgestattet sind.

Diese Entwicklung ist besonders tragisch im Hinblick darauf, dass sich viele Menschen während der Corona-Pandemie hierzulande dazu entschieden haben, ein Reisemobil zu kaufen. So sind im ersten Quartal 2021 die Camper-Zulassungen um zwölf Prozent gestiegen. Die Leidtragenden im Abgasskandal sind die Wohnmobilbesitzer: Statt ungetrübtem Reisespaß drohen nicht nur Fahrverbote und Stilllegungen, sondern vor allem auch Wertverluste der kostspieligen Camping-Busse.  

Diese Wohnmobil-Basisfahrzeuge sind manipuliert

Nach aktuellem Stand können Dieselmotoren des Fiat Ducato und des Iveco Daily abgasmanipuliert sein, wenn sie zwischen 2014 und 2019 gebaut wurden und über die Schadstoffklasse Euro 5 oder Euro 6 verfügen. Bislang geht man davon aus, dass neuere Reisemobile mit der Abgasnorm Euro 6d oder Euro 6d-Temp tatsächlich „sauber“ sind und über keine Schummelsoftware zur Abgasmanipulation verfügen.

Zuvor hat sich bereits herausgestellt, dass die Mercedes-Baureihen Vito und Viano sowie der Mercedes Sprinter, die häufig als Chassis für Reisemobile dienen, manipuliert sind. Konkret geht es um die OM-Dieselmotoren mit der Abgasnorm Euro 5, 6 oder 6b aus den Baujahren 2014 bis 2018. Ein Daimler-Rückruf im Mai dieses Jahres legt zudem die Vermutung nahe, dass Euro 6d-Temp-Motoren von Mercedes ebenfalls mit Betrugssoftware ausgestattet sein könnten.

Auch der Volkswagen-Konzern hat Fahrgestelle mit manipulierten EA189- und EA288-Dieselmotoren an Reisemobilhersteller verkauft. Betroffen sind der VW Bulli (T5 und T6) und der VW Crafter. Verpflichtende Rückrufe vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) gibt es bereits für die Kleintransporter von VW und Mercedes sowie für den Iveco Daily. Für den Fiat Ducato gibt es bislang keinen offiziellen Rückruf durch das KBA, was aber nur eine Frage der Zeit ist.

Manipulierte Reisemobile erleiden enorme Wertverluste

Wohnmobile, die ein Vielfaches mehr an Schadstoffen ausstoßen als gesetzlich erlaubt, sind grundsätzlich nicht genehmigungsfähig. Reisemobilhaltern drohen daher Fahrverbote und Stilllegungen. Insofern es einen vom KBA angeordneten Rückruf gibt, müssen Fahrzeughalter diesem Folge leisten und Software-Updates an der Motorsteuerung durchführen lassen. Die Folgen solcher Updates sind nicht vorhersehbar und können unter anderem zu Motorproblemen oder einem höheren Kraftstoffverbrauch führen.

Verbraucher, die in Besitz eines manipulierten Wohnmobils sind, müssen den Betrug nicht einfach so hinnehmen, sondern haben Anspruch auf Schadensersatz. Geschädigte Fahrzeughalter können gegen die Motorhersteller Fiat, Iveco, Mercedes und Volkswagen Klage erheben. Wurde das Reisemobil als Neuwagen gekauft, können Ansprüche innerhalb der zweijährigen Gewährleistungsfrist beim Händler geltend gemacht werden. Für Gebrauchtwagen beträgt die Frist ein Jahr.

Wohnmobilbesitzer sollten sich von einem Anwalt beraten lassen

Verbrauchern, die im Besitz eines manipulierten Reisemobils sind, ist zu raten, sich juristisch über ihre Rechte und Optionen im Wohnmobil-Dieselskandal beraten zu lassen. Die Verbraucherrechtskanzlei VON RUEDEN bietet Reisemobilhaltern eine kostenfreie Erstberatung an. Einer unserer erfahrenen Anwälte prüft, ob Ihr Camper vom Abgasskandal betroffen ist und berät Sie unverbindlich zu den Möglichkeiten der Rechtsdurchsetzung. Die Kanzlei VON RUEDEN hat sich auf den Abgasskandal spezialisiert und im Rahmen dessen schon mehr als 14.000 Mandanten bundesweit vertreten. Rufen Sie uns unter der Telefonnummer 030 – 200 590 770 an oder schreiben Sie uns eine E-Mail an info@rueden.de, damit wir Sie über Ihre Rechte im Wohnmobil-Dieselskandal informieren können.

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