Polnisches Erbrecht - die Erbschaftsausschlagung

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Erbschaft in Polen - Erbantritt und Möglichkeiten der Ausschlagung im polnischen Erbrecht

Regelungen für eine Erbschaftsausschlagung in Polen

Ist man Beteiligter an einem Nachlass in Polen, ist es häufig so, dass aufgrund verschiedener Umstände, beispielsweise:

  • Dürftigkeit des Nachlasses
  • Unstimmigkeiten zwischen Miterben
  • Komplexität einer Erbauseinandersetzung in Polen bzw. fehlenden Bezuges nach Polen

es die einfachste und sicherste Entscheidung ist, das Erbe auszuschlagen.

Patrycja Lienau
Partner
seit 2020
Rechtsanwältin
Fachanwältin für Familienrecht
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37079 Göttingen
Tel: 0551/38102119
E-Mail:
Erbrecht, Vertragsrecht

Die wirksame Erbschaftsausschlagung in Polen hat dieselbe Wirkung wie in Deutschland: man hat aus dem Nachlass keinerlei Rechte und Pflichten mehr

Erblasser – Bin ich überhaupt Erbe?

Wenn ein Angehöriger in Polen verstirbt, stellt sich zunächst die Frage, wer von den Familienangehörigen erbt. Hier ist es ähnlich wie im deutschen Erbrecht, nämlich dass gesetzliche Erben die Ehegatten, Kinder, Enkelkinder und ggf. Eltern sein können.

Wie auch in Deutschland ist es in Polen so, dass das Erbe in absteigender Linie zunächst auf Ehegatten und Kinder beziehungswiese Enkelkinder anfällt – wenn keine Ehegatten bzw. Kinder etc. vorhanden sind, geht der Nachlass auf die Seitenlinie, sprich auf Geschwister und deren Kinder bzw. Enkel.

Verstirbt zum Beispiel die polnische Großmutter, so erbt zunächst der Elternteil, der von der Großmutter abstammt, bevor man selbst an der Reihe ist.

Man kann jedoch auch durch ein Testament zum Erben berufen sein, auch in diesem Falle besteht jederzeit die Möglichkeit das Erbe nach dem/der Verstorbenen auszuschlagen.

Frist zur Erbausschlagung

In Polen beginnt die Frist zur Erbschaftsausschlagung gemäß Art. 1015 § 1 des „Kodeks Cywilny", polnisches Zivilgesetzbuch ab dem Tag, an dem der Erbe von seiner Erbschaft Kenntnis erlangt. Die Frist beträgt ab diesem Tage 6 Monate.

Hiermit werden Personen vor dem Ablauf der Erbschaftsausschlagungsfrist geschützt, die beispielsweise spät nach dem Tod des Erblassers oder aber erst über Zustellung eines Testaments oder durch Gerichtspost vom Todesfall erfahren haben.

Form der Erbschaftsausschlagung

Die Erbschaftsausschlagung in Polen ist entweder vor einem Notar oder beim Nachlassgericht möglich. Eine notariell erstellte Erbschaftsausschlagungsurkunde muss dann dem polnischen Nachlassgericht übermittelt werden.

Es dürfen auch deutsche Notare mit der Beurkundung der Erbschaftsausschlagung beauftragt werden, für die Wirksamkeit der Urkunde bedarf es dann einer sogenannten Apostille, der Überbeglaubigung des zuständigen Landgerichtes.

Die Erbschaftsausschlagung kann auch am Nachlassgericht des eigenen Wohnsitzes, das heißt in Deutschland erfolgen. Auch dann ist die Apostille notwendig.

Zur Vorlage der Erbschaftsausschlagungsurkunde in Polen ist sodann die Übersetzung eines vereidigten Dolmetschers in die polnische Sprache erforderlich.

Inhalt der Erbschaftsausschlagung

Damit die Erbschaftsausschlagung gültig ist, sind unter anderem folgende Inhalte erforderlich:

  • Vor- und Nachname des Erblassers, das Datum und der Ort seines Todes sowie Angaben zum letzten Wohnsitz
  • Mitteilung, ob man aufgrund gesetzlicher Erbfolge oder aufgrund von Testament als Erbe berufen ist
  • Inhalt der Erklärung: Das Erbe wird im Ganzen ausgeschlagen.

Das Gericht bzw. der Notar fragt ebenfalls nach Angaben zu weiteren nachfolgenden gesetzlichen Erben bzw. betreffend sämtlicher bekannter Testamente. Es ist sinnvoll, diese Angaben ebenfalls in der Erbschaftsausschlagungsurkunde mit beurkunden zu lassen.

Frau Rechtsanwältin Lienau begleitet gerne die Prozedur Ihrer in Polen vorzulegenden Erbschaftsausschlagung und unterstützt Sie bei der Einholung einer in Polen anzuerkennenden Erbschaftsausschlagungsurkunde.

In Streitfällen bestehen mehrere Kooperationen zu seriösen Rechtsanwaltskanzleien in Polen.

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